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Ich habe im VW Umfeld gearbeitet...

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  1. Ich habe im VW Umfeld gearbeitet...

    Autor: mietz 07.07.22 - 09:23

    Mehr Geld und Personal wird deren Probleme nicht beheben. Das Problem liegt im Mindset.
    Man kann nicht einfach Tools dafür verwenden wofür sie gemacht sind, denn jedes Tool muss die internen audits etc. durchlaufen. Deswegen nimmt man eine kleine Handvoll Tools und baut 'Helper-Frameworks' darum herum und versucht aus diesen paar Tools das "Gott-Tool" zu machen.
    Diese ganzen Helper haben dann auch noch Abhängigkeiten zu einander etc.
    Und die Leute die diese x 'Helper' entwickeln sind auch noch vollkommen Überzeugt davon, dass das was sie da zum Teil zusammen Hacken auch noch absolut spitzen Klasse ist.

    Die müssten da noch mal ganz von vorn überlegen was Sie wollen und wie /mit was man das am besten macht. Mal ganz ohne die ganzen Konzern Richtlinien etc.

  2. Re: Ich habe im VW Umfeld gearbeitet...

    Autor: notuf 07.07.22 - 09:43

    Was aber angesichts der notwendigen Zertifizierungen nicht weiter verwundert. Es werden nun mal keine Webapplikationen entwickelt deren Absturz keine ernsthaften Auswirkungen hat (außer Reputation und vielleicht finanzielle Ausfälle).

  3. Re: Ich habe im VW Umfeld gearbeitet...

    Autor: Datalog 07.07.22 - 12:30

    > Es werden nun mal keine Webapplikationen entwickelt deren Absturz keine ernsthaften Auswirkungen hat.

    Aber vielleicht sollte man sich trotzdem mal bei denen was abschauen? Webapplikationen sind nicht immer kleine Frickelprojekte, da gibt es auch sehr große, komplexe Anwendungen, die dennoch laufen und laufen und laufen...

  4. Re: Ich habe im VW Umfeld gearbeitet...

    Autor: Moonlambo-Boy69 07.07.22 - 12:44

    Das Problem ist eher, dass man jahrelang nicht bereit war, seinen IT-Experten mal etwas mehr Geld zu geben. Im Konzern gibt es entweder die normalen Angestellten, da endet das Gehalt irgendwo bei etwas über 100.000, und dann gibt es Management ab 200.000.

    Gerade in München, Stuttgart usw. ist ein Gehalt zwischen 80.000 und 100.000 einfach nicht genug, um einen Software-Entwickler zu halten. Da geht der zu Google, Apple, Microsoft, Facebook, oder sonst wo hin und bekommt auch seine 200.000, braucht aber keine Entwicklung ins Management.

    Was ich so von den Autoherstellern weiß, ist, dass sie sehr wohl gutes Personal hatten, aber fast alles verloren haben, 2015 etwa ging das los. Die Leute sind weg.

    Jetzt werden husch husch Neue eingestellt, naja mal sehen ob das klappt.

  5. Re: Ich habe im VW Umfeld gearbeitet...

    Autor: bernd71 07.07.22 - 14:53

    Datalog schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Es werden nun mal keine Webapplikationen entwickelt deren Absturz keine
    > ernsthaften Auswirkungen hat.
    >
    > Aber vielleicht sollte man sich trotzdem mal bei denen was abschauen?
    > Webapplikationen sind nicht immer kleine Frickelprojekte, da gibt es auch
    > sehr große, komplexe Anwendungen, die dennoch laufen und laufen und
    > laufen...

    Du meinst die System mit Loadbalancern, verteilten System, mehrfachen Locations, CDNs usw. Das passt prima in ein Auto. ;)
    Wenn du nicht genug Leute hast hilft dir das auch nicht weiter.

    Mal ein kleine Anekdote. So Ende er 90er Anfang 2000 habe ich in Kommunikationproduktentwicklung gearbeitet. Meine Gruppe wurde von einer Firma übernommen und da sie uns wohl nicht trauten wollten sie eine Beratungsfirma zur Seite stellen. Als diese sich dann präsentierte haben sie erzählt an was für tolle Sachen sie gearbeitet haben, ausnahmslos große Systeme, war alles nicht schlecht. Dann haben wir mal erzählt mit welchen Problemen wir so im Alltag zu kämpfen haben, z.B. limitierte Speicher, Interoperabillity mit Fremddgeräten, Fehler in Chips (keine Produktionsfehler, sondern fehlerhafte Implementierungen, z.B. Timing stimmt nicht), etc. Da kam dann heraus das sie sich mit solchen Problemen nicht wirklich auskannten. Sie haben immer nur groß gekannt. Das Ergebnis, wir haben nie wieder was von denen gehört und das Thema Berater kam nie wieder auf den Tisch.
    Lange rede kurzer Sinn: Lösungen für große Systeme passen nur selten in kleine. Das Update eines Services ist halt "leicht" unterschiedlich ob es im Kubernetes Container oder auf einem Sensorprozessor läuft.

  6. Re: Ich habe im VW Umfeld gearbeitet...

    Autor: Datalog 07.07.22 - 16:32

    Nee, mir ging es weniger um die Technologie als um die Methodik/Organisation. Auf Webapplikationen schauen viele ja herab, dabei gibt es da durchaus erfolgreiche Teams. Und daran scheitert VW ja offenbar zur Zeit.

  7. Re: Ich habe im VW Umfeld gearbeitet...

    Autor: Moonlambo-Boy69 07.07.22 - 18:35

    bernd71 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dann haben wir mal erzählt mit welchen
    > Problemen wir so im Alltag zu kämpfen haben, z.B. limitierte Speicher,
    > Interoperabillity mit Fremddgeräten, Fehler in Chips (keine
    > Produktionsfehler, sondern fehlerhafte Implementierungen, z.B. Timing
    > stimmt nicht), etc. Da kam dann heraus das sie sich mit solchen Problemen
    > nicht wirklich auskannten.

    Was soll man schon raten, außer programmiert in C und wenn es immer noch nicht reicht in Assembler xD Aber du hast Recht, dass Backends und ECUs komplett andere Welten sind. Anscheinend tun sich die OEMs aber mit beiden Welten schwer. Backends wechseln von fetten Mainframes mit antiken Programmiersprachen und SQL, auf Cloudtechnologie und NoSQL, was schon mal ein riesen Sprung ist, und ECUs müssen eigentlich Unix-artig werden, wenn sie Package-Management und solches Zeug können sollen.

    Daher gab es ja mal anscheinend einen schlauen Topmanager, der sich dieses E^3 ausgedacht hat. End-2-End Elektronikarchitektur. Es sind unterschiedliche Welten, aber es muss zusammen arbeiten. Nicht blöd eigentlich, bleibt nur die Frage, ob das damals jeder verstanden hat.

    Ja, IT ist harte Arbeit, das unterschätzt man oft. Ein paar Jahre und du bist verbrannt.

    Und in Deutschland wirste abgespeist mit 1 Appel und 1 Ei.

  8. Re: Ich habe im VW Umfeld gearbeitet...

    Autor: berritorre 07.07.22 - 22:44

    Hört sich sehr bekannt an. Zwar nicht im gleichen Bereich, aber wir haben da auch schon die Erfahrung machen müssen, das alles überspezifiziert wird, bis hin zu einem Punkt, dass es manchmal einfach nicht mehr machbar ist, bzw. sie haben dann das Budget nicht dafür.

    Sie stellen von den Automobilherstellern meist die höchsten Ansprüche and irgendwelche Zertifizierungen, verwendete Tools, etc. Alles ist bis ins kleinste Detail definiert, bis zum Punkt wo es die geforderten Tools im Land gar nicht gibt oder extrem teuer sind und schwer aufzutreiben. Gleichzeitig wird aber extrem auf den Preis gedrückt.

    Danach wundern sie sich, dass kleinere Provider nicht bereit sind die enormen Kosten für bestimmte Zertifizierungen auszugeben, vor allem bei den Aussichten auf Erfolg so ein Projekt auch zu gewinnen. Die Zertifizierungskosten kannst du höchstens reinholen, wenn du 2-3 solcher Projekte pro Jahr bekommst.

    Wir haben uns dann mal mit einem anderen Unternehmen zusammengetan, das diese Zertifizierung hat. Bei den Kosten waren wir gut dabei wurde uns gesagt, aber man wollte dann doch lieber mit dem bekannten Provider arbeiten, weil man den ja kennt. Und das, nachdem sie uns vom Einkauf angerufen haben, ob wir nicht an der Auschreibung teilnehmen wollen.

    In so ein Angebot für eine Ausschreibung steckt man recht viel Zeit, muss Kosten von verschiedensten eigenen Providern einholen.

    Sowas mach' ich nicht nochmal mit.

  9. Re: Ich habe im VW Umfeld gearbeitet...

    Autor: Iugh787 10.07.22 - 09:53

    Ich kenne ein paar Leute die zu Cariad wechselten. Die sind allesamt eher durchschnittliche Mitarbeiter, die halt ihren Job machen, aber jetzt nicht die Top-Performer sind. Die dort bezahlten Gehälter scheinen für die echten Leistungsträger auch eher prohibit zu sein.

    Ich frage mich sowieso was das ganze soll. Sogar BMW (!) hat jetzt kürzlich angekündigt, auf Google Automotive zu setzen (wenn auch vorerst noch parallel zu ihrem eigenen OS).

    https://www.heise.de/amp/news/BMW-Infotainment-Kuenftig-auch-auf-Basis-von-Android-Automotive-7158987.html

    Also was soll das ganze bringen? Der Aufwand, das alles selbst zu machen, ist immens. Und sie werden es nie schaffen, etwas zu Android und seinen Möglichkeiten nur ansatzweise Vergleichbares zu generieren.

    Für die Google-Gegner sei angemerkt, dass Google Automotive auch ohne Google Services usw. on top implementierbar ist. Den Weg wird auch BMW gehen.

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