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Sicherheit
Autor: Runaway-Fan 10.05.19 - 10:09
Sicherlich ist Automobilbau kein Hexenwerk. Trotzdem frage ich mich bei den ganzen neuen "Startups", die jetzt Autos auf den Markt bringen, wie es denn mit der Sicherheit dieser Automodelle aussieht.
Müssen Autos vor der TÜV-Zulassung ausführliche Crashtests durchlaufen, damit solche Ingenieursfehler wie z.B. damals bei der A-Klasse nicht erst beim Kunden auffallen? -
Re: Sicherheit
Autor: arknius 10.05.19 - 10:35
Ja müssen sie. Und zwar pro Land!
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Re: Sicherheit
Autor: KloinerBlaier 10.05.19 - 10:38
Das ist falsch. Zur Zulassung benötigen solche Fahrzeuge eine Typgenehmigung bzw. ECE-Homologation.
Über die ECE-Homologation ist folgende Verfahrensweise möglich:
Durch die Prüfung bei einem nationalen, technischen Prüfdienst erhält man die Möglichkeit, dass ein Fahrzeug im ganzen ECE/EG-Raum zugelassen werden kann. In Deutschland macht diese Homologationen nicht nur der TÜV.
Zur ECE-Homologation gehören zum Beispiel Test wie Frontaufprall und Seitenaufprall in diversen Konstellationen.
Der eGO hat meines Wissens nach aber noch eine Homologationsprüfung für eine Kleinserienzulassung. Dabei sind die Hürden deutlich geringer. Bis vor kurzem hatte diese Zulassung auch der Streetscooter. Wurde auch hier bei Golem drüber berichtet. Einfach mal nachlesen.
2 mal bearbeitet, zuletzt am 10.05.19 10:40 durch KloinerBlaier. -
Re: Sicherheit
Autor: jake 10.05.19 - 10:42
soweit ich weiss, haben beide fahrzeugtypen (e.go und streetscooter) mittlerweile reguläre typzulassungen, also keine kleinserienzulassungen mehr. mit der letzteren darf man wohl keine vierstelligen stückzahlen herstellen. aber: alles solides halbwissen. ;)
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Re: Sicherheit
Autor: thinksimple 10.05.19 - 10:45
arknius schrieb:
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> Ja müssen sie. Und zwar pro Land!
Quatsch.
Mit Vision only hört man ja nix mehr.... -
Re: Sicherheit
Autor: h3nNi 10.05.19 - 10:48
Runaway-Fan schrieb:
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> Sicherlich ist Automobilbau kein Hexenwerk. Trotzdem frage ich mich bei den
> ganzen neuen "Startups", die jetzt Autos auf den Markt bringen, wie es denn
> mit der Sicherheit dieser Automodelle aussieht.
> Müssen Autos vor der TÜV-Zulassung ausführliche Crashtests durchlaufen,
> damit solche Ingenieursfehler wie z.B. damals bei der A-Klasse nicht erst
> beim Kunden auffallen?
Es gibt Ausnahmen, wenn die Autos als Kleinseriefahrzeuge angeboten werden. Das heißt, wenn nicht mehr als eine bestimmte Zahl im Jahr verkauft werden, müssen diese nicht die Crashbedingung bei Front- und Seitenunfällen erfüllen (gilt dann auch für die Abgaswerte), wie es Großserienfahrzeuge erfüllen müssen. Deshalb kann Lada z.B. den Lada Niva (wurde inzwischen umbenannt in Taiga) immer noch fast unverändert in Deutschland verkaufen. -
Re: Sicherheit
Autor: thinksimple 10.05.19 - 10:49
KloinerBlaier schrieb:
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> Das ist falsch. Zur Zulassung benötigen solche Fahrzeuge eine
> Typgenehmigung bzw. ECE-Homologation.
> Über die ECE-Homologation ist folgende Verfahrensweise möglich:
> Durch die Prüfung bei einem nationalen, technischen Prüfdienst erhält man
> die Möglichkeit, dass ein Fahrzeug im ganzen ECE/EG-Raum zugelassen werden
> kann. In Deutschland macht diese Homologationen nicht nur der TÜV.
>
> Zur ECE-Homologation gehören zum Beispiel Test wie Frontaufprall und
> Seitenaufprall in diversen Konstellationen.
>
> Der eGO hat meines Wissens nach aber noch eine Homologationsprüfung für
> eine Kleinserienzulassung. Dabei sind die Hürden deutlich geringer. Bis vor
> kurzem hatte diese Zulassung auch der Streetscooter. Wurde auch hier bei
> Golem drüber berichtet. Einfach mal nachlesen.
Richtig. Und jeder Crashtest kostet ein ganzes Fahrzeug.
Wer stellt den Prüfingenieure den gern Fahrzeuge zur Verfügung. Und das umsonst. Tesla hat beim Model 3 immer noch kein Euro NCAP. Kostet ja auch 1 bis 2 Fahrzeuge.
Und der eGO wird den NCAP wahrscheinlich auch nicht so dolle bestehen.
Dann lieber ohne.
Mit Vision only hört man ja nix mehr.... -
Re: Sicherheit
Autor: Anonymer Nutzer 10.05.19 - 11:50
> Es gibt Ausnahmen, wenn die Autos als Kleinseriefahrzeuge angeboten werden.
Wobei das wiederum erstaunlich ist.
D.h. wenn ich nur 100 Autos im Jahr selber baue, dann müssen diese gar nicht "sicher" sein?
Und ich bin nicht mal verpflichtet meine Käufer darüber zu informieren? -
Re: Sicherheit
Autor: h3nNi 10.05.19 - 13:12
azeu schrieb:
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> > Es gibt Ausnahmen, wenn die Autos als Kleinseriefahrzeuge angeboten
> werden.
>
> Wobei das wiederum erstaunlich ist.
>
> D.h. wenn ich nur 100 Autos im Jahr selber baue, dann müssen diese gar
> nicht "sicher" sein?
> Und ich bin nicht mal verpflichtet meine Käufer darüber zu informieren?
Scheint ganz so. -
Re: Sicherheit
Autor: whitbread 10.05.19 - 13:12
Nix für ungut, aber wer in so einem Fz. (von Auto will ich da noch nicht reden) auf der Rückbank Menschen transportiert, gehört bestraft! Der Preis ist ja wirklich heiss, aber damit würde ich maximal auf dem Radweg fahren wollen...
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Re: Sicherheit
Autor: Tremolino 10.05.19 - 16:31
Wie kann man so nen Quatsch öffentlich äußern, bei ner weltweit verkauften Stückzahl von weit jenseits der 1,5 Mio. Fahrzeuge dieses Typs?!
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Re: Sicherheit
Autor: ibsi 10.05.19 - 21:28
Danke, sehr hilfreich!
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Re: Sicherheit
Autor: bplhkp 11.05.19 - 09:24
Runaway-Fan schrieb:
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> Trotzdem frage ich mich bei den
> ganzen neuen "Startups", die jetzt Autos auf den Markt bringen, wie es denn
> mit der Sicherheit dieser Automodelle aussieht.
Das frage ich mich nicht nur bei der Sicherheit. Auch Entwicklung und Test kann durch solche Krauter nur ansatzweise erfolgen. Das alles zieht zwangsläufig Probleme bei Qualität und Langlebigkeit nach sich.
Sicherheit ist zumindest beim Frontcrash relativ unkritisch, da Elektroautos eine lange Knautschzone haben (oft kein Motor im Vorderwagen) - das können auch Startups hinbekommen, wenn sie wollen.
E.Go musste schon zugeben, dass man verstärkt auf Stahl in der Karosseriestruktur setzen, damit das Fahrzeug im Crash nicht völlig kollabiert.
> Müssen Autos vor der TÜV-Zulassung ausführliche Crashtests durchlaufen,
> damit solche Ingenieursfehler wie z.B. damals bei der A-Klasse nicht erst
> beim Kunden auffallen?
Bei der A-Klasse war es das Fahrverhalten aus einer unglücklichen Kombination aus hohem Schwerpunkt und Billigfahrwerk. Das wird nirgends für die Zulassung berücksichtigt und leider sind viele Hersteller gerade dabei, bei der Fahrwerkstechnik the. bis in die Mittelklasse wieder auf Billiglösungen zu setzen. -
Re: Sicherheit
Autor: quineloe 11.05.19 - 16:06
whitbread schrieb:
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> aber damit würde ich maximal auf dem Radweg fahren
> wollen...
Legst du Wert auf deine Außenspiegel?
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Re: Sicherheit
Autor: Der Spatz 11.05.19 - 22:00
Dann bestraf mal alle Smart Fahrer, die haben auch den Kopf kurz vor der Heckscheibe.



