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Eigentlich ja recht praktische Fahrzeuge
Autor: M.P. 07.11.22 - 12:51
Warum geht das alles in die Hose, was Elektromobilitätsableger außerhalb der etablierten Autoindustrie in Deutschland aufbauen wollen?
Loremo, E.Go, Moove ...
Die, die unter deutschem Label hier überlebt haben, sind eher Importeure von in China gefertigten Produkten. Eigenentwicklungen, die das Prototyp-Stadium verlassen sind rar ... -
Re: Eigentlich ja recht praktische Fahrzeuge
Autor: nightmar17 07.11.22 - 13:12
Zu teuer. Diese Prozesse sind in Deutschland lang und kosten viel Geld.
Geld was die Firmen nicht haben. Oft auch Missmanagement, aber das will ich hier keinem unterstellen.
In China werden solche Projekte oft vom Staat mitfinanziert, bis die Firmen auf eigenen Füßen stehen können.
Hätte der Staat bei uns auch machen können, hat aber scheinbar kein Interesse daran. -
Re: Eigentlich ja recht praktische Fahrzeuge
Autor: sg-1 07.11.22 - 13:49
Liegt sicherlich auch daran, wie hierzulande mit Risikokapital umgegangen wird. Oftmals muss das Produkt schon fertig, alles in Sack und Tüten und erst erfolgreich sein, bis sich Kapitalgeber bereit erklären, dir Geld zu geben im Austausch für einen erheblichen Teil am Unternehmen, bis am Ende neben der Seele auch das Mitspracherecht weg ist (ok, sicherlich ein wenig übertrieben, aber ihr seht, worauf ich hinaus will).
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Re: Eigentlich ja recht praktische Fahrzeuge
Autor: fanreisender 07.11.22 - 14:06
Ja, aber dann mache es doch einfach richtig.
Gibt genügend Crowdsourcing-Projekte, in denen Du mutig mit wenig Kapital einsteigen kannst ... -
Re: Eigentlich ja recht praktische Fahrzeuge
Autor: Homeshopping 07.11.22 - 16:01
Ein Grund, dass es hier nicht klappt, ist genau die etablierte Autoindustrie in Deutschland.
Viele Politiker und Finanzgeber stehen in deren "Gunst" und verhindern durch Vorgaben, Gesetze und Auflagen, weitere "Mitbewerber" auf dem umkäpften Markt.
Die Claims sind abgesteckt und der Verbraucher hat zu konsumieren, was die etablierten Autohersteller anbieten.
Fragt mal Hr. Lindner, was Porsche ihm so "schenkt" damit es so bleibt. -
Re: Eigentlich ja recht praktische Fahrzeuge
Autor: Joey5337 07.11.22 - 17:29
fanreisender schrieb:
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> Ja, aber dann mache es doch einfach richtig.
> Gibt genügend Crowdsourcing-Projekte, in denen Du mutig mit wenig Kapital
> einsteigen kannst ...
Im Prinzip ja...
Aber Crowdsourcing eignet sich eher für kleine Projekte.
Klar gab es da Einzelfälle, wo 100k¤ oder sogar mehr zusammen kamen. Damit lässt sich ein fast fertiger Prototyp in ein Produkt überführen, wenn es um ein einzelnes Gerät geht.
Ein Fahrzeug ist eine ganz andere Hausnummer. In dem Laden haben 90 Leute gearbeitet. Und das waren sicher nicht "nur" KFZ-Mechaniker, sondern auch Ingenieure, ggf. sogar gesuchte Spezialisten für irgendwelche Details. Allein die Lohnkosten in einem Jahr gehen da in die Millionen, und dann ist noch kein Gramm Material oder Technik gekauft. -
Re: Eigentlich ja recht praktische Fahrzeuge
Autor: gadthrawn 08.11.22 - 09:20
nightmar17 schrieb:
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> Zu teuer. Diese Prozesse sind in Deutschland lang und kosten viel Geld.
> Geld was die Firmen nicht haben. Oft auch Missmanagement, aber das will ich
> hier keinem unterstellen.
> In China werden solche Projekte oft vom Staat mitfinanziert, bis die Firmen
> auf eigenen Füßen stehen können.
> Hätte der Staat bei uns auch machen können, hat aber scheinbar kein
> Interesse daran.
Fördergelder hat er doch bekommen.
Böse könnte man sagen: das war doch das Geschäftsmodell.
Sobald es eine Prämie hingegen nicht gab - Existenznot! -
Re: Eigentlich ja recht praktische Fahrzeuge
Autor: gadthrawn 08.11.22 - 11:02
Homeshopping schrieb:
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> Ein Grund, dass es hier nicht klappt, ist genau die etablierte
> Autoindustrie in Deutschland.
Ein Grund warum es nicht klappt ist, dass Produktionskosten weit unterschätzt werden. Und dann eher jede Lücke ausgenutzt wird, dass nicht als vollständiges Auto zuzulassen, da Homologation in Europa eben nicht trivial ist.
Auch der Streetscooter ist kein Gewinngeschäft trotz massiver Investitionen der Post und stattlichen Förderungen. Die Verluste gingen von 70 Mio in 2018 auf 100 Mio 2019 ohne das die grundsätzlichen Probleme mit dem Fahrzeug gelöst wurden.
Und teilweise echt mies verarbeitet.
Und das allerwichtigste: Bei den Käufern , also den Kunden, floppen die Konzepte. 1500 Fahrzeuge beim e.Go sind ein Witz. Preise vom größeren und besser ausgestatten Fiat 500 oder e.Up zahlt kaum ein Kunde für etwas technisch älter wirkendes.
Der e.Wave als Nachfolger des e.Go? Auch 160 km Reichweite im Kleinstformat für 25.000¤. Im Vergleich war der e.Up größer, 100km mehr Reichweite, mehr Innengoodies, 1000¤ teurer. Und wenigstens eine Einzelradaufhängung.
Der Grund warum es nicht klappt, ist also dass Kunden keine gesponnenen Luftschlösser für den Preis kaufen wollen, die mal mit 12000¤ als Angabe starten sollten, dann aber doch den Preis eines echten Autos kosten...



