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Lebenswerte Stadt

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  1. Lebenswerte Stadt

    Autor: tehabe 06.06.16 - 12:46

    „Eine lebenswerte Stadt wird es in Zukunft nur mit E-Fahrzeugen geben.“ schreibt Golem am Beginn des Artikels. Ich halte dagegen: „Eine lebenswerte Stadt ist gekennzeichnet von Fahrrädern und einem gut ausgebauten Nahverkehr. Autos, ob elektrisch oder mit Verbrennungsmotoren verbrauchen einfach zu viel Platz.“

  2. Re: Lebenswerte Stadt

    Autor: JTR 06.06.16 - 12:49

    Ah und die Grossverteiler belieferst du mittels Velo? Will ich sehen.

  3. Re: Lebenswerte Stadt

    Autor: tehabe 06.06.16 - 13:02

    JTR schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ah und die Grossverteiler belieferst du mittels Velo? Will ich sehen.

    Warum nicht? http://www.welt.de/wirtschaft/article131877728/DHL-liefert-Pakete-jetzt-per-Fahrrad-aus.html

  4. Re: Lebenswerte Stadt

    Autor: PiranhA 06.06.16 - 13:08

    JTR schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ah und die Grossverteiler belieferst du mittels Velo? Will ich sehen.

    Gab doch schon Studien zu dem Thema, dass man ein Großteil der LKW-Fahrten innerhalb einer Stadt auch durch Lastenräder ersetzen könnte. Oder auch mit E-Antrieb kriegt man das regional sehr gut hin. Die Strecken sind halt nicht so lang, wie viele denken.

  5. Re: Lebenswerte Stadt

    Autor: Nogul 06.06.16 - 13:17

    So gerne ich die Verbesserung der Infrastruktur für Fahrräder sehe bin ich doch zwiegespalten. Für mindestens drei Monate im Jahr sehe ich unterwegs keinen einzigen anderen Radfahrer und für weitere zwei Monate nur ein paar.

    Da frage ich mich manchmal ob die zum Teil erhebliche Einschränkung für die Autofahrer das ganze Jahr über im richtigen Verhältnis zur ein paar Monaten Erleichterung für Radfahrer steht.

  6. Re: Lebenswerte Stadt

    Autor: Abdiel 06.06.16 - 13:20

    Erhebliche Einschränkungen für die Autofahrer...

    made my day

  7. Re: Lebenswerte Stadt

    Autor: robinx999 06.06.16 - 13:38

    Ist natürlich die Frage von welcher Art Stadt man redet, Kleinstadt oder Großstadt.
    Es wird ja oft schon versucht die Autos aus der Stadt Fern zu halten mit dem Ergebnis das die Städte oft vereinsamen ein Laden nach dem Anderem Dicht macht da die Leute lieber zu Geschäften außerhalb Fahren wo man Gratis Parken kann.
    Und das hat dann natürlich nicht nur Auswirkungen auf Ladengeschäfte, auch Eisdielen und co haben weniger Laufkundschaft mit dem Ergebnis das viele Läden dicht machen müssen.

  8. Re: Lebenswerte Stadt

    Autor: Wezza 06.06.16 - 13:43

    Gibt es dazu Studien? Die Innenstädte sterben doch eher weil riesige all-in-one Einkaufszentren außerhalb der Zentren gebaut werden, da ist ja noch der Platz für sowas. In Deutschland kenne ich auch keine Stadt die jemals versucht hat Autos wirklich aus den Städten zu verbannen.

  9. Re: Lebenswerte Stadt

    Autor: HanSwurst101 06.06.16 - 14:08

    robinx999 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ist natürlich die Frage von welcher Art Stadt man redet, Kleinstadt oder
    > Großstadt.
    > Es wird ja oft schon versucht die Autos aus der Stadt Fern zu halten mit
    > dem Ergebnis das die Städte oft vereinsamen ein Laden nach dem Anderem
    > Dicht macht da die Leute lieber zu Geschäften außerhalb Fahren wo man
    > Gratis Parken kann.
    > Und das hat dann natürlich nicht nur Auswirkungen auf Ladengeschäfte, auch
    > Eisdielen und co haben weniger Laufkundschaft mit dem Ergebnis das viele
    > Läden dicht machen müssen.

    Die heutige Innenstadt als Einkaufsstadt gibt es auch noch nicht so lange, vielleicht 150 Jahre? Vorher war auch alles dezentral, mit Markplätzen im Stadtvierteil und Nahversorgerläden um die Ecke. Den Rest, z. b. Technik, Kleidung und Standardware holt man sich halt zukünftig / weiter aus dem Netz. Man kann die teilweise hässlichen Lädenzeilen aus den 50 - 60er auch wieder zu Wohnraum umbauen.

  10. Re: Lebenswerte Stadt

    Autor: tehabe 06.06.16 - 14:12

    In Deutschland gibt es eher weniger große Beispiele, z.B. Oldenburg oder Münster die einen hohen Anteil von Fahrradverkehr haben. Berlin könnte dazu kommen, wenn sich der Fahrradentscheid durchsetzt.

    Außerhalb Deutschlands sind natürlich Amsterdam und Kopenhagen die prägenden Beispiele.

    Was die Innenstädte betrifft, könnte auch genau das Gegenteil passieren. Fahrräder und Fußgänger können sich viel einfacher durch eine Stadt bewegen, durch weniger Parkplätze wird viel Platz frei. Fußgänger und Radfahrer sind viel bessere Laufkundschaft als Autofahrer.

    In der Dokumentation Stuck wird z.B. angemerkt, dass in Los Angeles durch den Autoverkehr viele Geschäfte verschwunden sind, weil die Läden durch weniger Laufkundschaft pleite gegangen sind und Parkplätze gebraucht wurden. Während in San Francisco wesentlich mehr klein Läden existieren und viel mehr zu Fuß erledigt wird. Siehe https://www.youtube.com/watch?v=v9J6gDya40k

    Und ja, die grüne Wiese wurde erst durch das Auto möglich, nur ist das wirklich eine gute Entwicklung? Eine lebenswerte Entwicklung?

  11. Re: Lebenswerte Stadt

    Autor: MattiasSch 06.06.16 - 14:51

    tehabe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > „Eine lebenswerte Stadt wird es in Zukunft nur mit E-Fahrzeugen
    > geben.“ schreibt Golem am Beginn des Artikels. Ich halte dagegen:
    > „Eine lebenswerte Stadt ist gekennzeichnet von Fahrrädern und einem
    > gut ausgebauten Nahverkehr. Autos, ob elektrisch oder mit
    > Verbrennungsmotoren verbrauchen einfach zu viel Platz.“

    Bitte einmal den Artikel lesen und nicht nur den Teaser. Ich gehe ganz ausdrücklich auf die Fördeung des Fahrradverkehrs ein, insbesondere vor den beiden Aspekten Feinstaub (auch E-Autos produzieren welchen) und Flächenbedarf. Es gibt abere genügend innerstädtische Verkehrsarten (Lieferverkehr, ÖPNV), wo bisher der im Stop-and-Go herzlich ineffiziente Diesel dominiert (>50l auf 100km auf vielen Buslinien mit Gelenkbussen!). Hier sind Elektrofahrzeuge ein echter Segen.

  12. Re: Lebenswerte Stadt

    Autor: robinx999 06.06.16 - 15:14

    Fußgängerzonen, teure Parkplätze reicht doch meistens für das Verbannen.
    Als man früher hier noch 2 Stunden mit Parkscheibe parken konnte ist man teilweise noch zur Eisdiele gegangen wenn der Einkauf erledigt war jetzt mit Parkscheinen versucht man passend zu ziehen und hat dann oft nicht mehr den Spielraum noch spontan etwas in der Fußgängerzone zu essen.
    Generell sind diese Zonen halt recht leer geworden. Und die Kunden gehen halt lieber im Internet Schoppen oder halt auf der Grünen Wiese. Und wenn man die Autos noch mehr verbannt sterben die Innenstädte noch weiter. Da bin ich sehr skeptisch das diese dann einfach nur zu einem großen Wohngetto verkommen, wo man eigentlich gar nicht hin will.

  13. Re: Lebenswerte Stadt

    Autor: tehabe 07.06.16 - 00:22

    MattiasSch schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Bitte einmal den Artikel lesen und nicht nur den Teaser. Ich gehe ganz
    > ausdrücklich auf die Fördeung des Fahrradverkehrs ein, insbesondere vor den
    > beiden Aspekten Feinstaub (auch E-Autos produzieren welchen) und
    > Flächenbedarf.

    Ich empfand den Teil als sehr dünn, mir scheint der Fokus der aktuell auf der E-Mobilität gelegt wird zu groß. Denn zu einem Fahrradverkehr gehört ja nicht nur die Förderung von Fahrrädern, sondern auch eine entsprechende Infrastruktur. Und hier gibt es eben große politische Widerstände, größer noch als bei E-Mobilität, wo es ja letztlich bloß darum geht dass das Auto halt einen Akku und Elektromotor hat und um nichts anderes. Beim Fahrrad geht es sehr viel weiter. Und leider wird dies halt nur ein kleinen Absätzen am Rand betrachtet.

  14. Re: Lebenswerte Stadt

    Autor: JTR 07.06.16 - 09:20

    Das heisst einfach dass am Stadtrand umgeladen werden muss. Kostet Zeit, kostet Geld, allen voran weil du für diese Art von Verteilung mehr Personal brauchst. Sprich unser aller Leben wird noch teurer.

  15. Re: Lebenswerte Stadt

    Autor: PiranhA 07.06.16 - 09:41

    Äh, das ist doch schon lange so. Logistikzentren liegen idR außerhalb der Ballungszentren aufgrund der direkten Anbindung an einer Autobahn und günstigeren Grundstückspreisen.
    Gerade wenn es um die Belieferung des Einzelhandels geht, sind die Dinger perfekt. Die meisten kommen ja auch gleich mit E-Antrieb.

    [www.logistra.de]
    [www.dlr.de]

  16. Re: Lebenswerte Stadt

    Autor: chefin 07.06.16 - 15:11

    PiranhA schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > JTR schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ah und die Grossverteiler belieferst du mittels Velo? Will ich sehen.
    >
    > Gab doch schon Studien zu dem Thema, dass man ein Großteil der LKW-Fahrten
    > innerhalb einer Stadt auch durch Lastenräder ersetzen könnte. Oder auch mit
    > E-Antrieb kriegt man das regional sehr gut hin. Die Strecken sind halt
    > nicht so lang, wie viele denken.

    Ein Sprinter kann mit einem Menschen 2t transportieren und ausliefern. Das auch noch relativ zügig mit 20-25kmh im Schnitt im Stadtverkehr. Wieviel Menschen brauchst du dafür? Welche Qualifikation benötigen sie? Was sollten sie verdienen?

    Ich würde mal über den Daumen gepeilt behaupten das wir für einen Sprinter 50 Radfahrer brauchen. Weil sie weniger transportieren können, langsamer sind und am Berg enorme Probleme haben, mehr als sich selbst hochzuwuchten. Wieviel Platz brauchen 10 Sprinter in der Stadt und wieviel 500 Radfahrer?Und dabei kalkuliere ich pro Radler nun schon 40kg Last.

    Um also innerstädisch das umzusetzen müssten wir wohl eher auf Elektrobikes setzen, die 100kg schleppen können, auch Berge hinbekommen und mindestens 25kmh schnell sind dauerhaft. Ca 2KWh Motorleistung ist dafür nötig. Was glaubst du den, was die Menschen so konsumieren am Tag, das man transportieren muss. Und wie oft das transportiert werden muss. 100kg Schweinefleisch zum Metzger, der liefert 70kg an den Supermarkt und 30kg direkt an Kunden. Im Supermarkt kaufen dann Kunden 50kg und 20kg gehen zur Gastronomie, wo dann wieder 5kg auch als Hauslieferung transportiert werden. 5kg sind also 4x transportiert worden, 15kg noch 3x, 50kg sind 2x bewegt worden und nur 30kg einmal, wobei ich die Bewegungen des Endkunden ausspare. Du siehst aber an diesem Beispiel wie stark sich das potenzieren kann. Welche Masse an Bewegung dazu kommt. Selbst mit PKWs bzw Kleintransporter stossen wir heute schon an die Grenzen, das liegt aber nicht an den Fahrzeugen sondern am Konsum. Der bleibt gleich, daher muss ein Transportsystem die Nutzlast/Gesamtmasse verbessern. Der Mensch ist dazu ungeeignet. Er Kann bei 70kg Masse gerade mal 20kg transportieren. Mit Rad kommt man auf 90kg zu 40kg. Ein Sprinter braucht 1,5t für 2t. Elektrofahrzeuge brauchen wiederum mehr, weil sie das Akkugewicht haben.

    Wir reduzieren den Schadstoffausstoss regional, aber schon global stehen wir noch weit davon entfernt durch Elektroautos was zu sparen.

  17. Re: Lebenswerte Stadt

    Autor: EQuatschBob 10.06.16 - 13:42

    tehabe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > „Eine lebenswerte Stadt wird es in Zukunft nur mit E-Fahrzeugen
    > geben.“ schreibt Golem am Beginn des Artikels. Ich halte dagegen:
    > „Eine lebenswerte Stadt ist gekennzeichnet von Fahrrädern und einem
    > gut ausgebauten Nahverkehr. Autos, ob elektrisch oder mit
    > Verbrennungsmotoren verbrauchen einfach zu viel Platz.“

    Du setzt falsche Prioritäten, nämlich "lebenswert" im Sinne der Bewohner. "Lebenswert" im Sinne der Automobil-Lobby ist aber was anderes und nur das zählt.

  18. Re: Lebenswerte Stadt

    Autor: EQuatschBob 10.06.16 - 13:45

    Nogul schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Für mindestens drei Monate im Jahr sehe ich unterwegs
    > keinen einzigen anderen Radfahrer und für weitere zwei Monate nur ein
    > paar.

    Wo bist Du denn in diesen Monaten? In Murmansk? Hier in Berlin sieht man das ganze Jahr über viele Radfahrer. Es ist reine Gewohnheitssache. Früher bin ich nur von Mai bis August radgefahren, jetzt das ganze Jahr. Für Tage mit Glatteis habe ich Spike-Reifen ("Schwalbe Marathon Winter" für Brompton). Andere aus meiner Firma, vom Chef angefangen fahren auch das ganze Jahr, aber ohne Spikes :~)

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