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Subventionen waren schon immer der Wegbereiter dauerhaften wirtschaftlichen Erfolgs
Autor: EWCH 06.03.17 - 09:00
siehe die bluehende deutsche Solarindustrie - zwar sind alle ausser Solarworld pleite und Solarworld hat ca. 99% seines Aktienwertes verloren aber immerhin haben sie noch genug Geld um bei den aktuellen Verlusten punktgenau bis zur Bundestagswahl zu ueberleben.
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ganz genau
Autor: Abdiel 06.03.17 - 09:14
Und wieso? Weil andere Länder die eigene Industrie mit Subventionen gepusht haben...
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Re: ganz genau
Autor: EWCH 06.03.17 - 09:32
> Und wieso? Weil andere Länder die eigene Industrie mit Subventionen gepusht
> haben...
eher weil die durch Subventionen fett gewordenen Unternehmen verlernt haben sich dem Wettbewerb zu stellen. Es gibt unzaehlige Beispiele fuer ganze Branchen die durch Subventionen gepaeppelt immer schlechter wurden und dann zusammenbrachen, z.B. die Fotoindustrie in GB. -
Re: ganz genau
Autor: Abdiel 06.03.17 - 09:36
Dann ist Dein Beispiel Solarindustrie aber das falsche...
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Re: ganz genau
Autor: EWCH 06.03.17 - 09:55
> Dann ist Dein Beispiel Solarindustrie aber das falsche...
Wieso ? Zoll und Subvention gehen Hand in Hand. In beiden Faellen bekommt ein Unternehmen mehr Geld fuer seine Produkte als auf dem freien Markt.
Auch das Ergebnis ist immer gleich: die Unternehmen verlassen sich auf die staatliche garantierten Einnahmen und sind weniger innovativ und wettbewerbsfaehig.
Im Fall der Solarzellen waren die EEG Verguetungen anfangs extrem hoch (16-facher Marktpreis) und daher haben die Kunden die hohen Preise der Hersteller bezahlt und konnten trotzdem noch eine traumhafte Rendite einfahren. Jetzt wurden die Subventionen fuer Solarstrom gekuerzt und die Preise fuer Solaranlagen durch Zoelle hochgehalten - an sich koennten die Hersteller durch die ueberteuerten Zellen immernoch gut ueberleben, allerdings bleiben die Kunden aus weil sie zum einen auf ein Ende der Zoelle warten und zum anderen die Kosten kaum noch durch den Stromverkauf refinanzieren koennen.
Die einzige Chance der deutschen Hersteller waere ein Anheben der EEG-Verguetung, allerdings hat die Politik uns erzaehlt Solarstrom wuerde guenstiger und waere irgendwann wettbewerbsfaehig. Hoehere Subventionen passen da nicht in's Konzept.
Insofern sehe ich fuer Solarworld ziemlich schwarz. -
Re: ganz genau
Autor: thinksimple 06.03.17 - 10:02
EWCH schrieb:
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> > Dann ist Dein Beispiel Solarindustrie aber das falsche...
>
> Wieso ? Zoll und Subvention gehen Hand in Hand. In beiden Faellen bekommt
> ein Unternehmen mehr Geld fuer seine Produkte als auf dem freien Markt.
> Auch das Ergebnis ist immer gleich: die Unternehmen verlassen sich auf die
> staatliche garantierten Einnahmen und sind weniger innovativ und
> wettbewerbsfaehig.
> Im Fall der Solarzellen waren die EEG Verguetungen anfangs extrem hoch
> (16-facher Marktpreis) und daher haben die Kunden die hohen Preise der
> Hersteller bezahlt und konnten trotzdem noch eine traumhafte Rendite
> einfahren. Jetzt wurden die Subventionen fuer Solarstrom gekuerzt und die
> Preise fuer Solaranlagen durch Zoelle hochgehalten - an sich koennten die
> Hersteller durch die ueberteuerten Zellen immernoch gut ueberleben,
> allerdings bleiben die Kunden aus weil sie zum einen auf ein Ende der
> Zoelle warten und zum anderen die Kosten kaum noch durch den Stromverkauf
> refinanzieren koennen.
> Die einzige Chance der deutschen Hersteller waere ein Anheben der
> EEG-Verguetung, allerdings hat die Politik uns erzaehlt Solarstrom wuerde
> guenstiger und waere irgendwann wettbewerbsfaehig. Hoehere Subventionen
> passen da nicht in's Konzept.
> Insofern sehe ich fuer Solarworld ziemlich schwarz.
Entweder verstehe ich was falsch oder glaubst du die Einnahmen aus Zöllen gehen an die Unternehmen? Zölle gehen.immer an den jeweiligen Staat.
Mit Vision only hört man ja nix mehr.... -
Re: ganz genau
Autor: s.bona 06.03.17 - 10:14
Also EWCH hat schon recht. Entweder das Unternehmen bekommt direkt Geld durch Subvention oder aber es kann höhere Preise für seine Produkte verlangen, weil der Staat die Konkurrenz durch Zölle künstlich verteuert. Einziger Unterschied ist halt, bei Subventionen bezahlt der Staat und bei Zöllen nimmt er mehr ein.
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Re: ganz genau
Autor: thinksimple 06.03.17 - 10:24
So is es klar.
Mit Vision only hört man ja nix mehr.... -
Re: ganz genau
Autor: Abdiel 06.03.17 - 10:41
Bur ist es eben nicht so, dass unsere Produkte überteuert sind, sondern die chinesischen ebenfalls massiv subventioniert werden. Daher eben auch die Strafzölle...
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Re: ganz genau
Autor: EWCH 06.03.17 - 10:48
Es ist in erster Linie ein Unterschied fuer die Kaeufer:
Subventionen kommen vom Steuerzahler, Zoelle und die damit verbundenen/erwuenschten hohen Preise zahlt der Kunde.
Fuer die Unternehmen hingegen bedeutet beides mehr Geld ohne sich dem harten Wettbewerb stellen zu muessen
Ich werde auf jeden Fall mit dem Kauf einer Solaranlage warten bis die deutschen Preise sich dem Weltmarkt angepasst haben. -
Re: ganz genau
Autor: thinksimple 06.03.17 - 10:55
EWCH schrieb:
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> Es ist in erster Linie ein Unterschied fuer die Kaeufer:
> Subventionen kommen vom Steuerzahler, Zoelle und die damit
> verbundenen/erwuenschten hohen Preise zahlt der Kunde.
> Fuer die Unternehmen hingegen bedeutet beides mehr Geld ohne sich dem
> harten Wettbewerb stellen zu muessen
> Ich werde auf jeden Fall mit dem Kauf einer Solaranlage warten bis die
> deutschen Preise sich dem Weltmarkt angepasst haben.
Da würde man sich aber im Kreis drehen. Die Zölle müssten runter und die Subventionen in DE hoch um gleiches Preisniveau herzustellen.
Mit Vision only hört man ja nix mehr.... -
Re: ganz genau
Autor: EWCH 06.03.17 - 11:05
> Da würde man sich aber im Kreis drehen. Die Zölle müssten runter und die
> Subventionen in DE hoch um gleiches Preisniveau herzustellen.
Nicht unbedingt, die EU-Zoelle sind an einen Mindestpreis gekoppelt der aktuell auch von Solarworld unterschritten wird - eben weil sich die Anlagen sonst fuer deutsche Investoren nicht rechnen. Eine Anhebung der EEG-Subventionen wuerde die Preise daher vermutlich sofort steigen lassen. -
Re: ganz genau
Autor: Workoft 06.03.17 - 14:13
EWCH schrieb:
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> > Dann ist Dein Beispiel Solarindustrie aber das falsche...
>
> Im Fall der Solarzellen waren die EEG Verguetungen anfangs extrem hoch
> (16-facher Marktpreis) und daher haben die Kunden die hohen Preise der
> Hersteller bezahlt und konnten trotzdem noch eine traumhafte Rendite
> einfahren. Jetzt wurden die Subventionen fuer Solarstrom gekuerzt und die
> Preise fuer Solaranlagen durch Zoelle hochgehalten - an sich koennten die
> Hersteller durch die ueberteuerten Zellen immernoch gut ueberleben,
> allerdings bleiben die Kunden aus weil sie zum einen auf ein Ende der
> Zoelle warten und zum anderen die Kosten kaum noch durch den Stromverkauf
> refinanzieren koennen.
Dir ist schon klar, dass das EEG alle Firmen gleich behandelt, inländische wie ausländische? Das chinesische Modell der EE-Förderung besteht aus einer Kombination von Einspeisevergütung und einer direkten Subvention der Produktionsanlagen. Damit werden inländische Firmen im In- und Ausland bevorzugt. Zum Ausgleich hat die EU Strafzölle eingeführt und das war auch richtig so. Denn wenn wir mit der hiesigen Produktion den Anschluss verlieren, werden unsere Solarzellen bis auf Weiteres ausschließlich aus China stammen. Die Chinesen können dann natürlich wieder die Preise hochschrauben. Das war nämlich eins der Argumente für erneuerbare Energien, dass wir endlich nicht mehr von arabischen Ölimporten und russischen Gasimporten abhängig sind. Wäre doch reichlich dämlich, wenn wir die Chance verpassen und dann in Zukunft von chinesischen PV-importen abhängig sind.
Unternehmen müssen trotz EEG-Förderung am Wettbewerb teilnehmen. Der Sinn des EEG ist ohnehin nur, dass die EE-Industrie einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der fossilen Industrie bekommt. In Zukunft sollten dann die Preise, und entsprechend auch die Einspeisevergütung, sinken. Und das haben sie bisher recht zuverlässig getan.



