-
"einfache" Lösung
Autor: mackes 21.02.24 - 07:53
Wenn ich mir heute einen elektrischen Neuwagen mit einer vergleichbaren Ausstattung und Größe wie mein Bestands-Verbrenner kaufen möchte, muss ich knapp doppelt so viel Geld auf den Tisch legen wie vor 7 Jahren für meinen gut ausgestatteten Verbrenner und habe am Ende trotzdem weniger Reichweite. Die vermeintlich klar niedrigeren laufenden Kosten fallen für mich weniger ins Gewicht, da ich relativ wenige Kilometer im Jahr fahre, die aber fast ausschließlich auf der Langstrecke und Autobahn. Dazu kommt, dass mein Bestandswagen bisher keinerlei Reparaturen gebraucht hat, also auch keine ungeplanten Kosten verursacht hat. Also warum sollte ich wechseln?
Aber wenn sich mein Gehalt verdoppelt, mache ich das natürlich gerne fürs Klima, auch wenn ich in dem Zusammenhang die regelmäßigen Flüge in Privatjets durch immer mehr Superreiche für deutlich relevanter halte. -
Re: "einfache" Lösung
Autor: orsg2 21.02.24 - 08:06
mackes schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Wenn ich mir heute einen elektrischen Neuwagen mit einer vergleichbaren
> Ausstattung und Größe wie mein Bestands-Verbrenner kaufen möchte, muss ich
> knapp doppelt so viel Geld auf den Tisch legen wie vor 7 Jahren für meinen
> gut ausgestatteten Verbrenner
Das spielt keine Rolle. Die wichtigere Frage heute wäre:
Was kostet denn heute ein Verbrenner mit vergleichbarer Ausstattung und Größe wie dein Bestands-PKW.
Ja, E-Autos sind teuer. Verbrenner aber auch. -
Re: "einfache" Lösung
Autor: mackes 21.02.24 - 08:12
orsg2 schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> mackes schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
> -----
> > Wenn ich mir heute einen elektrischen Neuwagen mit einer vergleichbaren
> > Ausstattung und Größe wie mein Bestands-Verbrenner kaufen möchte, muss
> ich
> > knapp doppelt so viel Geld auf den Tisch legen wie vor 7 Jahren für
> meinen
> > gut ausgestatteten Verbrenner
>
> Das spielt keine Rolle. Die wichtigere Frage heute wäre:
> Was kostet denn heute ein Verbrenner mit vergleichbarer Ausstattung und
> Größe wie dein Bestands-PKW.
Wieso sollte das relevant sein, wenn doch das Ziel mehr Elektromobilität heißt? Aber meinetwegen:
Das Modell kostet in der aktuellen Version "nur" knapp 7000 Euro mehr. Würde ich aber auch nicht haben wollen, weil daran praktisch alles Müll ist. -
Re: "einfache" Lösung
Autor: thrust26 21.02.24 - 08:17
mackes schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Wieso sollte das relevant sein, wenn doch das Ziel mehr Elektromobilität
> heißt?
Nein, das eigentliche Ziel ist mehr ÖPNV. Das BEV ist nur die zweitbeste Lösung. Und dass wir in den letzten Jahren heftige Inflation haben, solltest du nicht ignorieren.
> Aber meinetwegen:
> Das Modell kostet in der aktuellen Version "nur" knapp 7000 Euro mehr.
> Würde ich aber auch nicht haben wollen, weil daran praktisch alles Müll
> ist.
Was ist "das Modell"? Wenn daran alles "Müll" ist, dann nimm halt ein anderes. -
Re: "einfache" Lösung
Autor: AdolfG. 21.02.24 - 08:18
> Würde ich aber auch nicht haben wollen, weil daran praktisch alles Müll
> ist.
Was denn? "Alles Müll" ist Polemik.
Für mich persönlich kommt ein E-Auto auch nicht infrage:
Kaum Lademöglichkeiten, eingeschränkter Anhängerbetrieb, auf Langstrecke zu lange Ladedauer (bin noch nicht so alt, das ich alle 2 Stunden Pause machen muß) -
Re: "einfache" Lösung
Autor: NaruHina 21.02.24 - 08:21
Die öpnv Besteller ätzen unter der Inflation genauso, steigende Löhne tun ihr übrigens
Angesichts dessen dass 2/3 der Kosten des öpnv tatsächlich durch das Personal zustande kommen (zumindest im Bereich Bus welche die meisten Linien und Fahrzeuge bereitstellt) ist ein Ausbau unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht möglich, ubd ohne ein besseres Angebot steigt auch niemand um. -
Re: "einfache" Lösung
Autor: mackes 21.02.24 - 08:24
thrust26 schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> mackes schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
> -----
> > Wieso sollte das relevant sein, wenn doch das Ziel mehr Elektromobilität
> > heißt?
>
> Nein, das eigentliche Ziel ist mehr ÖPNV. Das BEV ist nur die zweitbeste
> Lösung. Und dass wir in den letzten Jahren heftige Inflation haben,
> solltest du nicht ignorieren.
Bingo, genau das steht ja in meinem Beitrag. Nur dass die Inflation bei PKW besonders hoch war.
> Was ist "das Modell"? Wenn daran alles "Müll" ist, dann nimm halt ein
> anderes.
Warum sollte ich? Meiner läuft ja noch und hat nicht so eine Unsinn wie kapazitive Schaltflächen am Lenkrad.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 21.02.24 08:26 durch mackes. -
Re: "einfache" Lösung
Autor: orsg2 21.02.24 - 08:24
mackes schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Wieso sollte das relevant sein, wenn doch das Ziel mehr Elektromobilität
> heißt?
Ich finde die wichtige Frage (EDIT: mit Blick auf den PKW-Sektor, der richtigerwesie nicht alles umfasst) ist, wofür sich Autokäufer entscheiden, die jetzt einen Neuwagen kaufen. Deren Entscheidung gibt direkt und undirekt (über den Gebrauchtmarkt) die Zusammensetzung der Bestandsflotte der kommenden Jahre vor.
Mal hypothetisch: Wenn heute niemand mehr einen Verbrenner-PKW neu zulassen würde, wäre die Bestandsflotte nach ca. 15 Jahren ganz organisch fossilfrei.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 21.02.24 08:25 durch orsg2. -
Re: "einfache" Lösung
Autor: mackes 21.02.24 - 08:28
orsg2 schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> mackes schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
> -----
> > Wieso sollte das relevant sein, wenn doch das Ziel mehr Elektromobilität
> > heißt?
>
> Ich finde die wichtige Frage (EDIT: mit Blick auf den PKW-Sektor, der
> richtigerwesie nicht alles umfasst) ist, wofür sich Autokäufer entscheiden,
> die jetzt einen Neuwagen kaufen. Deren Entscheidung gibt direkt und
> undirekt (über den Gebrauchtmarkt) die Zusammensetzung der Bestandsflotte
> der kommenden Jahre vor.
>
> Mal hypothetisch: Wenn heute niemand mehr einen Verbrenner-PKW neu zulassen
> würde, wäre die Bestandsflotte nach ca. 15 Jahren ganz organisch
> fossilfrei.
Ganz genau. Ich bin eigentlich Typ Neuwagen, weil ich pfleglich mit meinen Fahrzeugen umgehe und mir damit teure Reparaturen spare. E-Autos sind aber für mein Profil weder neu noch jung gebraucht finanziell konkurrenzfähig -
Re: "einfache" Lösung
Autor: Sandeeh 21.02.24 - 10:15
mackes schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> > Nein, das eigentliche Ziel ist mehr ÖPNV. Das BEV ist nur die zweitbeste
> > Lösung. Und dass wir in den letzten Jahren heftige Inflation haben,
> > solltest du nicht ignorieren.
>
> Bingo, genau das steht ja in meinem Beitrag. Nur dass die Inflation bei PKW
> besonders hoch war.
Für Ballungszentren: JA. Im ländlichen Bereich sollte der Wandel hin zum EV vorangetrieben werden - denn man kann in Kleinstädten und Dörfern kein vergleichbares ÖPNV-Angebot schaffen, wie in Großstädten. Hier wird weiterhin auch der Individualverkehr eine große Rolle spielen.
Sandeeh -
Re: "einfache" Lösung
Autor: BlindSeer 21.02.24 - 10:19
Und da sind wir wieder beim Preis. Raus aufs Land sind oft zwei Gruppen: Schnauze voll von Stadt (hier kann man keine Aussagen machen wie es finanziell steht) und jene denen ein Haus in der Stadt zu teuer ist. Letztere werden sich in der Regel kein 60k Auto kaufen. Womit wir wieder beim Preis und soziale Verantwortung vs Shareholder Value wären.
-
Re: "einfache" Lösung
Autor: mackes 21.02.24 - 10:29
AdolfG. schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> > Würde ich aber auch nicht haben wollen, weil daran praktisch alles Müll
> > ist.
>
> Was denn? "Alles Müll" ist Polemik.
Nein, Erfahrung. Eine Freundin hat den Nachfolger geleast, der fällt nach drei Jahren und deutlich weniger Kilometern buchstäblich auseinander: Elektronik spinnt permanent und die Rückfahrkamera ist sogar einfach rausgefallen. Von dem katastrophalen Bedienkonzept will ich gar nicht erst anfangen. -
Re: "einfache" Lösung
Autor: mackes 21.02.24 - 10:31
Sandeeh schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> mackes schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
> -----
> > > Nein, das eigentliche Ziel ist mehr ÖPNV. Das BEV ist nur die
> zweitbeste
> > > Lösung. Und dass wir in den letzten Jahren heftige Inflation haben,
> > > solltest du nicht ignorieren.
> >
> > Bingo, genau das steht ja in meinem Beitrag. Nur dass die Inflation bei
> PKW
> > besonders hoch war.
>
> Für Ballungszentren: JA. Im ländlichen Bereich sollte der Wandel hin zum EV
> vorangetrieben werden - denn man kann in Kleinstädten und Dörfern kein
> vergleichbares ÖPNV-Angebot schaffen, wie in Großstädten. Hier wird
> weiterhin auch der Individualverkehr eine große Rolle spielen.
Meinetwegen, aber da verdienen die Leute ja oft noch weniger und sind erst Recht auf bezahlbare Gebrauchte angewiesen. Und da sieht's momentan leider noch dünn aus bei E-Autos, auch wenn sich das vielleicht in den nächsten Jahren ändert. -
Re: "einfache" Lösung
Autor: Sonnenberg 21.02.24 - 10:35
Sandeeh schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Im ländlichen Bereich sollte der Wandel hin zum EV
> vorangetrieben werden - denn man kann in Kleinstädten und Dörfern kein
> vergleichbares ÖPNV-Angebot schaffen, wie in Großstädten. Hier wird
> weiterhin auch der Individualverkehr eine große Rolle spielen.
Auf dem Land könnte man sehr viel mit E-Bikes machen, wenn es eine vernünftige Infrastruktur, also ganzjahrestaugliche Radwege gäbe. Unter 5km ist der Zeitverlust gegenüber Auto vernachlässigbar und auch bei 5-10km meistens im Rahmen. Dummerweise muss man meistens auf der Landstraße radeln und von hinten kommt der Verkehr mit 120 Sachen...oder man kennt einen Schleichweg durch den Wald, was nur bei trockenem Wetter geht.
Elektroautos sind natürlich für längere Strecken ganz praktisch, aber halt auch deutlich teurer als so ein E-Bike -
Re: "einfache" Lösung
Autor: mackes 21.02.24 - 10:43
Sonnenberg schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Sandeeh schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
> -----
> > Im ländlichen Bereich sollte der Wandel hin zum EV
> > vorangetrieben werden - denn man kann in Kleinstädten und Dörfern kein
> > vergleichbares ÖPNV-Angebot schaffen, wie in Großstädten. Hier wird
> > weiterhin auch der Individualverkehr eine große Rolle spielen.
>
> Auf dem Land könnte man sehr viel mit E-Bikes machen, wenn es eine
> vernünftige Infrastruktur, also ganzjahrestaugliche Radwege gäbe. Unter 5km
> ist der Zeitverlust gegenüber Auto vernachlässigbar und auch bei 5-10km
> meistens im Rahmen.
Wenn man das wirklich durchziehen will, muss man aber ganz schön viele Flächen neu versiegeln. Ich weiß nicht, ob das so durchdacht ist.
Und natürlich gibt es auch längere Strecken. Meine weiterführende Schule war damals 12 Kilometer entfernt, die bin ich trotz gutem Radweg nur im Notfall mit dem Rad gefahren, weil es einfach viel länger gedauert hat als mit dem Bus. Und die nächste größere Stadt war 25 Kilometer entfernt, das ist dann schon eine sehr lange Radtour für den Alltag. -
Re: "einfache" Lösung
Autor: ronda-melmag 21.02.24 - 11:18
Jo die frage war wie weit weg von Frankfurt muss ich ziehen um statt eine Eigentumswohnung ein Haus zu bekommen :-)
Aber es stimmt auch das hier Jeder ein Stellplatz hat meist Garage - Also Laden machbar.
Wenn muss ich wahrscheinlich dies Quartal zuschlagen da ja viele noch den 700 Euro bonus als Hersteller geben.
Nur das Geld fehlt leider. Selbst das ein E im Unterhalt preiswerter wird hilft nicht wirklich.
Wenn die Raten 200 Euro mehr beim E sind, aber die Einsparung beim "Sprit" nur 100 ausmachen ..
die Richtung -
Re: "einfache" Lösung
Autor: NaruHina 21.02.24 - 11:22
Das auto hat man meist sowieso, selbst wenn man rad fährt, warum sollte jemand 2 Fahrzeuge unterhalten wenn das eine der pkw alles abdeckt während das andere unter anderem wetterabhängig ist.
-
Re: "einfache" Lösung
Autor: trinkhorn 21.02.24 - 11:28
Weil man das eine will und das andere braucht, und das das man will im Vergleich deutlich günstiger ist. (Vor allem auch im Betrieb/km günstiger)
-
Re: "einfache" Lösung
Autor: BlindSeer 21.02.24 - 11:42
In Frankfurt musst du wirklich sehr weit raus. Ich weiß von Freunden was für Preise dort auf den Dörfern und Kleinstädten aufgerufen werden und die sind nicht mehr in direkter Nachbarschaft. ^_^ Die Region hat noch dazu das Problem, dass man sich zumindest in einer Richtung Wiesbaden nähert, wenn man sich von Frankfurt entfernt und Mainz natürlich auch.
-
Re: "einfache" Lösung
Autor: Sonnenberg 21.02.24 - 11:53
mackes schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Wenn man das wirklich durchziehen will, muss man aber ganz schön viele
> Flächen neu versiegeln. Ich weiß nicht, ob das so durchdacht ist.
> Und natürlich gibt es auch längere Strecken. Meine weiterführende Schule
> war damals 12 Kilometer entfernt, die bin ich trotz gutem Radweg nur im
> Notfall mit dem Rad gefahren, weil es einfach viel länger gedauert hat als
> mit dem Bus. Und die nächste größere Stadt war 25 Kilometer entfernt, das
> ist dann schon eine sehr lange Radtour für den Alltag.
So viele Flächen sind das tatsächlich nicht. An vielen Stellen gibt es bereits Ansätze von Radwegen und häufig auch asphaltierte Feldwege, man müsste nur die Lücken schließen und das zu einem Netzwerk verbinden. Und ganz ehrlich, was da versiegelt wird, entwässert nebendran in die Wiese.
12km ist natürlich schon grenzwertig, aber 5-8km ist für ein E-Bike echt super. Bei uns war zum Beispiel die Tagesmutter 5km entfernt. Trotz Hügeln und Radanhänger durchschnittlich 25km/h und entsprechend zügig da. In der Gesamtrechnung durchaus attraktiv und in der Mittagspause noch etwas Bewegung reingebracht. Deutlich schonender als der Kurzstreckenbetrieb fürs Auto. Aber halt leider den größten Teil über die Landstraße. 25km würde ich dann auch mit dem Auto machen, wäre ja dann auch eine Stunde mit dem Rad gegenüber 20min mit dem Auto.



