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Unsinniger Vergleich wegen falscher Annahmen

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  1. Unsinniger Vergleich wegen falscher Annahmen

    Autor: anyone_23 15.07.19 - 17:41

    Wenn man sich in der PDF-Datei mal auf Seite 15 die Annahmen für den Vergleich ansieht, fällt gleich auf, dass das Ergebnis leider nichtssagend ist.

    https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/news/2019/ISE_Ergebnisse_Studie_Treibhausgasemissionen.pdf

    So nehmen sie für das E-Auto mit einem Stromverbrauch in Höhe von 19,5 kWh/100km (2020) bzw. 19,0 kWh/100km (2030) ohne Ladeverluste einen leicht pessimistischen Wert, während sie für die Brennstoffzelle einfach stumpf die bekanntermaßen unrealistischen WLTP-Werte nehmen (0,95 kg H2 /100km (genutzt für 2020); 2030: 0,93 kg H2 /100km)

    Laut Heise Auto liegt der Verbrauch beim Hyundai Nexo allerdings bei 1,3 kg/100km und der vom Mercedes F-Cell sogar bei satten 1,5kg/100km. Also sind die Werte einfach mal um den Faktor ~35% zu niedrig.

    Ich finde es immer wieder enttäuschend, wie schlecht diese Tests/Studien usw. immer sind. Es reicht bereits wenn ich mir als Laie einfach nur die Vergleichsbedingungen durchlese damit mir JEDES MAL ein großes Problem mit dem Bericht auffällt.

    Für mich ist es unverständlich, wie man bei Subjekt A auf (mehr oder weniger) realistische Werte zurückgreift und dann bei Subjekt B auf reine Laborwerte und dies am Ende ein seriöser Vergleich sein soll.

    Der größte Punkte ist und bleibt aber natürlich das komplette Ignorieren des Second Lifes eines E-Auto Akkus. Wenn es nach der Studie geht, löst sich der Akku also am Lebensende einfach in Luft auf und der nächste Akku muss komplett neu produziert werden. In Wirklichkeit allerdings kann man den E-Auto-Akku bzw. einzelne Zellen einfach für andere Anwendungen verwenden und wenn der Akku selbst dafür nicht mehr geeignet ist, wird er größtenteils recycelt. Dieser eine Fakt zeigt bereits, dass zwar für das erste E-Auto in einer "Lebensreihe" viele Schadstoffe bei der Herstellung entstehen, das 2. E-Auto, dann aber einen guten Teil der Materialien einfach weiterverwenden kann und hierbei deutlich weniger Schadstoffe anfallen.

    Auffallend ist auch, dass die Studien immer zu ungunsten des E-Autos ausgelegt werden. Man hätte ja wenigstens WLTP vs WLTP testen können. Dann hätte das Ergebnis zwar immer noch nichts mit der echten Welt zu tun, aber das Ergebnis wäre eventuell irgendwie vergleichbar.

    Edit: Im anderen Thread wurde auch korrekt darauf hingewiesen, dass viele Autohersteller für die Produktion der Akkus auch reinen Ökostrom verwenden, was von der Studie ebenfalls ignoriert wird.

    Also kurz zusammengefasst macht die Studie die folgenden Fehler:

    - Die Produktion der Akkus ist meist wesentlich sauberer Dank Ökostrom
    - Die Weiterverwendung und das Recycling eines Akkus wird komplett ignoriert. Man nimmt einfach an, dass Akkus am Lebensende zu 100% Schrott sind
    - Gleichzeitig wird der Verbrauch des Wasserstoffautos um 35% zu niedrig angegeben.

    Fertig ist die neueste Studie, die "beweist", wie schlecht so ein E-Auto doch ist.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 15.07.19 17:50 durch anyone_23.

  2. Re: Unsinniger Vergleich wegen falscher Annahmen

    Autor: 0mega 15.07.19 - 17:45

    Krass! Das mit dem H2 Verbrauch habe ich übersehen. Auch echt traurig dass sie bei der Herstellung des Akkus vom Strommix in Deutschland ausgehen statt ihn mit erneuerbaren herzustellen wie Tesla das macht. Und bei der Brennstoffzelle wird gar kein Stromverbrauch bei der Herstellung berücksichtigt.

    Kann das ENDLICH mal ein Journalist mit ein paar seriösen Wissenschaftlern unabhängig durchrechnen?

  3. Re: Unsinniger Vergleich wegen falscher Annahmen

    Autor: tovi 15.07.19 - 19:15

    0mega schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Krass! Das mit dem H2 Verbrauch habe ich übersehen. Auch echt traurig dass
    > sie bei der Herstellung des Akkus vom Strommix in Deutschland ausgehen
    > statt ihn mit erneuerbaren herzustellen wie Tesla das macht. Und bei der
    > Brennstoffzelle wird gar kein Stromverbrauch bei der Herstellung
    > berücksichtigt.
    >
    > Kann das ENDLICH mal ein Journalist mit ein paar seriösen Wissenschaftlern
    > unabhängig durchrechnen?

    Der Journalist will bezahlt werden, und je nach Auftraggeber fällt die Studie aus.
    Hier in Deutschland haben wir einen Werbefinanzierten Print-Markt. Werbung von VW , Aral, Shell, BMW usw. hab ich schon gesehen. Von Tesla noch keine.
    Hier ist es der Verband H2 Mobilität - und die Studie ist sagen wir mal H2-freundlich gestaltet.

  4. Re: Unsinniger Vergleich wegen falscher Annahmen

    Autor: DeathMD 15.07.19 - 20:30

    Ganz einfach: die Hand die einen füttert beißt man nicht, da muss man mit den Zahlen eben ein wenig kreativer umgehen.

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