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Erstaunlich...

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  1. Erstaunlich...

    Autor: Boandlgramer 03.12.21 - 10:19

    ... wie 8 Nutzer mit einer durchschnittlich täglichen Fahrleistung von 320 km, mithin einem Strombedarf von 64 kWh, einen Versorgungsstrang mit 42 Hausanschlüssen - unter anderem wahrscheinlich mindestens einem gewerblich genutzten - angeblich in die Überlastung treiben.

    Jeder Hausanschluss hat mindestens 3 x 25 A, eher 3 x 33 A beziehungsweise ungefähr 17 kW oder 22 kW. Also die Anschlussleistungen betragen schonmal mindestens zwischen 725 kW und 950 kW. Jetzt kalkuliert natürlich auch heute schon jeder Versorger damit, dass niemand seine Anschlussleistung ausreizt - wobei man bei Gewerbebetrieben durchaus damit rechnen muss.

    Selbst wenn man annimmt, dass alle acht Nutzer gleichzeitig ihre 22-kW-Wallboxen gleichzeitig nutzen und jeden Abend mit leerem Akku nachhause kommen, würden wir von 176 kW reden.

    Zumal das auch noch - wieder mal - nachts passieren soll, wo doch in der Regel über Mittag etwa drei Mal so viel Last abgefordert wird wie nächstens...

    Wenn dieses Testsetup Lastprobleme bekommt, dann haben wir ganze andere Probleme mit der Stromversorgung in Deutschland - und zwar natürlich bekannte: Nach der Privatisierung des Strommarktes 1998 fingen alle beteiligten Spieler - wie überall auf der Welt - an, die vergleichsweise billig erworbene Infrastruktur für maximalen Profit zu verschleißen.

    Und gerade im ländlichen Raum liegen da in der Tat noch die Installationen herum, die man in der Welle der Umrüstung von Freileitung auf Erdkabel in den 60er- und 70er-Jahren verbuddelt hat. Der Pro-Kopf-Verbrauch hat sich seitdem mindestens verdoppelt - aus sehr unterschiedlichen Gründen. Und zwar auch auf dem Land, wo das Landvolk immer für sich in Anspruch nimmt, nicht die Torheiten der Städter mitzumachen. Aber vor allem der Wechsel von Ofen- auf Öl-/Gasheizungen, Geschirrspüler und Trockner, sowie generell ein viel häufigeres Wäschewaschen, hat den Verbrauch sukkzessive steigen lassen. Bei den Gewerbebetrieben ist der Stromverbrauch auch enorm gestiegen - praktisch jedes Werkzeug hat heute mindestens die doppelte elektrische Leistung im Vergleich zu den Werkzeugen der 1970er-Jahre. Früher hatten Kreissägen Anschlussleistungen von gerade mal 1 kW - heute verwendet man kaum noch was unter 3 kW. Und das zieht sich durch praktisch alle Kategorien. Wenn man vor 50 Jahren ein 10-mm-Blech an einer Ackerschiene schweißen musste, musste man zum Landmaschinenmechaniker. Heute haben viele Bauern ein Schweißgerät in der Halle stehen, dass das auch im Kreuz hat.

    Das eigentliche Ergebnis ist, dass unser Stromnetz im Niederspannungsbereich, wahrscheinlich auch in der Mittelspannung und ganz sicher wieder bei den Hochspannungsleitungen, ohne Lastmanagement nicht zukunftsfähig ist - und da spielt Elektromobilität, wie auch Wärmepumpenheitung eine eher untergeordnete Rolle.

    Die Alternative ist das Aufholen der Investitionen, deren Summe in den letzten 20 Jahren in die Taschen der Eigner der Stromkonzerne geflossen sind. Da wird das Geld aber nicht mehr zu holen sein - also werden wir von unseren Steuern das Stromnetz 2.0 bezahlen müssen.

    Das ist aber kein Fehler der Dekarbonisierung der Wirtschaft, sondern ein fundamentaler fiskaler Verteilungsfehler, der uns auch an vielen anderen Stellen auf die Füße fällt. Wie zum Beispiel gerade im Gesundheitssystem...

    Und die Krakeeler, die es wieder besser wissen wollen, dass das alles sowieso nicht funktionieren kann und wir unbedingt wenigstens Kernkraft brauchen, sind die willigen Minions derer, die das Ausplündern der öffentlichen Infrastruktur betreiben und sich letztendlich unsere Steuern einschieben.

    Und genau da ordne ich auch derartige, offsichtlich unsinnige Studien ein.

  2. Re: Erstaunlich...

    Autor: bofhl 03.12.21 - 10:53

    Boandlgramer schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ... wie 8 Nutzer mit einer durchschnittlich täglichen Fahrleistung von 320
    > km, mithin einem Strombedarf von 64 kWh, einen Versorgungsstrang mit 42
    > Hausanschlüssen - unter anderem wahrscheinlich mindestens einem gewerblich
    > genutzten - angeblich in die Überlastung treiben.
    >
    > Jeder Hausanschluss hat mindestens 3 x 25 A, eher 3 x 33 A beziehungsweise
    > ungefähr 17 kW oder 22 kW. Also die Anschlussleistungen betragen schonmal
    > mindestens zwischen 725 kW und 950 kW. Jetzt kalkuliert natürlich auch
    > heute schon jeder Versorger damit, dass niemand seine Anschlussleistung
    > ausreizt - wobei man bei Gewerbebetrieben durchaus damit rechnen muss.

    Bei privaten Häusern wird mit max. 30% gerechnet - alles darüber muss durch "Umlagerung" oder "Notaufschaltungen" abgefangen werden (sofern das die Netze hergeben). Im Ernstfall wird begonnen die Spannung zu reduzieren.

    >
    > Selbst wenn man annimmt, dass alle acht Nutzer gleichzeitig ihre
    > 22-kW-Wallboxen gleichzeitig nutzen und jeden Abend mit leerem Akku
    > nachhause kommen, würden wir von 176 kW reden.
    >
    > Zumal das auch noch - wieder mal - nachts passieren soll, wo doch in der
    > Regel über Mittag etwa drei Mal so viel Last abgefordert wird wie
    > nächstens...

    Dass das so wäre ist lange vorbei - heute gilt eher das Prinzip: Nachts 80% des Tags!

    >
    > Wenn dieses Testsetup Lastprobleme bekommt, dann haben wir ganze andere
    > Probleme mit der Stromversorgung in Deutschland - und zwar natürlich
    > bekannte: Nach der Privatisierung des Strommarktes 1998 fingen alle
    > beteiligten Spieler - wie überall auf der Welt - an, die vergleichsweise
    > billig erworbene Infrastruktur für maximalen Profit zu verschleißen.
    >
    > Und gerade im ländlichen Raum liegen da in der Tat noch die Installationen
    > herum, die man in der Welle der Umrüstung von Freileitung auf Erdkabel in
    > den 60er- und 70er-Jahren verbuddelt hat. Der Pro-Kopf-Verbrauch hat sich
    > seitdem mindestens verdoppelt - aus sehr unterschiedlichen Gründen. Und
    > zwar auch auf dem Land, wo das Landvolk immer für sich in Anspruch nimmt,
    > nicht die Torheiten der Städter mitzumachen. Aber vor allem der Wechsel von
    > Ofen- auf Öl-/Gasheizungen, Geschirrspüler und Trockner, sowie generell ein
    > viel häufigeres Wäschewaschen, hat den Verbrauch sukkzessive steigen
    > lassen. Bei den Gewerbebetrieben ist der Stromverbrauch auch enorm
    > gestiegen - praktisch jedes Werkzeug hat heute mindestens die doppelte
    > elektrische Leistung im Vergleich zu den Werkzeugen der 1970er-Jahre.
    > Früher hatten Kreissägen Anschlussleistungen von gerade mal 1 kW - heute
    > verwendet man kaum noch was unter 3 kW. Und das zieht sich durch praktisch
    > alle Kategorien. Wenn man vor 50 Jahren ein 10-mm-Blech an einer
    > Ackerschiene schweißen musste, musste man zum Landmaschinenmechaniker.
    > Heute haben viele Bauern ein Schweißgerät in der Halle stehen, dass das
    > auch im Kreuz hat.
    >
    > Das eigentliche Ergebnis ist, dass unser Stromnetz im
    > Niederspannungsbereich, wahrscheinlich auch in der Mittelspannung und ganz
    > sicher wieder bei den Hochspannungsleitungen, ohne Lastmanagement nicht
    > zukunftsfähig ist - und da spielt Elektromobilität, wie auch
    > Wärmepumpenheitung eine eher untergeordnete Rolle.

    Lastmanagement wird aktuell bereits betrieben - bei allen Bereichen! Nur merken das die wenigsten hier in West-Europa! Aber geh mal in den Osten!

    >
    > Die Alternative ist das Aufholen der Investitionen, deren Summe in den
    > letzten 20 Jahren in die Taschen der Eigner der Stromkonzerne geflossen
    > sind. Da wird das Geld aber nicht mehr zu holen sein - also werden wir von
    > unseren Steuern das Stromnetz 2.0 bezahlen müssen.

    Ganz lieb! Und du denkst wirklich, dass die Aktionäre - also sehr viele der Menschen die entweder Fonds oder Sparbücher besitzen! - so viel davon bekommen?

    >
    > Das ist aber kein Fehler der Dekarbonisierung der Wirtschaft, sondern ein
    > fundamentaler fiskaler Verteilungsfehler, der uns auch an vielen anderen
    > Stellen auf die Füße fällt. Wie zum Beispiel gerade im
    > Gesundheitssystem...
    >
    > Und die Krakeeler, die es wieder besser wissen wollen, dass das alles
    > sowieso nicht funktionieren kann und wir unbedingt wenigstens Kernkraft
    > brauchen, sind die willigen Minions derer, die das Ausplündern der
    > öffentlichen Infrastruktur betreiben und sich letztendlich unsere Steuern
    > einschieben.
    >
    > Und genau da ordne ich auch derartige, offsichtlich unsinnige Studien ein.

  3. Re: Erstaunlich...

    Autor: Boandlgramer 03.12.21 - 10:58

    bofhl schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ganz lieb! Und du denkst wirklich, dass die Aktionäre - also sehr viele
    > der Menschen die entweder Fonds oder Sparbücher besitzen! - so viel davon
    > bekommen?

    Wer denkt, dass die Nutznießer des Reichtums bzw. des Ausverkaufs der öffentlichen Infrastruktur (Bank)Fonds oder Sparbücher besitzen, hat sein Gehirn auch an der Garderobe abgegeben...

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