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Was viele nicht verstehen

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  1. Was viele nicht verstehen

    Autor: chefin 03.03.20 - 07:13

    Industrie lebt nicht davon, ständig Risiken einzugehen. Das muss ein Unternehmen machen, das dafür dediziert Risikokapital einsetzt.

    Ein Unternehmen wie DHL braucht Planungssicherheit. Das heist, das man zb nicht jedem Fahrzeug ein anderes Zuladungsgewicht eintragen kann, nur weil wieder was verbessert wurde. Zwar könnten das die Computer noch gut managen, aber sobald ein Fahrzeug ausfällt und das Ersatzfahrzeug das NICHT kann, stehen Pakete an Stellen rum, wo keine Lagerflächen sind. Der LKW der die Menge bringt ist dann ja schon unterwegs. Das sind doppelte Zusatzkosten, nicht nur der Fahrzeugausfall, auch noch die Lagerung.

    EInfach sich mal selbst die Rechnung aufmachen: Alle 2 Jahre bleibt ein Fahrzeug im Schnitt ausser der Reihe liegen. Ich habe eine Flotte von 30.000 Fahrzeugen. Täglich wird es also 50 Fahrzeuge treffen. Tag für Tag und jedesmal besteht die Chance das mein Ersatz nicht das schafft was es schaffen soll.

    Ersatzteilsicherheit. Ein Fahrzeug muss gleiche Ersatzteile haben, 10 verschiedenen Varianten vorrätig zu halten kostet wessentlich mehr und daher ein viel höherer Faktor in der Instanthaltung. Statt 1000 Euro pro Display werden dann 2500 pro Display fällig. Weil man eben 10 verschiedene, davon aber deutlich kleinere Stückzahlen, lagern bzw Produzieren muss.

    Die Innenausstattung kann auch nicht dauernd angepasst werden. Man ordert 10.000 Regalsätze, stellt aber fest, das der Innenraum geändert wurde, weil die Akkus nun anderes verbaut werden. Schrott fliegt rum, neues bestellen und zusätzlich muss man diese Innovationen in höheren Entwicklungskosten und damit Beschaffungskosten mitbezahlen. Für die Firma sieht das Bilanztechnisch so aus, das sie mehr zahlen muss um sich zusätzliche Kosten einzukaufen.

    Man kann sowas alle 3 Jahre mal machen, das Modell modifizieren. Und das mit entsprechendem Vorlauf auch propagandieren. 2 Jahre vorher weis Daimler das ein neuer Sprinter kommt und wie der aussieht und innen aufgebaut ist. Das reicht um zu planen. Alle 3 Monate was ändern geht eben nicht.

    Ich baue Maschinen für Produktion, wir entwickeln weiter und haben daher einen ziemlich großen Ersatzteilpark weil A: die Maschinen ewig halten und B: die Weiterentwicklung alle paar Jahre aufgrund der Haltbarkeit dazu führt das wir halbes Dutzend verschiedener Maschinen für die selbe Arbeit haben. Das ist ein ganz enormer Kostenfaktor, der sich leider durch die gewachsene Struktur ergeben hat. Und 30 Jahre Lebensdauer ist halt ein Wort, ich kann auch nicht nur um weniger Ersatzteile bereit zu halten, auf dem Stand vor 30 Jahren stehen bleiben. Wo immer es also geht, wird inzwischen "normiert", also so umgebaut, das wir Ersatzteilmässig weniger Variationen brauchen. Bei Produktionsmaschinen geht das, beio Autos eben nicht.

    Und da muss sich ein Produzent nach dem Kunden richten und nicht umgedreht und sich dann wundern, das der Kunde nicht mitspielt.

  2. Re: Was viele nicht verstehen

    Autor: x2k 03.03.20 - 10:19

    Man kann auch mit sin und verstand an die sache heran gehen. Dann fällt deine mal wieder typisch deutsche argumentationskette in sich zusammen.
    Wenn ich das so lese wundert es mich das wir inzwischen nirgendwo dampfautos rumfahren lassen...

  3. Re: Was viele nicht verstehen

    Autor: bombinho 03.03.20 - 15:15

    chefin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Industrie lebt nicht davon, ständig Risiken einzugehen. Das muss ein
    > Unternehmen machen, das dafür dediziert Risikokapital einsetzt.

    Autsch, Grundlagen noch nicht so sattelfest, oder?

    Geschaeft ist Risiko, Risiko birgt nicht nur Risiken sondern auch Potential. Wachstum ohne Investition ist unmoeglich, noch nicht einmal der langfristiger Betrieb ist ohne Investition moeglich. Investition ist Risiko.

    Das ist die Kernaufgabe des Managements, kein Risiko? Wozu braucht es dann noch Jemanden, der abwaegt? Management kann entlassen werden, es braucht nur noch die Werktaetigen, wenn das System einmal eingeschliffen ist. Gibt es nirgendwo? Ahh, warum wohl nicht?

    Industrie lebt nur davon, Risiken einzugehen. Ansonsten ist Schluss mit Geschaeft nach dem die Geschaeftsgrundlage abgeschrieben ist. Ausser, man bekommt vom Staat seine Einnahmen garantiert.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 03.03.20 15:19 durch bombinho.

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