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Radnabenmotor

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  1. Radnabenmotor

    Autor: justanotherhusky 15.08.18 - 16:14

    Man nehme die Form eines 3er oder 5er (Touring oder Limousine), packe den ganzen Motorraum mit Akku Zellen voll, 4 Radnabenmotoren mit jeweils 40kw Leistung (gibt's sowas?). Karosserie noch mit Leichtbau-Materialien wo möglich und sinnvoll und fertig ist das in meinen Augen perfekte E-Auto. Massig Platz für Akku Kapazität, normales Aussehen und perfekte Fahr Dynamik (ESP usw sollte sich ja direkt am Rad perfekt umsetzen lassen).

    Kann mir jemand erklären an welchen technischen Problemen mein Vorschlag scheitert? Oder ist es nur die Innovationsangst der deutschen Autoindustrie?

    Ernst gemeinte Frage.

  2. Re: Radnabenmotor

    Autor: pumok 15.08.18 - 16:19

    An sowas habe ich auch schon gedacht. Das wäre ev. eine Möglichkeit als Übergangslösung gewesen.
    Auch wenn es verlockend klingt, der Ansatz falsch. Mittelfristig müssen die eAutos neu entwickelt werden, sonst bleiben sie ein Kompromiss.
    Begründung:
    - Der Akku muss wegen dem Gesammtschwerpunkt so tief wie möglich liegen.
    - Radnabenmotoren erhöhen die ungefederte Masse enorm, das verschlechtert die Fahreigenschaften.

  3. Re: Radnabenmotor

    Autor: Psy2063 15.08.18 - 16:20

    justanotherhusky schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kann mir jemand erklären an welchen technischen Problemen mein Vorschlag
    > scheitert?

    hohe ungefederte Masse, geringerer Fahrkomfort, stärkere Achskonstruktion nötig, Bremshitzeeintrag verringert den Wirkungsgrad, erhöhter Verschleiß weil die Bauteile direkt Korrosion/Witterung ausgesetzt sind, höhere Anforderungen an Steuergeräte weil für jeden Motor eine individuelle Drehmomentregelung erfolgen muss...

  4. Re: Radnabenmotor

    Autor: justanotherhusky 15.08.18 - 16:21

    Ist ein Akku Paket in der Größe eines Dieselmotors soviel schwerer als besagter Motor? Weil der liegt ja auch nicht so tief wie möglich.

  5. Re: Radnabenmotor

    Autor: pumok 15.08.18 - 16:23

    Das weiss ich so leider nicht.
    Ein Tesla Akku soll wohl um die 700 kg sein, was deutlich schwerer ist, aber keine Ahnung wie gross der ist.

  6. Re: Radnabenmotor

    Autor: justanotherhusky 15.08.18 - 16:24

    Psy2063 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > justanotherhusky schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Kann mir jemand erklären an welchen technischen Problemen mein Vorschlag
    > > scheitert?
    >
    > hohe ungefederte Masse, geringerer Fahrkomfort, stärkere Achskonstruktion
    > nötig, Bremshitzeeintrag verringert den Wirkungsgrad, erhöhter Verschleiß
    > weil die Bauteile direkt Korrosion/Witterung ausgesetzt sind, höhere
    > Anforderungen an Steuergeräte weil für jeden Motor eine individuelle
    > Drehmomentregelung erfolgen muss...


    Die ersten drei Punkte sagen das Gleiche aus. Korrosion sollte man mit heutigen Materialien locker in den Griff bekommen (Kunststoffgehäuse?). Individuelle Drehmomentregelung sehe ich als Vorteil da bestmögliche Fahr Dynamik dadurch. Bzgl. Bremshitze gebe ich dir recht, das wäre also neben der ungefederten Masse die einzige technische Hürde.

    Edit: bzgl Federung. Könnte man statt einer starren Achse eine in der Mitte Quergefederte entwerfen, wo die Fahrgastzelle samt Karosserie dann möglichst nahe am Mittelpunkt der Achse beweglich befestigt wird? Die halbe Achse würde quasi so gefedert sein wenn man über ein Schlagloch fährt zb



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 15.08.18 16:27 durch justanotherhusky.

  7. Re: Radnabenmotor

    Autor: Dragos 15.08.18 - 18:01

    pumok schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das weiss ich so leider nicht.
    > Ein Tesla Akku soll wohl um die 700 kg sein, was deutlich schwerer ist,
    > aber keine Ahnung wie gross der ist.

    Das Problem ist die Knautschzone.

    Der Motorblock kann dabei ganz schön zerstört werden.

    DAs sollte mit dem Akku vorne nicht passieren. Daher etwas ungeeignet.

  8. Re: Radnabenmotor

    Autor: Xstream 15.08.18 - 19:30

    Wenn du ein Auto mit maximal schlechter Gewichtsverteilung und hohen ungefederten Massen willst dann ist das der richtige Ansatz. Ansonsten kommt man um ein sauber dafür konstruiertes Fahrzeug mit Unterflurbatterie nicht rum. Radnabenantriebe sind eine super Idee, für Kleinwagen die selten bei hoher Geschwindigkeit oder sportlich bewegt werden. Ein Smart oder vielleicht auch ein Golf mit Radnabenantrieben, Unterflurbatterie und vergleichsweise riesigem Innenraum, das würde Sinn ergeben. Allerdings kostet so eine neue Fahrzeugplattform mal eben 1 oder 2 Mrd. und das wird in dem Marktsegment keiner ausgeben so lange man anders leichter Geld verdienen kann.

  9. Re: Radnabenmotor

    Autor: eidolon 15.08.18 - 20:17

    Akkus kann man aber sonstwo verteilen, ein Motor muss eine bestimmte Bauform haben, sonst funktioniert er schlecht.

  10. Re: Radnabenmotor

    Autor: Megusta 15.08.18 - 21:07

    schon mal nachgedacht was so eine Batterie kostet und woher man diese beziehen soll? (siehe Tesla)
    Renault verkauft seine zum Preis von 8.000¤ / 22 kWh.

    Die Autos von BMW haben ein Verbrauch um die 20 bis 30 kwh. Das reicht grade mal für 100 km

  11. Re: Radnabenmotor

    Autor: Powerhouse 16.08.18 - 08:32

    Ein weiteres Problem der ungefederten Masse ist der erhöhte Verschleiß der E-Motoren. Durch die Schläge von Bodenwellen und Unebenheiten werden die Spulenwicklungen der Kupferdrähte um Faktoren höher beansprucht, wodurch sich diese lösen können.

  12. Re: Radnabenmotor

    Autor: Reitgeist 16.08.18 - 08:56

    justanotherhusky schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kann mir jemand erklären an welchen technischen Problemen mein Vorschlag scheitert?

    Die Batterie im Vorderwagen hat zwei gravierende Nachteile:
    1. Achslastverteilung ist miserabel weil das ganze Gewicht auf der Vorderachse liegt
    2. das fällt durch jeden Crashtest weil du einen großen Block vorne drin hast den es dir beim Frontcrash richtig schön in die Fahrgastkabine drückt.

    Die Radnabenmotore haben wie schon ein paar mal erwähnt den Nachteil dass hohe ungefederte Massen im Fahrzeug vorhanden sind.

    Zusammengefasst ist deine Karre sehr unbequem, hat ein schlechtes Fahrverhalten und hat eine übergroße Chance dich im Unfall umzubringen. Deswegen baut das niemand so. Das liegt nicht an der deutschen Autoindustrie, die für manche mittlerweile als ein Inbegriff des Bösen zu sein scheint.

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