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Gut, wird aber in absehbarer Zeit nicht so viel bringen
Autor: Clown 15.02.23 - 08:43
... da ja Bestandsschutz vereinbart wurde. Völlig richtigerweise btw.
Das größere Problem ist doch, dass es immer mehr Autos in immer kürzerer Zeit gibt. Hier gilt es anzusetzen.
In der Bevölkerung wird es als ganz normal angesehen nach 3-5 Jahren das Auto zu wechseln. Die Produkton eines Neuwagens verschlingt eine ganze Menge an Resourcen und erzeugt eine große Menge CO2, bei eAutos bekanntermaßen mehr als beim Verbrenner. Es wäre im Schnitt durchaus sinnvoller "länger" Verbrenner zu fahren, statt einen e-Neuwagen zu kaufen, solange die alte Kiste noch wunderbar funktioniert. Da gilt es natürlich auch die Hersteller in die Pflicht zu nehmen, um so geplanter Obsoleszenz entgegenzuwirken. Aber das ist ohnehin schon *lange* überfällig.
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Re: Gut, wird aber in absehbarer Zeit nicht so viel bringen
Autor: Weitsicht0711 15.02.23 - 09:40
Clown schrieb:
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Es wäre im Schnitt durchaus
> sinnvoller "länger" Verbrenner zu fahren, statt einen e-Neuwagen zu kaufen,
> solange die alte Kiste noch wunderbar funktioniert. Da gilt es natürlich
> auch die Hersteller in die Pflicht zu nehmen, um so geplanter Obsoleszenz
> entgegenzuwirken. Aber das ist ohnehin schon *lange* überfällig.
Wie kommt man bitte auf diese Rechnung? -
Re: Gut, wird aber in absehbarer Zeit nicht so viel bringen
Autor: Clown 15.02.23 - 10:15
Die Produktion eines Fahrzeugs (unabhängig des Antriebs) erzeugt eine Menge CO2. Je häufiger ein neues Fahrzeugt gekauft wird, desto höher ist der CO2 Ausstoß.
Dazu kommt, dass ein eAuto mehr CO2 bei der Produktion erzeugt als ein Verbrenner. Dazu gibt es bereits zahlreiche Untersuchungen, die einen break-even im Vergleich zum Verbrenner nach n km aufzeigen. n ist je nach Voraussetzungen unterschiedlich (Strommix, Akkugröße etc), liegt aber häufig zwischen 80tkm und 150tkm. Und das ist nur der Unterschied zwischen Verbrenner und eAuto. Die Produktion als solche verschlingt noch mal deutlich mehr.
Bei einer durchschnittlichen jährlichen Fahrleistung von weniger als 12tkm in Deutschland könnte man also noch etliche Jahre den bereits existierenden Verbrenner fahren, bis man die Produktion eines Neuwagens (erst recht eines eAutos) erreicht.
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Re: Gut, wird aber in absehbarer Zeit nicht so viel bringen
Autor: Weitsicht0711 15.02.23 - 10:27
Clown schrieb:
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> Die Produktion eines Fahrzeugs (unabhängig des Antriebs) erzeugt eine Menge
> CO2. Je häufiger ein neues Fahrzeugt gekauft wird, desto höher ist der CO2
> Ausstoß.
> Dazu kommt, dass ein eAuto mehr CO2 bei der Produktion erzeugt als ein
> Verbrenner. Dazu gibt es bereits zahlreiche Untersuchungen, die einen
> break-even im Vergleich zum Verbrenner nach n km aufzeigen. n ist je nach
> Voraussetzungen unterschiedlich (Strommix, Akkugröße etc), liegt aber
> häufig zwischen 80tkm und 150tkm. Und das ist nur der Unterschied zwischen
> Verbrenner und eAuto. Die Produktion als solche verschlingt noch mal
> deutlich mehr.
> Bei einer durchschnittlichen jährlichen Fahrleistung von weniger als 12tkm
> in Deutschland könnte man also noch etliche Jahre den bereits existierenden
> Verbrenner fahren, bis man die Produktion eines Neuwagens (erst recht eines
> eAutos) erreicht.
Wo hast du deine Zahlen her? Frauenhofer sagt ab 52tkm, das E-Autos länger halten als es viele gedacht haben ist auch kein Geheimnis mehr. Daher gib mir mal deine Rechnung.
Oder für uns ITler umformulierte Version. Ich habe einen Drucker der verbraucht viel Tinte, ist es besser sofort zu wechseln auf ein besseres Modell oder zu warten bis der Drucker nicht mehr geht? -
Re: Gut, wird aber in absehbarer Zeit nicht so viel bringen
Autor: Clown 15.02.23 - 11:07
Weitsicht0711 schrieb:
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> Wo hast du deine Zahlen her? Frauenhofer sagt ab 52tkm, das E-Autos länger
> halten als es viele gedacht haben ist auch kein Geheimnis mehr. Daher gib
> mir mal deine Rechnung.
z.B. hier https://www.absina.com/blogs/elektroauto/der-co2-fussabdruck-e-auto-und-verbrenner-im-vergleich
Auch die Zahl vom Fraunhofer mit 52tkm klingt je nach Voraussetzungen plausibel. Die muss man halt auch erst mal erreichen, und dann hat man wie gesagt nur den Unterschied zwischen Verbrenner und eAuto drin, nicht die grundsätzliche Neuproduktion.
Btw ist es zwar gut aber unerheblich, dass eAutos länger als gedacht halten, solange die Inhaber alle paar Jahre neue Autos kaufen, obwohl die Kisten noch einwandfrei funktionieren.
> Oder für uns ITler umformulierte Version. Ich habe einen Drucker der
> verbraucht viel Tinte, ist es besser sofort zu wechseln auf ein besseres
> Modell oder zu warten bis der Drucker nicht mehr geht?
Kommt drauf an. Wenn Du täglich seiteweise druckst, ist der break-even sehr schnell erreicht. Da kann es sich durchaus lohnen auch früh zu wechseln. Druckst Du aber nur alle paar Wochen 1-2 Seiten wäre es Blödsinn frühzeitig zu wechseln.
Übrigens gut, dass Du gerade Drucker als Vergleich ausgesucht hast, da doch gerade die von den Herstellern gerne mal vorzeitig, obwohl noch einsatzfähig, als "unreparierbar" außer Gefecht gesetzt werden ;)
Aber mal so ganz grundsätzlich: Eins der großen Probleme ist der endlos scheinende Konsum. Damit einher geht ein enormer Resourcenverbrauch, hoher CO2-Ausstoß und endeit in einem riesigen Müllberg.
"Weniger Konsum" und in dem Zusammenhang "Haltbarkeit" und "Reparierbarkeit" - auch wenn nicht sogar besonders im Bereich PKW - ist meiner Meinung nach daher eine sehr einleuchtende Schlussfolgerung.
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Re: Gut, wird aber in absehbarer Zeit nicht so viel bringen
Autor: Weitsicht0711 15.02.23 - 17:14
Clown schrieb:
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> z.B. hier www.absina.com
> Auch die Zahl vom Fraunhofer mit 52tkm klingt je nach Voraussetzungen
> plausibel. Die muss man halt auch erst mal erreichen, und dann hat man wie
> gesagt nur den Unterschied zwischen Verbrenner und eAuto drin, nicht die
> grundsätzliche Neuproduktion.
> Btw ist es zwar gut aber unerheblich, dass eAutos länger als gedacht
> halten, solange die Inhaber alle paar Jahre neue Autos kaufen, obwohl die
> Kisten noch einwandfrei funktionieren.
Okay, ist jetzt zwar nur von einem Unternehmen und nur für ein bestimmtes Fahrzeug, aber nicht aus der Luft gegriffen.
Was du jetzt aber vergisst bei deiner Rechnung, nach dem kauf eines neuem Auto, kommt das alte Auto ja nicht in die Schrottpresse.
> Kommt drauf an. Wenn Du täglich seiteweise druckst, ist der break-even sehr
> schnell erreicht. Da kann es sich durchaus lohnen auch früh zu wechseln.
> Druckst Du aber nur alle paar Wochen 1-2 Seiten wäre es Blödsinn frühzeitig
> zu wechseln.
Nein, umso früher ich wechsel umso früher wird der Break-Even-Point erreicht. Auch wenn ich wenig drucke.
> Übrigens gut, dass Du gerade Drucker als Vergleich ausgesucht hast, da doch
> gerade die von den Herstellern gerne mal vorzeitig, obwohl noch
> einsatzfähig, als "unreparierbar" außer Gefecht gesetzt werden ;)
Da hast du recht und dies ist eine enorme Belastung für die Umwelt.
> Aber mal so ganz grundsätzlich: Eins der großen Probleme ist der endlos
> scheinende Konsum. Damit einher geht ein enormer Resourcenverbrauch, hoher
> CO2-Ausstoß und endeit in einem riesigen Müllberg.
> "Weniger Konsum" und in dem Zusammenhang "Haltbarkeit" und
> "Reparierbarkeit" - auch wenn nicht sogar besonders im Bereich PKW - ist
> meiner Meinung nach daher eine sehr einleuchtende Schlussfolgerung.
Da hast du absolut Recht. -
Re: Gut, wird aber in absehbarer Zeit nicht so viel bringen
Autor: Clown 16.02.23 - 08:43
Weitsicht0711 schrieb:
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> Was du jetzt aber vergisst bei deiner Rechnung, nach dem kauf eines neuem
> Auto, kommt das alte Auto ja nicht in die Schrottpresse.
Stimmt, ist aber nebensächlich, da ja trotzdem ein neues Auto produziert wird.
Und ja doch, gar nicht so selten werden Fahrzeuge geschrottet. Ich denke da mit Haareraufen an die Abwrackprämie.
> Nein, umso früher ich wechsel umso früher wird der Break-Even-Point
> erreicht. Auch wenn ich wenig drucke.
Wenn Du nur alle paar Wochen 1-2 Seiten druckst, wirst Du den break-even real nie erreichen. Die Produktion/Vertrieb/Verschiffung/etc eines neuen Druckers verschlingt so dermaßen viel mehr im Vergleich zum möglichen Mehrverbrauch des Alten, ganz abgesehen von der nötigen Entsorgung.
Ich bezweifele auch, dass im Grunde alle außer Vieldrucker überhaupt je daran kommen, aber ohne konkrete Zahlen bleibt das Spekulation.
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