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Es ist vorbei, nur wollen das einige noch nicht wahrhaben

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  1. Es ist vorbei, nur wollen das einige noch nicht wahrhaben

    Autor: gakusei 02.01.20 - 11:49

    Es ist verständlich, dass man als Gründer oder glühender Anhänger nicht wahrhaben will, dass der Traum platzt, aber man muss doch einfach mal realistisch sein.

    Der Wagen hat 2022 (wenn er tatsächlich ohne weitere Verschiebung kommen würde) doch keine Chance im dann existierenden Wettbewerbsumfeld. Lasse ich mal die so oft hervorgehobenen "einzigartigen" Features wie Anhängerkupplung und Solarzellen weg, die m.M. nach letzten Endes aber sehr spezielle Nischenwünsche sind, dann gibt es schon jetzt (!) Fahrzeuge, die preislich und von den Leistungsdaten her vergleichbar oder sogar besser sind.

    Die Sache mit der Steckdose ist auch schon jetzt nicht Sono exklusiv, und viele (alle?) etablierten Hersteller sind dabei, unter dem Schlagwort "Vehicle to Grid" bidirektionalen Stromfluss möglich zu machen. Da ist es nur noch ein kleiner Weg bis zur Steckdose...

    Dazu kommt noch, dass Sono kein Händlernetz hat (und es m.M. nach auch nie haben wird). Beim Verkauf mag das noch kein Problem sein (online bestellen und vor die Haustür liefern), aber was ist beim Service, der doch irgend wann einmal kommen wird, oder nach Unfällen/ bei Schäden? (Und der Reparatur an der Hochvolt-Elektronik, die nur von besonders geschultem Personal übernommen werden darf?)

    Der Wagen sollte ursprünglich letztes Jahr (2019) in die Produktion gehen. Zu dem Zeitpunkt hätte ich mir ein Überleben in einer speziellen Nische vorstellen können, aber nur dank der Idee mit den Solarzellen. Aber 2022? Und nicht vergessen: Um das Ziel 2022 zu erreichen, müssen nochmal >200 Millionen Euro eingesammelt werden.

    Die Verlängerung der Crowdfunding-Aktion ist m.M. nach hart an der Grenze. Ist die Finanzierung jetzt doch nicht mehr so dringend? Und was ist, wenn auch das zweite Ziel nicht erreicht wird? Nochmal verlängern oder sagt man dann "Och, 45 Millionen reichen auch!"?

    Viele Facebook-Kommentare von Anhängern sind auch, ich würde mal sagen, recht naiv. Wenn da allen Ernstes vorgeschlagen wird, doch mal ein paar Milliardäre zu kontaktieren, ob die nicht mal eben ein paar Millionen zuschießen könnten, zeugt das von gewisser Weltfremdheit. Leute, es hat schon einen Grund, warum "herkömmliche" Investoren nicht zugreifen: Die sind einfach nicht davon überzeugt, dass das Projekt etwas wird. Nicht kurzfristig, nicht langfristig.

    Ich rechne damit, dass die Backer einer Verlängerung der Kampagne zustimmen werden, und ich rechne auch damit, dass sie am 21.1. verkünden, dass es weitergeht - egal wie der Spendenstand dann aussieht. Aber ich rechne nicht damit, dass ich den Wagen in dieser Form jemals als Serienprodukt auf der Straße sehen werde. Und da ist keine Häme oder "Schadenfreude" dabei, denn was die Gründer bislang erreicht haben ist bemerkenswert, und wir brauchen noch viel mehr solcher Ideen - es kann nur nicht jede so funktionieren wie in der Theorie gedacht, das ist normal...

  2. Re: Es ist vorbei, nur wollen das einige noch nicht wahrhaben

    Autor: Psy2063 02.01.20 - 11:58

    gakusei schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dazu kommt noch, dass Sono kein Händlernetz hat (und es m.M. nach auch nie
    > haben wird). Beim Verkauf mag das noch kein Problem sein (online bestellen
    > und vor die Haustür liefern), aber was ist beim Service, der doch irgend
    > wann einmal kommen wird, oder nach Unfällen/ bei Schäden?

    Warum sollte man immer dieses ominöse Händlernetz haben müssen? Das ist lediglich ein aufgeblasener Ballast an Leuten die zusätzlich Geld verdienen wollen. Ich kenne keinen Vertragshändler, der auch tatsächlich eine eigene Karosseriewerkstatt besitzt. Bei Blechschäden schickt der einen auch nur zu irgendeinem Vertragspartner.

    Hochvolttechnik lasse ich noch mal gelten, da werden aber garantiert auch nach und nach bei mehr Nachfrage freie Werkstätten entsprechende leute haben. Bremsen und irgendwelche Betriebsflüssigkeiten bekommt man sowieso in jeder beliebigen freien Werkstatt gemacht, und das auch bedeutend günstiger.

  3. Re: Es ist vorbei, nur wollen das einige noch nicht wahrhaben

    Autor: gakusei 02.01.20 - 12:19

    Psy2063 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > wollen. Ich kenne keinen Vertragshändler, der auch tatsächlich eine eigene
    > Karosseriewerkstatt besitzt. Bei Blechschäden schickt der einen auch nur zu
    > irgendeinem Vertragspartner.

    … unsere Erfahrungen stimmen offensichtlich nicht überein.

    Das nicht existierende Händler- und Servicenetz ist aber m.M. nach sicherlich das geringste Problem...

  4. Re: Es ist vorbei, nur wollen das einige noch nicht wahrhaben

    Autor: gadthrawn 02.01.20 - 13:08

    Händlernetz ist irrelevant.
    Zumindest die Reparatur Handbücher wollen sie ja komplett frei machen- das ist dann sehr viel mehr Information wie freier Werkstätten aktuell haben- und die nehmen normal jedes Fabrikat an.
    Sollten e Autos wirklich Mal signifikant kommen- benötigen sie ganzen kleinen auch HV geschultes Personal.

    Wie unwichtig händlernetze mittlerweile sind kann ich für für am regionalen Beispiel geben. BMW gibt es dort 15 Jahren nicht mehr in der Stadt. Opel hat 2018 geschlossen, da kein Nachfolger gefunden wurde. Ford verkauft ein Händler kombiniert mit Peugeots. Ist aber beides nicht oben als Werbung zu lesen. Seat und Skoda verkauft der ehemalige Daihatsu- Händler, aber nicht als VW Partner sondern selbstständig als EU Importeur. Etc. PP

    Mercedes, Mazda, Renault/Dacia, VW, Kia und Citroen- das sind die sechs die hier noch vor Ort eigenen Verkauf und eigene Werkstatt haben.
    Die meisten anderen haben außer Opel nicht geschlossen- die sind freue Werkstätten geworden. Ein Nachbar von uns bringt neue bmws weiter zu der Werkstatt, welche seit 15 Jahren kein offizieller BMW Händler mehr ist.

    Hier im Teilort im speziellen gibt es vier freie Werkstätten. Die eine nimmt hauptsächlich Aston und Co an. Das es hier keinen Porsche Händler gibt scheint einige Nachbarn auch nicht zu stören.
    Und ja, ich fahr noch 20 km zum Vertragshändler zur Wartung. Der verlängert dafür natürlich ne Art Garantie. Ohne werde ich wahrscheinlich was freies nehmen.

    Übrigens gibt es hier auch kaum noch Elektronik Fachgeschäfte. Nur noch Mediamarkt und Co.

  5. Re: Es ist vorbei, nur wollen das einige noch nicht wahrhaben

    Autor: Ampera 02.01.20 - 13:45

    Yepp, Deckel drauf und gut ist's! Das grenzt ja an Insolenzverschleppung!!

  6. Re: Es ist vorbei, nur wollen das einige noch nicht wahrhaben

    Autor: AynRandHatteRecht 02.01.20 - 21:31

    Händlernetze sind irrelevant, aber Service-Partner sind relevant.

    Service-Partner zu sein kostet: Training, Fixkosten, Ersatzteillager usw.

    Selbst Tesla hat Probleme, ausreichend Bodyshops zu finden bzw. wollen/können viele Buden nicht Schulungs- und Zertifizierungskosten tragen.

    Selbst wenn Sono also Manuals verschenkt: Ohne Ersatzteile und signifikantem Volumen lohnt der Einstieg als Partner nicht. Sicherlich wird es spezialisierte Werkstätten geben, so wie für Oldtimer und US-Spezialitäten, aber das ist dann auch preislich nur für Liebhaber interessant.

  7. Re: Es ist vorbei, nur wollen das einige noch nicht wahrhaben

    Autor: sustain 02.01.20 - 21:57

    Dass Du nicht in einer Metropole wohnst konnte man Deinen letzten 100+ Beiträgen schon entnehmen. Q.E.D.

  8. Re: Es ist vorbei, nur wollen das einige noch nicht wahrhaben

    Autor: AynRandHatteRecht 02.01.20 - 22:02

    sustain schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dass Du nicht in einer Metropole wohnst konnte man Deinen letzten 100+
    > Beiträgen schon entnehmen. Q.E.D.

    Meinst Du mich? Ich wohne im Innenstadtbereich von München 👍

  9. Re: Es ist vorbei, nur wollen das einige noch nicht wahrhaben

    Autor: sustain 02.01.20 - 22:17

    Nein, sorry wenn das falsch „beantwortet“ war: Ich meinte denjenigen, bei dem es keine OEMs mehr gibt und auch keine Elektronik-Fachgeschäfte: Gadthrawn.

    Eine gute Gelegenheit aber um Deine Kommentare mit +1 zu bewerten!

  10. Re: Es ist vorbei, nur wollen das einige noch nicht wahrhaben

    Autor: Flasher 02.01.20 - 23:33

    gakusei schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es ist verständlich, dass man als Gründer oder glühender Anhänger nicht
    > wahrhaben will, dass der Traum platzt, aber man muss doch einfach mal
    > realistisch sein.
    >
    > Der Wagen hat 2022 (wenn er tatsächlich ohne weitere Verschiebung kommen
    > würde) doch keine Chance im dann existierenden Wettbewerbsumfeld. Lasse ich
    > mal die so oft hervorgehobenen "einzigartigen" Features wie
    > Anhängerkupplung und Solarzellen weg, die m.M. nach letzten Endes aber sehr
    > spezielle Nischenwünsche sind, dann gibt es schon jetzt (!) Fahrzeuge, die
    > preislich und von den Leistungsdaten her vergleichbar oder sogar besser
    > sind.
    >
    > Die Sache mit der Steckdose ist auch schon jetzt nicht Sono exklusiv, und
    > viele (alle?) etablierten Hersteller sind dabei, unter dem Schlagwort
    > "Vehicle to Grid" bidirektionalen Stromfluss möglich zu machen. Da ist es
    > nur noch ein kleiner Weg bis zur Steckdose...
    >
    > Dazu kommt noch, dass Sono kein Händlernetz hat (und es m.M. nach auch nie
    > haben wird). Beim Verkauf mag das noch kein Problem sein (online bestellen
    > und vor die Haustür liefern), aber was ist beim Service, der doch irgend
    > wann einmal kommen wird, oder nach Unfällen/ bei Schäden? (Und der
    > Reparatur an der Hochvolt-Elektronik, die nur von besonders geschultem
    > Personal übernommen werden darf?)
    >
    > Der Wagen sollte ursprünglich letztes Jahr (2019) in die Produktion gehen.
    > Zu dem Zeitpunkt hätte ich mir ein Überleben in einer speziellen Nische
    > vorstellen können, aber nur dank der Idee mit den Solarzellen. Aber 2022?
    > Und nicht vergessen: Um das Ziel 2022 zu erreichen, müssen nochmal >200
    > Millionen Euro eingesammelt werden.
    >
    > Die Verlängerung der Crowdfunding-Aktion ist m.M. nach hart an der Grenze.
    > Ist die Finanzierung jetzt doch nicht mehr so dringend? Und was ist, wenn
    > auch das zweite Ziel nicht erreicht wird? Nochmal verlängern oder sagt man
    > dann "Och, 45 Millionen reichen auch!"?
    >
    > Viele Facebook-Kommentare von Anhängern sind auch, ich würde mal sagen,
    > recht naiv. Wenn da allen Ernstes vorgeschlagen wird, doch mal ein paar
    > Milliardäre zu kontaktieren, ob die nicht mal eben ein paar Millionen
    > zuschießen könnten, zeugt das von gewisser Weltfremdheit. Leute, es hat
    > schon einen Grund, warum "herkömmliche" Investoren nicht zugreifen: Die
    > sind einfach nicht davon überzeugt, dass das Projekt etwas wird. Nicht
    > kurzfristig, nicht langfristig.
    >
    > Ich rechne damit, dass die Backer einer Verlängerung der Kampagne zustimmen
    > werden, und ich rechne auch damit, dass sie am 21.1. verkünden, dass es
    > weitergeht - egal wie der Spendenstand dann aussieht. Aber ich rechne nicht
    > damit, dass ich den Wagen in dieser Form jemals als Serienprodukt auf der
    > Straße sehen werde. Und da ist keine Häme oder "Schadenfreude" dabei, denn
    > was die Gründer bislang erreicht haben ist bemerkenswert, und wir brauchen
    > noch viel mehr solcher Ideen - es kann nur nicht jede so funktionieren wie
    > in der Theorie gedacht, das ist normal...

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