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Die armen Petrol-Heads...

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  1. Die armen Petrol-Heads...

    Autor: recluce 18.09.20 - 03:44

    ... wieder ein vorgeschobenes "Argument" weniger gegen BEVs...

  2. Re: Die armen Petrol-Heads...

    Autor: Peter V. 18.09.20 - 06:34

    recluce schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ... wieder ein vorgeschobenes "Argument" weniger gegen BEVs...
    Ich verzichte mal auf stumpfe Diffamierungen wie Du und werfe ein, dies ist kein vorgeschobenes Argument. Die Wohnsituation in Deutschland ist und bleibt eine Spezielle. In den meisten Städten profitieren die allermeisten Menschen nicht von dieser Regelung und haben keine Chance auf die eigene Ladestation.

  3. Re: Die armen Petrol-Heads...

    Autor: MoGas 18.09.20 - 07:09

    Ja, als Laternenparker hast Du nichts davon. Und als Mieter kannst Du dann ein paar Tausend in die Garage Deines Vermieters investieren. Bei den Einkomensverhältnissen in Deutschland wissen wir, was passieren wird.

  4. Re: Die armen Petrol-Heads...

    Autor: kellemann 18.09.20 - 07:29

    MoGas schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ja, als Laternenparker hast Du nichts davon. Und als Mieter kannst Du dann
    > ein paar Tausend in die Garage Deines Vermieters investieren. Bei den
    > Einkomensverhältnissen in Deutschland wissen wir, was passieren wird.

    Du bringst es auf den Punkt, als Vermieter würde ich mir ins Fäustchen lachen.
    Das wird doch nur ein sehr kleiner Anteil der Personen machen (können), für alle anderen ist es zu teuer.

    Und selbst wenn ich das Geld nun liegen hätte, warum sollte ich soviel Geld investieren, wenn ich vielleicht innerhalb der folgenden 1-2 Jahren umziehe?



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 18.09.20 07:30 durch kellemann.

  5. Re: Die armen Petrol-Heads...

    Autor: Dai 18.09.20 - 07:30

    MoGas schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ja, als Laternenparker hast Du nichts davon. Und als Mieter kannst Du dann
    > ein paar Tausend in die Garage Deines Vermieters investieren. Bei den
    > Einkomensverhältnissen in Deutschland wissen wir, was passieren wird.

    Ein paar tausend? Mein Anschluss in der Garage wurde für knapp über 500¤ verlegt. Das sollte man sich schon leisten können, vor allem weil das eine einmalige Investition ist.

  6. Re: Die armen Petrol-Heads...

    Autor: Dwalinn 18.09.20 - 08:58

    Für 500¤ bekommst du ja nichtmal die Wallbox und ganz offensichtlich hattest du bereits gute Bauliche Bedingung. Mein Parkplatz bspw. könnte sich höchstens am Stromkabel der LED Lampen bedienen ansonsten wird es auch ordentlich teuer.

  7. Re: Die armen Petrol-Heads...

    Autor: Thamdar 18.09.20 - 09:15

    Ich würde mir eher ein Gesetz wünschen, dass dem Staat vorschreibt wesentlich mehr Ladepunkte in Wohngebieten auszubauen und diese dann an die Betreiber vermietet. Laternenparker haben bei Elektroautos weiterhin das Nachsehen und gerade in der Stadt, in der ein E-Auto seine Stärken ausspielen kann, sind Garagen und private Parkplätze keine Selbstverständlichkeit, eher eine Seltenheit.

  8. Re: Die armen Petrol-Heads...

    Autor: marcometer 18.09.20 - 09:45

    Wer sagt denn, dass man zwingend eine Wallbox braucht?
    In der Regel reicht jedem schon eine ganz gewöhnliche Schuko-Steckdose + das mitgelieferte Ladekabel vom KFZ-Hersteller.
    Nur wer extrem viel fährt und trotzdem (nahezu nur) zuhause laden will braucht eigentlich mehr als das.

  9. Re: Die armen Petrol-Heads...

    Autor: bplhkp 18.09.20 - 10:01

    Mein Elektriker hat mir stark davon abgeraten ein Elektroauto regelmäßig über die Haushaltssteckdose zu laden. Sie ist wohl nicht für eine dauerhafte Höchstlast ausgelegt.

  10. Re: Die armen Petrol-Heads...

    Autor: Dwalinn 18.09.20 - 10:33

    Wenn die auf Dauerlast ausgelegt sind ist das schon okay. In Endeffekt ist es auch egal ob man eine Schuko Steckdose oder Wallbox installiert, nur 500¤ zahlt man nur wenn man bereits günstige bauliche Bedingungen hat.

  11. Re: Die armen Petrol-Heads...

    Autor: mj 18.09.20 - 10:38

    mehr als 10A Dauerstrom sollten darüber nicht gehen.
    ich hab kurzzeitig mit den gedanken an einem hybrid gespielt da hätte di schuko auch gereicht.

    ändert aber nichts an der tatsache das kaum leute nutzen von dem gesetz haben, weil die installation teuer ist und viele die zur miete wohnen weder eine tiefgarage noch einen festen stellplatz haben

  12. Re: Die armen Petrol-Heads...

    Autor: mke2fs 18.09.20 - 11:38

    bplhkp schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mein Elektriker hat mir stark davon abgeraten ein Elektroauto regelmäßig
    > über die Haushaltssteckdose zu laden. Sie ist wohl nicht für eine
    > dauerhafte Höchstlast ausgelegt.


    Richtig. Dann baut man sich halt eine CEE-Dose an und eine mobile Wallbox.
    Damit bleibt die Box in deinem Besitz, dem Eigentümer bezahlst du einfach nur die CEE-Dose.

  13. Re: Die armen Petrol-Heads...

    Autor: Oktavian 18.09.20 - 11:41

    > Ich würde mir eher ein Gesetz wünschen, dass dem Staat vorschreibt
    > wesentlich mehr Ladepunkte in Wohngebieten auszubauen

    Du möchtest ein Gesetz, dass dem Staat etwas vorschreibt. Wer soll denn dieses Gesetz beschließen. Der Staat, oder?

    Dieser Beschluss ist ungefähr so sinnvoll, wie wenn mein Sohn sich vornimmt, keine Süßigkeiten mehr zu naschen. Der Beschluss hält genau so lange, bis er unbequem wird, dann wird er wieder geändert.

    Ein Staat (oder mein Sohn) kann sowas tun, weil er es will, und es dann einfach in den Haushalt einplanen. Ein Gesetz hilft hier nichts, denn da der Staat die Gesetze macht, ist es eben einfach nur eine Selbstverpflichtung.

    > und diese dann an die
    > Betreiber vermietet.

    Auch hier bin ich skeptisch. Unser Staat ist sehr gut darin, schnell große Geldmittel aufzubringen. Er ist leider schlecht darin, diese Mittel auch effizient einzusetzen. Und er ist katastrophal darin, einmal in Infrastruktur investierte Mittel langfristig zu sichern, indem er diese Infrastruktur wartet und instand hält. Er kann das nicht bei Autobahnen, Wasserwegen, Abwassernetzen, Brücken, sonstigen Straßen, Schulen, Universitäten, Schienennetzen, usw. Will man wirklich eine weitere essentielle Infrastruktur in Staatshand, die vor sich hin rottet?

    Dazu hätte der Staat dann ein weiteres Monopol. Solche Monopole sind immer klasse Einnahmequellen. Wenn im Haushalt auch nur eine kleine Lücke klafft, erhöht man halt die Miete um 2%. Für den Staat ist das klasse, die Milliarden fließen, der Bürger kann nicht ausweichen und die meisten Bürger merken es nicht mal, da es ja keine Steuern sind sondern Strom an den gierigen Anbieter. Das ist wie beim Benzin, Diesel oder Strom, wo die meisten Kunden auch verdrängen, dass mehr als die Hälfte des Preises Steuern sind.

    > Laternenparker haben bei Elektroautos weiterhin das
    > Nachsehen und gerade in der Stadt, in der ein E-Auto seine Stärken
    > ausspielen kann, sind Garagen und private Parkplätze keine
    > Selbstverständlichkeit, eher eine Seltenheit.

    Irgendwie gibt das schon zu denken, ob das E-Auto in seiner jetzigen Form der Weisheit letzter Schluss ist. Da, wo es nützlich sein kann, funktioniert es nicht, und da, wo es funktioniert, ist es nicht nützlich.

  14. Re: Die armen Petrol-Heads...

    Autor: Black616Angel 18.09.20 - 11:57

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Ich würde mir eher ein Gesetz wünschen, dass dem Staat vorschreibt
    > > wesentlich mehr Ladepunkte in Wohngebieten auszubauen
    >
    > Du möchtest ein Gesetz, dass dem Staat etwas vorschreibt. Wer soll denn
    > dieses Gesetz beschließen. Der Staat, oder?

    Ich greife dem Vorredner mal unter die Arme, denn so dumm war das gar nicht...
    Der Staat sollte den _Netzbetreibern der Städte_ vorschreiben, solche Ladestationen aufzubauen und diese dann wie das restliche Stromnetz zur Verwendung freizugeben.

    Dann wäre der Staat nicht "am Drücker" für die Preise und es könnte der Markt regeln (was ja alle immer so gerne wollen).
    Die Prozesse für den Netzbetreiber sind ähnlich seiner derzeitigen und jeder könnte sich dann einen Autostrom-Lieferanten buchen, der dann den Lieferantenteil übernimmt.

    > > Laternenparker haben bei Elektroautos weiterhin das
    > > Nachsehen und gerade in der Stadt, in der ein E-Auto seine Stärken
    > > ausspielen kann, sind Garagen und private Parkplätze keine
    > > Selbstverständlichkeit, eher eine Seltenheit.
    >
    > Irgendwie gibt das schon zu denken, ob das E-Auto in seiner jetzigen Form
    > der Weisheit letzter Schluss ist. Da, wo es nützlich sein kann,
    > funktioniert es nicht, und da, wo es funktioniert, ist es nicht nützlich.

    Ich finde auch, dass Eletroautos bei Laternenparkern eher nicht so sinnvoll sind.
    Es gibt folgende Möglichkeiten:
    1. Laternenparker in einer Stadt, in der die Person auch arbeitet--> ÖPNV und (irgendein) Auto für Urlaub oÄ.
    2. Laternenparker, Person arbeitet in einer anderen Stadt --> ist wahrscheinlich eher selten und damit eher ein Randfall --> Plug-In Hybrid oder Verbrenner
    3. kein Laternenparker --> E-Auto

    Sollte sich aber eine Lademöglichkeit bspw. an Laternen durchsetzen, dann sollten meinetwegen alle auf E-Autos umsteigen.

  15. Re: Die armen Petrol-Heads...

    Autor: Oktavian 18.09.20 - 12:07

    > 1. Laternenparker in einer Stadt, in der die Person auch arbeitet--> ÖPNV
    > und (irgendein) Auto für Urlaub oÄ.

    Für die meisten Autofahrer ist ÖPNV keine Option. Zu unflexibel, zu merkwürdige Gestalten, zu eng, zu dreckig. Wer jetzt ÖPNV fährt, kann das nicht nachvollziehen, denn er fährt damit ja. Wer jetzt Auto fährt und mal sehr gelegentlich ÖPNV, der kann gut verstehen, warum man das nicht dauerhaft will. Im Auto sind es einfach meine 3 m^3, mein Revier, mein Geruch, meine Musik, meine Gesellschaft, meine Zeit, meine Vorlieben. Das ist eine emotionale Entscheidung.

    > 2. Laternenparker, Person arbeitet in einer anderen Stadt --> ist
    > wahrscheinlich eher selten und damit eher ein Randfall --> Plug-In Hybrid
    > oder Verbrenner

    Ist das wirklich so selten? Ich glaube es nicht. Auch in Klein- und Mittelstädten sind Laternenparker die Regel, und die pendeln oft in die nächste Großstadt. Gerade hier findet man das Laternenparken häufig, weil einfach genug Platz da ist, man findet auch immer einen Parkplatz.

    > 3. kein Laternenparker --> E-Auto

    Naja, man muss sich das Auto erst mal leisten können. Ein alltagstaugliches E-Auto kostet selbst nach den üppigen Subventionen das doppelte eines Verbrenners gleichen Nutzwertes. Es bleibt das Reichweitenproblem kombiniert mit der langsamen Ladung. Es bleibt, dass bis auf ganz wenige Ausnahmen E-Autos nicht tauglich sind für die Fahrt in den Urlaub, etc.

    Sorry, E-Auto ist die Antwort auf eine Frage, die so kaum jemand gestellt hat. Es ist eine Lösung, sie passt nur nicht zum Problem.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 18.09.20 12:11 durch Oktavian.

  16. Re: Die armen Petrol-Heads...

    Autor: marcometer 18.09.20 - 12:16

    Es wird ja auch nicht die Höchstlast über die Schuko gezogen.
    Die mitgelieferten Kabel der Hersteller sind in aller Regel auf 8 oder 10A begrenzt, können also nur 1,8 bis 2,3 kW liefern. Das sollte jede Schuko-Steckdose spielend als Dauerlast schaffen, sonst wurde beim Einbau total gepfuscht.
    Damit verteilt man übrigens auch die Last auf das Gesamtsystem aller dahinter liegender Leitungen sehr schön über die Zeit.
    Für 100km Reichweite nachzuladen braucht es mit so einer Konstruktion ~10 Stunden.
    Nur eben nicht 10 Stunden mit 22 kW, sondern mit nur einem Bruchteil davon.

  17. Re: Die armen Petrol-Heads...

    Autor: Black616Angel 18.09.20 - 14:10

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Für die meisten Autofahrer ist ÖPNV keine Option. Zu unflexibel, zu
    > merkwürdige Gestalten, zu eng, zu dreckig. Wer jetzt ÖPNV fährt, kann das
    > nicht nachvollziehen, denn er fährt damit ja. Wer jetzt Auto fährt und mal
    > sehr gelegentlich ÖPNV, der kann gut verstehen, warum man das nicht
    > dauerhaft will. Im Auto sind es einfach meine 3 m^3, mein Revier, mein
    > Geruch, meine Musik, meine Gesellschaft, meine Zeit, meine Vorlieben. Das
    > ist eine emotionale Entscheidung.

    Ich bin so einer. Ich fahre derzeit mit einem Verbrenner.
    Warum? Kann mir kein E-Auto leisten.
    Würde ich mit den Öffentlichen fahren, wenn es nicht doppelt so lange für dieselbe Strecke dauern würde?
    Ja, ja, tausendmal ja.

    Klar ist das eine emotionale Entscheidung, unsere Zukunft ist aber keine emotionale Frage.
    Sich von begrenzten Ölvorkommen abhängig machen ist keine emotionale Frage.
    Die Luft in den Innenstädten verpesten ist keine emotionale Frage.

    > Ist das wirklich so selten? Ich glaube es nicht. Auch in Klein- und
    > Mittelstädten sind Laternenparker die Regel, und die pendeln oft in die
    > nächste Großstadt. Gerade hier findet man das Laternenparken häufig, weil
    > einfach genug Platz da ist, man findet auch immer einen Parkplatz.

    Kann ich dir nicht sagen, da es dazu keine Statistiken gibt.

    Wozu es aber Statistiken gibt:
    2018 hatten knapp 60% der Leute in einem Eigenheim einen eigenen Stellplatz.[1]
    Eigenheime haben ca. 45% der Leute. [2]
    Von den restlichen 55% haben 40% einen Stellplatz. [1]

    D.h. dass ziemlich genau 50% der Deutschen einen Stellplatz haben.


    > > 3. kein Laternenparker --> E-Auto
    >
    > Naja, man muss sich das Auto erst mal leisten können. Ein alltagstaugliches
    > E-Auto kostet selbst nach den üppigen Subventionen das doppelte eines
    > Verbrenners gleichen Nutzwertes. Es bleibt das Reichweitenproblem
    > kombiniert mit der langsamen Ladung. Es bleibt, dass bis auf ganz wenige
    > Ausnahmen E-Autos nicht tauglich sind für die Fahrt in den Urlaub, etc.

    Ach, als ob! Das Doppelte?
    Welches Auto kostet da das Doppelte?
    Opel Corsa 14.000 [3]
    Opel Corsa E 19.000 [4] (mit Subventionen)

    Ja, die sind schweineteuer im Vergleich zu ihren Pendants.
    Das wird sich in naher Zukunft auch nicht ändern.
    Was sich aber ändern wird, ist der Spritpreis und die Einschränkungen zu Verbrennern.
    Das wird nämlich bald richtig hässlich werden.

    > Sorry, E-Auto ist die Antwort auf eine Frage, die so kaum jemand gestellt
    > hat. Es ist eine Lösung, sie passt nur nicht zum Problem.

    Sorry, aber das ist ja wohl die mit Abstand dümmste Aussage aus deiner ganzen Antwort.
    Was bitte ist denn eine Alternative zum E-Auto?
    Verbrenner (mit begrenzten Ressourcen)?
    Wasserstoffautos, die noch mehr Strom für dieselbe Strecke brauchen?


    [1]
    destatis (PUNKT) de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Wohnen/Publikationen/Downloads-Wohnen/evs-wohnverhaeltnis-haushalte-2152591189004.pdf
    [2]
    faz (PUNKT) net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/sparen-und-geld-anlegen/immobilien-hausbesitzer-bleiben-in-deutschland-in-der-minderheit-16143807.html

    Opel:
    [3]
    opel (PUNKT) de/fahrzeuge/corsa-modelle/corsa/uebersicht.html
    [4]
    opel (PUNKT) de/microapps/green-deal/corsa-e

  18. Re: Die armen Petrol-Heads...

    Autor: Oktavian 18.09.20 - 14:42

    > Klar ist das eine emotionale Entscheidung, unsere Zukunft ist aber keine
    > emotionale Frage.

    Es ist das klassische Problem zwischen System 1 und System 2. Fast jedem ist rational klar, dass ÖPNV besser ist (System 2), aber im Moment der Entscheidung am Morgen, wenn es links zum Auto geht und rechts zum Bus, gewinnt dann doch meist System 1.

    > Ach, als ob! Das Doppelte?
    > Welches Auto kostet da das Doppelte?
    > Opel Corsa 14.000 [3]
    > Opel Corsa E 19.000 [4] (mit Subventionen)

    Autos gleichen Nutzwertes, nicht Autos gleichen Typs. Ich vergleiche mit dem Kia Picanto (10.000) oder dem Dacia Sandero (7600). Bei den beiden bekomme ich vor Ort beim Händler sogar noch etwas Rabatt, beim E-Auto keinen Cent, wenn ich Glück habe, legt der Händler die Fußmatten drauf.

    > Ja, die sind schweineteuer im Vergleich zu ihren Pendants.
    > Das wird sich in naher Zukunft auch nicht ändern.
    > Was sich aber ändern wird, ist der Spritpreis und die Einschränkungen zu
    > Verbrennern.

    Hier bleibt es abzuwarten. Lokale Einschränkungen, mal ein Parkplatz, mal eine gesperrte Straße gibt es, klar, aber flächendeckend wird das schwierig. Wenn ein Großteil der Bevölkerung sich E-Autos nicht leisten kann, aber weiterhin ein Großteil der Bevölkerung auf Mobilität angewiesen ist, dann darf man sich fragen, wen in Zukunft ein Großteil der Bevölkerung wählen wird. Immer dran denken, wir leben in einer Demokratie. Nur weil ein kleiner Teil der Bevölkerung eine Entscheidung für richtig hält, heißt das noch lange nicht, dass sie diese gegen die Mehrheit durchsetzen kann.

    Zwar findet eine Mehrheit Klimaschutz wichtig, aber sobald es ans eigene Geld geht und an die eigene Freiheit, bin ich mal gespannt. Große Teile der Bevölkerung ohne brauchbare Alternative einzuschränken ist eine relativ einfache Methode, Populisten zu stärken.

    > Was bitte ist denn eine Alternative zum E-Auto?

    E-Fuels zum Beispiel. Wasserstoff vielleicht. Diesel aus nachwachsenden Rohstoffen eventuell. Wir werden sehen. Vielleicht gibt es ja auch in der Akku-Technik in den nächsten 10 Jahren eine Revolution, und eine sinnvolle Reichweite bei sinnvoller Ladezeit zu einem sinnvollen Preis wird möglich. Ich bin da auch gespannt.

    Zur Zeit sind E-Autos eben was für Spezialfälle und Fanatiker. Die Verkaufszahlen sprechen Bände.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 18.09.20 14:45 durch Oktavian.

  19. Re: Die armen Petrol-Heads...

    Autor: Black616Angel 18.09.20 - 15:27

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es ist das klassische Problem zwischen System 1 und System 2. Fast jedem
    > ist rational klar, dass ÖPNV besser ist (System 2), aber im Moment der
    > Entscheidung am Morgen, wenn es links zum Auto geht und rechts zum Bus,
    > gewinnt dann doch meist System 1.

    Ja deshalb muss ja der Anreiz auch von außen kommen.
    Attraktivere Angebote der ÖPNV (Nahverkehr kostenlos bspw.)
    Oder (wovon ich aber kein Fan bin) negative Anreize wie Fahrverbote, teurerer Sprit etc.

    > Autos gleichen Nutzwertes, nicht Autos gleichen Typs. Ich vergleiche mit
    > dem Kia Picanto (10.000) oder dem Dacia Sandero (7600). Bei den beiden
    > bekomme ich vor Ort beim Händler sogar noch etwas Rabatt, beim E-Auto
    > keinen Cent, wenn ich Glück habe, legt der Händler die Fußmatten drauf.

    Das mit dem gleichen Nutzwert ist ja wohl sehr subjektiv.
    Aber ich gebe dir recht, E-Autos sind im Vergleich zu Verbrennern viel zu teuer.
    Das würde sich durch eine CO2 Steuer sehr gut regeln lassen.
    Außerdem wird sich das vielleicht sogar dann klären, wenn mehr E-Autos als Firmenwagen verwendet werden, da diese dann ja im Gebrauchtwagenmarkt bessere Preise haben als als Neuwagen.

    > Zwar findet eine Mehrheit Klimaschutz wichtig, aber sobald es ans eigene
    > Geld geht und an die eigene Freiheit, bin ich mal gespannt. Große Teile der
    > Bevölkerung ohne brauchbare Alternative einzuschränken ist eine relativ
    > einfache Methode, Populisten zu stärken.

    Das bleibt abzuwarten.
    Wenn sich Homeoffice in DE erstmal richtig durchgesetzt hat und sowohl in den Öffentlichen als auch auf der Straße weniger los ist, dann ist das Thema vielleicht nicht mehr ganz so wichtig, wie es jetzt noch ist.


    > E-Fuels zum Beispiel. Wasserstoff vielleicht. Diesel aus nachwachsenden
    > Rohstoffen eventuell. Wir werden sehen. Vielleicht gibt es ja auch in der
    > Akku-Technik in den nächsten 10 Jahren eine Revolution, und eine sinnvolle
    > Reichweite bei sinnvoller Ladezeit zu einem sinnvollen Preis wird möglich.
    > Ich bin da auch gespannt.

    Ich kann das mit den Reichweiten nicht mehr hören BUHUUU, ich muss immer 5.000 km am Tag fahren und das 10 tage die Woche.
    300km reichen für so zeimlich alle Deutschen als Vehikel für den Arbeitsweg.
    Weniger als 5% der Deutschan fahren mehr als 50km pro Strecke auf Arbeit.
    Das heißt, dass über 95% ihren Arbeitsweg mit einem E-Auto bewältigen könnten, was eine Reichweite von 100km hat. (mutig gesagt)
    Die meisten E-Autos schaffen aber 300km oder mehr laut ADAC Test. [2]
    Gehen wir also mal davon aus, dass auch laut [2] 75% unter 25km pro Strecke fahren, also 50km am Tag, also 6 (Arbeits-)Tage für 300km brauchen, dann kommen wir zu dem Schluss, dass bei einem gut ausgebauten Ladenetzwerk, worum es hier ja eigentlich mal ging, jeder einigermaßen hinkäme, wenn er nur einmal die Woche für die ganze Nacht sein Auto an einer Laterne laden könnte.

    > Zurzeit sind E-Autos eben was für Spezialfälle und Fanatiker. Die
    > Verkaufszahlen sprechen Bände.

    "Die alternativen Antriebsarten wiesen im Vergleich zum Vorjahresmonat teils dreistellige Zuwächse auf"[3]
    Ja, das tun sie.

    [1]
    destatis (PUNKT) de/DE/Themen/Arbeit/Arbeitsmarkt/Erwerbstaetigkeit/Tabellen/pendler1.html
    [2]
    adac (PUNKT) de/rund-ums-fahrzeug/tests/elektromobilitaet/stromverbrauch-elektroautos-adac-test/
    [3]
    kba(PUNKT)de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/Fahrzeugzulassungen/pm21_2020_n_08_20_pm_komplett.html?nn=2562684

  20. Re: Die armen Petrol-Heads...

    Autor: Oktavian 18.09.20 - 17:57

    > Ja deshalb muss ja der Anreiz auch von außen kommen.
    > Attraktivere Angebote der ÖPNV (Nahverkehr kostenlos bspw.)

    Natürlich kann man da was tun, das kann aber das Grundproblem nicht lösen. Ich sitze in einer Kiste, die ich mit Menschen teilen muss, die ich mir nicht ausgesucht habe, die (zum Teil) stinken, pfurtzen, Alkohol konsumieren, Musik hören, mich belästigen und ggf. bedrohen.

    > Oder (wovon ich aber kein Fan bin) negative Anreize wie Fahrverbote,
    > teurerer Sprit etc.

    Wie gesagt, das geht nur sehr moderat, da solche Änderungen demokratisch legitimiert werden müssen. Oder wir haben bald eine entsprechende Alternative an der Regierung. Man steigert durch solche Maßnahmen den Grad der Frustration, und Frustrierte wählen für gewöhnlich Populisten.

    > Das mit dem gleichen Nutzwert ist ja wohl sehr subjektiv.

    Es nimmt das "Image" aus der ganzen Sache. Es reduziert einen Wagen einfach auf ein Beförderungsmittel des Individualverkehrs. Unter dem Aspekt ist plötzlich ein Tesla 3 vergleichbar mit einem Dacia Logan. Und ist der Nutzwert des Teslas wirklich 5 mal so hoch wie der des Dacia?

    > Aber ich gebe dir recht, E-Autos sind im Vergleich zu Verbrennern viel zu
    > teuer.

    Sie sind nicht nur im Vergleich zu teuer. Sie sind insbesondere so teuer, dass sie für einen Großteil der Bevölkerung unerreichbar sind.

    > Das würde sich durch eine CO2 Steuer sehr gut regeln lassen.

    Nein, weil die ja die zahlen müssen, die sich den E-Wagen nicht leisten können. Wer einen 12 Jahre alten Golf fährt, kauft nicht plötzlich nen Tesla, nur weil der Golf teurer wird.

    > Außerdem wird sich das vielleicht sogar dann klären, wenn mehr E-Autos als
    > Firmenwagen verwendet werden, da diese dann ja im Gebrauchtwagenmarkt
    > bessere Preise haben als als Neuwagen.

    Man schaue in die Zahlen. Bis die eine nennenswerte Verbreitung finden, vergeht noch viel Zeit. Firmenwagen fahren in aller Regel weite Strecken und Fahrzeit ist oft Arbeitszeit. Da schnappt die Reichweiten-Falle zu.

    > Wenn sich Homeoffice in DE erstmal richtig durchgesetzt hat und sowohl in
    > den Öffentlichen als auch auf der Straße weniger los ist, dann ist das
    > Thema vielleicht nicht mehr ganz so wichtig, wie es jetzt noch ist.

    Zur Zeit ist der Home-Office ziemlich hoch. Trotzdem ist kaum weniger los. Für viele Menschen und Berufe ist Home-Office eben keine Option. Ärzte tun sich da schwer, Bauarbeiter auch.

    > Ich kann das mit den Reichweiten nicht mehr hören BUHUUU,

    Das kann ich verstehen, das ist halt nun mal der Knackpunkt der schönen E-Auto-Welt. An dem Punkt funktioniert sie nicht.

    > ich muss immer
    > 5.000 km am Tag fahren und das 10 tage die Woche.

    Sowas nennt man wohl einen Strohmann.

    > 300km reichen für so zeimlich alle Deutschen als Vehikel für den
    > Arbeitsweg.

    Ein Auto ist aber mehr als ein Vehikel für den Arbeitsweg. Wenn ich für ein Auto schon das doppelte zahlen soll, dann soll es doch bitte zumindest so nützlich sein wie das Auto, das nur die Hälfte kostet. Und nein, Mietwagen sind für lange Strecken keine Option für jeden, der einen Taschenrechner bedienen kann.

    Ich fahre 2 mal im Jahr in Urlaub. Dazu etwa 10 Wochenenden lange Strecken (zu den Großeltern). Dazu einmal alle zwei bis drei Wochen beruflich zu einem etwa 400 km entfernten Ziel. Klar, für 90% meiner Fahrten würde das E-Auto knapp reichen, für diese ganzen Fahren aber eben nicht. Und wenn ich 50.000 EUR für ein Auto zahlen soll, dann soll es doch bitte so nützlich sein wie mein Passat für 22k.

    > "Die alternativen Antriebsarten wiesen im Vergleich zum Vorjahresmonat
    > teils dreistellige Zuwächse auf"[3]
    > Ja, das tun sie.

    Erst einmal sind prozentuale Zuwäche in der Größenordnung recht leicht, wenn man absolut von einem so niedrigen Niveau aus startet. Und dann ist Dir ist hoffentlich klar, dass das Hybride den Löwenanteil dabei ausmachen? Das ist im Bereich Firmenwagen sehr beliebt, da steuerlich begünstigt.

    Leider hat die Umwelt davon nichts, denn trotz des Namens werden Plugin-Hybride quasi nie an der Steckdose geladen. Die allermeisten fahren ständig mit Benzin/Diesel, da die Verrechnung von Haushaltsstrom für Dienstwagenbesitzer ein schwieriges Problem ist. Es gibt da schöne Umfragen unter Flotten-Managern, bei vielen ist der Anteil der geladenen Kilometer bei exakt Null.

    In der Konsequenz hat sich meine Firma z.B. entschieden, keine Hybriden zu erlauben. Entweder vollelektrisch oder konventionell.

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Telefon- und Internetanbieter: Was tun bei falschen Auftragsbestätigungen?
Telefon- und Internetanbieter
Was tun bei falschen Auftragsbestätigungen?

Bei Telefon- und Internetanschlüssen kommt es öfter vor, dass Verbraucher Auftragsbestätigungen bekommen, obwohl sie nichts bestellt haben.
Von Harald Büring


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