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Feinstaub

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  1. Feinstaub

    Autor: Karlson Keuper 09.06.16 - 12:30

    Laut Studie des Umweltbundesamts von 2001 (https://de.wikipedia.org/wiki/Feinstaub#Entstehung) machen Feinstäube von Brems- und Reifenbelägen nur einen kleinen Teil der Belastung aus dem Verkehr aus. Der mit Abstand größte Teil (mehr als die Hälfte!) entfällt auf die Abgase von Dieselfahrzeugen. Könnt Ihr das bitte richtigstellen? Vertraut nicht blind auf eine Aussage vom SWR-Weinexperten ("vor allem aber der Staub, den die Fahrzeuge aufwirbeln, habe viel größere Auswirkungen als die Abgase."), das ist offenkundig nicht sein Fachgebiet.

  2. Re: Feinstaub

    Autor: asdfasdfasdf 09.06.16 - 18:40

    Keine Ahnung ob der Weinexperte recht hat, aber eine Studie von 2001 ist heute nicht mehr recht aussagekräftig.
    Damals wurde gerade Euro 3 mit einem Limit von 50 mg/km, mittlerweile gibts seit 5 Jahren einen Grenzwert von 5 mg/km.

    Natürlich kann man sich in der heutigen Zeit nicht sicher sein, ob die Grenzwerte auch wirklich eingehalten werden, aber wenn sich die wirklichen Emissionen durch die Abgase nur halbiert haben, würden sie nach den Werten der Studie von 2001 schon fast auf einer Ebene mit den Reifen und Bremsabrieben liegen (14500 zu 13000 t).

    Unter http://www.digitaltrends.com/cars/electric-car-particulate-matter/ wird sogar folgendes behauptet:

    "Engine exhaust does contribute particulate matter, but since car manufacturers have focused on reducing engine emissions, they now only contribute 10 to 15 percent of the particulate matter from modern internal-combustion vehicles. The majority come instead from tires, brakes, and dust kicked up from road surfaces.

    Electric-powered vehicles, of course, have no exhaust emissions. However, because they’re 24 percent heavier on average, the study found that EVs shed more particulate matter from tires and brakes, and also kick up more particulate matter from road surfaces."

  3. Re: Feinstaub

    Autor: MattiasSch 09.06.16 - 20:04

    asdfasdfasdf schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Damals wurde gerade Euro 3 mit einem Limit von 50 mg/km, mittlerweile gibts
    > seit 5 Jahren einen Grenzwert von 5 mg/km.

    ...und die Umweltzonen sorgen dafür, dass ältere Diesel nicht mehr in die Innenstädte dürfen.

    > Unter www.digitaltrends.com wird sogar folgendes behauptet:
    >
    > "Engine exhaust does contribute particulate matter, but since car
    > manufacturers have focused on reducing engine emissions, they now only
    > contribute 10 to 15 percent of the particulate matter from modern
    > internal-combustion vehicles. The majority come instead from tires, brakes,
    > and dust kicked up from road surfaces.
    >
    > Electric-powered vehicles, of course, have no exhaust emissions. However,
    > because they’re 24 percent heavier on average, the study found that
    > EVs shed more particulate matter from tires and brakes, and also kick up
    > more particulate matter from road surfaces."

    Ja, die Leuwen-Metastudie hatte ich auch auf dem Radar, habe aber verzichtet, direkt darauf zu verweisen, einerseits, weil Fahrzeugmassen sich zumindest nach Klassen betrachtet nicht mehr derart stark unterscheiden, andererseits, weil teilweise auch veraltete Studien eingeflossen sind.

    Die Dieselpartikel sind tatsächlich ein Problem, wo viele Vor-Euro-IV-Diesel unterwegs sind. Überall anders hat es weiter reichende Effekte, ob bspw. nach dem Winter der Splitt rechtzeitig eingesammelt wird, damit die Feinstaubemissionen durch Fahrbahnabrieb reduziert werden. Hinzu kommt auch die Landwirtschaft mit exportierten Feinstäuben (in Stuttgart von den Fildern, in Leipzig aus der Ukraine) - ich hatte letztens ein zufälliges Treffen mit einem Troposphärenforscher: http://www.sueddeutsche.de/wissen/landwirtschaft-als-feinstaub-quelle-feinstes-vom-land-1.1478282 Da ist der Verkehr dann eher der Tropfen auf das fast überlaufende Fass.

    Immerhin ist die Feinstaubproblematik bei modernen Dieseln durch, auch wenn die Systeme zur Reinigung sich oft als nicht sehr zuverlässig erweisen. Recht viele Diesel können auf Kurz- und Mittelstrecke nicht selbsttätig regenerieren und müssen gelegentlich am Tester bei erhöhter Leerlaufdrehzahl regeneriert werden.

  4. Re: Feinstaub

    Autor: derdiedas 10.06.16 - 11:33

    Ob Feinstaub oder sonstiger Dreck (FSI Motoren produzieren etwa jede Menge NOX) ist wurscht.

    Denn den Sprit verbrennst Du und die Abgasreinigungsanlagen aller Autos sind ineffizienter Mist der nur unter Laborbedingungen ordentlich funktioniert.

    Nimm einfach einen Liter Sprit und fackel den im Garten ab. Das ist eine beindruckende Feuersäule und jede menge Dreck. Niemand würde auf die Idee kommen mal eben 50 Liter abzufackeln, mit dem Auto aber machen das tausende in der Stadt jeden tag.

    Verbrennungsmotoren und eine dezentrale innefizente (Muss ja leicht und Wartungsarm sein) sind ein nicht auflösbarer Konflikt. Die Belastung durch Benzoldämpfe an den Tankstellen, das Motoröl und Getriebeöl, die Raffinerie von Treibstoff und auch deren Gewinnung - all das in Summe ist eine immense Umweltbelasung. Ein Elekroauto ist nicht grün wie gerne behauptet wird. Aber die Belastung vor Ort wo die Menschen leben senkt sich dramatisch. Vom Lärm über Abgase bis hin das man die Häuser weniger oft streichen muss sind eine Entlastung die man nicht wegdiskutieren kann.

  5. Re: Feinstaub

    Autor: Karlson Keuper 10.06.16 - 12:22

    Zunächst einmal danke für die Antworten, die waren sehr hilfreich.

    > Immerhin ist die Feinstaubproblematik bei modernen Dieseln durch, auch wenn
    > die Systeme zur Reinigung sich oft als nicht sehr zuverlässig erweisen.
    > Recht viele Diesel können auf Kurz- und Mittelstrecke nicht selbsttätig
    > regenerieren und müssen gelegentlich am Tester bei erhöhter
    > Leerlaufdrehzahl regeneriert werden.

    Ein Bekannter von mir, der einen modernen VW Diesel fährt (auch betroffen vom "Dieselgate") hat erzählt, er müsse den Diesel regelmäßig auf längeren Strecken mit hoher Drehzahl ausfahren, damit er wieder "freibrennt". Dies wurde ihm auch so von seiner Werkstatt so nahegelegt. Unterstreicht für mich nur, welch eine Sackgasse diese Technologie ist.

    Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten Jahren bei Elektroautos höhere Reichweiten, Energiedichten und damit auch ein reduziertes Gewicht und geringere Feinstaubbelastung bekommen werden. Es gibt hochinteressante Prototypen (z.B. seeo/Bosch Festkörperzelle), die auf dem Weg zur Marktreife sein sollen. Spätestens dann hat wirklich keiner mehr eine Ausrede, einen Verbrenner zu fahren.

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