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Es gibt doch noch etwas Sachverstand in der EU...

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  1. Es gibt doch noch etwas Sachverstand in der EU...

    Autor: Bigfoo29 18.03.19 - 15:28

    ...so scheint es zumindest. Entweder nutze ich ein freies System zur direkten Kommunikation oder ich brauche externe Infrastruktur, die gewartet werden will und auch irgend jemanden Geld kostet, weil der auch ungern nur PlusMinusNull arbeitet.

    Ich wünsche G5 viel Erfolg bei der Durchsetzung. Schade, dass gerade die zwei großen Premium-Hersteller auf den kostenpflichtigeren Standard setzen... aber solange VW da nicht umkippt, wird es hoffentlich dennoch darauf hinauslaufen, dass G5 standardmäßig verwendet wird und für den Rest dann optional notfalls auch 2G ausreicht.

    Regards.

  2. Re: Es gibt doch noch etwas Sachverstand in der EU...

    Autor: Plantie 18.03.19 - 16:25

    WIFI/WLAN als car communication standard auf jeden fall.

    Aber warum muss es eine Entweder/Oder Frage sein?
    WIFI/WLAN als standard und Premium Modelle haben 5G als Long Range Sensorik.

    Warum man das nun unbedingt braucht (Long Range) ist mir noch nicht so ganz klar aber AutoHersteller wissen das bestimmt besser :D

  3. Re: Es gibt doch noch etwas Sachverstand in der EU...

    Autor: Bigfoo29 18.03.19 - 16:31

    Weil es ansonsten drauf hinausläuft, dass sich 5G schleichend durchsetzt. Letztlich WOLLEN die Autohersteller ja den ständigen Kontakt (den sie bisher wegen des schlechten Netzes nicht immer haben). Allein schon für die eigenen Datenpools und zukünftige Dienste. Und wenn alles 5G spricht, wird das in Zukunft Vorrang vor G5 haben. Das wird man dann nur noch nutzen, wenn 5G doch mal nicht da ist. - Bzw. als zusätzlichen Funkkanal zur Absicherung.

    Natürlich wäre es - andersherum - praktisch. Man nutzt G5 und für zusätzliche Szenarien alle anderen Services. Aber dazu braucht man dann auch kein 5G. Da tut sogar 2G. Denn lokale Meldungen lassen sich schon heute so abstimmen, dass die 64kBit/s von GPRS/Edge locker ausreichen, um hunderte Problemstellen im Sekundentakt zu melden.

    Daher bin ich durchaus dafür, dass sich G5 als Grundvoraussetzung etabliert und 5G - oder jeder andere Datenkanal, ggf. sogar nur über WLAN-Hotspot - optional "on Top" kommt.

    Regards.

  4. Re: Es gibt doch noch etwas Sachverstand in der EU...

    Autor: brotiger 18.03.19 - 16:32

    Plantie schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Warum man das nun unbedingt braucht (Long Range)

    1. Premiumdienste. e-Call wird von den Herstellern ja auch nur ohne Murren verbaut, weil man dann schon mal ein Mobilfunkmodem im Fahrzeug und damit einen Fuß im Entertainment-System des Kunden hat und so Sachen wie Notruf-Callcenter, WLAN-Hotspot etc. verkaufen kann.

    2. Noch mehr Datensammelei.

  5. Re: Es gibt doch noch etwas Sachverstand in der EU...

    Autor: brotiger 18.03.19 - 16:44

    Bigfoo29 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > zusätzliche Szenarien alle anderen Services. Aber dazu braucht man dann
    >Da tut sogar 2G. Denn lokale Meldungen lassen sich schon
    > heute so abstimmen, dass die 64kBit/s von GPRS/Edge locker ausreichen, um
    > hunderte Problemstellen im Sekundentakt zu melden.

    Naja, bei 2G dann schon nur für sehr, sehr wenige Fahrzeug in der Zelle. Aber die tatsächlich übertragenen Datenmengen können natürlich locker über existierende Technik abgefrühstückt werden. Steht ja auch im Artikel (LTE-V2X und 3G).

    Es ist ja ein verbreiteter Irrglaube, dass 5G die Datenraten mobiler Endgeräte noch mal dramatisch anheben würde. Es gibt bereits Endgeräte mit LTE Cat 20 (2 GBit/s, z.B. Samsung Galaxy S10), Cat 15 bietet bis zu 4 GBit/s und Cat 17 sogar bis zu 25 GBit/s. LTE steht eben nicht still, sondern wird ständig um alle neu verfügbaren Technologien erweitert. 5G holt auf Protokollebene noch mal ein bisschen Effizienz raus, aber das schlägt sich dann halt eher auf der maximalen Zahl von Endgeräten pro Zelle und der Latenz nieder, und nicht in der Geschwindigkeit.

  6. Re: Es gibt doch noch etwas Sachverstand in der EU...

    Autor: Bigfoo29 18.03.19 - 17:11

    Was mit 5G verstärkt kommt, ist Edge-Computing. Also Mini-Rechen"zentren" direkt "am Mast". Das kann man zwar auch bisher schon machen. Aber in 5G ist es quasi Teil der Erwartung.

    Wirklich problematisch wird es, wenn in 5G Frequenzen oberhalb von 2GHz verwendet werden. Wir sehen ja heute schon, wie DEUTLICH weniger Reichweite die im Vergleich zum 800/900MHz-Netz haben. Und spätestens bei 3 oder 4 GHz ist halt außerhalb des direkten Sichtkontaktes zum Mobilfunkmasten Schluss. Und damit baut man nicht nur 1-2 Masten in einem Ort auf, der bislang mit 1-2 Masten ausgekommen ist, sondern bis zu 10, um die hohen Bandbreiten dann auch für hohe Nutzerzahlen liefern zu können.

    Denn klar kann LTE schon 2GBit/s und mehr. Aber das hilft halt keinem, wenn dann mit 3-4 Leuten die Basis-Station (und das Frequenzband) "zu" wären, wenn die Leute das wirklich ungehindert abrufen können würden. Und "Magie" kann selbst 5G nicht. Es entspannt die Situation letztlich auch nur durch die höheren Frequenzbereiche und die Tatsache, dass man mehr Basis-Stationen aufstellen kann, die sich dann dank unterschiedlicher Frequenzbereiche auch nicht gegenseitig stören (sondern ggf. sogar ergänzen sollen).

    Regards.

  7. Re: Es gibt doch noch etwas Sachverstand in der EU...

    Autor: brotiger 18.03.19 - 17:43

    Bigfoo29 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was mit 5G verstärkt kommt, ist Edge-Computing. Also Mini-Rechen"zentren"
    > direkt "am Mast". Das kann man zwar auch bisher schon machen. Aber in 5G
    > ist es quasi Teil der Erwartung.

    Mal abwarten. Wie du schon schreibst, Mobile Edge Computing gibt es auch bei 4G schon, und letztendlich ist das ja nichts anderes als ein Haufen Server, welche alle jeweils möglichst nahe an einem Mobilfunkmasten stehen und irgendwelche "Apps" (letztendlich virtuelle Maschinen oder Container) ausführen. Diese ganzen Apps muss jemand schreiben, pflegen, den Betrieb dem Mobilfunkbetreiber gegenüber bezahlen und von den Nutzern Geld einsammeln. Als Hauptanwendungsfall war mal "Content Optimisation" gedacht, also z.B. Caching von Inhalten, Optimierung von Videodatenströmen und so weiter. Aber selbst Netflix und Google hatten dafür nie Bedarf (https://www.fiercevideo.com/video/netflix-has-no-need-for-edge-computing).

    Bei "Vehicle-to-infrastructure" siehts ein bisschen anders aus, aber ich bin absolut nicht davon überzeugt, dass da letztendlich so viele und so zeitkritische Daten ausgetauscht werden müssen, dass sich die Komplexität von Mobile Edge Computing bezahlt macht. Und wo wir schon bei bezahlen sind: Wer soll den Mobilfunkanbietern den Betrieb dieser ganzen zusätzlichen Apps für Fahrzeugkommunikation bezahlen? Die Autofahrer? Die Fahrzeughersteller? Der Staat? Auf den 256 Seiten des im Artikel verlinkten EU-Dokumentes kommt das Thema Mobile Edge Computing noch nicht mal vor...

  8. Sachverstand?

    Autor: Xstream 18.03.19 - 19:04

    Offenbar reicht der Sachverstand nicht mal um zu sehen, dass WLAN niemals bis um die nächste Autobahnkurve reichen wird und damit untauglich ist.

  9. Re: Sachverstand?

    Autor: Bigfoo29 18.03.19 - 20:05

    Nochmal nachlesen... die Reichweite liegt zwischen 300 und 1000m. Das reicht bei normaler Situation locker für JEDE Kurve. Zumal Fahrzeuge dazwischen oder lokal angebrachte Repeater an Gefahrenstellen ebenfalls als "Verstärker" agieren können.

    Regards.

  10. Re: Sachverstand?

    Autor: Xstream 18.03.19 - 20:34

    1000 m klappt nur bei Sichtverbindung, ohne Relativgeschwindigkeit und ohne Regen o.ä. 300m ist zu knapp.

  11. Re: Sachverstand?

    Autor: mark.wolf 19.03.19 - 08:04

    Das ist nur in D so. Weil wir als einzige kein tempolimit haben und die Syteme dann auch noch bei 300 km/h funktionieren sollen. Bis zu 130 km/h funzt das prima.

    Es gibt Leute, die eine zentrale Infrastruktur favorisieren, obwohl eine dezentzrale peer-to-peer Kommunikation technisch klar besser, vernüftiger und ökonomischer ist. Da gibt es Begehrlichkeiten die Information zentral abzuschnüffeln und für jedes Fahrzeug ein bewegungsprofil zu erstellen, das Nutzerverhalten zu analysieren und den Nutzer dann mit Werbung zuzuscheißen usw. Es geht nicht ums System, es geht um die Kohle und die Schnüffler.

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