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Finanzamt und die PV/Batterietechnik

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  1. Finanzamt und die PV/Batterietechnik

    Autor: Psy2063 09.01.19 - 09:11

    Wie machen die das mit der Besteuerung des Eigenverbrauchs? Wenn man den Strom aus der Fahrbatterie ins Netz einspeisen kann, kann man ihn auch theoretisch im Haus selbst verbrauchen. Ich sehe da interessante Fragen vom Finanzamt auf die Nutzer zukommen...

    Wie wird das denn momentan generell gehandhabt? Bei einer reinen PV Anlage ist das ja für einen Privathaushalt schon unnötig kompliziert, da man für den eingespeisten Strom weniger als die Hälfte dessen erhält was man für aus dem Netz bezogenen Strom zahlen muss und obendrein noch der Eigenverbrauch zu versteuern ist.

    Wenn ich mir jetzt ein Elektroauto anschaffe besteht ja theoretisch die Möglichkeit, das irgendwo kostenlos zu laden, die Batterie nach Hause zu bringen und den Strom wieder zu verkaufen...

    Abgesehen von dieser abstrusen Idee, warum sollte man verlustbehaftet den Strom im Fahrzeug zwischenspeichern, statt ihn aus der eigenen PV Anlage (wenn der Haus- und/oder Fahrzeugakku voll ist) direkt ins Netz einzuspeisen? Mir ist in diesem Land keinerlei Konstellation bekannt, in der es wirtschaftlich attraktiver wäre, 20% der Leistung zu verlieren weil man den Strom zu irgendeiner Zeit teurer verkaufen könnte, die Einspeisevergütung ist doch gesetzlich festgelegt, es gibt hier keine Tag/Nachttarife auf die es sich zu warten lohnen würde.

    Ich vermute mal VW setzt hier ähnlich wie Sonnen mit ihren Heimmietakkus auf eine Art "Flatratemodell" das im Endeffekt wesentlich teurer ist als den PV Überschuss nach Eigenverbrauch direkt einzuspeisen und das Auto an einen separaten Stromanschluss zu hängen.

    Oder übersehe ich irgendein mögliches Steuer- und KFW Förderschlupfloch, weil wenn man eine Batterie nachrüstet, diesen Teil vom Auto auch noch günstig finanziert bekommt und einem das FA die Vorsteuer wenn schon nicht vom gesamten Fahrzeug dann wenigstens für dessen Batteriewert zurück erstattet?

    Was das gesamte Thema angeht sind vom Gesetzgeber grade für Privatpersonen doch noch einige Klarheiten und steuerliche Vereinfachungen zu schaffen.



    4 mal bearbeitet, zuletzt am 09.01.19 09:19 durch Psy2063.

  2. Re: Finanzamt und die PV/Batterietechnik

    Autor: Chris0706 09.01.19 - 09:30

    Entweder ich verstehe deine Frage nicht, oder dir ist nicht klar, dass die Nutzung SELBST erzeugten Stroms aktuell immer besser ist, als diesen ins Netz einzuspeisen ?
    Das Auto dient also somit auch als Zwischenspeicher für selbst erzeugten Strom, bis man ihn im Haushalt wieder brauchen kann. Das gilt im übrigen eigentlich für alle stationären Akkus für die PV Anlagen.
    In Richtung Steuer -> es gibt hierfür eben für alle Typen einen extra Zähler. Bezogener Strom, erzeugter Strom, verwendeter Strom etc.

  3. Re: Finanzamt und die PV/Batterietechnik

    Autor: Psy2063 09.01.19 - 09:40

    Chris0706 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Entweder ich verstehe deine Frage nicht, oder dir ist nicht klar, dass die
    > Nutzung SELBST erzeugten Stroms aktuell immer besser ist, als diesen ins
    > Netz einzuspeisen ?
    > Das Auto dient also somit auch als Zwischenspeicher für selbst erzeugten
    > Strom, bis man ihn im Haushalt wieder brauchen kann.

    das ist mir schon klar, aber VW spricht hier ja explizit den Fall an, Strom wieder ins Netz abzugeben.

    "Strom aus Photovoltaik speichern oder wieder ins Netz abgeben, um für den Besitzer Geld zu verdienen"

    Unter Netz verstehe ich noch immer das öffentliche Stromnetz, nicht den heimischen Eigenverbrauch. Aber ein Szenario, in dem man mehr Geld verdient weil man den Strom erst zwischenspeichert statt direkt einzuspeisen existiert schlicht nicht.

  4. Re: Finanzamt und die PV/Batterietechnik

    Autor: Prinzenrolle 09.01.19 - 09:46

    Hmm. Die Aussage von VW gibt für mich wirklich auch keinen Sinn. Das will doch keiner? Komplett unabhänging vom Rest zu sein, das ist interessant. Den Solarstrom speichern und in der Nacht dann brauchen. Allenfalls noch sein E-Auto laden.

  5. Re: Finanzamt und die PV/Batterietechnik

    Autor: ad (Golem.de) 09.01.19 - 09:47

    Psy2063 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Chris0706 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Entweder ich verstehe deine Frage nicht, oder dir ist nicht klar, dass
    > die
    > > Nutzung SELBST erzeugten Stroms aktuell immer besser ist, als diesen ins
    > > Netz einzuspeisen ?
    > > Das Auto dient also somit auch als Zwischenspeicher für selbst erzeugten
    > > Strom, bis man ihn im Haushalt wieder brauchen kann.
    >
    > das ist mir schon klar, aber VW spricht hier ja explizit den Fall an, Strom
    > wieder ins Netz abzugeben.
    >
    > "Strom aus Photovoltaik speichern oder wieder ins Netz abgeben, um für den
    > Besitzer Geld zu verdienen"
    >
    > Unter Netz verstehe ich noch immer das öffentliche Stromnetz, nicht den
    > heimischen Eigenverbrauch. Aber ein Szenario, in dem man mehr Geld verdient
    > weil man den Strom erst zwischenspeichert statt direkt einzuspeisen
    > existiert schlicht nicht.

    https://www.golem.de/news/pilotprojekt-elektroauto-wird-zum-kraftwerk-im-stromnetz-1810-137291.html

  6. Re: Finanzamt und die PV/Batterietechnik

    Autor: ibsi 09.01.19 - 09:50

    Psy2063 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > obendrein noch der Eigenverbrauch zu versteuern ist.
    Really? Wie wird das begründet?
    Wenn ich einen Kuchen backe, muss ich doch auch nicht hinterher einen Obolus ans Finanzamt zahlen im Wert eines gekauften Kuchens.
    Oder ... wenn ich aus Holz ein Möbelstück baue.

  7. Re: Finanzamt und die PV/Batterietechnik

    Autor: chefin 09.01.19 - 09:50

    Die Einspeisevergütung gilt für Solarzellen und nicht für Pufferakkus.

    Mit Pufferakkus wird die Regelenergie abgedeckt. regelenergie sind aktuell +-3100MW. Heist, wer diese Regelenergie übernimmt muss dafür sorgen, das er jederzeit bis zu 3,1GW Erzeugerleistung bereit stellen kann oder auch entsprechende Verbrauchsmengen zu oder abschalten. Das ganze wird regelmässig neu vergeben, alle Woche glaube ich. Und wird nach genau festgelegten Regeln die ich oben nur grob angedeutet habe abgewickelt.

    Dafür kann es dann Strom umsonst für Abnehmer geben oder Stromerzeugung für bis zu 2Euro/kwh. In diesen Bereichen liegt die Bandbreite. Ich glaube das Aluminiumwerke mit ihrem Exorbitant hohem Strombedarf teilweise sogar Geld bekommen, wenn sie zuschalten. Allerdings reden wir da auch von einem Zuschalten von fast 2% der Netzspitzenleistung.

    Regelenergie bringt also ziemlich Geld. Vorallem wenn man nur kurze Spitzen von wenigen Sekunden oder Minuten abfedern muss. Dafür eine Gasturbine anwerfen ist ziemlich teuer. Hier ist es also durchaus möglich, den Autoakku herzunehmen.

    Und was den Akkuverschleiss angeht. Nehmen wir mal 22KWh pro 100km an und eine Akkuleistung von 60KWh. Dazu eine Verschleissgrenze von 1500 kompletten Ladungen. Ok, 1500 ist schon ganz schön hoch gegriffen beim Akku, das erreicht man nur wenn das Laden immer in eher kühler Umgebung und nicht als Schnellladen ausgeführt wird. In der prallen Sonne und mit 150KW in den Akku reinpumpen kostet viel verschleiss.

    Also 1500zyklen*60kwh=90.000KWh. bei 22KWh/100km komme ich auf 400.000 km Laufleistung des Akkus bis er auf 80% runter ist. Nehmen wir an das Schnellladen und schnell entladen hohen Verschleiss erzeugt, dann halbiert sich die Akkulebendauer auf sagen wir 50%, also 200.000km. Jemand der also beruflich unterwegs ist, wird eher nicht als Puffer dienen. Aber das Zweitauto für die Familie um Kinder zur Schule zu fahren, ein zu kaufen etc, das kann sich langsames laden erlauben und wird selten mal Autobahn oder Vollgas erleben. Aber 400.000 bei 10.000 Jahreslaufleistung sind 40 Jahre, so lange wird das Auto dann nicht benutzt werden. Man könnte den Akku also durchaus fürs Puffern verwenden. sagen wir 40ct pro KWh gepuffert, würde man 25% der Lebensdauer = 22.500kwh verkaufen wäre das ca 6700 Euro(ausgehend das man den Solarstrom sonst verkauft für 10ct und aus dem Puffer 40ct bekommt). Den Gewinn den man hat, kann man dann über die Abschreibung des Akkus durchaus steuerlich entlasten. Die MWSt muss man nicht abführen, da die Stromabnehmer keine Endkunden sind. MWSt müsste man vieleicht auf die restlichen 75% die man selbst verbraucht aus dem Akku zahlen.

    Ja, man muss da mit spitzem Stift rechnen, aber das ist alles hinzubekommen.

  8. Re: Finanzamt und die PV/Batterietechnik

    Autor: Psy2063 09.01.19 - 09:54

    das ist ja ein ganz interesasanter Artikel, aber er beantwortet auch nicht die Frage, wie man als Batteriebesitzer dann für das zur Verfügung stellen dieser Regelleistung vergütet wird.

  9. Re: Finanzamt und die PV/Batterietechnik

    Autor: ad (Golem.de) 09.01.19 - 10:03

    Psy2063 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > das ist ja ein ganz interesasanter Artikel, aber er beantwortet auch nicht
    > die Frage, wie man als Batteriebesitzer dann für das zur Verfügung stellen
    > dieser Regelleistung vergütet wird.


    hier :)
    https://forum.golem.de/kommentare/automobil/elli-volkswagen-wird-stromanbieter-und-verkauft-wallboxen/finanzamt-und-die-pv-batterietechnik/123122,5268648,5268712,read.html#msg-5268712

  10. Re: Finanzamt und die PV/Batterietechnik

    Autor: Psy2063 09.01.19 - 10:03

    ibsi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Psy2063 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > obendrein noch der Eigenverbrauch zu versteuern ist.
    > Really? Wie wird das begründet?
    > Wenn ich einen Kuchen backe, muss ich doch auch nicht hinterher einen
    > Obolus ans Finanzamt zahlen im Wert eines gekauften Kuchens.
    > Oder ... wenn ich aus Holz ein Möbelstück baue.

    Du wirst durch den Betrieb einer PV Anlage mit Netzeinspeisung unternehmerisch tätig, weil du den Strom an den Netzbetreiber verkaufst. Und wie sich das in einer ordentlichen Bürokratie wie der deutschen nun mal gehört muss die Entnahme von Betriebsmitteln versteuert werden.

    Wenn man nur eine inselanlage betreibt und der überschüssige Strom im nichts verpufft musst du natürlich keine Steuer auf den Eigenverbrauch zahlen. Aber diese Konstellation dürfte in unseren Breitengraden äußerst selten sein, das geht in Spanien oder Italien wo auch im Winter genug Sonne scheint dass zum überbrücken der Nachtstunden ein paar alte Bleiakkus in der Garage ausreichen.

  11. Re: Finanzamt und die PV/Batterietechnik

    Autor: ibsi 09.01.19 - 10:06

    Danke, besonders auch für den zweiten Absatz.

    Aber wenn ich mir eine PV-Anlage hole, einen dicken Akku, und dann nur für mich Strom mache und nur ich den verbrauche, dann muss ich nichts zahlen?

  12. Re: Finanzamt und die PV/Batterietechnik

    Autor: Psy2063 09.01.19 - 10:20

    ibsi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Danke, besonders auch für den zweiten Absatz.
    >
    > Aber wenn ich mir eine PV-Anlage hole, einen dicken Akku, und dann nur für
    > mich Strom mache und nur ich den verbrauche, dann muss ich nichts zahlen?

    Wenn du durch irgendeine technische Einrichtung sicherstellen kannst, dass kein Strom ins Netz eingespeist wird, dann ja.

    Aber ob das Vorhaben wirtschaftlich sinnvoll ist steht auf einem anderen Blatt. Noch trägt die Netzeinspeisung zu einem beachtlichen Anteil zur Anlagenfinanzierung bei. Als praktisches Beispiel, es gab diesen Sommer einige Tage an dem ich mit meiner 8,5kwp Anlage über 50kw/h produziert habe (im Schnitt um 35kwh/tag für das Sommerhalbjahr). Selbst mit Wärmepumpe und Batterieladung kann ich aber nicht mehr als 10kwh verbrauchen, wenn ich an heißen Tagen die Klimaanlage dazu schalte um 20kwh. Durch nichteinspeisen gehen einem also an jedem sonnigen Tag 4-5¤ verloren. Je nach dem ob mit oder ohne Batterie finanziert dir das mit grob gerundeten 700¤/Jahr über 10-20 Jahre die Anlage.

  13. Re: Finanzamt und die PV/Batterietechnik

    Autor: Handle 10.01.19 - 15:31

    Psy2063 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ibsi schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Psy2063 schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > -----
    > > > obendrein noch der Eigenverbrauch zu versteuern ist.
    > > Really? Wie wird das begründet?
    > > Wenn ich einen Kuchen backe, muss ich doch auch nicht hinterher einen
    > > Obolus ans Finanzamt zahlen im Wert eines gekauften Kuchens.
    > > Oder ... wenn ich aus Holz ein Möbelstück baue.
    >
    > Du wirst durch den Betrieb einer PV Anlage mit Netzeinspeisung
    > unternehmerisch tätig, weil du den Strom an den Netzbetreiber verkaufst.
    > Und wie sich das in einer ordentlichen Bürokratie wie der deutschen nun mal
    > gehört muss die Entnahme von Betriebsmitteln versteuert werden.
    >
    > Wenn man nur eine inselanlage betreibt und der überschüssige Strom im
    > nichts verpufft musst du natürlich keine Steuer auf den Eigenverbrauch
    > zahlen. Aber diese Konstellation dürfte in unseren Breitengraden äußerst
    > selten sein, das geht in Spanien oder Italien wo auch im Winter genug Sonne
    > scheint dass zum überbrücken der Nachtstunden ein paar alte Bleiakkus in
    > der Garage ausreichen.

    Richtig toll wird es ab 10 kWp, da darfst du dann die EEG-Umlage auf deinen selbst verbrauchten Strom bezahlen. Irgendwie musste man es ja etwas abfedern, dass die Großstromverbraucher von der EEG-Umlage befreit sind.

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