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Das E-Auto-Dilemma

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  1. Das E-Auto-Dilemma

    Autor: AllDayPiano 06.06.16 - 15:16

    Es gibt gute Gründe, warum der Staat Öl so gerne sieht, obgleich es aus umweltpolitischer Sicht ein Graus ist: Steuern!

    Benzin kommt nur in den Tank und wird anderweitig nicht genutzt. Damit betrifft eine Steuer auf Benzin ausschließlich die Mobilität wohingegen eine Steuer auf Strom in Zeiten des immer höheren Stromverbrauchs zwangsweise auch nicht-autofahrer trifft.

    Beim Diesel hat man den Klimmzug über das Farbadditiv geschafft. Beim Strom geht das allerdings nicht.

    Die Steuer, die die Umweltverschmutzung bringt, ist ziemlich enorm. Immerhin 65,4ct. auf Benzin und 0,47ct. auf Diesel (nebenbei findet man die gleiche Situation beim Tabakwaren, die aus reiner volkswirtschaftlicher Sicht hätten längst verboten werden müssen).

    30 Mio. Tonnen Diesel, und 18 Mio. Tonnen Benzin bringen halt auch runde 40 Mrd. Euro pro Jahr dem Staat in sein Säckchen. Aber das ist nur die Mineralölsteuer. Nicht vergessen sollte man die 19% MwSt.

    Insgesamt ist das alles ein sehr lukrativer Markt. Aber was wird passieren, wenn E-Autos beliebter werden?

    1) Bei 1. Mio E-Autos haben wir die gleiche Situation, die wir schon jetzt auf dem Ölmarkt haben. Der tägliche Überschuss, der die Ölpreise in den Keller gedonnert hat, ist in etwa genau das Äquivalent davon. Auf lange Sicht wird also der niedrige Ölpreis weiterhin bestehen. Selbst wenn die OPEC jetzt doch drosselt, und andere Länder wie der Iran mitziehen, wird dieser Überschuss rasant steigen. Der Staat wird dadurch alleine schon über die Mehwertsteuer massiv Geld verlieren.

    Und woher dieses Geld nehmen?

    2) Die Erklärung ist dazu ganz einfach: Aus dem Strom. Die Mineralölsteuer wird auf Strom ausgeweitet werden müssen (wie paradoxerweise schon auf Pflanzenöl). Der Staat braucht die Querfinanzierung und eine Maut ist dabei nur ein Teilaspekt. Es wird also zwangsläufig auf eine Umlage beim Strom hinauslaufen.

    3) Die Verbraucherungerechtigkeit steigt dadurch massiv an, denn jeder Kunde, der sein Handy lädt, finanziert damit auch den Staat. Nebenbei sollte man Handys im Stromhunger nicht unterschätzen. Welche gigantischen Energiemengen nur für das Laden, aber noch viel wichtiger das mobile Internet verbraucht werden, fließt bisher in keine Bilanz ein. Vermutlich aus gutem Grund wenn alleine Google schon eine einfach Suchanfrage 15Wh an Energie kostet. Der Strombedarf wird durch die schwachsinnige Politik (vgl. Analyse des IFF) der extrem datenintensiven autonomen Fahrzeuge noch drastisch ansteigen.

    4) Primäre Steuereffekte sind schnell gefunden, doch wie sieht es mit den sekundären aus? Was ist, wenn wir unseren Strom nicht mehr selbst produzieren können, weil man ja von der Atomkraft weg möchte? Was ist, wenn wir unseren Strom importieren müssen? Was ist mit den massiven Steuerausfällen der durch den Stellenabbau in Deutschland hinzukommt, wenn zeitgleich auch Sozialausgaben für dann unzählige freigestellte Arbeiter explodieren?

    Über den ökologischen gedanken brauchen wir nicht streiten. Aber auch Norwegen hat keine weiße Weste. Zwar decken sie 98% ihres Eigenbedarfs aber dafür kauft man dann CO2 Zertifikate anderer Länder an. Unterm Strich sind sie also nicht halb so sauber, wie sie vorgeben, auch wenn der Dreck nicht innerhalb ihrer Landesgrenzen erzeugt wird. Und wir sind leider nicht in der glücklichen Lage, nur Wasser um uns zu haben. Wir können dieses Konzept damit nicht adaptieren.

    Die Frage, die bleibt: Was wiegt mehr - Ökologie oder Ökonomie?

    Zumindest die Merkel-Regierung hat ihre Entscheidung dazu längst getroffen.

  2. Re: Das E-Auto-Dilemma

    Autor: Sebbi 06.06.16 - 15:52

    Thema Stromverbrauch: 15 Wh für eine Google Suchanfrage? Bereits ein kurzer Plausibilitätscheck zeigt, dass die Zahl absoluter Schwachsinn sein muss. Kurzes Googlen (haha) ergibt auch eher Zahlen von 0,3 Wh ... wenn man denen denn vertrauen kann.

    Jeder, der sein Handy lädt finanziert bereits den Staat. Sollte das ein gut gemeinter Witz sein? Selbst wenn du jeden Tag einmal auflädst, dann verbraucht dein Handy vielleicht 4 kWh im Jahr ... super ungerecht, wenn auf die Weise alle Handylader die Steuern auf Mobilität mitfinanzieren müssen ;-)

    Stromproduktion: warum sollten wir ihn nicht mehr selbst produzieren können? Was hat der Wegfall von Atomkraft damit zu tun? Und dann der Unsinn mit Steuerausfällen durch Stellenabbau? Dir ist noch nicht aufgefallen, dass die Produktivität immer weiter steigt, oder? Maschinen zahlen zwar keine Steuern, aber die Wertschöpfung existiert auch ohne menschliche Arbeiter in einer solchen Zukunft. Warum sollten wir nicht kreativ genug sein, diesen Wohlstand auch auf die nicht mehr benötigten menschlichen Arbeiter zu verteilen?

    Ökonomie wiegt mehr. Du scheinst nicht zu verstehen, dass E-Mobilität auf lange Sicht die günstigere Alternative sein wird ... ebenso wie Nutzung der Sonne als einzige Energiequelle.

  3. Re: Das E-Auto-Dilemma

    Autor: Suppenpulver 06.06.16 - 17:21

    Ich bin zwar zu faul deinen kompletten Kommentar zu lesen @AllDayPiano , aber bereits deine anfängliche Behauptung:

    30 Mio. Tonnen Diesel, und 18 Mio. Tonnen Benzin bringen halt auch runde 40 Mrd. Euro pro Jahr dem Staat in sein Säckchen. Aber das ist nur die Mineralölsteuer.

    Ein nicht zu verachtender Teil dieser Steuer wird nunmal leider auch wieder benutzt, um die durch Diesel/Benzin entstanden Schäden auszugleichen, um Larmschützwände gegen laute Verbrenner aufzubauen, etc.

    Zwar würden dem Staat dann diese "40-Milliarden" "fehlen", jedoch würde er sich auch einiges an Ausgaben einsparen

  4. Re: Das E-Auto-Dilemma

    Autor: PiranhA 06.06.16 - 17:34

    Zumal man beim Thema Steuern nicht vergessen sollte, wenns darum geht Geld zu bekommen, kann der Staat sehr kreativ werden. Das Geld, was auf der einen Seite flöten geht, wird woanders wieder reingeholt. Sei es durch zusätzliche Abgaben beim Verkauf oder anderen Wegen.

  5. Re: Das E-Auto-Dilemma

    Autor: Ach 06.06.16 - 21:46

    Steuern für die gefahrenen Kilometer, als Ausgleichszahlung zur Instandhaltung des Straßennetzes. Nix Handy&Co, allein mit der Km-Steuer wäre das Thema ja bereits erledigt. Die Leute werden auch mehr Kaufkraft haben um diese Steuer zu begleichen, weil die Wertschöpfung der Energie im Land bleibt, also weniger Kapital zur Beschaffung von Energieträgern den heimischen Wirtschaftskreislauf verlässt.

  6. Re: Das E-Auto-Dilemma

    Autor: stiGGG 06.06.16 - 22:02

    Sebbi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ökonomie wiegt mehr. Du scheinst nicht zu verstehen, dass E-Mobilität auf
    > lange Sicht die günstigere Alternative sein wird ... ebenso wie Nutzung der
    > Sonne als einzige Energiequelle.

    This! Gibt sogar viele Experten, die Voraussagen, dass Strom in Zukunft so gut wie überhaupt nichts mehr kosten wird, da durch EEG viel zu einfach zu gewinnen und mehr oder weniger unbegrenzt verfügbar. Und E-Mobilität sowieso, wird nicht lange dauern, dann wird sich das schon durch den Preis durchsetzen.

  7. Re: Das E-Auto-Dilemma

    Autor: gadthrawn 07.06.16 - 06:18

    stiGGG schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sebbi schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ökonomie wiegt mehr. Du scheinst nicht zu verstehen, dass E-Mobilität
    > auf
    > > lange Sicht die günstigere Alternative sein wird ... ebenso wie Nutzung
    > der
    > > Sonne als einzige Energiequelle.
    >
    > This! Gibt sogar viele Experten, die Voraussagen, dass Strom in Zukunft so
    > gut wie überhaupt nichts mehr kosten wird, da durch EEG viel zu einfach zu
    > gewinnen und mehr oder weniger unbegrenzt verfügbar. Und E-Mobilität
    > sowieso, wird nicht lange dauern, dann wird sich das schon durch den Preis
    > durchsetzen.

    Nun... Momentan würde entschieden, die Förderung von eeg in D zu reduzieren, um ihn 15 Jahren maximal auf 45 % eeg zu kommen. Maximal deswegen, da es mir eeg zu Verteilungsproblemen kommt, da Infrastruktur fehlt.

    Die Experten sehen will Förderung als kostenlos, ohne Förderung ist das ganze recht teuer.

  8. Re: Das E-Auto-Dilemma

    Autor: AllDayPiano 07.06.16 - 06:48

    Sebbi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Thema Stromverbrauch: 15 Wh für eine Google Suchanfrage? Bereits ein kurzer
    > Plausibilitätscheck zeigt, dass die Zahl absoluter Schwachsinn sein muss.

    Na da hättest Du mal besser aufpassen sollen. Lt. aktuelleren Google Angaben (deine Werte sind ja erst 8 Jahre alt!) liegt der Verbrauch sogar bei sage und schreibe 100Wh!

    > Kurzes Googlen (haha) ergibt auch eher Zahlen von 0,3 Wh ... wenn man denen
    > denn vertrauen kann.

    Ich denke dass das Magazin der Bundeszentrale für politische Bildung als Quelle durchaus taugt!

    > Jeder, der sein Handy lädt finanziert bereits den Staat. Sollte das ein gut
    > gemeinter Witz sein? Selbst wenn du jeden Tag einmal auflädst, dann
    > verbraucht dein Handy vielleicht 4 kWh im Jahr ... super ungerecht, wenn
    > auf die Weise alle Handylader die Steuern auf Mobilität mitfinanzieren
    > müssen ;-)

    Hättest Du den Beitrag mal richtig gelesen, dann hättest du gemerkt, dass es hier nicht um's Laden geht!

    Aber gut, es bringt ohnehin nichts mit jemanden zu reden, der nur 3 Wortfetzen aufnimmt und dann das Gegenanschießen veranstaltet...

  9. Re: Das E-Auto-Dilemma

    Autor: AllDayPiano 07.06.16 - 06:55

    Suppenpulver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich bin zwar zu faul deinen kompletten Kommentar zu lesen @AllDayPiano ,
    > aber bereits deine anfängliche Behauptung:
    >
    > 30 Mio. Tonnen Diesel, und 18 Mio. Tonnen Benzin bringen halt auch runde 40
    > Mrd. Euro pro Jahr dem Staat in sein Säckchen. Aber das ist nur die
    > Mineralölsteuer.
    >
    > Ein nicht zu verachtender Teil dieser Steuer wird nunmal leider auch wieder
    > benutzt, um die durch Diesel/Benzin entstanden Schäden auszugleichen, um
    > Larmschützwände gegen laute Verbrenner aufzubauen, etc.
    >
    > Zwar würden dem Staat dann diese "40-Milliarden" "fehlen", jedoch würde er
    > sich auch einiges an Ausgaben einsparen

    Lärmschutzwände braucht man auch bei E-Autos, weil der bereits bei 50km/h die Abrollgeräusche überwiegen. E-Autos haben den gleichen Reifenverschleiß (eventuell weniger Bremsbeläge, aber dafür finden Hersteller schnell Lösungen) durch sogar noch höheres Gewicht als Verbrenner nimmt der Verschleiß sogar weiterhin zu, was durch zu schmale Reifen (weniger Reibungsverluste) sogar noch stark forciert wird.

    Das Argument kann man also nicht zählen lassen, weil für E-Autos nahezu gleiche Bedingungen gelten.

    Ganz abgesehen davon, dass scheinbar niemand weiß, wieviel Infrastruktur eigentlich kostet!
    Aber ich möchte da kurz aufklären: Investitionen 2014: 2,5 Mrd. Euro. KFZ-Steuer: 8,5 Mrd. Euro.

    Noch fragen Hauser? Ganz nebenbei gilt für Tabak in Deutschland das gleiche. Es bringt mehr Geld, als es kostet, und NUR daher ist es noch erlaubt.

  10. Re: Das E-Auto-Dilemma

    Autor: PiranhA 07.06.16 - 08:18

    Naja, soweit wird es so schnell sicherlich nicht kommen. Auch Anlagen für erneuerbare Energiequellen müssen gewartet werden. Die Infrastruktur muss bereit gestellt und gewartet werden. Bisher sind regenerative Stromquellen ja nicht günstiger, sonst bräuchte man ja keine Förderung.
    Dass zeitweise mal mehr Energie produziert wird, als verbraucht, ist was ganz anderes. Der Strom wird dann vorzugsweise an andere Länder zu Schleuderpreisen verkauft oder zwischengespeichert. Längerfristig wird es aber keine extreme Überproduktion geben. Schon alleine wegen der Wartung der Anlagen. Eine Windkraftanlage, die sich nicht dreht, hat einen geringeren Verschleiß. Wenn der Strom also nicht benötigt wird, auch nicht verkauft oder sinnvoll zwischengespeichert werden kann, so wird die Produktion gedrosselt. Man hält so nicht nur den Strompreis stabil, sondern senkt auch gleichzeitig die Kosten.

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