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  5. › IAA 2019: PS-Wahn statt Visionen

Vision vs. Realität

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  1. Vision vs. Realität

    Autor: Onkel Ho 16.09.19 - 11:33

    Da sieht man schön, wie weit die die Wünsche und die Realität auseinander gedriftet sind. Das allgemeine Medienecho und der Tenor ist zurzeit, dass die Elektrowende quasi vor der Tür steht und und im Grunde schon morgen kommt. Das Problem dabei ist nur: fast niemand kann und will liefern.
    Warum - in der Realität ist das wahrscheinlich so nicht möglich bis heute - Man will:
    - eine Reichweite von 400km+
    - Ladezeiten von max. 30min
    - Kaufpreise auf Verbrenner Niveau

    Die Industrie kann das zwar liefern - mit dem "kleinen" Aber, nicht zu dem Kaufpreis - und genau da ist dann wiederum die Hemmschwelle wesentlich zu groß zum Elektro-Kfz zu greifen. Und aller Voraussicht nach wird sich das auch nicht in 5-10 Jahren ändern.
    Denn wäre es möglich - würden die Hersteller ohne Ende e-Kfz produzieren und wie warme Brötchen verkaufen, wenn man dem allgemeinen Tenor folgt... Der Bedarf wäre auf jeden Fall da.

    Man könnte nun e-Kfz massiv mit 10.000-15.000 Eur plus subventionieren und den Wandel erzwingen, aber mach das Mal in nem Land mit mehr als 80 Mio Einwohnern und vielleicht der Hälfte an Kfz...

    Vielleicht sollten alle Mal einen Gang runter schalten und anstatt sich auf Biegen und Brechen die E-Wende in 5-10 Jahren herbeizuwünschen wirklich realistische Gedanken über die mittelfristige Zukunft zu machen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 16.09.19 11:40 durch Onkel Ho.

  2. Re: Vision vs. Realität

    Autor: azeu 16.09.19 - 11:41

    Ein bisschen politischen Druck braucht es, leider. Denn die Konzerne sind gewinnorientiert und ändern ungern funktionierende Geschäftsmodelle. Wenn es nach der Automobilindustrie ginge würden wir in 100 Jahren noch mit Diesel durch die Gegend fahren.

    Aber irgendwann ist einfach gut. Wir können nicht ewig unsere Luft in den Großstädten zusätzlich mit Autoabgasen vollpumpen.

    Auf lange Sicht werden wir um das E-Auto einfach nicht herum kommen. Das möchte nur nicht jeder gerne glauben. Das Wasserstoff-Auto ist da leider keine gute Alternative weil der Umgang mit Wasserstoff und dessen (umweltfreundliche) Produktion einfach ein ziemlicher Klotz am Bein ist. Und das mit dem Tanken in 3 Minuten ist auch nur eine Halbwahrheit. Je mehr H-Autos tanken desto länger dauert es. Das möchte uns die H2-Lobby natürlich so lange wie möglich verschweigen, aus nachvollziehbaren Gründen.

    Sobald eine vernünftige Akku-Technologie auf den Markt kommt sieht aber eh wieder alles anders aus.

    DU bist ...

  3. Re: Vision vs. Realität

    Autor: Onkel Ho 16.09.19 - 11:55

    Klar ich stimme dir vollkommen zu, die E-Wende wäre prima!

    Aber derzeit sieht es doch so aus: Das Elektroauto mit 400 km Reichweite zum Preis eines normal ausgestatteten VW Golf (also irgendwas zwischen 19-25.000 EUR) gibt es einfach nicht und wird es auch in 5-10 Jahren nicht geben, aber genau das erwartet man - und die Hersteller versprechen dann irgendwas.
    Am ende kommt dann entweder Auto mit den Spezifikationen aber zu einem deutlich höheren Preis (z.B. Tesla) oder der Preis stimmt, dafür ist die Reichweite aber nicht die erwartete...

    Ich bin mir sicher, dass die Hersteller einen wirklichen Elektro-Volkswagen bauen würden, wenn sie es könnten. Das Ding würde weggehen wie nichts. Machen Sie aber nicht, weil sie dann wahrscheinlich draufzahlen würden.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 16.09.19 11:58 durch Onkel Ho.

  4. Re: Vision vs. Realität

    Autor: unbuntu 16.09.19 - 12:14

    Onkel Ho schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich bin mir sicher, dass die Hersteller einen wirklichen Elektro-Volkswagen
    > bauen würden, wenn sie es könnten. Das Ding würde weggehen wie nichts.
    > Machen Sie aber nicht, weil sie dann wahrscheinlich draufzahlen würden.

    Irgendwann wirds aber einer machen und dann bekommt der Rest Probleme. Es wird aber 100%ig ein ausländisches Unternehmen sein.

    "Linux ist das beste Betriebssystem, das ich jemals gesehen habe." - Albert Einstein

  5. Re: Vision vs. Realität

    Autor: demon driver 16.09.19 - 12:21

    Onkel Ho schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich bin mir sicher, dass die Hersteller einen wirklichen Elektro-Volkswagen
    > bauen würden, wenn sie es könnten. Das Ding würde weggehen wie nichts.
    > Machen Sie aber nicht, weil sie dann wahrscheinlich draufzahlen würden.

    Ja – oder mit anderen Worten, sie würden es bauen, wenn sie ein Auto mit ähnlichen Eckdaten hinsichtlich Praxistauglichkeit (Reichweiten, Ladezeiten, Gepäckraum) für einen ähnlichen Preis wie den Verbrenner anbieten könnten und damit dann auch ein ähnliches Profitmaximierungspotenzial hätten.

    So weit ist die Technologie aber noch nicht, und wenn die Politik die Entwicklung nicht deutlich intensiver als bisher gezielt mit Geld in die richtige Richtung steuert, wird es auch noch lange dauern.

    Aber die reine Technologiefrage ist dabei noch gar nicht das einzige Problem. Selbst bei den Herstellern, die welche haben, sind E-Autos doch auch überwiegend nur die Fortsetzung des Kriegs auf der Straße mit anderen Mitteln. Dieselben übergewichtigen, übermotorisierten, aggressiven Blechmonstrositäten, jenseits bloßer CO2-Zahlen mit denselben perversen Kosten für die Umwelt bei Herstellung und Entsorgung.

    Heutige Autos, und die Bilder von der Messe zeigen das auf einem weiteren Steigerungslevel ganz hervorragend, wären noch vor zwanzig, dreißig Jahren von jedem durchschnittlichen Betrachter unmittelbar als groteske, pervers hässliche, dystopische Ausgeburten einer gezielt alles bereits vorhandene Negative an der "Automobilität" verschärfenden, lebensfeindlichen Zukunft wahrgenommen worden – übertriebene Bilder wie aus einer Science-Fiction-Dystopie, die dann noch einer nicht mehr ernstnehmbaren Übertreibung geziehen worden wäre.

  6. Re: Vision vs. Realität

    Autor: Onkel Ho 16.09.19 - 12:54

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Onkel Ho schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ich bin mir sicher, dass die Hersteller einen wirklichen
    > Elektro-Volkswagen
    > > bauen würden, wenn sie es könnten. Das Ding würde weggehen wie nichts.
    > > Machen Sie aber nicht, weil sie dann wahrscheinlich draufzahlen würden.
    >
    > Ja – oder mit anderen Worten, sie würden es bauen, wenn sie ein Auto
    > mit ähnlichen Eckdaten hinsichtlich Praxistauglichkeit (Reichweiten,
    > Ladezeiten, Gepäckraum) für einen ähnlichen Preis wie den Verbrenner
    > anbieten könnten und damit dann auch ein ähnliches
    > Profitmaximierungspotenzial hätten.
    >
    > So weit ist die Technologie aber noch nicht, und wenn die Politik die
    > Entwicklung nicht deutlich intensiver als bisher gezielt mit Geld in die
    > richtige Richtung steuert, wird es auch noch lange dauern.
    >
    > Aber die reine Technologiefrage ist dabei noch gar nicht das einzige
    > Problem. Selbst bei den Herstellern, die welche haben, sind E-Autos doch
    > auch überwiegend nur die Fortsetzung des Kriegs auf der Straße mit anderen
    > Mitteln. Dieselben übergewichtigen, übermotorisierten, aggressiven
    > Blechmonstrositäten, jenseits bloßer CO2-Zahlen mit denselben perversen
    > Kosten für die Umwelt bei Herstellung und Entsorgung.
    >
    > Heutige Autos, und die Bilder von der Messe zeigen das auf einem weiteren
    > Steigerungslevel ganz hervorragend, wären noch vor zwanzig, dreißig Jahren
    > von jedem durchschnittlichen Betrachter unmittelbar als groteske, pervers
    > hässliche, dystopische Ausgeburten einer gezielt alles bereits vorhandene
    > Negative an der "Automobilität" verschärfenden, lebensfeindlichen Zukunft
    > wahrgenommen worden – übertriebene Bilder wie aus einer
    > Science-Fiction-Dystopie, die dann noch einer nicht mehr ernstnehmbaren
    > Übertreibung geziehen worden wäre.
    Haha nette Beschreibung - die Karren sehen z.t. echt aus wie in nem fiesen Sifi streifen....
    Ich meine aber dennoch, dass sich eine neue Technologie auch am Markt von alleine durchsetzen muss. Mir fällt ehrlich gesagt auch kein Beispiel ein, wo eine Technologie forciert wurde, die erstmal nur Nachteile brachte und sich dann durchgesetzt hat...

  7. Re: Vision vs. Realität

    Autor: Onkel Ho 16.09.19 - 12:55

    unbuntu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Onkel Ho schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ich bin mir sicher, dass die Hersteller einen wirklichen
    > Elektro-Volkswagen
    > > bauen würden, wenn sie es könnten. Das Ding würde weggehen wie nichts.
    > > Machen Sie aber nicht, weil sie dann wahrscheinlich draufzahlen würden.
    >
    > Irgendwann wirds aber einer machen und dann bekommt der Rest Probleme. Es
    > wird aber 100%ig ein ausländisches Unternehmen sein.
    Du sagst es selbst - irgendwann. Es ist noch völlig unklar wann so ein Auto kommt und genau das ist der Knackpunkt. Ich meine es braucht einfach mehr Zeit.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 16.09.19 12:56 durch Onkel Ho.

  8. Re: Vision vs. Realität

    Autor: demon driver 16.09.19 - 15:59

    Onkel Ho schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    [...]
    > Ich meine aber dennoch, dass sich eine neue Technologie auch am Markt von
    > alleine durchsetzen muss. Mir fällt ehrlich gesagt auch kein Beispiel ein,
    > wo eine Technologie forciert wurde, die erstmal nur Nachteile brachte und
    > sich dann durchgesetzt hat...

    Auf dem Markt setzt sich "von alleine" immer nur das durch, was am meisten Profit bringt. Und mit den "Nachteilen" ist das gar nicht so einfach. Klar, unmittelbare Nachteile für die einzelnen Konsument/inn/en behindern natürlich den Profit. Mittelbare Nachteile aber, die letztlich alle treffen, und die im Zweifelsfall am Ende die Gesellschaft bezahlen muss, behindern ihn nicht – wie die Umweltzerstörung durch Abgase und CO2, oder die immer raumgreifenderen Fahrzeugdimensionen, die immer mehr zu Lasten schwächerer Verkehrsteilnehmer gehen, von Fußgänger/inne/n über Radfahrer/innen bis zu Kleinwagenfahrer/inne/n.

    Deswegen denke ich, dass sowohl eine Subvention des Elektroautos als auch eine künstliche Verteuerung des Verbrenners grundsätzlich schon nicht falsch sind.

    Besser allerdings wäre es, würden nicht pauschal der batterieelektrische Antrieb gefördert (und gerne auch das Gegenteil zusätzlich besteuert), egal welche Monstrositäten damit jetzt ausgestattet werden, sondern vor allem das, was Energie spart und CO2-Ausstoß reduziert – zum Beispiel kleinere, leichtere Autos mit weniger Luftwiderstand. Oder andere umweltfreundliche Antriebsarten wie der Brennstoffzellen-Elektroantrieb, der halt auch ohne halbtonnenschwere Zusatzgewichte in jedem Auto funktioniert.

  9. Re: Vision vs. Realität

    Autor: Onkel Ho 16.09.19 - 16:05

    Yo - eben. Dein letzter Absatz geht in die Richtung die ich auch meine.
    Man versucht hier zwanghaft einen Elektroantrieb auf die Beine zu stellen - der vielleicht derzeit so noch gar nicht möglich ist. Ich meine dass man zB im Bereich Leichtbau und Kleinwagen auch im Verbrenner Bereich noch was rausholen kann. Hatte VW nichtmal ein 2 Literauto gezeigt? Ich meine das ist auf jeden Fall umweltfreundlicher als ein Elektro-SUV mit 2,5 Tonnen plus auf der Waage.
    Klar langfristig geht's in die Richtung Elektro aber mittelfristig fehlt auch einfach noch die Technologie um das auch Vernünftig zu realisieren.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 16.09.19 16:06 durch Onkel Ho.

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