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Technische Arbeitslosigkeit

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  1. Technische Arbeitslosigkeit

    Autor: Anarcho_Kommunist 16.12.13 - 12:38

    In Australien gibt es schon Tagebau Bergwerke wo die LKW, teils sogar Bagger autonom arbeiten. Sobald die Technik gut genug ist für den öffentlichen Straßenverkehr und die entsprechende Zulassung erhält wird sie sich durchsetzen.

    Da können dann die Unternehmen die Kosten für LKW und Taxifahrer einsparen. Denn trotz Lohndumping ist dies immer noch einer der haupt Kostenpunkte. D.h in EU USA die nächste Automatisierungswelle mit millionen von Jobs die dann überflüssig werden.

    Deshalb brauchen wir das Bedingungslose Grundeinkommen damit in der Sci Fi Gesellschaft der Zukunft alle Leute frei und ohne Gängelung leben können.

    https://wiki.piratenpartei.de/wiki/images/7/7c/Piratebanner3.png
    http://www.piratenpartei.de
    "Krieg ist Frieden; Freiheit ist Sklaverei; Unwissenheit ist Stärke"

  2. Re: Technische Arbeitslosigkeit

    Autor: David64Bit 16.12.13 - 13:53

    Anarcho_Kommunist schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > In Australien gibt es schon Tagebau Bergwerke wo die LKW, teils sogar
    > Bagger autonom arbeiten. Sobald die Technik gut genug ist für den
    > öffentlichen Straßenverkehr und die entsprechende Zulassung erhält wird sie
    > sich durchsetzen.
    >
    > Da können dann die Unternehmen die Kosten für LKW und Taxifahrer einsparen.
    > Denn trotz Lohndumping ist dies immer noch einer der haupt Kostenpunkte.
    > D.h in EU USA die nächste Automatisierungswelle mit millionen von Jobs die
    > dann überflüssig werden.
    >
    > Deshalb brauchen wir das Bedingungslose Grundeinkommen damit in der Sci Fi
    > Gesellschaft der Zukunft alle Leute frei und ohne Gängelung leben können.

    Vergiss es. Ich bin zwar auch für das BGE, aber du wirst die ganzen Kapitalisten davon nicht überzeugen können. Der Sozialismus ist am Aussterben, besonders in Deutschland.

    Davon abgesehen, hat das BGE ja immer das Problem der Neider - da kommen schon die ersten Argumente von wegen "Wieso sollte so ein dahergelaufener Hansel sich anmaßen können, etwas von MEINEM Geld zu bekommen?" oder "Ich zahl doch nich für die Faulen Säcke, die nix tun" oder "Dann geht doch keiner mehr Arbeiten!" oder sonstirgendwas ähnliches.

    Früher oder Später MUSS das BGE kommen, sonst bricht das ganze System einfach zusammen. Aber momentan gibt es noch zu viele selbstsüchtige Idioten in Deutschland und überall anders. Und das dann niemand mehr Arbeiten würde, bezweifle ich. Nur könnte man sich dann eben auf das wesentliche konzentrieren und müsste nicht jeden scheiß Job annehmen, nur um überleben zu können. (Krieg mal ne 3-Monatige Sperre der "Bundesagentur für Arbeit", weil du dich weigerst jeden Tag 150 km (Sprit, Verschleiss am Auto, Reifen usw.) zu fahren und versuch dann zu überleben...)

  3. Re: Technische Arbeitslosigkeit

    Autor: Doedelf 16.12.13 - 14:53

    Meine Rede - es gibt 2 große Themen (nicht nur in Deutschland) die aber jeder Politiker erfolgreich verdrängt, weil sie zu unbequem sind und nicht ohne große Veränderung (=Zeit) durchführbar:

    Das eine ist die Schuldenlast die vor allem durch die Finanzkrise zur Haushaltskrise/Staatskrise gemacht wurde und mit Pseudo Schilden (Austeritätspolitik und Schuldenbremse) dazu führt das wir ein "Umlagen finanzierter" Staat werden.

    Sprich - der Staat spart nicht wirklich durch eine "Schuldenbremse". Die (hauptsächlich) betroffenen Kommunen schlüsseln ehemals Steuern einfach nur auf andere Umlagen um. Dann steigen die Kinderbetreuungsgebühren auf einmal ins unermessliche (auch praktisch um das Einklagen eines Kita Platzes zu verhindern - eine Nachbargemeinde hat grade mal ihre Betreuungskosten verdreifacht - wer nun einen Platz haben will kann den bekommen für schlappe 500 Euro netto im Monat), die Müllgebühren werden "angepasst", die Gebühren für irgendeinen Amtsstempel steigen auf 20 - 30 Euro, die Kosten der Ausweise, die Straßenanliegergebühren werden "neu berechnet" usw. Das Geld für die Kommune muss halt irgendwoher kommen - tolle Schuldenbremse. Von den großen Posten der Rente, Gesundheitssystem etc. wollen wir mal gar nicht anfangen.

    Damit steigen aber die Umlagen des einzelnen Bürger immer mehr und vor allem immer ungerechter (Einen Reichen stören diese weniger, als ein armer Schlucker - der Perso/Reisepass/Amtsstempel/Müllgebühr ist für alle "gleich") als wenn früher hier das echte Steuersystem herangezogen wurde. Dazu kommt das die Verwaltung dieser "Gebürenfantasie" sicherlich nicht kostensenkend sondern kostensteigernd ist - ein Schelm wer bei den tollen Bertelsmann Studien böses denkt (Hat hier jemand Arvato gesagt?).

    und zweitens

    Die schon angesprochene immer stärker werdende Automatisierung durch Computer und Roboter. Grade im Dienstleistungssektor macht Kollege Computer immer mehr auch höherwertigen Jobs Konkurrenz. Wenn man automatisch an der Börsen tradende Systeme sieht, sind nicht einmal ehemals high-class Einkommen wie Fonds-Manager und Börsentrader mehr vor einer Automatisierung sicher.

    Diese Jobs kommen aber, anders als evtl. Jobs in der Globalisierungskette, nie wieder - diese sind für immer weg.

    Grade wenn es da in den nächsten Jahren auch ein Sterben der höher bezahlten Jobs kommt, bricht die Steuereinnahme noch mehr weg was mit Problem 1, der Schuldenbremse/Umlagen finanzierten Staat, richtig übel wird.

    Eine Maschinensteuer, ein anderes Wertesystem (nicht mehr so arbeitszentriert), ein BGE oder wie zum Teufel man das auch nennen mag ist deshalb absolut unabdingbar. Es sei (und das ist meine düstere Vision) die Reichen und Mächtigen machen es wie in Elysium und gehen auf Tauchstation in der Raumstation während der Rest der Welt sich in Slums um die Krümel in prekären Arbeitsverhältnissen plagen darf.

    Aber so lange die pure Gier sowie der dazu passende Neid in jedem einzelnen von uns pocht, solange kann man eine Änderung unseres Systems vergessen. Wie viele fahren denn schon beim Begriff BGE automatisch den Beissreflex aus "ich bezahl doch mit meinen Steuern keinen der den ganzen Tag auf der Couch hockt". Genau dieser Neid auf die besitzlosen hat uns doch H4 überhaupt eingebrockt. Nur diese Denke der Leute "wer haben (essen) will muss arbeiten" ist es zu verdanken das die Leute nicht in Scharen auf der Straße gegen das perfide System H4 gehen.

    Erst wenn die Leute selbst betroffen sind, dann raffen sie vielleicht mal das es mitnichten alles "Faullenzer sind" und das dieses Schwarz/Weiß denken nichts ändert sondern nur den Nutznießern dieses Raubrittersystems in die Hände spielt.

    PS: Bin zum Glück nicht von H4 betroffen und verdiene auch richtig ordentlich. Ich hab kein Problem damit das ein armer Mensch von meinen Steuern lebt, ich habe viel mehr ein Problem damit das es einen Haufen reicher Parasiten (inkl. Unternehmen wie Amazon und Co.) gibt die hier alles rausziehen und nichts zurück geben (Steuern zahlen) - diese mögen gerne jeden Tag beim Scheiß... vom Blitz und so weiter...

  4. Re: Technische Arbeitslosigkeit

    Autor: itse 16.12.13 - 18:20

    Hi,

    was Du mit deinem Text ansprichst ist nichts anderes als die Symptome einer deflationären Wirtschaft, nämlich steigende Arbeitslosigkeit parallel zu erhöhten 'Verwaltungsausgaben' des Staates.

    Aktuell gibt es in diesem deflationären Umfeld viele Verlierer (Arbeitslose) und vergleichbar weniger Gewinner (Kapitalisten sowie Festangestellte mit Betriebsrat/Gewerkschaft).
    Denn die Lohnspirale nach oben durch Druck der Gewerkschaftsverbände kommt nur wenigen 'alteingesessenen' Arbeitnehmern zu Gute, diese Zahl wird in Zukunft immer weiter Schrumpfen (seihe T-Systems, Siemens etc. entlassen tausende Mitarbeiter) - die meisten haben überhaupt keine Lohnsteigerungen, da sind sogar Angestelltenverhältnisse beim Staat mit schon als 'privilegiert' anzusehen.

    Weiterhin haben wir in diesem Deflationären Umfeld die perverse Situation, dass festgefahrene Oligopole bei Energie (Strom/Heizen), Lebensmitteln (Aldi bestimmt den Preis...) und Mobilität (teurere Autos, teurere öffentl. Verkehrsmittel) den Menschen trozdem die Euros aus den Taschen ziehen, das nennt man dann Anbieterinflation, also Ausnutzung der Marktmacht.

    Wohin führt die Reise?
    Während der Deflation wie wir sie jetzt haben werden unrentable Unternehmen knallhart ausgesiebt, solche Firmen bekommen einfach keine Anschlussfinanzierung bei der Bank und gehen in die Insolvenz - Punkt.
    Und sofern diese instabilen Firmen an der Börse gehandelt werden, dann erschleichen sie sich ihre weitere Existenz durch einfaches Aktien drucken. Danach wird die Aktie noch kurz hochgezockt, damit die bisherigen Investoren mit einem Blauen Auge davonkommen (indiz: hohe Volatilität bei hohem Volumen).

    Wohin geht die Reise?
    Einen Ausblick in die Zukunft gibt uns die Wirtschaft in Japan, dort nämlich gibt es die Deflation schon sehr lange, wobei der Nikkei Index sehr stark gefallen ist, weil die Asiaten zunächst erstmal kein Geld wie die Amis drucken wollten...

    MfG

  5. Re: Technische Arbeitslosigkeit

    Autor: wmayer 17.12.13 - 07:31

    Wir haben keine Deflation. Die Gewerkschaften schaffen wenn es hoch kommt einen Inflationsausgleich, in der Regel haben wir aber auch dort eher Rückschritte wegen der immer angeblich schlechten Wirtschaftslage. Also (Real)Lohnstagnation, teilweise sogar Rückgang zwecks Erhaltung der heiligen Arbeitsplätze.

    In einer Deflation müsste es ja gerade den Empfängern der Transferleistungen immer besser gehen, da die gleichbleibenden Einkünfte einen immer höheren Lebensstandard ermöglichen würden.

  6. Re: Technische Arbeitslosigkeit

    Autor: itse 17.12.13 - 16:12

    wmayer, du irrst dich!

    Wir haben definitiv eine Deflation, diese zeigt sich im Arbeitsstellenabbau der freien Wirtschaft!

    Deine Inflation ist eine künstlich herbeigeführte mit gewissen politischen geschmäckle, indem Oligopole der Versorgungswirtschaft (energie, Lebensmittel) ihre Marktmacht ausnutzen.
    Dies nennt man Anbieterinflation, einfach googlen/Wikipedia lesen und _kann_ ein Symptom der Deflation sein, indem dieser künstliche Inflationäre Effekt auf kosten der Armen politisch durchgesetzt wird, weil Gewerkschaften immer höhere Löhne in einer von Arbeitslosigkeit geprägten Wirtschaftsordnung (Deflation!) erwarten und diese künstliche Lohnkostenspirale dann von den Konzernen als Argument für Preissteigerungen herhält.

    Denk mal drüber nach.

    In allen übrigen Wirtschaftszweigen, wo oligopole nicht so zementiert sind beobachten wird nämlich einen Starken Preisrückgang (Consumer Artikel).

    Letztendlich ist die politisch gewollte Strategie der Lohnpreisspirale nach oben durch sog. Gewerkschaften eine Möglichkeit, in der Deflation die Inflation konstant zu halten bzw Menschen darin zu täuschen dass dank kleiner Lohnsteigerungen alles heile Welt ist (Während die Konzerne weiterhin tausende Arbeitsplätze abbauen).

    Deshalb gehts Firmen die nicht von Staatsaufträgen leben heute idR schlechter, wenn sie bereits keinen großen Kundenstamm haben mit ausreichend Cashflow, denn die Menschen sparen immer mehr, aus Angst - und gleichzeitig werden die Menschen durch immer freiere Informationsflüsse dank Internet immer mehr selbstständig in Bezug auf Dienstleistungen, reparieren selbst bzw lassen sich nicht mehr so leicht verarschen.

    MfG

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