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  5. › Autonomes Fahren: Waymo will…

Kartierung

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  1. Kartierung

    Autor: Anonymer Nutzer 14.04.18 - 19:00

    Allein schon, dass autonomes Fahren in der heute praktizierten Form zwangsläufig auf eine möglichst gute, genaue und aktuelle Kartierung angewiesen ist, zeigt doch bereits wie lächerlich gering der aktuelle Entwicklungsstand stand, verglichen mit einem durchschnittlichen Menschen.

    Ich finde, neben viel besserer (Stör-)Objekterkennung sollte jeder "Autopilot" zumindest einen Plan B beherrschen, wenn die Straße de fakto (aus welchem Grund auch immer!) nicht der Kartierung entspricht. Mehr noch: die Kartierung sollte nur unterstützend hinzugezogen werden, das Fahrzeug aber auch ohne entsprechende Daten (wenn auch mit Umweg) in der Lage sein, von A nach B zu kommen (ohne dabei auf Einbahnstraßen zu geraten natürlich oder auf Autobahnen zum Geisterfahrer zu werden!) und dabei selbst eine temporäre Kartierung erzeugen (die es konsequenterweise natürlich gleich auch an die anderen Fahrzeuge (in der Gegend) meldet.

    Des weiteren ist bis heute lange nicht geklärt, wie man solche Fahrzeuge ausreichend(!) gegen Manipulation, technische Defekte jeglicher Art und gegen Hackerangriffe absichert, inbesondere auch vor dem Hintergrund, dass ein Defekt eines Tages gleich huntertausende Fahrzeuge auf einmal betreffen könnte. Und ja, es wird immer irgendjemanden geben, der keine Mühen scheut, um Kontrolle über die Fahrzeuge zu erlangen. Denkbar ist schließlich auch strategische Kriegsführung oder Terrorismus.

    Ich bin selbst Informatiker und eine unserer Aufgaben früher an der Schule war es einen Algorithmus zu programmieren, der selbstständig und auf dem kürzesten Weg aus einem Labyrinth findet. Nur sind Straßen um einiges komplexer und ich habe das ungute Gefühl, dass hier unausgereifte Software (von Uber sowieso, aber auch von Waymo) schon in Bälde auf unsere Straßen losgelassen wird.

    Zumal die Technik für autonome Autos auch eine Geldfrage ist und diese zukünftig wohl mit weniger Sensoren auskommen müssen, zumindest wenn die Autos halbwegs aerodynamisch und optisch ansprechend sein sollen.

    Wieso also nicht noch weitere 20 Jahre testen und so lange wie es der (durchschnittliche) Mensch besser beherrscht, diese alleinig und mit möglichst wenig ablenkenden "Assistenzsystemen", die eine gewisse Autonomie (nur) vorgaukeln ans Steuer lassen.

    Darüber hinaus ist es so, dass ich vielleicht auf meinem eigenen Grundstück rangieren möchte, in einer Tiefgarage parken, einen Feldweg fahren usw. Alles Dinge, die so ein "intelligentes" Auto ohnehin nicht beherrscht.

  2. Re: Kartierung

    Autor: abcde 14.04.18 - 19:56

    Ich stimme dir im Kern absolut überein, möchte aber deine Aussagen dennoch mal kurz aus Entwicklersicht beantworten. Wir brauchen allein eine hochgenaue Karte als Referenzsystem für die Simulation und Überprüfung unserer eigenen Algorithmen in der Entwicklung. Dabei werden die richtigen Sensordaten in die Karte hinzugefügt. Später haben wir dann dadurch eine sehr genaue Karte, die als weiteres Überprüfungsmerkmal genutzt werden kann. Außerdem kann man somit vorausschauender fahren. Es ist nie das Ziel, nur nach der Karte zu fahren. Das wäre fahrlässig und klappt dann natürlich auch nur in kartierten Gebieten. Des weiteren ist die Karte zusätzlich einfach die beste Möglichkeit, die Flottendaten auszutauschen.

  3. Re: Kartierung

    Autor: Anonymer Nutzer 14.04.18 - 20:27

    abcde schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich stimme dir im Kern absolut überein, möchte aber deine Aussagen dennoch
    > mal kurz aus Entwicklersicht beantworten. Wir brauchen allein eine
    > hochgenaue Karte als Referenzsystem für die Simulation und Überprüfung
    > unserer eigenen Algorithmen in der Entwicklung. Dabei werden die richtigen
    > Sensordaten in die Karte hinzugefügt. Später haben wir dann dadurch eine
    > sehr genaue Karte, die als weiteres Überprüfungsmerkmal genutzt werden
    > kann. Außerdem kann man somit vorausschauender fahren. Es ist nie das Ziel,
    > nur nach der Karte zu fahren. Das wäre fahrlässig und klappt dann natürlich
    > auch nur in kartierten Gebieten. Des weiteren ist die Karte zusätzlich
    > einfach die beste Möglichkeit, die Flottendaten auszutauschen.

    Danke dafür. Ja, da stimme ich dir zu. Auch wenn ich selbst keine autonomen Fahrzeuge entwickle.

  4. Re: Kartierung

    Autor: sogos 14.04.18 - 23:33

    wie abcde schrieb - die Karte ist kein Ersatz fuer Sicherheitsfeatures wie Auffahrschutz oder aehnliches. HD maps werden gebraucht, da der Computer die Welt noch nicht versteht und weiss, wo er an einer Kreuzung halten muss und dass ein nicht regulaer geformte Kreuzung auch eine ist. Und dass bspw. ein Auto, dass in der Mitte der Kreuzung steht dort nicht hingehoert und wohl am Linksabbiegen ist, aber ein Kreisel mit einem Werbeauto in der Mitte was anderes ist.
    Ausserdem muss das Auto wissen, ob es auf der Abbiegespur ist oder auf der geradeaus Spur. Das ist auch fuer Menschen manchmal schwierig im dichten Verkehr.

  5. Re: Kartierung

    Autor: Anonymer Nutzer 15.04.18 - 08:07

    sogos schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > wie abcde schrieb - die Karte ist kein Ersatz fuer Sicherheitsfeatures wie
    > Auffahrschutz oder aehnliches.

    Das hat er so nicht geschrieben. Ich meine verstanden zu haben, dass auch er der Meinung ist, ein tatsächlich autonom fahrendes Fahrzeug müsse auch bei fehlender/nicht zutreffender Kartierung in der Lage sein, selbstständig und unter Einhaltung aller Verkehrsregeln durch den Verkehr zu navigieren.

    > HD maps werden gebraucht, da der Computer
    > die Welt noch nicht versteht

    Ergo: zu früh, um "autonome" Fahrzeuge bereits in den echten Straßenverkehr zu lassen.

    > und weiss, wo er an einer Kreuzung halten muss
    > und dass ein nicht regulaer geformte Kreuzung auch eine ist. Und dass bspw.
    > ein Auto, dass in der Mitte der Kreuzung steht dort nicht hingehoert und
    > wohl am Linksabbiegen ist, aber ein Kreisel mit einem Werbeauto in der
    > Mitte was anderes ist.
    > Ausserdem muss das Auto wissen, ob es auf der Abbiegespur ist oder auf der
    > geradeaus Spur.

    Siehe oben. Wenn die Autos noch nicht so weit sind, dann gehören sie auch nicht in den Verkehr. Es gibt tausend Gründe, warum die Realität nicht der Kartierung entsprechen kann - und sei diese noch so sorgfältig erstellt worden. Ein Auto, das blind dieser folgt, hat schlichtweg große Schwierigkeiten, die Realität zu erkennen und zu interpretieren - und gehört daher auch weiterhin in die Simulation und nicht in die Realität, so lange bis die Entwicklung tatsächlich so weit ist. Sonst wird das in der Realitat zu riesigen Problemen führen. Wie oft ist denn eine Sperrung, Umleitung oder sogar eine neue Straße trotz Live-Update und aktivierten Verkehrsmeldungen nicht oder nicht korrekt im Navi?

    > Das ist auch fuer Menschen manchmal schwierig im dichten
    > Verkehr.

    Das ist zwar richtig, insbesondere in einer neuen Stadt. Aber der Mensch lernt Neues sehr schnell und weiß sich anzupassen, während eine solche Situation die "KI" beim aktuellen Entwicklungsstand meist vor ein unlösbaren Problem stellt. Soll sie in so einem Fall, wo diese von Tuten und Blasen keine Ahnung hat, einfach stur der Kartierung folgen, ohne ggfs. zu wissen, ob diese tatsächlich der Realität entspricht? Bzw. kann es trotz GPS auch zu Situationen kommen, in denen zwar die Kartierung stimmt, das Auto sich aber schlichtweg falsch verortet, zum Beispiel 50 m weiter davor - oder auf einer parallel verlaufenden Straße.

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