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  1. Zur Klarstellung

    Autor: Berner Rösti 03.02.17 - 11:46

    Hier geht es um "geplante" Übernahmen, die der Bordcomputer voraussehen kann, also z.B. das Erreichen der Ausfahrt, usw.

    Aber das ist ja nur die halbe Miete, denn viel wichtiger ist doch, dass der Mensch in Situationen übernehmen kann, in denen der Bordcomputer ungeplant die Kontrolle verliert.
    Der Computer kann zwar voraussehen, dass in 500m eine Ausfahrt kommt, in der er die Kontrolle an den Menschen übergeben muss. Aber er kann nicht voraussagen, ob z.B. in 500m die Fahrbahnmarkierung fehlt, so dass er die Spur nicht mehr automatisch halten kann.

    Das führt die Diskussion um diese Reaktionszeiten ein wenig ad absurdum. So lange der Mensch gezwungen ist, die Maschine zu überwachen, die jederzeit ungeplant ausfallen oder sich falsch verhalten kann, kann man nicht von einem "autonomen" System sprechen.

  2. Re: Zur Klarstellung

    Autor: mnementh 03.02.17 - 11:50

    Berner Rösti schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hier geht es um "geplante" Übernahmen, die der Bordcomputer voraussehen
    > kann, also z.B. das Erreichen der Ausfahrt, usw.
    >
    > Aber das ist ja nur die halbe Miete, denn viel wichtiger ist doch, dass der
    > Mensch in Situationen übernehmen kann, in denen der Bordcomputer ungeplant
    > die Kontrolle verliert.
    > Der Computer kann zwar voraussehen, dass in 500m eine Ausfahrt kommt, in
    > der er die Kontrolle an den Menschen übergeben muss. Aber er kann nicht
    > voraussagen, ob z.B. in 500m die Fahrbahnmarkierung fehlt, so dass er die
    > Spur nicht mehr automatisch halten kann.
    >
    > Das führt die Diskussion um diese Reaktionszeiten ein wenig ad absurdum. So
    > lange der Mensch gezwungen ist, die Maschine zu überwachen, die jederzeit
    > ungeplant ausfallen oder sich falsch verhalten kann, kann man nicht von
    > einem "autonomen" System sprechen.
    Ja, sehe ich auch so. Deshalb soll die Maschine entweder ganz die Kontrolle übernehmen und mich nicht benötigen und im Notfall andere Ausweichmechanismen haben (Warnblinkanlage an und an den Seitenstreifen beispielsweise) oder der Mensch muss weiterhin fahren und wird nur durch Assistenten unterstützt die Warnsignale geben. Aber dieses halbgare Zeug von wegen der Fahrer muss in X Sekunden übernehmen ist wahrscheinlich unsicherer als die beiden anderen Varianten.

  3. Re: Zur Klarstellung

    Autor: Berner Rösti 03.02.17 - 12:44

    mnementh schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ja, sehe ich auch so. Deshalb soll die Maschine entweder ganz die Kontrolle
    > übernehmen und mich nicht benötigen und im Notfall andere
    > Ausweichmechanismen haben (Warnblinkanlage an und an den Seitenstreifen
    > beispielsweise) oder der Mensch muss weiterhin fahren und wird nur durch
    > Assistenten unterstützt die Warnsignale geben.

    In den Situationen, in denen der Wagen die Kontrolle verliert, kann er auch nicht mehr "kontrolliert" auf den Seitenstreifen fahren. Das ist ja das Dilemma. Mal angenommen, er verliert in einer Kurve die Spur. Die erste Herausforderung ist ja, dass der Computer überhaupt selbst erkennen können muss, dass er die Kontrolle verloren hat. Selbst wenn er das erkannt hat, was kann er tun? Da er ja offensichtlich die Orientierung oder die Kontrolle über die Situation verloren hat, kann er eigentlich nur eine Vollbremsung machen -- oder mit vorhandenem Kurs weiter fahren. Keines von beidem ist die ideale Lösung.

    Bremst er, gefährdet er mindestens den nachfolgenden Verkehr und kommt womöglich irgendwo zum Stehen, wo er auch dem Gegenverkehr gefährlich wird. Fährt er weiter, kann es passieren, dass der Fahrer plötzlich keinen Kopf mehr hat.

    > Aber dieses halbgare Zeug
    > von wegen der Fahrer muss in X Sekunden übernehmen ist wahrscheinlich
    > unsicherer als die beiden anderen Varianten.

    Die Frage nach der Sicherheit lässt sich pauschal nicht beantworten. Er wird in jedem Fall unsicherer ein als ein Fahrer, der den Wagen unter Kontrolle hat.
    Aber der menschliche Fahrer verliert auch ab und an die Kontrolle, weil er z.B. abgelenkt oder unaufmerksam ist.

    Nun darf man eben abwägen, ob man sein Leben lieber ab und an unaufmerksamen Menschen oder ab und an die Kontrolle verlierenden Robotern anvertrauen möchte.

  4. Re: Zur Klarstellung

    Autor: mnementh 03.02.17 - 14:12

    Berner Rösti schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > mnementh schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ja, sehe ich auch so. Deshalb soll die Maschine entweder ganz die
    > Kontrolle
    > > übernehmen und mich nicht benötigen und im Notfall andere
    > > Ausweichmechanismen haben (Warnblinkanlage an und an den Seitenstreifen
    > > beispielsweise) oder der Mensch muss weiterhin fahren und wird nur durch
    > > Assistenten unterstützt die Warnsignale geben.
    >
    > In den Situationen, in denen der Wagen die Kontrolle verliert, kann er auch
    > nicht mehr "kontrolliert" auf den Seitenstreifen fahren. Das ist ja das
    > Dilemma. Mal angenommen, er verliert in einer Kurve die Spur. Die erste
    > Herausforderung ist ja, dass der Computer überhaupt selbst erkennen können
    > muss, dass er die Kontrolle verloren hat. Selbst wenn er das erkannt hat,
    > was kann er tun? Da er ja offensichtlich die Orientierung oder die
    > Kontrolle über die Situation verloren hat, kann er eigentlich nur eine
    > Vollbremsung machen -- oder mit vorhandenem Kurs weiter fahren. Keines von
    > beidem ist die ideale Lösung.
    >
    Kontrolle verlieren muss nicht das gleiche heißen wie beim Menschen. Der Computer kann sich unsicher sein wie Verkehrsschilder zu interpretieren sind oder die Fahrbahnmarkierungen nicht verstehen. Oder es gibt einen internen Fehler, ein Sensor ist ausgefallen oder ähnliches. Die Situation dass autonome Fahrzeuge wie Menschen die Kontrolle verlieren, sprich der Wagen lässt sich nicht mehr steuern dürften kaum auftreten. Der Computer kennt seine Grenzen und die des Fahrzeugs. Damit werden Situationen wie dass das Fahrzeug ins Schleudern kommt wohl nicht auftreten. In den von mir genannten Situationen an den Seitenstreifen fahren sollte sehr wohl drin sein.

    > Bremst er, gefährdet er mindestens den nachfolgenden Verkehr und kommt
    > womöglich irgendwo zum Stehen, wo er auch dem Gegenverkehr gefährlich wird.
    > Fährt er weiter, kann es passieren, dass der Fahrer plötzlich keinen Kopf
    > mehr hat.
    >
    Was ist wenn einem menschlichen Fahrer übel wird? Das wäre ja das Äquivalent zu einer der Sensoren fällt aus. Was macht man da? An den Seitenstreifen fahren und Warnblinker an. Du missverstehst völlig in welche Situationen autonome Fahrzeuge geraten. Es ist unwahrscheinlich dass das Fahrzeug auf einen Schlag gar nichts mehr kann. Es kann nur in seiner Analyse zur Auffassung kommen, dass die Sicherheit nicht mehr gewährleistet sein kann, aufgrund der Verhältnisse oder interner Fehler. Aber das beinhaltet immer noch vorsichtig an den Rand fahren, statt wie Du sagst unkontrolliert bremsen.

    > > Aber dieses halbgare Zeug
    > > von wegen der Fahrer muss in X Sekunden übernehmen ist wahrscheinlich
    > > unsicherer als die beiden anderen Varianten.
    >
    > Die Frage nach der Sicherheit lässt sich pauschal nicht beantworten. Er
    > wird in jedem Fall unsicherer ein als ein Fahrer, der den Wagen unter
    > Kontrolle hat.
    Wir können Statistiken machen. Und auch Fahrer die GLAUBEN ihren Wagen unter Kontrolle zu haben machen Fehler und bauen Unfälle. Sicher werden auch autonome Fahrzeuge Unfälle bauen. Sobald aber die Unfallquote unter der von Menschen liegt ist die Technik einsatzbereit.

    > Aber der menschliche Fahrer verliert auch ab und an die Kontrolle, weil er
    > z.B. abgelenkt oder unaufmerksam ist.
    >
    > Nun darf man eben abwägen, ob man sein Leben lieber ab und an
    > unaufmerksamen Menschen oder ab und an die Kontrolle verlierenden Robotern
    > anvertrauen möchte.
    Ich verstehe nicht was Du unter ab und an die Kontrolle verlierende Roboter verstehst. Wie gesagt - Ausfall eines Sensors bei weiterfunktionierenden sonstigen Sensoren ist das Wahrscheinlichste. Da kann die Maschine einen relativ sicheren Fallback machen. Und ab und an unaufmerksame Menschen töten verdammt viele andere Verkehrsteilnehmer. Also sobald die Roboter weniger Unfälle bauen fühle ich mich mit den Robotern sicherer. Und die Fortschritte wie hier beschrieben zeigen ja dass es in ein paar Jahren so weit sein könnte.

  5. Re: Zur Klarstellung

    Autor: Berner Rösti 03.02.17 - 14:29

    mnementh schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Berner Rösti schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > mnementh schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > -----
    > > > Ja, sehe ich auch so. Deshalb soll die Maschine entweder ganz die
    > > Kontrolle
    > > > übernehmen und mich nicht benötigen und im Notfall andere
    > > > Ausweichmechanismen haben (Warnblinkanlage an und an den
    > Seitenstreifen
    > > > beispielsweise) oder der Mensch muss weiterhin fahren und wird nur
    > durch
    > > > Assistenten unterstützt die Warnsignale geben.
    > >
    > > In den Situationen, in denen der Wagen die Kontrolle verliert, kann er
    > auch
    > > nicht mehr "kontrolliert" auf den Seitenstreifen fahren. Das ist ja das
    > > Dilemma. Mal angenommen, er verliert in einer Kurve die Spur. Die erste
    > > Herausforderung ist ja, dass der Computer überhaupt selbst erkennen
    > können
    > > muss, dass er die Kontrolle verloren hat. Selbst wenn er das erkannt
    > hat,
    > > was kann er tun? Da er ja offensichtlich die Orientierung oder die
    > > Kontrolle über die Situation verloren hat, kann er eigentlich nur eine
    > > Vollbremsung machen -- oder mit vorhandenem Kurs weiter fahren. Keines
    > von
    > > beidem ist die ideale Lösung.
    > >
    > Kontrolle verlieren muss nicht das gleiche heißen wie beim Menschen. Der
    > Computer kann sich unsicher sein wie Verkehrsschilder zu interpretieren
    > sind oder die Fahrbahnmarkierungen nicht verstehen. Oder es gibt einen
    > internen Fehler, ein Sensor ist ausgefallen oder ähnliches. Die Situation
    > dass autonome Fahrzeuge wie Menschen die Kontrolle verlieren, sprich der
    > Wagen lässt sich nicht mehr steuern dürften kaum auftreten. Der Computer
    > kennt seine Grenzen und die des Fahrzeugs. Damit werden Situationen wie
    > dass das Fahrzeug ins Schleudern kommt wohl nicht auftreten. In den von mir
    > genannten Situationen an den Seitenstreifen fahren sollte sehr wohl drin
    > sein.

    Ich habe mich anscheinend etwas ungenau ausgedrückt -- sorry. Mit dem "Kontrollverlust" meinte ich nicht die Kontrolle über das Fahrzeug sondern über die Situation.

    Wenn ein Fahrer unaufmerksam oder abgelenkt ist, hat er bereits die Kontrolle über die jeweilige Fahrsituation verloren, da er nicht alle Parameter mehr zur Entscheidungsfindung berücksichtigen kann.

    Also genauso wie ein ausgefallener Sensor bei der Automatik ist der vergessene Schulterblick ein (Teil-)Kontrollverlust.

    Der Unterschied ist, dass das menschliche Gehirn wesentlich leistungsfähiger ist als das eines Computers und sehr schnell umorganisieren und abstrahieren kann.

    Es muss schon sehr viel zusammenkommen, dass ein menschlicher Fahrer die Fahrbahn nicht mehr erkennen kann. Bei der Maschine geht das deutlich schneller.

    Die größte Schwachstelle beim Menschen ist die dauerhafte Konzentrationsfähigkeit. Das Problem hat der Computer nicht. Dessen Schwachstellen liegen jedoch schon bei wesentlich grundlegenderen Dingen, wie z.B. die Fahrbahnbegrenzung korrekt zu erkennen.

    Das ist die Krux daran. Die Maschine ist in Sachen Ausdauer dem Menschen überlegen. Aber im Erfassen von abstrakten Situationen ist der Mensch besser.

    > > Bremst er, gefährdet er mindestens den nachfolgenden Verkehr und kommt
    > > womöglich irgendwo zum Stehen, wo er auch dem Gegenverkehr gefährlich
    > wird.
    > > Fährt er weiter, kann es passieren, dass der Fahrer plötzlich keinen
    > Kopf
    > > mehr hat.
    > >
    > Was ist wenn einem menschlichen Fahrer übel wird? Das wäre ja das
    > Äquivalent zu einer der Sensoren fällt aus. Was macht man da? An den
    > Seitenstreifen fahren und Warnblinker an. Du missverstehst völlig in welche
    > Situationen autonome Fahrzeuge geraten. Es ist unwahrscheinlich dass das
    > Fahrzeug auf einen Schlag gar nichts mehr kann. Es kann nur in seiner
    > Analyse zur Auffassung kommen, dass die Sicherheit nicht mehr gewährleistet
    > sein kann, aufgrund der Verhältnisse oder interner Fehler. Aber das
    > beinhaltet immer noch vorsichtig an den Rand fahren, statt wie Du sagst
    > unkontrolliert bremsen.

    Der Computer scheitert schon an viel einfacheren Aufgaben, wie eben das korrekte Erfassen und Interpretieren des Umfeldes – auch wenn alle Sensoren funktionieren.

    Siehe Tesla-Unfall im Mai letzten Jahres. Alle Sensoren des Wagens haben korrekt funktioniert, dennoch hat der Computer nicht erkannt, dass er auf ein Hindernis zurast.

    So etwas passiert einem Menschen so gut wie nie. Und wenn, dann nicht, weil er das Hindernis als solches nicht erkannt hat, sondern weil er unaufmerksam war.

    > Ich verstehe nicht was Du unter ab und an die Kontrolle verlierende Roboter
    > verstehst. Wie gesagt - Ausfall eines Sensors bei weiterfunktionierenden
    > sonstigen Sensoren ist das Wahrscheinlichste.

    Nein. Das wahrscheinlichste ist, dass der Computer die Situation nicht korrekt erkennt. Und die Schwierigkeit liegt eben darin, überhaupt festzustellen, ob er die Situation korrekt erkannt hat.

    Die Steuerung des verunglückten Tesla hat den die Fahrbahn querenden LKW als Schilderbrücke interpretiert – bestes Beispiel.

  6. Re: Zur Klarstellung

    Autor: mnementh 03.02.17 - 14:45

    Berner Rösti schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich habe mich anscheinend etwas ungenau ausgedrückt -- sorry. Mit dem
    > "Kontrollverlust" meinte ich nicht die Kontrolle über das Fahrzeug sondern
    > über die Situation.
    >
    > Wenn ein Fahrer unaufmerksam oder abgelenkt ist, hat er bereits die
    > Kontrolle über die jeweilige Fahrsituation verloren, da er nicht alle
    > Parameter mehr zur Entscheidungsfindung berücksichtigen kann.
    >
    > Also genauso wie ein ausgefallener Sensor bei der Automatik ist der
    > vergessene Schulterblick ein (Teil-)Kontrollverlust.
    >
    > Der Unterschied ist, dass das menschliche Gehirn wesentlich
    > leistungsfähiger ist als das eines Computers und sehr schnell
    > umorganisieren und abstrahieren kann.
    >
    > Es muss schon sehr viel zusammenkommen, dass ein menschlicher Fahrer die
    > Fahrbahn nicht mehr erkennen kann. Bei der Maschine geht das deutlich
    > schneller.
    >
    > Die größte Schwachstelle beim Menschen ist die dauerhafte
    > Konzentrationsfähigkeit. Das Problem hat der Computer nicht. Dessen
    > Schwachstellen liegen jedoch schon bei wesentlich grundlegenderen Dingen,
    > wie z.B. die Fahrbahnbegrenzung korrekt zu erkennen.
    >
    > Das ist die Krux daran. Die Maschine ist in Sachen Ausdauer dem Menschen
    > überlegen. Aber im Erfassen von abstrakten Situationen ist der Mensch
    > besser.
    >
    Das sehe ich ähnlich. Wobei der 'Kontrollverlust' wie Du ihn beschreibst auch keine An-Aus-Situation ist. Die Maschine erkennt den Fahrbahnverlauf nur noch mit 80%iger Sicherheit statt wie die Strecke bis dahin mit 99%iger Sicherheit. In der Situation kann die Maschine konzedieren dass sie die Kontrolle verliert aber dennoch sehr wahrscheinlich ohne Unfall und Verkehrsgefährdung anhalten. Das wird nämlich auch nicht bei 180 auf der Autobahn sondern eher auf irgendeiner Waldpiste passieren. Unabhängig davon dass das Auto nicht mehr sicher die Fahrbahn erkennt, kann es immer noch Hindernisse wie Bäume erkennen (oder einen Abgrund bei Gebirgsstraßen). Es wird also immer noch recht sicher anhalten können.

    > Der Computer scheitert schon an viel einfacheren Aufgaben, wie eben das
    > korrekte Erfassen und Interpretieren des Umfeldes – auch wenn alle
    > Sensoren funktionieren.
    >
    > Siehe Tesla-Unfall im Mai letzten Jahres. Alle Sensoren des Wagens haben
    > korrekt funktioniert, dennoch hat der Computer nicht erkannt, dass er auf
    > ein Hindernis zurast.
    >
    > So etwas passiert einem Menschen so gut wie nie. Und wenn, dann nicht, weil
    > er das Hindernis als solches nicht erkannt hat, sondern weil er
    > unaufmerksam war.
    >
    Was Tesla macht ist auch unverantwortlich. Das ist keine Software die beim Kunden reifen kann, das muss man vorher testen. Und klar, auch dann werden immer noch Unfälle auftreten - und möglicherweise in Situationen die Menschen erkannt hätten. Wenn das System dennoch weniger Unfälle baut als Menschen, dann betrachte ich es als Vorteil.

    > Nein. Das wahrscheinlichste ist, dass der Computer die Situation nicht
    > korrekt erkennt. Und die Schwierigkeit liegt eben darin, überhaupt
    > festzustellen, ob er die Situation korrekt erkannt hat.
    >
    Das denke ich nicht. Es wird da Wahrscheinlichkeitsmodelle geben, welche Interpretation der Situation wie zu bewerten ist. Bei fehlerhafter Erkennung werden die Wahrscheinlichkeiten wohl sinken. Das System weiß also, dass die Information nicht so verlässlich ist. Jedes der bisherigen Fahrzeuge verfügt nämlich über eine Vielzahl von Sensoren und baut sein Umgebungsmodell aus allen zusammen.

    > Die Steuerung des verunglückten Tesla hat den die Fahrbahn querenden LKW
    > als Schilderbrücke interpretiert – bestes Beispiel.
    Und wahrscheinlich war sich das System nicht so sicher. Aber Tesla hat einfach die Interpretation mit der höchsten Wahrscheinlichkeit genommen. Ausgereiftere Systeme werden wohl deutlich mehr Dinge erkennen, aber ab und zu mal mit Warnblinker stehen bleiben ist besser als zu hoffen dass die 80%-Interpretation stimmt. Überlege Dir selbst, wie Du handelst wenn sich vor Dir Formen bilden, die vielleicht Nebel oder vielleicht etwas Solides sind. Fährst Du Vollgas weiter oder wirst Du langsamer und hältst gegebenenfalls an?

  7. Re: Zur Klarstellung

    Autor: TrollNo1 03.02.17 - 18:48

    Zum Thema Fahrbahn nicht mehr erkennen: Nachts bei nasser Fahrbahn in der Innenstadt, wo es viele Lampen gibt für die Fußgänger habe ich richtig Schwierigkeiten, die Fahrbahnmarkierungen zu erkennen. Da muss ich mich immer total anstrengen, weil das so spiegelt.

  8. Re: Zur Klarstellung

    Autor: thinksimple 03.02.17 - 20:01

    Das System das den Wagen automatisch anhält und gleichzeitig die Warnblinker setzt wird ja schon eingesetzt. Z.B. im Skoda. Wenn keine Aktion mehr seitens des Fahrers erfolgt (z.b. Ohnmacht oder ähnliches) gibt's Warntöne, wenn dann immer noch nix passiert seitens des Fahrers hält das Fahrzeug an. Immer noch besser als unkontrolliert weiterfahren.

    Alleinfahrende Autos hin oder her,
    aber Backpapierzuschnitte sind schon eine geile Erfindung.

  9. Re: Zur Klarstellung

    Autor: oxybenzol 04.02.17 - 11:02

    mnementh schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was Tesla macht ist auch unverantwortlich. Das ist keine Software die beim
    > Kunden reifen kann, das muss man vorher testen. Und klar, auch dann werden
    > immer noch Unfälle auftreten - und möglicherweise in Situationen die
    > Menschen erkannt hätten. Wenn das System dennoch weniger Unfälle baut als
    > Menschen, dann betrachte ich es als Vorteil.
    >

    In der Bedienungsanleitung steht, dass der Fahrer jederzeit aufmerksam sein muss. Wer statt dessen nebenbei ein Video schaut ist selbst schuld. Genauso wie man selbst schuld ist, wenn man das Auto nicht mit der in der Bedienungsanleitung angegebenen Spritsorte tankt.

  10. Re: Zur Klarstellung

    Autor: stiGGG 04.02.17 - 14:41

    Berner Rösti schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber er kann nicht
    > voraussagen, ob z.B. in 500m die Fahrbahnmarkierung fehlt, so dass er die
    > Spur nicht mehr automatisch halten kann.

    Klar kann er das, denn im Gegensatz zum Mensch kennt hat er die Strecke ja schon vorher bzw ist multitaskingfähiger und schaut schon immer voraus, was demnächst kommt.

  11. Re: Zur Klarstellung

    Autor: Berner Rösti 04.02.17 - 16:49

    stiGGG schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Berner Rösti schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Aber er kann nicht
    > > voraussagen, ob z.B. in 500m die Fahrbahnmarkierung fehlt, so dass er
    > die
    > > Spur nicht mehr automatisch halten kann.
    >
    > Klar kann er das, denn im Gegensatz zum Mensch kennt hat er die Strecke ja
    > schon vorher bzw ist multitaskingfähiger und schaut schon immer voraus, was
    > demnächst kommt.

    Oh, das finde ich jetzt spannend. Woher weiß der Computer denn, dass in 500m die Fahrbahnmarkierung fehlt, ein Anhänger quer steht oder sonst irgend eine Situation besteht, die die Sensoren nicht korrekt erfassen können?

  12. Re: Zur Klarstellung

    Autor: BLi8819 04.02.17 - 17:36

    Er hat eine Magische Miesmuschel eingebaut!

  13. Re: Zur Klarstellung

    Autor: JohnStones 05.02.17 - 22:44

    mnementh schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Berner Rösti schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > mnementh schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > -----
    > > > Ja, sehe ich auch so. Deshalb soll die Maschine entweder ganz die
    > > Kontrolle
    > > > übernehmen und mich nicht benötigen und im Notfall andere
    > > > Ausweichmechanismen haben (Warnblinkanlage an und an den
    > Seitenstreifen
    > > > beispielsweise) oder der Mensch muss weiterhin fahren und wird nur
    > durch
    > > > Assistenten unterstützt die Warnsignale geben.
    > >
    > > In den Situationen, in denen der Wagen die Kontrolle verliert, kann er
    > auch
    > > nicht mehr "kontrolliert" auf den Seitenstreifen fahren. Das ist ja das
    > > Dilemma. Mal angenommen, er verliert in einer Kurve die Spur. Die erste
    > > Herausforderung ist ja, dass der Computer überhaupt selbst erkennen
    > können
    > > muss, dass er die Kontrolle verloren hat. Selbst wenn er das erkannt
    > hat,
    > > was kann er tun? Da er ja offensichtlich die Orientierung oder die
    > > Kontrolle über die Situation verloren hat, kann er eigentlich nur eine
    > > Vollbremsung machen -- oder mit vorhandenem Kurs weiter fahren. Keines
    > von
    > > beidem ist die ideale Lösung.
    > >
    > Kontrolle verlieren muss nicht das gleiche heißen wie beim Menschen. Der
    > Computer kann sich unsicher sein wie Verkehrsschilder zu interpretieren
    > sind oder die Fahrbahnmarkierungen nicht verstehen.

    Äh wie? Sorry, aber sowas sollte man sowieso anders regeln, als über optische Erkennung. Es spricht ja nun wirklich nichts dagegen, dass die entsprechenden Verkehrsdaten und -vorschriften realtime auf einem Server liegen und abgerufen werden. Da muss dann gar nichts interpretiert werden.

  14. Re: Zur Klarstellung

    Autor: JohnStones 05.02.17 - 22:47

    oxybenzol schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > In der Bedienungsanleitung steht, dass der Fahrer jederzeit aufmerksam sein
    > muss. Wer statt dessen nebenbei ein Video schaut ist selbst schuld. Genauso
    > wie man selbst schuld ist, wenn man das Auto nicht mit der in der
    > Bedienungsanleitung angegebenen Spritsorte tankt.

    Wenn in der Anleitung steht, du müsstest während der ganzen Fahrt die Luft anhalten, dann machst du das sicher auch, oder?

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