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Luxemburg

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  1. Luxemburg

    Autor: sitzathlet 13.02.18 - 17:53

    In Luxemburg ist an den meisten Samstagen und an vielen Sonntagen der ÖPNV kostenlos. Die Busse sind rammelvoll, weil das Angebot einfach attraktiver ist als selber fahren, besonders wenn man die Zeit dafür hat. Dazu gibt es Monatskarten ab 20¤. In meiner Zeit in Trier hingegen bin ich dagegen lieber mit dem Auto gefahren, weil Bus fahren unter dem Strich fast teurer war. Alles kostenlos kann niemand stemmen, aber die meisten deutschen Städte haben einfach keine attraktiven Angebote. Mehr günstige Monatskarten würden imho auch zu mehr Einnahmen führen, die zudem einfacher einzuplanen wären.

  2. Re: Luxemburg

    Autor: DreiChinesenMitDemKontrabass 13.02.18 - 18:17

    Bei uns hatte die Stadtbahn mal Jubiläum und kostenloses fahren für alle angeboten. Die Bahn war jedoch genauso voll wie sonst auch. Hat scheinbar kaum jemand genutzt.
    Der Taktzyklus ist hier auch sehr bescheiden. Tagsüber 10min, abends und Sonntags 15min. Man muss fast auf jeder Fahrt einmal umsteigen und da wieder warten bis der Anschluss kommt. Bei fast jeder Verbindung ist man tagsüber mit dem Fahrrad schneller. Abends teils sogar mit laufen.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 13.02.18 18:22 durch DreiChinesenMitDemKontrabass.

  3. Re: Luxemburg

    Autor: Dcs69S 13.02.18 - 18:23

    Trier wäre dich ein geeignetes Versuchsobjekt. Die Stadt ist anders als Von oder Essen eher so etwas wie eine Insel auf deutscher Seite. Für die Probeläufe würde ich zunächst nur Städte wählen, die nicht in einem Verkehrsverbund mit ihren Nachbarstädten sind. Arbeiten nicht auch Mannheim und Ludwigshafen eng zusammen?
    Dann doch lieber ein ganzer Verkehrsverbund.

  4. Re: Luxemburg

    Autor: Geistesgegenwart 13.02.18 - 20:30

    sitzathlet schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > In Luxemburg ist an den meisten Samstagen und an vielen Sonntagen der ÖPNV
    > kostenlos. Die Busse sind rammelvoll, weil das Angebot einfach attraktiver

    Egal wie Lobenswert das ist, das Kleinland Luxemburg kannst du in der Hinsicht nicht mit Deutschland vergleichen. Luxemburg ist so massiv auf Tagespendler aus dem Ausland angewiesen, dass sämtliche ÖPNV kostenlos sein kann und das allein durch das mehr Wirtschaftsleistung ausgeglichen wird. Dazu kommen die ewigen Staus nach Luxemburg-Stadt im Berufsverkehr, so dass hier Buchstäblich "das ganze Land" unter dem Verkehr leiden würde und man es sich leisten kann den ÖPNV zu subventionieren.

    Ob die deutsche Wirtschaftleistung nennenswert nach oben ginge wenn sämtlicher ÖPNV kostenlos ist, wage ich zu bezweifeln.

  5. Re: Luxemburg

    Autor: tingelchen 13.02.18 - 20:56

    In Bonn wohl schon. Ab 16:00 Uhr brauch man da eigentlich gar nicht mehr irgendwo hin fahren. Weil man 5x bis 10x so lange braucht wie sonst. Eine Strecke die normal 15min dauert kostet einen dann mal schnell eine ganze Stunde und mehr.

    Was nicht zu letzt an der Verkehrsplanung liegt. Es fehlen vor allem Brücken. Auch gibt es kaum bis gar keine großen Straßen die die Stadt durchziehen um die Fahrzeuge auf zu fangen. Staus an diversen Ampeln mit Aufenthaltsdauer von bis zu 30min kein Problem. Das sind keine Ausnahmen. Es ist alltäglich. Man kennt solche stellen und versucht sie zu umfahren. Aber Umfahren ist auch nur eine Verlagerung des Staus.

    Aber hey... mein Opa hat schon vor meiner Geburt gesagt, da fehlen Brücken. Aber wollte ja keiner. Jetzt wo alles zugebaut ist und kein Platz mehr für eine Brücke oder einen Tunnel ist, kommt man auf den Trichter... hey da fehlt eine Brücke. Nach über 50 Jahren.

  6. Re: Luxemburg

    Autor: sitzathlet 13.02.18 - 22:12

    Natürlich kann man Luxemburg nicht mit deutschen Großstädten gleichsetzen. Mein Punkt war vielmehr, dass anstelle dass jetzt die Regierung eine Großstadt lahmlegt indem sie den ÖPNV komplett kostenlos anbietet, ohne die Kosten oder Kapazitäten zu berücksichtigen, das ganze schrittweise versucht wird. Wie gesagt, bei uns sind Samstags die Busse voll, das hat sich aber auch erst mit der Zeit ergeben. Und das hat z.B. dazu geführt, dass ich, ein überzeugter Autofahrer (an sich), jetzt auch jeden morgen mit dem Bus zur Arbeit fahre. Nicht weil es schneller ist, man steht im gleichen Stau, aber kostentechnisch macht es einfach Sinn, zudem kann ich dann entspannt noch ne halbe Stunde vor mich hindösen. Ich stelle mir das in Deutschland halt (in Schritten, als Projekt) so vor:

    1. Gratis an den Wochenenden, um die Leute umzugewöhnen
    2. Monatskarten, die im Vergleich zu Einzel/Tages/...karten finanziell attraktiv sind, damit die Leute sich den Komfort gönnen, ohne sie jeden Tag nutzen zu müssen damit es sich lohnt. Einfach um den Betreibern stabile Einnahmen zu gewährleisten.
    3. Die Auslastungen beobachten und dementsprechend Material nachkaufen.
    4. Ideen wie GPS-Ampeln (Bsp. Trier) umsetzen, um die ÖPNV weiter attraktiver zu machen, und ihre Effizienz zu erhöhen.

    Natürlich wird sich das nicht in einem Monat umsetzen lassen, aber nachhaltige Entwicklungen brauchen nun mal etwas Zeit. Auch wenn dann erst mal Subventionen und Investitionen kostet. Immerhin kosten auch Straßeninstandhaltung und Luftverschmutzung ne Stange Geld.

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