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Problem: Laden Zuhause

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  1. Problem: Laden Zuhause

    Autor: Oktavian 18.01.18 - 08:20

    Dienstwagenbesitzer bekommen üblicherweise auch die Tankkosten erstattet. Entweder hat man dafür eine Flottenkarte oder man schießt als Fahrer vor und reicht die Belege ein. Gerade bei großen Flotten Variante 1, da die Abrechnung simpel ist. Das Finanzamt akzeptiert aber beides.

    Der Elektroauto-Besitzer möchte nun auch gerne an der heimischen Steckdose laden. Weder ist diese mit einem eigenen Zähler ausgestattet, noch produziert dieser, falls nachgerüstet, Belege. Zudem ändern Energieversorger auch gerne unterjährig ihre Preise, so dass auch hier die Abrechnung komplex sein könnte und fehleranfällig. Von Themen wie Umsatzsteuer wollen wir gar nicht reden.

    Eventuell kombiniert der Dienstwagenfahrer das noch mit einer Solaranlage, wird hierdurch Unternehmer, und tankt seinen eigenen Strom. Was das Finanzamt von solchen Rechnereien hält, steht in den Sternen.

    Ein paar meiner Kollegen fahren Hybrid, aber die dürfen elektrisch nur an öffentlichen Säulen laden oder an der firmeneigenen.



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 18.01.18 08:35 durch Oktavian.

  2. Re: Problem: Laden Zuhause

    Autor: 0IO1 18.01.18 - 09:00

    Das sollte doch eigentlich durch einen Zähler im Auto umschiffbar sein. Für jede geladene KWH kann man dann einen Steuervorteil erhalten, der dem durchschnittlichen ladepreis entspricht.
    Aber das ist vermutlich zu unbürokratisch gedacht.

  3. Re: Problem: Laden Zuhause

    Autor: thinksimple 18.01.18 - 09:20

    0IO1 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das sollte doch eigentlich durch einen Zähler im Auto umschiffbar sein. Für
    > jede geladene KWH kann man dann einen Steuervorteil erhalten, der dem
    > durchschnittlichen ladepreis entspricht.
    > Aber das ist vermutlich zu unbürokratisch gedacht.

    Neben der Reichweite, fehlender LadeInfrastruktur kommt bei einem Firmenwagen due Versteuerung dazu.
    Durch die 1%-Regelung müsste der Mitarbeiter mehr versteuern im Monat.
    Vgl. Golf Diesel mit Golf E. Du musst 1% vom Listenpreis versteuern und da hätte mancher Mitarbeiter schon ein Problem mit.
    Der Staat müsste als Anreiz bei E-Auto dies auf 0,5% verringern das es gleich wäre.
    Dazu kommt der erhöhte TCO für die Firmen.

    Rettet die Insekten. Selbst auf einem Balkon wär etwas Platz. Eine kleine Ecke vom Golfrasen an die Natur abtreten. Es wär so einfach

  4. Re: Problem: Laden Zuhause

    Autor: kayozz 18.01.18 - 09:36

    thinksimple schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dazu kommt der erhöhte TCO für die Firmen.

    Sag besser die erhörten Anschaffungskosten. Denn ob die TCO höher sind, muss jeder für sich abwägen, denn in die Rechnung fließen auch die Reperaturen, Verbrauch, Steuern und Restwert mit ein.

    Aber es stimmt schon, die 1% bzw. 0,03% Regel sind nicht gerade Vorteilhaft für die Mitarbeiter.

  5. Re: Problem: Laden Zuhause

    Autor: Oktavian 18.01.18 - 10:20

    > Das sollte doch eigentlich durch einen Zähler im Auto umschiffbar sein. Für
    > jede geladene KWH kann man dann einen Steuervorteil erhalten, der dem
    > durchschnittlichen ladepreis entspricht.
    > Aber das ist vermutlich zu unbürokratisch gedacht.

    Natürlich, denn der Zähler kann ja nicht erkennen, ob zuhause geladen wurde (Erstattung an den Fahrer) oder an einer sonstigen freien Steckdose. Das würde ja geradezu einladen zum Steuerbetrug. Zudem wären der Zähler bestimmt nicht geeicht und wohl auch nicht manipulationssicher.

    Es gehr hier ja auch nicht um einen Steuervorteil, sondern der Fahrer möchte von seiner Firma Bargeld für Strom, kann aber keinen echten Beleg beibringen. Das passt nicht zu den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung. Und an der Stelle werden Buchhalter und Buchprüfer humorlos (wenn sie es nicht eh schon sind).

    Ja, in Spanien oder Italien ließ sich das unbürokratisch lösen, vielleicht auch in Schweden und Norwegen, und ganz bestimmt in den Niederlanden. Aber doch nicht in Deutschland.

  6. Re: Problem: Laden Zuhause

    Autor: SJ 18.01.18 - 10:23

    Vielleicht wäre das ja mal ein Punkt für Koalitionsverhandlungen: Davon wegkommen alles punkt-genau regeln zu wollen :)

    --
    Wer all meine Fehler findet und die richtig zusammensetzt, erhält die geheime Formel wie man Eisen in Gold umwandeln kann.

  7. Re: Problem: Laden Zuhause

    Autor: Oktavian 18.01.18 - 10:29

    > Vielleicht wäre das ja mal ein Punkt für Koalitionsverhandlungen: Davon
    > wegkommen alles punkt-genau regeln zu wollen :)

    Nein, das ist eine Mentalitätsfrage der Deutschen, wir wollen das eigentlich so. Wir glauben zwar immer, wir wären da gerne etwas lockerer, aber falls mal irgendein Sonderfall nicht geregelt ist, wird gleich nach dem Gesetzgeber gerufen.

    Unser Steuerrecht ist nicht so kompliziert, weil ein einfaches nicht möglich wäre, sondern weil man jeden Sonderfall gerecht und eindeutig regeln will.

    Lustigerweise, wenn Ausländer zu uns kommen, auf Urlaub oder hier leben, dann bewundern sie oft genau das. Es ist alles geregelt, man hält sich an die Regeln und es funktioniert alles erstaunlich reibungslos.

  8. Re: Problem: Laden Zuhause

    Autor: Kahiau 18.01.18 - 10:43

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ja, in Spanien oder Italien ließ sich das unbürokratisch lösen, vielleicht
    > auch in Schweden und Norwegen, und ganz bestimmt in den Niederlanden. Aber
    > doch nicht in Deutschland.

    So ein Blödsinn. In DE darf mittlerweile auch vom Mitarbeiter an vom Arbeitgeber bereitgestellten Ladestellen geladen werden, ohne, dass der MA das bezahlen oder als gewinnbringenden Vorteil versteuern muss (§ 3 Nr. 46 EStG).

    Der Wille ist also da. Denkbar wäre es doch, bei E-Autos als Firmenwagen, die Betriebskosten anhand ihrer Kilometerleistung auszuzahlen, wie es auch bei der Nutzung des privaten PKW ist. Fertig. Oder man schafft das gleich ganz ab, verringert dafür aber die 1%-Regel auf 0.5% für E-Fahrzeuge. Dann könnten wir uns in drei Jahren gar nicht mehr retten vor E-Autos auf der Straße.

    http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Gesetzestexte/Gesetze_Verordnungen/2016-11-16-G-stl-Foerderung-Elektromobilitaet.html
    https://www.haufe.de/steuern/gesetzgebung-politik/bundestag-verabschiedet-steuerbonus-fuer-elektroautos_168_377472.html

  9. Re: Problem: Laden Zuhause

    Autor: Oktavian 18.01.18 - 10:53

    > So ein Blödsinn. In DE darf mittlerweile auch vom Mitarbeiter an vom
    > Arbeitgeber bereitgestellten Ladestellen geladen werden, ohne, dass der MA
    > das bezahlen oder als gewinnbringenden Vorteil versteuern muss (§ 3 Nr. 46
    > EStG).

    Das war nicht der Punkt, ganz falsche Baustelle. Es ging darum, dass privat genutze Dienst-Elektroautos nicht zuhause geladen werden dürfen, da es für die Firma sehr komplex ist, dem Mitarbeiter die Stromkosten zu erstatten. Natürlich darf die Firma auf ihrem Parkplatz dem Privat-Elektroauto den Strom schenken, macht meine Firma auch, wir haben ein paar Ladesäulen.

    Nehmen wir mich mal als konkretes Beispiel. Ich habe einen Dienstwagen. In der Firma kann ich nicht laden, denn da bin ich quasi nie, allenfalls mal für ne halbe Stunde die Woche. Beim Kunden laden kann ich nicht, da gibt es keine Ladestation. Zuhause laden kann ich nicht, denn ich kann meiner Firma keinen Beleg ausstellen, aufgrund dessen sie mir die Stromkosten erstatten könnte. Eigenbelege wären eine Notlösung, sieht der Prüfer aber extrem ungerne. Und unterwegs laden kann ich auch nicht, da mein Arbeitgeber mir wohl kaum pro Ladevorgang eine halbe Stunde Arbeitszeit bezahlen möchte. Und selbige Rechnung gilt für die meisten meiner Kollegen, von denen ca. 600 Dienstwagen fahren.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 18.01.18 11:00 durch Oktavian.

  10. Re: Problem: Laden Zuhause

    Autor: Kahiau 18.01.18 - 11:11

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das war nicht der Punkt. Es ging darum, dass privat genutze
    > Dienst-Elektroautos nicht zuhause geladen werden dürfen, da es für die
    > Firma sehr komplex ist, dem Mitarbeiter die Stromkosten zu erstatten.
    > Natürlich darf die Firma auf ihrem Parkplatz dem Privat-Elektroauto den
    > Strom schenken, macht meine Firma auch, wir haben ein paar Ladesäulen.
    Das ist mir klar, deshalb schrieb ich "der Wille ist da".
    Ich wollte dir zeigen, dass wir in DE nicht die Korintenkacker sind, für die sich viele hier immer halten. Deshalb habe ich als Beispiel die -- neu eingeführte -- steuerfreie Überlassung von Strom an den MA aufgeführt und deinen polemischen Absatz zitiert -- und eben nicht "die Sache".

    > Zuhause laden kann ich nicht, denn ich kann meiner Firma
    > keinen Beleg ausstellen, aufgrund dessen sie mir die Stromkosten erstatten
    > könnte. Eigenbelege wären eine Notlösung, sieht der Prüfer aber extrem
    > ungerne.
    Optimal ist das nicht, aber gut trotzdem belegbar. Du fährst eine bekannte Menge an km und das Fahrzeug verbraucht eine bekannte Menge an Energie im Durchschnitt. Zusammen mit dem AG sollte das machbar sein.

    PS:
    Natürlich darf die Firma den Strom NICHT verschenken, erst seit der Gesetzesänderung in 2016...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 18.01.18 11:13 durch Kahiau.

  11. Re: Problem: Laden Zuhause

    Autor: SJ 18.01.18 - 11:17

    Kahiau schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich wollte dir zeigen, dass wir in DE nicht die Korintenkacker sind, für
    > die sich viele hier immer halten.
    Ich werd da regelmässig eines besseren belehrt :)

    --
    Wer all meine Fehler findet und die richtig zusammensetzt, erhält die geheime Formel wie man Eisen in Gold umwandeln kann.

  12. Re: Problem: Laden Zuhause

    Autor: Oktavian 18.01.18 - 11:29

    > Optimal ist das nicht, aber gut trotzdem belegbar. Du fährst eine bekannte
    > Menge an km und das Fahrzeug verbraucht eine bekannte Menge an Energie im
    > Durchschnitt. Zusammen mit dem AG sollte das machbar sein.

    Der AG würde da mitziehen, solange die Abrechnung halbwegs plausibel ist. Das Nachprüfen ist meist teurer als die Kosten der Fehler. Die Frage ist eher, ob das Finanzamt das mitgeht. Wenn ich mitbekomme, dass bei Reisekostenabrechnungen stichprobenartig die gefahrenen Kilometer geprüft werden, und teils Abweichungen von wenigen km moniert werden, bezweifle ich das.

    Machbar wäre das vielleicht, Gesetze kann man schaffen, aber zur Zeit sehe ich weder den Willen dafür noch überhaupt das Problembewusstsein. Für uns ist das der eigentliche Grund, keine Elektro-Firmenwagen zuzulassen, aber in solchen Artikeln wie diesen vermisse ich das Thema immer.

  13. Re: Problem: Laden Zuhause

    Autor: freebyte 18.01.18 - 22:43

    0IO1 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das sollte doch eigentlich durch einen Zähler im Auto umschiffbar sein. Für
    > jede geladene KWH kann man dann einen Steuervorteil erhalten, der dem
    > durchschnittlichen ladepreis entspricht.

    Es geht um Dienstwagen, da muss das Unternehmen die nachweislich angefallenen Kosten buchen und möcht natürlich die Umsatzsteuer zurückfordern. Da ist nix mit "Durchschnitt", "Schätzung" etc. - defacto muss der Unternehmer seinem Angestellten einen separaten Stromzähler mit Stromvertrag zuhause hinstellen damit das sauber gebucht werden kann.

    > Aber das ist vermutlich zu unbürokratisch gedacht.

    Das hat nichts mit Bürokratie zu tun sondern simpler T-Konten Buchhaltung wie zu Fuggers Zeiten anno 1520.

    Leider...

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