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Alternative zum Porsche? Ich wette dagegen!
Autor: AvailableLight 23.02.23 - 14:54
Ja, wenn einem im Premiumpreissegment das Servicenetz, die Werkstattdichte, die jahrzehntelange Erfahrung der etablierten Autobauer in solchen für Autoschreiberlinge anscheinend irrelevanten Punkten wie Fahrwerk, Fertigungsqualität, Langlebigkeit, Wiederverkaufswert, Ersatzteilverfügbarkeit, Tuningmöglichkeiten etc.pp. nicht interessiert, dann könnte der Ora-Dingensbumens, von dem man nicht mal weiss, ob die Firma in 10 Jahren noch existiert, vielleicht eine Alternative sein. Voraussetzung ist natürlich auch noch, dass wir beim Käufer keinerlei Markenspiessigkeit/- treue erwarten dürfen, denn warum sollte der sich für den gleichen Preis auf ein Experiment einlassen? Den Ora mit einem Porsche zu vergleichen ist also schlichtweg lächerlich. Keine Ahnung was die Motivation der Schreiberlinge ist solche seltsamen Jubelartikel zu posten, aber ich wette gegen einen relevanten Marktanteil von Ora im Premiumwagensegment in Deutschland in den nächsten 10 Jahren. 10000¤, traut ihr euch @golem? Wenn nicht, macht euch einfach mal schlau, wie ein guter Ruf einer Automarke über die Jahrzehnte zustande kommt und warum z.B. keinerlei Daten in der Pannenstatistik für Käufer definitiv kein Kaufargument sind.
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Re: Alternative zum Porsche? Ich wette dagegen!
Autor: berritorre 23.02.23 - 16:25
> von dem man nicht mal weiss, ob die Firma in 10 Jahren noch existiert, vielleicht
> eine Alternative sein.
Das könnte man allerdings aktuell auch von Porsche sagen. Jahrzehntelange Tradition kann in der Phase in der sich die Automobilindustrie aktuell befindet ganz schnell den Bach runter gehen. Ich glaube zwar, dass Porsche die Kurve kriegt. Aber da muss schon noch einiges kommen, bis das Überleben von Porsche gesichert ist. Aber aktuell ist wohl die beste Zeit für neue Automobilhersteller sich wirklich zu etablieren. Es gibt aktuell eine Cut in der Technologie und wenn nicht jetzt, wann dann?
Insgesamt muss man bei der Automobilindustrie aktuell aufpassen und schauen, wer in 5-10 Jahren noch besteht. -
Re: Alternative zum Porsche? Ich wette dagegen!
Autor: Spiritogre 23.02.23 - 17:26
Porsche ist äußerst populär und macht mit jedem verkauften Fahrzeug pro Stück 10 Mal mehr Gewinn als jeder andere etablierte Hersteller.
Porsche verkauft 300.000 Autos im Jahr und ist damit ein absoluter Nischenhersteller. Selbst Mercedes oder BMW verkaufen mit knapp 2 Millionen merklich mehr, VW liegt mit 10 Millionen auf Rang 2 in der Welt hinter Toyota mit 11 Millionen.
Auch die Porsche BEV schneiden hervorragend in Tests ab und sind äußerst populär.
Wenn man sich um einen Hersteller Sorgen machen muss, dann ist es eher Toyota, wenn die nicht bald anfangen BEVs zu produzieren, dann könnten die ordentlich an Rängen einbüßen. -
Re: Alternative zum Porsche? Ich wette dagegen!
Autor: berritorre 23.02.23 - 18:03
Ich beschwöre ja nicht das Ende von Porsche herauf. Aber nichts desto trotz muss auch Porsche aufpassen, dass es in 5-10 Jahren noch relevant ist. Ich glaube zwar, dass sie dran sind und verstanden haben, wo es hingeht. Aber aktuell können klein erscheinende Fehler eine Menge Geld kosten und dafür sorgen, dass man sich plötzlich Sorgen machen muss.
Ich habe zwar vor den chineischen Marken keine Angst, aber wenn man sich ansieht, was die in den letzten Jahren aufgeholt haben, würde ich sie auch nicht auf die leichte Schulter nehmen. Es gibt Länder, in denen gibt es halt keine so grosse Markentreue. -
Re: Alternative zum Porsche? Ich wette dagegen!
Autor: jonasz 23.02.23 - 19:04
Spiritogre schrieb:
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> Porsche ist äußerst populär und macht mit jedem verkauften Fahrzeug pro
> Stück 10 Mal mehr Gewinn als jeder andere etablierte Hersteller.
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> Porsche verkauft 300.000 Autos im Jahr und ist damit ein absoluter
> Nischenhersteller. Selbst Mercedes oder BMW verkaufen mit knapp 2 Millionen
> merklich mehr, VW liegt mit 10 Millionen auf Rang 2 in der Welt hinter
> Toyota mit 11 Millionen.
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> Auch die Porsche BEV schneiden hervorragend in Tests ab und sind äußerst
> populär.
>
> Wenn man sich um einen Hersteller Sorgen machen muss, dann ist es eher
> Toyota, wenn die nicht bald anfangen BEVs zu produzieren, dann könnten die
> ordentlich an Rängen einbüßen.
Wenn man keine Ahnung hat, dann wahrscheinlich sicher. 60% der zugelassenen Fahrzeuge waren oder sind Betriebsfahrzeuge, fast der gesamte Gebrauchtmarkt besteht aus ehemalige Fahrzeuge, die einmal auf ein Unternehmen zugelassen war, die meisten sind VAG Fahrzeuge. Schon einmal geschaut, wie wenig Absatz eigentlich die Japaner in Europa haben? Suzuki verkauft in Indien allein mehr als in Nordamerika und Europa zusammen, selbst ein 1/10 des indischen Markts ist stückzahlenmässig grösser als der gesamte EU-Markt. Wenn wir ehrlich sind, verkauft Toyota die meisten Fahrzeuge in Ostasien, während z.B. Fiat den meisten Absatz in Zahlen an zugelassene Fahrzeuge in Südamerika macht. Für Toyota ist derzeitig der Hauptabsatzmarkt sicher nicht EV Fahrzeuge, dazu haben sie viel zu niedrige Absatzzahlen und in Nordamerika ist der meistgekaufte Toyota der RAV, daneben Corolla/Camry und der Toyota Tacoma/Tundra. Ist wahrscheinlich sowieso eine der wenigen Marken die überhaupt unter den Top 5 mit einem Nicht-Pickup samt LKW Motor eingebaut auftreten. -
Re: Alternative zum Porsche? Ich wette dagegen!
Autor: Spiritogre 24.02.23 - 14:55
jonasz schrieb:
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> Wenn man keine Ahnung hat, dann wahrscheinlich sicher. 60% der zugelassenen
> Fahrzeuge waren oder sind Betriebsfahrzeuge, fast der gesamte
> Gebrauchtmarkt besteht aus ehemalige Fahrzeuge, die einmal auf ein
> Unternehmen zugelassen war, die meisten sind VAG Fahrzeuge. Schon einmal
> geschaut, wie wenig Absatz eigentlich die Japaner in Europa haben? Suzuki
> verkauft in Indien allein mehr als in Nordamerika und Europa zusammen,
> selbst ein 1/10 des indischen Markts ist stückzahlenmässig grösser als der
> gesamte EU-Markt. Wenn wir ehrlich sind, verkauft Toyota die meisten
> Fahrzeuge in Ostasien, während z.B. Fiat den meisten Absatz in Zahlen an
> zugelassene Fahrzeuge in Südamerika macht. Für Toyota ist derzeitig der
> Hauptabsatzmarkt sicher nicht EV Fahrzeuge, dazu haben sie viel zu niedrige
> Absatzzahlen und in Nordamerika ist der meistgekaufte Toyota der RAV,
> daneben Corolla/Camry und der Toyota Tacoma/Tundra. Ist wahrscheinlich
> sowieso eine der wenigen Marken die überhaupt unter den Top 5 mit einem
> Nicht-Pickup samt LKW Motor eingebaut auftreten.
Wer die Autos kauft ist ja erst einmal unerheblich, es geh ja darum, dass ein Hersteller Autos verkaufen kann.
Ich habe nur den weltweiten Markt betrachtet. Das Problem, wenn du Indien oder Südamerika als Hauptabsätzmärkte (für verschiedene Hersteller) nimmst, dann musst du auch bedenken, dass die Fahrzeuge dort nur einen Bruchteil von dem Kosten, was sie in Industrienationen kosten. Ein Dacia Spring kostet in Deutschland drei Mal so viel wie in Indien. D.h. die Gewinne die in diesen Ländern von international tätigen Konzernen gemacht werden sind merklich kleiner, selbst wenn sie fünf Mal mehr Fahrzeuge da verkaufen.
Und natürlich hat so jedes Land seine eigenen, populären Marken, wie in einem anderen Thema schon jemand schrieb, in Frankreich ist Dacia weit erfolgreicher als VW. Sind halt billige Schrottkisten aber wenn die Leute nicht soviel Geld haben, dann greifen sie auch dazu.
Die Frage am Ende ist also, verdient ein Premiumhersteller mit wenigen teuren Verkäufen besser als ein Massenhersteller mit viel Billigware. Wer mehr Gewinn am Ende raushat, sollte klar sein. -
Re: Alternative zum Porsche? Ich wette dagegen!
Autor: Spiritogre 24.02.23 - 15:01
berritorre schrieb:
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> Ich beschwöre ja nicht das Ende von Porsche herauf. Aber nichts desto trotz
> muss auch Porsche aufpassen, dass es in 5-10 Jahren noch relevant ist. Ich
> glaube zwar, dass sie dran sind und verstanden haben, wo es hingeht. Aber
> aktuell können klein erscheinende Fehler eine Menge Geld kosten und dafür
> sorgen, dass man sich plötzlich Sorgen machen muss.
>
> Ich habe zwar vor den chineischen Marken keine Angst, aber wenn man sich
> ansieht, was die in den letzten Jahren aufgeholt haben, würde ich sie auch
> nicht auf die leichte Schulter nehmen. Es gibt Länder, in denen gibt es
> halt keine so grosse Markentreue.
Porsche ist ein Statussymbol.
Und davon ab baut Porsche doch mit die besten BEVs, wovor sollen die also Angst haben?
Das Problem der chinesischen Marken ist die langfristige Zuverlässigkeit. Die meisten Marken sind sehr neu und haben nicht mal ein Händlernetz. Die werden teilweise über Elektromärkte als Vertriebspartner verkauft, die natürlich nicht mal Werkstätten haben.
Und keiner weiß, wann die chinesische Fabrik den Dienst einstellt und die Regierung die Fabrik einfach jemanden anderen zuweist, der dann da eine neue Marke aufmacht, aber natürlich keine Garantier für die Fahrzeuge der alten Marke übernimmt. Diese Autos sind nach aktuellem Stand reine Wegwerfware, ähnlich Smartphones.
Porsche ist glaube ich der einzige Hersteller der Welt, der dir quasi garantiert, du kannst auch in 100 Jahren da noch Ersatzteile kriegen. Auch das einer der Gründe, warum Porsche so teuer ist und als Sammlerobjekt so begehrt. -
Re: Alternative zum Porsche? Ich wette dagegen!
Autor: berritorre 25.02.23 - 04:06
Natürlich ist Porsche ein "Statussymbol", aber darauf kann man sich auch nicht ewig ausruhen und muss dran bleiben.
Ich denke, dass Porsche es schaffen wird. Allerdings hätte ich von Porsche eigentlich mehr erwartet und dass man z.B. Tesla in allen Belangen beim Thema Sportlichkeit schlägt. Das ist aber leider nicht so 100% gelungen. Dass der Porsche in der Familientauglichkeit nicht mit einem Model S mithalten kann habe ich nicht erwartet. Aber wenn so ein Tesla auch nur annähernd an den Porsche auf dem Nürburg-Ring rankommt, dann muss man sich finde ich schon zumindest ein bisschen Gedanken machen. Ja, Tesla kann vor allem Beschleunigung, etc. aber trotzdem hätte ich da mehr von Porsche erwartet. Gut, es war ihr erster richtiger Versuch, hoffe da kommt bald mehr. -
Re: Alternative zum Porsche? Ich wette dagegen!
Autor: berritorre 25.02.23 - 04:06
Nicht, dass ich je einen Porsche kaufen würde. Aber ich wünsche mir, dass die Marke auch in Zukunft erhalten bleibt.
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Re: Alternative zum Porsche? Ich wette dagegen!
Autor: berritorre 25.02.23 - 04:12
> Ein Dacia Spring kostet in Deutschland drei Mal so viel wie in Indien.
Und bei uns in Brasilien kostet der Renault KWID E-TECH R$ 149.990,00 (aktuell über 27.000 Euro), in Deutschland fängt der Spring laut Dacia-Website bei 22.750 ¤ an. Soviel zum Thema die Fahrzeuge kosten in Deutschland viel mehr. ;-) -
Re: Alternative zum Porsche? Ich wette dagegen!
Autor: Spahnharren 27.02.23 - 11:00
berritorre schrieb:
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> > Ein Dacia Spring kostet in Deutschland drei Mal so viel wie in Indien.
>
> Und bei uns in Brasilien kostet der Renault KWID E-TECH R$ 149.990,00
> (aktuell über 27.000 Euro), in Deutschland fängt der Spring laut
> Dacia-Website bei 22.750 ¤ an. Soviel zum Thema die Fahrzeuge kosten in
> Deutschland viel mehr. ;-)
Brasilien hat aber eine hohe Importsteuer für Autos 2011 eingeführt, die nicht zu mindestens 65% in BR hergestellt werden. In Israel zahlt man auch horrende Steuern auf importierte Autos. Zumal sind derzeit viele Währungen auch sehr schwach geworden und alte Preise vielleicht noch nicht angepasst. Der ägyptische Pfund hat z.B. in einem Jahr fast die Hälfte an Wert verloren. -
Re: Alternative zum Porsche? Ich wette dagegen!
Autor: berritorre 27.02.23 - 16:24
> Brasilien hat aber eine hohe Importsteuer für Autos 2011 eingeführt, die nicht zu
> mindestens 65% in BR hergestellt werden.
Die aber seit 2015 für Elektroautos nicht gilt. ;-)
https://www.terra.com.br/carros-motos/e-hora-de-rever-o-incentivo-aos-carros-eletricos-importados,3b52ddf0942f57dde43a43587ce1e209q1kpeobd.html
"No início do mês voltou à tona a discussão sobre a eficácia e a legitimidade da isenção de imposto de importação aplicada a carros elétricos, em vigor desde 2015."
Diese Steuerbefreiung wird zwar kontrovers diskutiert, ist aber meines Wissens noch in Kraft.
https://www.cnnbrasil.com.br/business/anfavea-defende-fim-de-imposto-zero-de-importacao-para-veiculos-eletricos/
Die Importsteuer auf Verbrenner liegt übrigens bei 35%.



