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Verkehrssicherheit ist noch sehr viel vielschichtiger

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  1. Verkehrssicherheit ist noch sehr viel vielschichtiger

    Autor: Netzweltler 23.10.17 - 10:57

    Es ist imho ein Fehler. Infotainment und grundlegende Betriebssoftware eines Autos über dieselbe Elektronik und ineinander verwobene Software zu betreiben. Das sollten von der Stromversorgung weg getrennte Systeme bleiben.

    Daneben halte ich das Auto selbst für weniger angreifbar als die elektronische Infrastruktur dazu. Da liegt der wirkliche Massenmarkt und nicht bei Autos, die je nach Hersteller so unterschiedlich sind, daß ein flächendeckender Angriff zu aufwändig wäre.

    Da würde es z.B. schon reichen, wenn gefälschte Stauberichte, fehlerhafte Karten oder manipulierte Straßenkarten eingeschleust werden. Da kann ein Auto selbst noch so gut gesichert sein, wenn die Daten, die es verwendet, unbrauchbar sind. Schon kann man Chaos auslösen. Evtl. werden so kurzfristig ganze Volkswirtschaften erpreßbar.

  2. Re: Verkehrssicherheit ist noch sehr viel vielschichtiger

    Autor: RipClaw 23.10.17 - 11:02

    Netzweltler schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es ist imho ein Fehler. Infotainment und grundlegende Betriebssoftware
    > eines Autos über dieselbe Elektronik und ineinander verwobene Software zu
    > betreiben. Das sollten von der Stromversorgung weg getrennte Systeme
    > bleiben.

    Dann hat man aber keine vernetzten Autos mehr. Das ist ja das was die Marketing Menschen uns ständig vorbeten. Das die Autos intelligent sein sollen, das sie vernetzt sein sollen usw.

    Tja, das Ergebnis ist eben das sie verwundbarer werden. Versuch mal einen 20 Jahre alten Golf zu hacken ohne direkt an das Steuergerät zu gehen.

  3. Re: Verkehrssicherheit ist noch sehr viel vielschichtiger

    Autor: dabbes 23.10.17 - 11:03

    Das mit den Karten lässt sich durch Signaturen und evtl. verschiedene Anbieter lösen.
    Aber aus Kosten- und Kundenbindungssicht werden die Hersteller da nur ihre eigenen Dienste verwenden (höchstens im Backend eine gemeinsame Plattform nutzen, wie das von Nokia gekaufte Here).

  4. Re: Verkehrssicherheit ist noch sehr viel vielschichtiger

    Autor: Muhaha 23.10.17 - 11:07

    RipClaw schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Dann hat man aber keine vernetzten Autos mehr. Das ist ja das was die
    > Marketing Menschen uns ständig vorbeten. Das die Autos intelligent sein
    > sollen, das sie vernetzt sein sollen usw.

    Es widerspricht der Werbung nicht, wenn ich die Unterhaltungselektronik und Navi netzwerkmäßig von der Steuerung von z.B. Motor und Getriebe trenne. Was der Kunde sieht, ist vernetzt und er ist glücklich. Wie das unter der Motorhaube aber tatsächlich aufgebaut ist, juckt den Fahrer/Kunden nicht.

  5. Re: Panik

    Autor: Bouncy 23.10.17 - 11:23

    Netzweltler schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Daneben halte ich das Auto selbst für weniger angreifbar als die
    > elektronische Infrastruktur dazu. Da liegt der wirkliche Massenmarkt
    Das wäre auch jetzt schon ein Massenmarkt, Ampelsteuerungen kleinerer Städte etwa sind auch heute nur unzureichend gesichert. Wäre das ein auch nur ansatzweise interessanter Markt, hätte man den schon vor Jahren angreifen können, mit einem koordinierten Angriff auf einige Dutzend Städte bzw. deren Ampelsteuerung könnte man problemlos eine Volkswirtschaft schädigen oder den Staat erpressen. Irgendeinen Staat, irgendwo auf der Welt, man hat die volle Auswahl, überall steuern Ampeln und Schilder wichtige Knotenpunkte, wenn genügend davon ausfallen helfen auch keine Hampelmänner mit weißen Handschuhen.
    Letztlich ist das aber trotzdem nur ein Thema für Nerd-Thriller, passiert ist noch nie etwas, trotz gewaltigem Potential. Irgendwo läuft demnach die Panik vor IT und die Wirklichkeit ganz gewaltig auseinander...

  6. Re: Verkehrssicherheit ist noch sehr viel vielschichtiger

    Autor: RipClaw 23.10.17 - 13:12

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > RipClaw schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Dann hat man aber keine vernetzten Autos mehr. Das ist ja das was die
    > > Marketing Menschen uns ständig vorbeten. Das die Autos intelligent sein
    > > sollen, das sie vernetzt sein sollen usw.
    >
    > Es widerspricht der Werbung nicht, wenn ich die Unterhaltungselektronik und
    > Navi netzwerkmäßig von der Steuerung von z.B. Motor und Getriebe trenne.
    > Was der Kunde sieht, ist vernetzt und er ist glücklich. Wie das unter der
    > Motorhaube aber tatsächlich aufgebaut ist, juckt den Fahrer/Kunden nicht.

    Wenn man die Verbindung vom Navi zum Antrieb trennt dann wird die Positionsbestimmung dadurch verschlechtert. Das Navi bekommt vom Auto mitgeteilt wie schnell es sich aktuell bewegt. Dadurch kann ein Navi auch innerhalb von Tunneln funktionieren wenn GPS nicht mehr zur Verfügung steht.

    Dann gibt es in modernen Autos noch einige Gimmicks die durch die Kopplung ermöglicht werden wie z.B. das bei Hybrid / Elektroautos den Ladezustand angezeigt wird.

    Einer der ganz großen Trends ist die Kommunikation zwischen Fahrzeugen um Informationen über Umgebung, Straßenzustand und Verkehrsfluss zu übermitteln. Diese Infos müssen zum einen aus dem Fahrzeug ausgelesen werden und zum anderen vom Fahrzeug verarbeitet werden können.

    Wenn man ein Auto haben will das nicht gehackt werden kann fällt eben dieser ganze Kram weg.

  7. Re: Verkehrssicherheit ist noch sehr viel vielschichtiger

    Autor: PiranhA 23.10.17 - 13:16

    Powertrain und Comfort sind eigentlich traditionell zwei getrennte Netzwerke. Problematisch sind halt die Schnittstellen über Gateways. Da muss man konsequenter abschirmen und auch die Möglichkeiten der Diagnose und Wartung einschränken.
    Bestimmte Signale müssen halt durch, wenn man den aktuellen Komfort-Level beibehalten möchte. Auch das Infotainment System muss auf Fahrwerkseinstellungen Zugriff haben, damit der Nutzer diese über das Display anpassen kann. Aber dann muss wirklich alles andere rigoros gefiltert und auf Konsistenz überprüft werden, bevor man es durchlässt.
    Das Thema ist schon lange ein heißes Eisen in der Industrie. Jetzt müssen sie auch zeigen, dass sie das Thema auch ernst nehmen.

  8. Re: Panik

    Autor: fuselbaer 25.10.17 - 11:33

    Bouncy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Netzweltler schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Daneben halte ich das Auto selbst für weniger angreifbar als die
    > > elektronische Infrastruktur dazu. Da liegt der wirkliche Massenmarkt
    > Das wäre auch jetzt schon ein Massenmarkt, Ampelsteuerungen kleinerer
    > Städte etwa sind auch heute nur unzureichend gesichert. Wäre das ein auch
    > nur ansatzweise interessanter Markt, hätte man den schon vor Jahren
    > angreifen können, mit einem koordinierten Angriff auf einige Dutzend Städte
    > bzw. deren Ampelsteuerung könnte man problemlos eine Volkswirtschaft
    > schädigen oder den Staat erpressen. Irgendeinen Staat, irgendwo auf der
    > Welt, man hat die volle Auswahl, überall steuern Ampeln und Schilder
    > wichtige Knotenpunkte, wenn genügend davon ausfallen helfen auch keine
    > Hampelmänner mit weißen Handschuhen.
    > Letztlich ist das aber trotzdem nur ein Thema für Nerd-Thriller, passiert
    > ist noch nie etwas, trotz gewaltigem Potential. Irgendwo läuft demnach die
    > Panik vor IT und die Wirklichkeit ganz gewaltig auseinander...

    Es passiert durchaus bereits jetzt - wird nur nicht so breit gewalzt in der Presse.
    Der Vorteil, den solche Systeme jetzt noch haben, besteht darin, dass es sich um eine Vielzahl unterschiedlichster Systeme handelt; ganz anders als etwas bei einer Monokultur auf dem Laptop/Desktop- oder Mobilgerätemarkt. Der Gewinn ist geringer für den Hacker, wenn er statt einer Malware für iPhones einen Hack für die Fußgängerampel am Rathaus bastelt, auch wenn der Angriff auf letztere vermutlich ein Klacks ist. Es lohnt sich dann, wenn etwa Geheimdienste ausländische Fabrikanlagen lahmlegen, wie vor Jahren im Iran (da spielt die Frage der Kosten keine Geige).
    Es wird sich aber zukünftig lohnen für Hacker, auch die Infrastruktur anzugreifen, wenn die Vernetzung etwa im Verkehrsbereich fortschreitet, nämlich dann wenn einheitliche Schnittstellen geschaffen werden, damit jedes Device mit jedem anderen kommunizieren können muss (etwa das intelligente Auto, welches präventiv die nächste Ampel fragen kann, ob sie gerade rot ist, um damit selber seine Geschwindigkeit anpassen zu können - das ist zwar eine Readonly-Abfrage, aber wenn sich auf demselben Weg ein ÖPNV-Bus dann "Grün holen" kann...)

    -hl



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 25.10.17 11:45 durch fuselbaer.

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