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BMW, Opel, VW & Co.'s Probleme

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  1. BMW, Opel, VW & Co.'s Probleme

    Autor: vsp 13.08.16 - 12:48

    Heutige Käufer von Elektroautos tun dies aus Überzeugung: sie wollen den Schadstoff- und CO₂-Ausstoss verringern. Da haben Hersteller wie BMW, Opel, VW & Co. Schwierigkeiten, ihre Modelle abzusetzen.

    Zum einen möchte diese Zielgruppe nicht, dass von ihrem Geld Diesel-Entwicklung, ‑Marketing, ‑Lobbyismus und ‑Juristen mitfinanziert werden. Also darf sie nicht bei einem Hersteller kaufen, der dafür Geld ausgibt.

    Zum anderen möchte diese Zielgruppe, dass Spritschlucker von der Straße kommen. Wegen der EU-Abgaswerte funktioniert das aber nicht, wenn sie ein Elektrofahrzeug bei einem Hersteller kauft, der auch Verbrenner mit im Portfolio hat. Denn der Grenzwert von 130 g/km CO₂ (nach 2020: 95 g/km CO₂) gilt als Durchschnittswert für alle verkauften Neuwagen. Für jeden verkauften Elektrowagen dürfen BMW, Opel, VW & Co. daher ein fettes SUV mit 260 g/km CO₂ mehr verkaufen. Wer bei diesen Herstellern ein Elektrofahrzeug kauft, hat also überhaupt keine positive Auswirkung auf die Umwelt.
    Um es noch schlimmer zu machen, werden Elektrofahrzeuge zunächst mehrfach angerechnet (2020: 2 ×, 2021: 1,67 ×, 2022: 1,33 ×, erst ab 2023 dann 1 ×). Oder anders ausgedrückt: 2020 darf BMW für jeden i3 sogar über zwei BMW X5 xDrive50i mehr verkaufen!
    Diese Regelung, die ursprünglich BMW, Opel, VW & Co. helfen sollte, mehr Spritschlucker zu verkaufen, nützt nun vor allem Tesla, BYD & Co., mehr Elektrofahrzeuge zu verkaufen.

  2. Re: BMW, Opel, VW & Co.'s Probleme

    Autor: Eheran 13.08.16 - 12:53

    Oder man kauft sich ein Elektrofahrzeug weil es ökonomischer ist.
    Und weil das in (absehbarer) Zukunft von ganz alleine der Fall sein wird: Alles in Butter.

  3. Re: BMW, Opel, VW & Co.'s Probleme

    Autor: vsp 13.08.16 - 13:03

    Das ist richtig: Die Verbreitungsrate neuer Technologien folgt einer S-Kurve. Was ich oben beschrieben habe, bezieht sich auf die Anfangsphase. Sobald Elektrofahrzeuge "Mainstream" werden und die S-Kurve steil nach oben abbiegt, spielt Überzeugung eine geringere Rolle, und ganz praktikable Kriterien werden wichtiger.
    Bis dahin werden sich die althergebrachten Hersteller allerdings schwer tun, Marktanteile bei Elektrofahrzeugen zu gewinnen.
    Android hat es noch geschafft, iOS einzuholen und sogar zu überholen. Nokia/Symbian und Microsoft/Windows haben es aber nicht mehr geschafft.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 13.08.16 13:17 durch vsp.

  4. Re: BMW, Opel, VW & Co.'s Probleme

    Autor: Akaruso 13.08.16 - 13:37

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass viele Käufer so kompliziert denken. Vermutlich kennen die wenigsten überhaupt den geschilderten Sachverhalt

  5. Re: BMW, Opel, VW & Co.'s Probleme

    Autor: Berner Rösti 13.08.16 - 15:31

    Akaruso schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich kann mir nicht vorstellen, dass viele Käufer so kompliziert denken.
    > Vermutlich kennen die wenigsten überhaupt den geschilderten Sachverhalt

    Die meisten wollen ein Auto, das ihre Bedürfnisse erfüllt. Und da fallen für die meisten Leute eben teure, große, schwere Autos mit geringer Reichweite heraus.

  6. Re: BMW, Opel, VW & Co.'s Probleme

    Autor: Anonymer Nutzer 13.08.16 - 15:42

    vsp schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wer bei diesen
    > Herstellern ein Elektrofahrzeug kauft, hat also überhaupt keine positive
    > Auswirkung auf die Umwelt.

    Nur mal so amRande: Elektrofahrzeuge haben heutzutage noch überhaupt gar keinen positiven ökologischen Effekt. Der stellt sich vielleicht in 10 Jahren ein, wenn die Fahrzeuge modulartig einheitlich gebaut werden und die Herstellungsprozesse angepasst worden sind. Derzeit aber noch nicht.

  7. Re: BMW, Opel, VW & Co.'s Probleme

    Autor: Berner Rösti 13.08.16 - 15:45

    schachbrett schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > vsp schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Wer bei diesen
    > > Herstellern ein Elektrofahrzeug kauft, hat also überhaupt keine positive
    > > Auswirkung auf die Umwelt.
    >
    > Nur mal so amRande: Elektrofahrzeuge haben heutzutage noch überhaupt gar
    > keinen positiven ökologischen Effekt. Der stellt sich vielleicht in 10
    > Jahren ein, wenn die Fahrzeuge modulartig einheitlich gebaut werden und die
    > Herstellungsprozesse angepasst worden sind. Derzeit aber noch nicht.

    Und vor allem wenn der Anteil des nachhaltig produzierten Stroms gestiegen ist.

  8. Re: BMW, Opel, VW & Co.'s Probleme

    Autor: vsp 13.08.16 - 17:22

    schachbrett schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > Nur mal so amRande: Elektrofahrzeuge haben heutzutage noch überhaupt gar
    > keinen positiven ökologischen Effekt.

    Wie kommen Sie darauf? Es gibt Studien für den e-Golf und die elektrische B-Klasse, die zum gegenteiligen Ergebnis kommen – auch mit dem heutigen deutschen Strommix.

  9. Re: BMW, Opel, VW & Co.'s Probleme

    Autor: vsp 13.08.16 - 17:27

    Akaruso schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich kann mir nicht vorstellen, dass viele Käufer so kompliziert denken.
    > Vermutlich kennen die wenigsten überhaupt den geschilderten Sachverhalt

    Daher ist es so wichtig, den Sachverhalt zu schildern und darüber zu reden ;)

    Und vielleicht kennen nicht alle Leute, die das Model 3 vorbestellt haben, diesen Sachverhalt – haben aber einfach ein dumpfes Bauchgefühl, dass sie von den anderen Herstellern an der Nase herumgeführt werden.

  10. Re: BMW, Opel, VW & Co.'s Probleme

    Autor: Anonymer Nutzer 13.08.16 - 18:17

    vsp schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Wie kommen Sie darauf? Es gibt Studien für den e-Golf und die elektrische
    > B-Klasse, die zum gegenteiligen Ergebnis kommen – auch mit dem
    > heutigen deutschen Strommix.

    Die Diskussion hatten wir bereits zweimal bei Tesla-Artikeln. Es fehlte den Studien dann jedesmal an der Betrachtung der gesamten Produktionskette. Insbesondere auch des Herstellungsprozesses für die Akkumulatoren.

  11. Re: BMW, Opel, VW & Co.'s Probleme

    Autor: vsp 14.08.16 - 11:31

    schachbrett schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Diskussion hatten wir bereits zweimal bei Tesla-Artikeln. Es fehlte den
    > Studien dann jedesmal an der Betrachtung der gesamten Produktionskette.
    > Insbesondere auch des Herstellungsprozesses für die Akkumulatoren.

    Bei den Studien, die ich meine, war genau das einkalkuliert. Deswegen wurden auch jeweils Golfe bzw. B-Klassen verglichen.

    Und ich stimme Ihnen zu, dass solche Vergleiche immer problematisch sind; ich habe mich damit einmal länger beschäftigt. Wie soll man CO₂-Verbrauch, Landschafts- und Wasser-Verbrauch gegeneinander aufrechnen? Wie soll man den Strom-Verbrauch einrechnen: globaler Strom-Mix, nationaler Strom-Mix, tatsächlicher lokaler Mix? Usw.

    Das ist aber auch gar nicht unbedingt der Punkt. Zum jetzigen Zeitpunkt muss jeder für sich selbst entscheiden, welche Studien er für glaubwürdiger hält. Und diejenigen, die glauben, dass Elektrofahrzeuge ökologisch noch nicht sinnvoll sind, sind in der jetzigen Phase der S-Kurve ohnehin noch keine potentiellen Käufer. Wer heute ein Elektrofahrzeug an den Mann bringen möchte, muss Käufer finden, die es aus Überzeugung kaufen.

    Und die wollen keinen weiteren Dreckschleudern auf die Strasse verhelfen.

  12. Re: BMW, Opel, VW & Co.'s Probleme

    Autor: azeu 14.08.16 - 13:04

    Das sollten wir bei den Verbrennern aber auch die Benzin-Produktion mit berücksichtigen, oder nicht?

    Das Benzin fällt auch nicht vom Himmel, es muss (aufwändig) produziert, transportiert, raffiniert werden. Von den politischen Aspekten mal ganz zu schweigen.

    All das wird bei den Verbrennern auch gerne ausgeblendet.

    ... OVER ...

  13. Re: BMW, Opel, VW & Co.'s Probleme

    Autor: Eheran 14.08.16 - 13:14

    >Das Benzin fällt auch nicht vom Himmel, es muss (aufwändig) produziert, transportiert, raffiniert werden.
    Es macht etwa 15% Verlust von der Bohrung bis in den Tank. (well to tank)
    Benzin wird übrigens auch nicht produziert sondern gewonnen - aus Erdöl durch rektifikation.

  14. Re: BMW, Opel, VW & Co.'s Probleme

    Autor: Anonymer Nutzer 14.08.16 - 17:43

    vsp schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Und die wollen keinen weiteren Dreckschleudern auf die Strasse verhelfen.

    Das mag sein, aber da sprechen die Zulassungszahlen des BMW i3 eine andere Sprache.

  15. Re: BMW, Opel, VW & Co.'s Probleme

    Autor: Anonymer Nutzer 14.08.16 - 17:48

    azeu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das sollten wir bei den Verbrennern aber auch die Benzin-Produktion mit
    > berücksichtigen, oder nicht?

    Ich meine nichts Gegenteiliges in meiner Antwort geschrieben zu haben, oder?

    > Das Benzin fällt auch nicht vom Himmel, es muss (aufwändig) produziert,
    > transportiert, raffiniert werden. Von den politischen Aspekten mal ganz zu
    > schweigen.

    Benzin ist aber nur ein Teil der Erdölausbeute. Schauen Sie sich mal auf Ihrem Schreibtisch um und zählen Sie die Dinger, die aus Rohöl bzw. darauf basierenden Erzeugnissen produziert wurden. Deswegen schrieb ich auch von modularisiert und angepassten Herstellungsprozessen.

    > All das wird bei den Verbrennern auch gerne ausgeblendet.

    Mag ja sein. Hier entsteht aber durch die E-Fahrzeuge noch einw eiterer nebengelagerter Produktionsprozess. Sofern der nicht innert der nächsten 10 Jahre ein Hauptproduktionsprozess wird und andere verdrängt, ist dieser ökologisch gesehen eben nicht neutral.

  16. Re: BMW, Opel, VW & Co.'s Probleme

    Autor: vsp 15.08.16 - 09:04

    schachbrett schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > vsp schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Und die wollen keinen weiteren Dreckschleudern auf die Strasse
    > verhelfen.
    >
    > Das mag sein, aber da sprechen die Zulassungszahlen des BMW i3 eine andere
    > Sprache.

    Was für relativ unaufgeklärte Käufer spricht :(

    Nissan-Leaf-Käufer, von denen es leider auch sehr viele gibt, verhelfen übrigens vor allem so einem Nissan Navara Pickup-Truck auf die Strasse: 2,3 L Diesel mit bis zu 183 g/km CO₂.

  17. Re: BMW, Opel, VW & Co.'s Probleme

    Autor: Anonymer Nutzer 15.08.16 - 09:13

    vsp schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > > > Und die wollen keinen weiteren Dreckschleudern auf die Strasse
    > > verhelfen.
    > >
    > > Das mag sein, aber da sprechen die Zulassungszahlen des BMW i3 eine
    > andere
    > > Sprache.
    >
    > Was für relativ unaufgeklärte Käufer spricht :(

    Das kommt darauf an. Ich habe Bekannte, die kaufenj einen Renault Zoe und einen BMW i3. Und zwar aus dem Grunde, weil die für Durchschnittsbürger im Vergleich zu einem Tesla als Stadtwagen bezahlbar sind. Und weil der Kunde hofft, dass da ein erfahrener Hersteller hinter sitzt, der sich mit dem Bau von Autos auskennt.

    Welchen E-Wagen im Rahmen von ~ 20k-40k würdest du diesen Personen denn empfehlen?

  18. Re: BMW, Opel, VW & Co.'s Probleme

    Autor: bltpgermany 15.08.16 - 09:45

    Es gibt einfach so viele Punkte, die gegen ein Elektro Auto sprechen, da braucht man eigentlich gar nicht anfangen die aufzuzählen. Angefangen mit dem Argument, welches bereits genannt wurde, dass der "Dreck" immernoch nur an anderer Stelle rausgeblasen wird, nämlich in die Stromkraftwerken. Bishin zur Politik. Es ist nunmal so, dass zur Herstellung von erneuerbaren Energien, nicht erneuerbare Metalle verwendet werden müssen. Die s.g. seltenen Erden. Da ist die halbe Welt jetzt schon stark abhängig von China, weil die gute Vorkommen haben. Wie soll das denn erst laufen, wenn jeder mit nem Elektroauto durch die Gegend fahren will.

    Ich sehe das E-Auto nur als Möglichkeit, der Lobbyisten von Öl auf Strom umzusteigen.

  19. Re: BMW, Opel, VW & Co.'s Probleme

    Autor: Berner Rösti 15.08.16 - 09:55

    schachbrett schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > vsp schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > > > Und die wollen keinen weiteren Dreckschleudern auf die Strasse
    > > > verhelfen.
    > > >
    > > > Das mag sein, aber da sprechen die Zulassungszahlen des BMW i3 eine
    > > andere
    > > > Sprache.
    > >
    > > Was für relativ unaufgeklärte Käufer spricht :(
    >
    > Das kommt darauf an. Ich habe Bekannte, die kaufenj einen Renault Zoe und
    > einen BMW i3. Und zwar aus dem Grunde, weil die für Durchschnittsbürger im
    > Vergleich zu einem Tesla als Stadtwagen bezahlbar sind. Und weil der Kunde
    > hofft, dass da ein erfahrener Hersteller hinter sitzt, der sich mit dem Bau
    > von Autos auskennt.
    >
    > Welchen E-Wagen im Rahmen von ~ 20k-40k würdest du diesen Personen denn
    > empfehlen?

    Eine Jahreskarte für den ÖPNV und ein Benutzerkonto für die einschlägigen Car-Sharing-Dienste.

  20. Re: BMW, Opel, VW & Co.'s Probleme

    Autor: Anonymer Nutzer 15.08.16 - 10:02

    Berner Rösti schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Eine Jahreskarte für den ÖPNV und ein Benutzerkonto für die einschlägigen
    > Car-Sharing-Dienste.

    ÖPNV ist nicht einmal ansatzweise ein Ersatz für ein eigenes Auto, zudem völlig unflexibel. Car-Sharing steht nicht dauerhaft zur Verfügung und man muss erst einmal zu dem Auto hin. Man passt sich also der Technik an und nicht umgekehrt. Das sollte im Jahr 2016 aber nicht so sein.

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