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Wie soll ich das als Kunde denn ernst nehmen?
Autor: dependent 20.03.17 - 08:37
Wenn ich für ein Auto (in diesem Fall sehr) viel Geld zahle, möchte ich ja zumindest ansatzweise das Gefühl haben, dass es einen Mehrwert gibt. Bei Porsche könnten das Leistung und Verarbeitung und geringe Stückzahl sein. Bei Tesla eben neue Technologien, Stückzahl und Kosten für den Akku. Aber wenn ich doch weiß, dass ich ¤10.000 mehr zahle wie andere Kunden, obwohl der Unterschied nur in einer Softwareeinstellung liegt, fühlt sich das für mich falsch an. Das würde doch bedeuten (so meine Interpretation), dass ich mit meinem Geld das günstige Modell finanziere. Denn wie ist dieser Preisunterschied für eine Softwareanpassung (pro Stück) zu erklären?
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Re: Wie soll ich das als Kunde denn ernst nehmen?
Autor: Berner Rösti 20.03.17 - 08:52
dependent schrieb:
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> Wenn ich für ein Auto (in diesem Fall sehr) viel Geld zahle, möchte ich ja
> zumindest ansatzweise das Gefühl haben, dass es einen Mehrwert gibt. Bei
> Porsche könnten das Leistung und Verarbeitung und geringe Stückzahl sein.
> Bei Tesla eben neue Technologien, Stückzahl und Kosten für den Akku. Aber
> wenn ich doch weiß, dass ich ¤10.000 mehr zahle wie andere Kunden, obwohl
> der Unterschied nur in einer Softwareeinstellung liegt, fühlt sich das für
> mich falsch an. Das würde doch bedeuten (so meine Interpretation), dass
> ich mit meinem Geld das günstige Modell finanziere. Denn wie ist dieser
> Preisunterschied für eine Softwareanpassung (pro Stück) zu erklären?
Das ist reines Marketing gewesen.
Es ist absurd, ein Auto für immer noch viel Geld zu kaufen, aber davon dann nur einen Teil nutzen zu dürfen.
Genauso gut könnten sie auch ein günstigeres Modell herausbringen, bei dem der Schlüssel für den Kofferraum nicht dabei ist, aber dann gegen 10.000 Euro Aufpreis erhältlich ist.
Als Kunde fühlt man sich bei sowas einfach verarscht, wenn etwas mit ausgeliefert wird, aber künstlich limitiert wird.
Sowas findet man zwar auch bei anderen Produkten immer wieder, aber dort ist es nicht so offensichtlich. -
Re: Wie soll ich das als Kunde denn ernst nehmen?
Autor: gadthrawn 20.03.17 - 08:54
dependent schrieb:
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> Wenn ich für ein Auto (in diesem Fall sehr) viel Geld zahle, möchte ich ja
> zumindest ansatzweise das Gefühl haben, dass es einen Mehrwert gibt. Bei
> Porsche könnten das Leistung und Verarbeitung und geringe Stückzahl sein.
> Bei Tesla eben neue Technologien, Stückzahl und Kosten für den Akku. Aber
> wenn ich doch weiß, dass ich ¤10.000 mehr zahle wie andere Kunden, obwohl
> der Unterschied nur in einer Softwareeinstellung liegt, fühlt sich das für
> mich falsch an. Das würde doch bedeuten (so meine Interpretation), dass
> ich mit meinem Geld das günstige Modell finanziere. Denn wie ist dieser
> Preisunterschied für eine Softwareanpassung (pro Stück) zu erklären?
Wie bei fast jedem anderen Auto auch. VW/Skoda - hast du Nebelscheinwerfer ist die komplette Hardware für Kurvenlicht da. Ford mit ihren elektrischen Fensterhebern - Einstiegslinie gehen die nur hoch/runter. Nächsthöhere Kategorie geht das Fahrerfenster bei langem Druck danach automatisch runter. Höchste - Fernbedienung wird mit ausgewertet, längerer Druck funktioniert mit auf/ab bei Fahrer/Beifahrer. Hardware muss kein bisschen geändert werden. Mazdas Freischaltung des Navigationssystems beim 6er.
Meist muss bei Komfortfunktionen nur ein Bit was gesetzt werden muss, was aber bei Kauf entweder kostet oder erst in einer höheren Ausstattunglinie enthalten ist.
Das sind einfach nur Kleinteile als Beispiele. Bei manchen ist es auch eine Motordrosselung. Es lohnt sich halt nicht, alles mit unterschiedlichen Teilen auszustatten. -
Re: Wie soll ich das als Kunde denn ernst nehmen?
Autor: Berner Rösti 20.03.17 - 08:58
gadthrawn schrieb:
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> dependent schrieb:
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> > Wenn ich für ein Auto (in diesem Fall sehr) viel Geld zahle, möchte ich
> ja
> > zumindest ansatzweise das Gefühl haben, dass es einen Mehrwert gibt.
> Bei
> > Porsche könnten das Leistung und Verarbeitung und geringe Stückzahl sein.
>
> > Bei Tesla eben neue Technologien, Stückzahl und Kosten für den Akku.
> Aber
> > wenn ich doch weiß, dass ich ¤10.000 mehr zahle wie andere Kunden,
> obwohl
> > der Unterschied nur in einer Softwareeinstellung liegt, fühlt sich das
> für
> > mich falsch an. Das würde doch bedeuten (so meine Interpretation), dass
> > ich mit meinem Geld das günstige Modell finanziere. Denn wie ist dieser
> > Preisunterschied für eine Softwareanpassung (pro Stück) zu erklären?
>
> Wie bei fast jedem anderen Auto auch. VW/Skoda - hast du Nebelscheinwerfer
> ist die komplette Hardware für Kurvenlicht da. Ford mit ihren elektrischen
> Fensterhebern - Einstiegslinie gehen die nur hoch/runter. Nächsthöhere
> Kategorie geht das Fahrerfenster bei langem Druck danach automatisch
> runter. Höchste - Fernbedienung wird mit ausgewertet, längerer Druck
> funktioniert mit auf/ab bei Fahrer/Beifahrer. Hardware muss kein bisschen
> geändert werden. Mazdas Freischaltung des Navigationssystems beim 6er.
> Meist muss bei Komfortfunktionen nur ein Bit was gesetzt werden muss, was
> aber bei Kauf entweder kostet oder erst in einer höheren Ausstattunglinie
> enthalten ist.
> Das sind einfach nur Kleinteile als Beispiele. Bei manchen ist es auch eine
> Motordrosselung. Es lohnt sich halt nicht, alles mit unterschiedlichen
> Teilen auszustatten.
Da geht es aber nur um Komfort-Funktionen. Bei dem o.g. Tesla wurde jedoch genau das künstlich beschnitten, was ohnehin die Achillesferse dieses Wagens ist. Man fährt eine dreiviertel Tonne Akku spazieren, von dem man dann nur einen Teil benutzen darf. -
Re: Wie soll ich das als Kunde denn ernst nehmen?
Autor: wasabi 20.03.17 - 09:01
> Da geht es aber nur um Komfort-Funktionen. Bei dem o.g. Tesla wurde jedoch
> genau das künstlich beschnitten, was ohnehin die Achillesferse dieses
> Wagens ist. Man fährt eine dreiviertel Tonne Akku spazieren, von dem man
> dann nur einen Teil benutzen darf.
Man hat aber die Ladegeschwindigkeit und Haltbarkeit des größeren Akkus. -
Re: Wie soll ich das als Kunde denn ernst nehmen?
Autor: gadthrawn 20.03.17 - 09:04
Berner Rösti schrieb:
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> Als Kunde fühlt man sich bei sowas einfach verarscht, wenn etwas mit
> ausgeliefert wird, aber künstlich limitiert wird.
Bei Autos leider normal.
Wenn du die Beschreibung
Byte 23, Bit 3,4
00 Abbiegelicht inaktiv
08 Abbiegelicht über Nebelscheinwerfer
18 Abbiegelicht über Abblendlicht
18 Abbiegelicht über Xenon Shutter
liest... dann kannst du dich fragen, warum Abbiegelicht bei dem Modell von VW/SKoda/... teilweise extra kostet. -
Re: Wie soll ich das als Kunde denn ernst nehmen?
Autor: gadthrawn 20.03.17 - 09:06
Berner Rösti schrieb:
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> gadthrawn schrieb:
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> > dependent schrieb:
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> > > Wenn ich für ein Auto (in diesem Fall sehr) viel Geld zahle, möchte
> ich
> > ja
> > > zumindest ansatzweise das Gefühl haben, dass es einen Mehrwert gibt.
> > Bei
> > > Porsche könnten das Leistung und Verarbeitung und geringe Stückzahl
> sein.
> >
> > > Bei Tesla eben neue Technologien, Stückzahl und Kosten für den Akku.
> > Aber
> > > wenn ich doch weiß, dass ich ¤10.000 mehr zahle wie andere Kunden,
> > obwohl
> > > der Unterschied nur in einer Softwareeinstellung liegt, fühlt sich das
> > für
> > > mich falsch an. Das würde doch bedeuten (so meine Interpretation),
> dass
> > > ich mit meinem Geld das günstige Modell finanziere. Denn wie ist
> dieser
> > > Preisunterschied für eine Softwareanpassung (pro Stück) zu erklären?
> >
> > Wie bei fast jedem anderen Auto auch. VW/Skoda - hast du
> Nebelscheinwerfer
> > ist die komplette Hardware für Kurvenlicht da. Ford mit ihren
> elektrischen
> > Fensterhebern - Einstiegslinie gehen die nur hoch/runter. Nächsthöhere
> > Kategorie geht das Fahrerfenster bei langem Druck danach automatisch
> > runter. Höchste - Fernbedienung wird mit ausgewertet, längerer Druck
> > funktioniert mit auf/ab bei Fahrer/Beifahrer. Hardware muss kein
> bisschen
> > geändert werden. Mazdas Freischaltung des Navigationssystems beim 6er.
> > Meist muss bei Komfortfunktionen nur ein Bit was gesetzt werden muss,
> was
> > aber bei Kauf entweder kostet oder erst in einer höheren
> Ausstattunglinie
> > enthalten ist.
> > Das sind einfach nur Kleinteile als Beispiele. Bei manchen ist es auch
> eine
> > Motordrosselung. Es lohnt sich halt nicht, alles mit unterschiedlichen
> > Teilen auszustatten.
>
> Da geht es aber nur um Komfort-Funktionen. Bei dem o.g. Tesla wurde jedoch
> genau das künstlich beschnitten, was ohnehin die Achillesferse dieses
> Wagens ist. Man fährt eine dreiviertel Tonne Akku spazieren, von dem man
> dann nur einen Teil benutzen darf.
Bei der Motordrosselung fährt man einen größeren Motor im kleineren Auto spazieren, der nicht voll ausgenutzt wird.
Bei dem Akku ... evtl hält der dann sogar länger wenn er Zellen intelligenter ausnutzt? -
Re: Wie soll ich das als Kunde denn ernst nehmen?
Autor: Mel 20.03.17 - 09:08
Hier gehts rein darum den Einstiegspreis zu senken.
Macht z.B.: in Österreich aus steuerlichen Gründen Sinn. Bis 80.000 ¤ Kaufpreis zahle ich hier bei Elektroautos als Firma keine Mehrwertssteuer. (Vereinfacht ausgedrückt, tatsächlich etwas komplizierter) Spätere Aussgaben für das Fahrzeug sind dann ebenfalls von der MwSt. befreit - also z.B. Winterreifen. Aber eben auch solche Updates. Wir haben aus genau diesen Gründen den Autopiloten erst später aktiviert.
Diese Reduktion der Akkugröße klingt schlimmer als es tatsächlich ist. Die 60 kW entsprechen den 80% Ladestand auf die du das Auto normalerweise lädst. 100% lädst du nur bei Fernfahrten. -
Re: Wie soll ich das als Kunde denn ernst nehmen?
Autor: Mel 20.03.17 - 09:10
wasabi schrieb:
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> > Da geht es aber nur um Komfort-Funktionen. Bei dem o.g. Tesla wurde
> jedoch
> > genau das künstlich beschnitten, was ohnehin die Achillesferse dieses
> > Wagens ist. Man fährt eine dreiviertel Tonne Akku spazieren, von dem man
> > dann nur einen Teil benutzen darf.
>
> Man hat aber die Ladegeschwindigkeit und Haltbarkeit des größeren Akkus.
Du hast sogar eine wesentlich bessere Ladegeschwindigkeit als du eigentlich haben könntest. Da es technisch gesehen einer 80 % Ladung entspricht lädt der wirklich zügig. Die letzten 20 % dauern ewig... -
Re: Wie soll ich das als Kunde denn ernst nehmen?
Autor: Berner Rösti 20.03.17 - 09:21
gadthrawn schrieb:
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> Berner Rösti schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
> -----
> > Als Kunde fühlt man sich bei sowas einfach verarscht, wenn etwas mit
> > ausgeliefert wird, aber künstlich limitiert wird.
>
> Bei Autos leider normal.
>
> Wenn du die Beschreibung
> Byte 23, Bit 3,4
> 00 Abbiegelicht inaktiv
> 08 Abbiegelicht über Nebelscheinwerfer
> 18 Abbiegelicht über Abblendlicht
> 18 Abbiegelicht über Xenon Shutter
>
> liest... dann kannst du dich fragen, warum Abbiegelicht bei dem Modell von
> VW/SKoda/... teilweise extra kostet.
Du hättest auch den letzten Satz meines Beitrags lesen sollen. -
Re: Wie soll ich das als Kunde denn ernst nehmen?
Autor: wasabi 20.03.17 - 09:21
> Denn wie ist dieser Preisunterschied für eine Softwareanpassung (pro Stück) zu erklären?
Ich glaube du solltest dir grundsätzlich klar machen, wie Preise gemacht werden :-)
Ähnliche Diskussionen gibt es auch z.B. immer wieder, wenn Apple angeblich übertrieben viel Geld verlangt für ein paar GB Flash-Speicher beim iPhone. Das muss man aber anders sehen: Apple bietet das iPhone in verschiedenen Varianten an, um unterschiedliche Preisklassen zu bedienen. Diese Preise werden entsprechend festgesetzt. Die Preisunterschiede zwischen den Modellen haben nichts mit den Herstellungskosten zu tun.
Am extremsten ist das bei Software. Da gibt es von mancher Anwendungssoftware auch verschiedene Versionen. Das "normale" Paket, und dann bei einigen auch eine abgespeckte EInstigerversion für weniger Geld. Bei beiden bekommt man nur einen Karton, ein Handbuch und eine DVD... Warum kostet das Volle Paket soviel mehr?
Das 60kWH-Modell wurde ja nachträglich eingeführt. Also es gab als Einstiegsmodell das 75kWH Modell. Dann hat man sich gefragt: Könnten wir unseren Käuferkreis nicht noch erhöhen, wenn wir ein noch günstigeres Einstiegsmodell anbieten? Und das hat man dann gemacht. Indem man einen kleineren Akku angeboten hat. Aber es wäre letztlich wohl teurer, einen eigenen, kleinen Akku zu bauen. Also macht man den einfach künstlich kleiner.
Bei CPUs und GPUs ist das doch auch so. Die abgespeckten oder niedriger getakteten Modelle sind nicht zwingend ausschussware. Letztlich wird da teils auch einfach definiert: Den verkaufen wir jetzt mit 2GHz, und den mit 2,5GHz, obwohl es genau der gleiche ist.
Wenn es bei Verbrenner-PKWs unterschiedliche Motoren gibt, sind die manchmal auch nicht tatsächlich technisch komplett unterschiedlich, sondern per Software stärker/schwächer gemacht.
> Das würde doch bedeuten (so meine Interpretation), dass ich mit meinem Geld das günstige Modell finanziere.
Ja, natürlich, das ist aber überall so. Die Marge bei Einstiegsmodellen (egal ob Autos, Handys...) ist meistens geringer als bei teureren Modellen.
Oder stört es dich vor allem, dass man das 60er Modell nachträglich einfach den größeren Akku freischalten kann? Psychologisch ist das natürlich pikanter, aber ansonsten ist eine solche "künstliche" Differnzierung, um unterschiedliche Preisbereiche bedienen zu können, völlig normal. -
Re: Wie soll ich das als Kunde denn ernst nehmen?
Autor: Berner Rösti 20.03.17 - 09:28
gadthrawn schrieb:
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> Bei der Motordrosselung fährt man einen größeren Motor im kleineren Auto
> spazieren, der nicht voll ausgenutzt wird.
Schlechtes Beispiel, denn mehr Leistung bedeutet auch mehr Verbrauch, andere Abgaswerte und ggf. anderer Steuer- und Versicherungssatz.
Man hat also tatsächlich etwas davon, wenn man nicht mehr Leistung braucht.
Bei der Limitierung der Ladekapazität hat man jedoch keinen Mehrwert, sondern darf etwas nicht benutzen, was man jedoch mitgeliefert bekommt -- siehe mein Vergleich mit dem Kofferraum.
Es ist einfach eine Kopfsache, ob man etwas dazu oder weggenommen bekommt.
> Bei dem Akku ... evtl hält der dann sogar länger wenn er Zellen intelligenter ausnutzt?
Spielt keine Rolle, da man ja ohnehin Garantie hat. -
Re: Wie soll ich das als Kunde denn ernst nehmen?
Autor: dow697 20.03.17 - 09:30
Berner Rösti schrieb:
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> Als Kunde fühlt man sich bei sowas einfach verarscht, wenn etwas mit
> ausgeliefert wird, aber künstlich limitiert wird.
Tue ich nicht. Ich wusste genau, das der 60er limitiert ist. Und je mehr ich mich damit beschäftigt habe, desto unsinniger war es für mich einen 75er zu bestellen. Durch den größeren Akku habe ich die Möglichkeit immer auf 100% zu laden und die dann zur Verfügung stehende Reichweite reicht mir vollkommen aus. -
Re: Wie soll ich das als Kunde denn ernst nehmen?
Autor: wasabi 20.03.17 - 09:37
> > Bei dem Akku ... evtl hält der dann sogar länger wenn er Zellen
> intelligenter ausnutzt?
>
> Spielt keine Rolle, da man ja ohnehin Garantie hat.
Die Garantie ist aber auch nicht unendlich und in der steht auch nicht drin, dass man nach 8 Jahren noch die volle Kapazität hat.
Wenn ich bei gleichen Preis die Wahl habe zwischen einem Auto mit 75kHW-Akku, von dem ich aber wegen einer Software beschränkung nur 60kWh nutzen kann, und einem Auto, dessen Akku wirklich nur 60kWH hat, würde ich auf jeden Fall ersteres nehmen. Weil ich da schneller laden kann und der Akku länger hält.
Übrigens hat natürlich auch der 75kWh-Akku in wirklichkeit eine höhere Kapazität und wird künstlich beschränkt. Das machen alle Hersteller so, eben wegen der Haltbarkeit. -
Re: Wie soll ich das als Kunde denn ernst nehmen?
Autor: Berner Rösti 20.03.17 - 09:41
dow697 schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Durch den größeren Akku habe ich die Möglichkeit immer auf 100% zu laden ...
Seit ich mein Bier in 0,2er-Gläser einschenke, kann ich abends 5 Gläser trinken, statt wie früher nur zwei Flaschen... -
Re: Wie soll ich das als Kunde denn ernst nehmen?
Autor: Berner Rösti 20.03.17 - 09:44
wasabi schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> > > Bei dem Akku ... evtl hält der dann sogar länger wenn er Zellen
> > intelligenter ausnutzt?
> >
> > Spielt keine Rolle, da man ja ohnehin Garantie hat.
>
> Die Garantie ist aber auch nicht unendlich und in der steht auch nicht
> drin, dass man nach 8 Jahren noch die volle Kapazität hat.
>
> Wenn ich bei gleichen Preis die Wahl habe zwischen einem Auto mit
> 75kHW-Akku, von dem ich aber wegen einer Software beschränkung nur 60kWh
> nutzen kann, und einem Auto, dessen Akku wirklich nur 60kWH hat, würde ich
> auf jeden Fall ersteres nehmen. Weil ich da schneller laden kann und der
> Akku länger hält.
Die Wahl hast du aber nicht.
Es ist dasselbe Auto. -
Re: Wie soll ich das als Kunde denn ernst nehmen?
Autor: dow697 20.03.17 - 09:47
Berner Rösti schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> dow697 schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
> -----
> > Durch den größeren Akku habe ich die Möglichkeit immer auf 100% zu laden
> ...
>
> Seit ich mein Bier in 0,2er-Gläser einschenke, kann ich abends 5 Gläser
> trinken, statt wie früher nur zwei Flaschen...
Prost! -
Re: Wie soll ich das als Kunde denn ernst nehmen?
Autor: Brainfreeze 20.03.17 - 09:56
Berner Rösti schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> wasabi schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
> -----
> > > > Bei dem Akku ... evtl hält der dann sogar länger wenn er Zellen
> > > intelligenter ausnutzt?
> > >
> > > Spielt keine Rolle, da man ja ohnehin Garantie hat.
> >
> > Die Garantie ist aber auch nicht unendlich und in der steht auch nicht
> > drin, dass man nach 8 Jahren noch die volle Kapazität hat.
> >
> > Wenn ich bei gleichen Preis die Wahl habe zwischen einem Auto mit
> > 75kHW-Akku, von dem ich aber wegen einer Software beschränkung nur 60kWh
> > nutzen kann, und einem Auto, dessen Akku wirklich nur 60kWH hat, würde
> ich
> > auf jeden Fall ersteres nehmen. Weil ich da schneller laden kann und der
> > Akku länger hält.
>
> Die Wahl hast du aber nicht.
>
> Es ist dasselbe Auto.
Ich verstehe jetzt das Problem nicht: Der Kunde konnte bisher ein Auto mit einer bestimmten Akkuleistung kaufen, zu einem bestimmten Preis. Wenn er stattdessen eine Ausführung mit einer höheren Leistung haben wollte, muss er entsprechend mehr bezahlen. Das in beiden Fällen nun technisch dasselbe Fahrzeug ausgeliefert wird, nur mit unterschiedlicher Software(einstellung) sollte dem Kunden doch egal sein, solange er die Leistung bekommt, die er bestellt bzw. bezahlt hat.
Es sei denn, der kleinere Akku hätte deutliche Vorteile gehabt (z.B. Gewicht), die durch dieses Vorgehen nicht mehr bestehen. -
Re: Wie soll ich das als Kunde denn ernst nehmen?
Autor: dow697 20.03.17 - 09:59
Berner Rösti schrieb:
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> wasabi schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
> -----
> > > > Bei dem Akku ... evtl hält der dann sogar länger wenn er Zellen
> > > intelligenter ausnutzt?
> > >
> > > Spielt keine Rolle, da man ja ohnehin Garantie hat.
> >
> > Die Garantie ist aber auch nicht unendlich und in der steht auch nicht
> > drin, dass man nach 8 Jahren noch die volle Kapazität hat.
> >
> > Wenn ich bei gleichen Preis die Wahl habe zwischen einem Auto mit
> > 75kHW-Akku, von dem ich aber wegen einer Software beschränkung nur 60kWh
> > nutzen kann, und einem Auto, dessen Akku wirklich nur 60kWH hat, würde
> ich
> > auf jeden Fall ersteres nehmen. Weil ich da schneller laden kann und der
> > Akku länger hält.
>
> Die Wahl hast du aber nicht.
>
> Es ist dasselbe Auto.
Wenn du einen 75er kaufst solltest du ihn i.d.R. nur bis 80% laden. Dies entspricht dann wieder circa der Reichweite eines zu 100% geladenen 60er. Du hast recht es ist das selbe Auto ABER wenn ich einen 75er eh fast immer limitieren muss wo ist dann der Vorteil?
Wenn man extrem viel Langstrecke fährt kommen eh nur 90er oder 100er in Frage.
Aber was regst du dich eigentlich darüber auf? In dem Artikel geht es doch sogar darum, dass der von dir gehasste 60er Akku nicht mehr verkauft wird. -
Re: Wie soll ich das als Kunde denn ernst nehmen?
Autor: wasabi 20.03.17 - 10:00
> Die Wahl hast du aber nicht.
>
> Es ist dasselbe Auto.
Ja, und wo ist das Problem? Ich überlege mir gerade welche Optionen Tesla gehabt hätte
a) Sie bieten gar kein günstigeres Modell mit kleinerem Akku an
b) Sie bieten ein 60kWh-Modell an, wo der Akku tatsächlich kleiner ist
c) Sie bieten ein 60kWh-Modell an, das eigentlich einen 75kWh-Akku enthält, verraten das aber nicht
d) Sie bieten ein 60kWh-Modell an, das eigentlich einen 75kWH-Akku enthält, kommunizieren das aber offen und bieten auch eine nachträgliche Freitschaltung gegen Aufpreis an
Sie haben sich für (d) entschieden. Was wäre der Vorteil an a,b oder c gewesen? (a) ist wohl defintiv nicht besser für den Kunden. (b) ist wie oben beschrieben technisch nachteilig. Offenbar gibt es nun manche, die (c) bevorzugt hätten? Dann hätte man aber gar nicht gewusst, dass man gegenüber (b) Vorteile beim Laden und der Haltbarkeit hätte (vielleicht hätte Tesla dann gar auch das Ladeverhalten so angepasst, als wenn da tatsächlich ein kleinerer Akku drin steckt).
Ich denke sie haben die Lösung gewählt, die für den Kunden am besten ist. Zumindest für die Kunden, denen 60kWh reichen. Oder geht es eher darum, dass du dich als 75kWH-Käufer veräppelt fühlst?



