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Warum immer 80 Prozent?

Expertentalk zu DDR5-Arbeitsspeicher am 7.7.2020 Am 7. Juli 2020 von 15:30 bis 17:00 Uhr wird Hardware-Redakteur Marc Sauter eure Fragen zu DDR5 beantworten.
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  1. Warum immer 80 Prozent?

    Autor: Harddrive 19.07.18 - 12:01

    Warum wird bei E-Autos immer angegeben, dass diese in einer gewissen Zeit zu 80 % geladen sind? Den will man doch zu 100% fahren können, oder irre ich mich da? Wenn wie hier der Akku in 30 Minuten auf 80 % kommt, dann brauchen 100% die 37,5 Minuten. Warum gibt man die nicht an? Ganz einfach, weil es viel zu lange ist und sich 30 Minuten gerade noch akzeptabel anhören. Bei Werbung kann ich das ja noch verstehen, dass die ihr Produkt besser machen wollen als es ist. Aber bei einem Nachrichten würde ich doch gerne die ungeschönte Wahrheit erfahren, ohne großartig nachrechnen zu müssen.

  2. Re: Warum immer 80 Prozent?

    Autor: PiranhA 19.07.18 - 12:39

    Nein. Voll laden wirst du praktisch nie. Solange der Akku noch nicht so alt ist, wird sowieso nicht die gesamte Kapazität genutzt. Die Ladeleistung nimmt halt mit steigendem Ladezustand ab. Von 20 bis etwa 80 Prozent kannst du mit der vollen Leistung laden. Darunter und darüber wird limitiert, um den Akku nicht zu schaden.
    Daheim wirst du vielleicht zwischen 60 und 80 Prozent laden. Unterwegs suchst du bei 20 Prozent auch schon den nächsten Schnelllader.

  3. Re: Warum immer 80 Prozent?

    Autor: Azzuro 19.07.18 - 14:30

    > Wenn wie hier der Akku in 30 Minuten auf 80 % kommt, dann
    > brauchen 100% die 37,5 Minuten.

    Wie mein Vorredner schon sagte: Nein. Tesla hat da auf der Website so eine Animation, mal runterscrollen zur headline "Supercharger-Technologie" mit dem wachsenden grünen Balken:
    https://www.tesla.com/de_DE/supercharger

    Es lohnt sich daher unterwegs nicht auf 100% zu laden. Vereinfacht gesagt: Man ist unterm strich schneller, wenn man zwei Ladestopps macht, wo man jeweils bis 50% lädt, anstatt einen Stop, wo man bis 100% lädt. Weil 1 x 100% länger dauert als 2 x 50%.

  4. Re: Warum immer 80 Prozent?

    Autor: Harddrive 19.07.18 - 14:32

    Das man Akku nicht leer fahren darf, das wusste ich. Aber das man ihn nicht bis 100 % voll laden kann, das war mir neu. Reine Frage aus Neugier: Bewege ich bei einem E-Auto dann nicht 40 % des Akkus "umsonst" mit, weil ich ihn unter 20 % und über 80 % nicht nutzen kann / darf? Wenn ja, dann wäre das eine ziemlich große Energieverschwendung, wenn man die vielen "unnützen" Kilogramm an Akku mitnehmen muss. Wieviel wiegt so ein Akku pro kW/h Ladekapazität im Schnitt?

  5. Re: Warum immer 80 Prozent?

    Autor: Harddrive 19.07.18 - 14:52

    Schneller laden, wenn man zwei Ladestopps á 50 % einlegt, das muss man sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen. Entschuldige, aber mit schnell hat das definitiv nichts zu tun.

    Bei meinem guten alten Diesel tanke ich ca 5 Minuten und komme damit ca 700 bis 800 km weit. Sagen wir einfach mal 700 km. Ein Tesla hat eine angegebene Reichweite von 500 km, was aber wahrscheinlich deutlich niedriger sein wird. Aber gehen wir mal von den 500 km aus. Um die zweimal 50 % zu laden, braucht man wahrscheinlich zweimal 15 Minuten, also insgesamt 30 Minuten Ladezeit für 500 km Reichweite. Wenn ich die Zeit dann auf meinen Diesel übertrage, dann könnte ich den in dieser Zeit 6 mal tanken und hätte eine reale Reichweite von 4200 km. Der Tesla käme hingegen auf optimistische 500 km an Reichweite. Das ist irgendwie sehr suboptimal, wenn die uralte Technik die vermeintlich neue Technik um Längen schlägt (neu sind Eletroautos ja denitiv nicht).



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.07.18 14:53 durch Harddrive.

  6. Re: Warum immer 80 Prozent?

    Autor: tN023 19.07.18 - 14:58

    Man kann einen solchen Akku zu 100% aufladen. Aber je öfter man dies macht und je länger der Akku vollgeladen bleibt, desto schneller verringert sich seine Lebensdauer. Deshalb kann man bei den Tesla-Modellen die Ladekapazität mit einem Schieberegler verändern. Bei täglicher Nutzung lädt man den Akku also bsw. zu 80% auf. Bei einem längeren Tripp vielleicht auch mal bis 100%.


    Um den Akku zu schonen und seine Lebensdauer zu maximieren ist es ebenso sinnvoll, den Akku nicht längere Zeit bei 100% Ladung herumstehen zu lassen. Bei Tesla kann man dazu auch die Ladezeit steuern, also dass das Auto z.B. in der Nacht nicht um 3 Uhr vollgeladen ist, sondern erst um 9 Uhr wenn man losfahren möchte.

  7. Re: Warum immer 80 Prozent?

    Autor: Der Spatz 19.07.18 - 15:02

    Um es mal massiv vereinfacht auszudrücken:

    Zwischen 0-20% verträgt ein Akku "schnelles" laden nicht so gut (interne Chemische Prozesse beim tief-entladen werden beim schnellen Laden nicht ausreichend "regeneriert", der Akku geht schneller kaputt.

    Zwischen 20-80% macht der Akku keine Probleme beim schnell laden.

    > 80% steigt der "Innenwiderstand" beim laden - der Akku verbrät viel mehr der reingesteckten Energie in Wärme als vorher und er kann dabei so warm werden das er kaputt geht.

    Also wird (damit der länger als ein "Nach zwei Jahren wird das Handy eh entsorgt" - Akku hält) ab ca. 80% die Ladeleistung massiv gedrosselt und die letzten 80% können länger dauern als die 60% davor.

    Oder auf ein Auto umgerechnet: Der Tankeinfüllstutzen und die Entlüftung sind so mies konstruiert (bei Akkus halt leider Systembedingt) das sobald der Tank zu 80% voll ist das Benzin bei voll-Stoff zurück schwabt und aus dem Stutzen Spritzt.

    Also wird bis 80% voll stoff (1L/sekunde) getankt und ab dann zurück geschaltet bis am Ende nur noch Tröpfchenweise Benzin in den Tank läuft ;-)

  8. Re: Warum immer 80 Prozent?

    Autor: PiranhA 19.07.18 - 15:04

    Harddrive schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das man Akku nicht leer fahren darf, das wusste ich. Aber das man ihn nicht
    > bis 100 % voll laden kann, das war mir neu.

    Letztendlich sind die extreme immer schlecht. Tiefes entladen eher als vollständiges aufladen. Normalerweise kannst du aber nie 100% laden, weil das Akku-Management vorher abriegelt.
    Der Ladevorgang ist da vielleicht vergleichbar mit dem Aufziehen eines Gummiband. Am Anfang braucht man wenig Kraft um das Band 1cm zu dehnen. Mit der Zeit braucht man immer mehr Kraft, um die gleiche Distanz zu schaffen.
    Viele OEMs nutzen deswegen am Anfang nicht den ganzen Akku. Mit sinkender Kapazität nutzt du dann auch die Reserve des Akkus, um die gleiche Reichweite zu erzielen:


    > Reine Frage aus Neugier: Bewege
    > ich bei einem E-Auto dann nicht 40 % des Akkus "umsonst" mit, weil ich ihn
    > unter 20 % und über 80 % nicht nutzen kann / darf? Wenn ja, dann wäre das
    > eine ziemlich große Energieverschwendung, wenn man die vielen "unnützen"
    > Kilogramm an Akku mitnehmen muss.

    Naja, was heißt umsonst? Zum einen kannst du ja durchaus auch auf den roten Bereich zugreifen. Dadurch verschlechtert sich halt die Haltbarkeit, weshalb man das nur macht, wenn es sein muss. Aber das ist ja genau wie beim Schnellladen. Ist genauso schlecht für den Akku, aber muss eben ab und dann mal sein.
    Bei nem kleineren Akku hast du die Probleme dann früher, bei nem großen eben später. Ein großer Akku hat aber eben auch Vorteile bei der Haltbarkeit, weil der die Leistung beim Laden oder Entladen auf mehr Zellen verteilen kann. Diese altern also langsamer als bei nem kleinen Akku, bzw. bieten mehr Leistung bei gleicher Lebensdauer.

    > Wieviel wiegt so ein Akku pro kW/h
    > Ladekapazität im Schnitt?

    Also ich glaube erhältliche Autos liegen heute meist bei 130-150 Wh/kg. Tesla ist da glaub noch ein Ticken besser. Bosch hat für deren Akkuforschung als Zielmarke etwa 260 Wh/kg definiert (190 kg für 50 kWh). Die Angaben sind nicht immer ganz eindeutig, weil mal der komplette Akku als Gewicht genannt wird und mal nur die Zellen.

  9. Re: Warum immer 80 Prozent?

    Autor: tN023 19.07.18 - 15:05

    Harddrive schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bei meinem guten alten Diesel tanke ich ca 5 Minuten und komme damit ca 700
    > bis 800 km weit.

    Das ist vollkommen korrekt. Aber auch schon der einzige Vorteil den Verbrennungsmotoren (noch) haben. Der Elektrofahrzeug kann aber z.B. zu hause geladen werden, so dass man immer mit einem vollen Akku losfährt und sich die Fahrt zur Tankstelle erledigt.


    Man darf auch nicht vergessen dass Elektrofahrzeuge sich sehr schnell weiter entwickeln werden, ich denke es wird dort ein Wettrüsten der Anbeter geben wie wir es auf dem PC-Markt erlebt hatten und auch bei den Smartphones. Jedes Modell kann deutlich mehr als der Vorgänger. Bei den Verbrennern gibt es dagegen kaum noch Verbesserungspotenzial.

    Es wird nicht lange dauern dann können Elektrofahrzeuge z.B. während der Fahrt induktiv geladen werden oder innerhalb weniger Minuten voll aufgeladen.

  10. Re: Warum immer 80 Prozent?

    Autor: PiranhA 19.07.18 - 15:09

    Schau einfach mal ein wenig in die Zukunft, was uns da in fünf bis zehn Jahren erwartet. Laden wirst du perspektivisch mit 350 kW an der Autobahn. Der Akku wird auch 500-600 km real liefern. Da machst du vielleicht nach 300 km mal 10 Minuten Pause und schon hast du wieder 200-300km (je nach Bleifuß) geladen.

  11. Re: Warum immer 80 Prozent?

    Autor: picaschaf 19.07.18 - 15:34

    Schau dir einfach mal die Ladekurve eines Akkus an...

    Oder anschaulich an meinem Model S:
    0-30% 10-15 Minuten
    30-70% 40 Minuten
    70-100% 1 Stunde

    Spielt aber eigentlich alles keine Rolle im Alltag. Alle 2-3 Stunden gibt es sowieso eine kurze Pinkel/Ess/Trink-Pause da wird das Auto eben angesteckt beim Aussteigen. Wo das dann ist erledigt das Navi.

    Wer es aber wirklich eilig hat und sich unbedingt stressen will kann Supercharger Hopping betreiben und eben die Ladekurve ausnutzen. Mit 100% losfahren, mit 0% am ersten SuC ankommen und dort nur so viel laden bis zum nächsten oder übernächsten SuC. Und dazwischen so schnell wie es der Verkehr hergibt. Ein SuC lädt schneller als man verbrauchen kann während der Fahrt.

  12. Re: Warum immer 80 Prozent?

    Autor: Harddrive 19.07.18 - 16:05

    PiranhA schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Naja, was heißt umsonst? Zum einen kannst du ja durchaus auch auf den roten
    > Bereich zugreifen. Dadurch verschlechtert sich halt die Haltbarkeit,
    > weshalb man das nur macht, wenn es sein muss. Aber das ist ja genau wie
    > beim Schnellladen. Ist genauso schlecht für den Akku, aber muss eben ab und
    > dann mal sein.

    Nun umsonst heißt, die ersten 20 % nutze ich nicht, weil der Akku nicht zu tief entladen werden darf, um keinen Schaden zu nehmen. Die letzten 20% nutze ich dann freiwillig lieber nicht, da der Akku sonst auch "Schaden" nimmt und wahrscheinlich nicht so lange hält, als wenn ich ihn nur bis 80 % auflade. Das heißt in Summe kann ich 40 % eigentlich nicht nutzen, um den Akku zu schonen und schleppe das Gewicht mit mir rum, weil ohne diese zweimal 20 % geht es ja auch nicht.
    Wenn der 50 kWh Akku 190 kg wiegt, wie Du sagst, dann sind das für mich 76 kg, die ich unnötig durch die Gegend fahre. Und das bei jedem Auto mit einem 50 kWh großen Akku! Das finde ich schon richtig heftig. Wieviel Strom braucht man in etwa im Schnitt, um diese 76 kg 100 km weit zu bewegen?

  13. Re: Warum immer 80 Prozent?

    Autor: Harddrive 19.07.18 - 16:17

    tN023 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > Das ist vollkommen korrekt. Aber auch schon der einzige Vorteil den
    > Verbrennungsmotoren (noch) haben. Der Elektrofahrzeug kann aber z.B. zu
    > hause geladen werden, so dass man immer mit einem vollen Akku losfährt und
    > sich die Fahrt zur Tankstelle erledigt.
    >
    > Man darf auch nicht vergessen dass Elektrofahrzeuge sich sehr schnell
    > weiter entwickeln werden, ich denke es wird dort ein Wettrüsten der Anbeter
    > geben wie wir es auf dem PC-Markt erlebt hatten und auch bei den
    > Smartphones. Jedes Modell kann deutlich mehr als der Vorgänger. Bei den
    > Verbrennern gibt es dagegen kaum noch Verbesserungspotenzial.
    >
    > Es wird nicht lange dauern dann können Elektrofahrzeuge z.B. während der
    > Fahrt induktiv geladen werden oder innerhalb weniger Minuten voll
    > aufgeladen.

    Na ja, diesen Vorteil werden die Verbrenner leider noch einige Jahre haben, da mit der derzeitigen Akkutechnik keine großen Sprünge in Sachen Ladezeit mehr zu erwarten sind, wenn ich das in meinen letzten Diskussionen richtig verstanden habe. Denn die Spannung kann /sollte man maximal auf 1.000 Volt beim Laden erhöhen, da es ansonsten lebensgefährlich werden kann. Und die Stromstärke kann man auch nicht mehr viel erhöhen, da ansonsten der Akku beim Laden zu heiß wird. Dementsprechend wird man wahrscheinlich minimal auf eine Ladezeit von 15 Minuten kommen. Das ist dreimal mehr als beim Verbrenner und das noch nicht mal bei gleicher Reichweite.
    Irgendwann werden sicherlich bessere Akkus kommen, die deutlich bessere Eigenschaften haben, aber das dauert seine Zeit. Die Verbesserungen, die Du meinst, werden wahrscheinlich in den nächsten Jahren hauptsächlich den Komfort für den Passagier betreffen, sprich Unterhaltungselektronik. Die Reichweite wird auch bei den meisten Modellen auf 500 km durch größere Akkus anwachsen. Das wars aber erstmal.

  14. Re: Warum immer 80 Prozent?

    Autor: ChMu 19.07.18 - 16:18

    Harddrive schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > PiranhA schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Naja, was heißt umsonst? Zum einen kannst du ja durchaus auch auf den
    > roten
    > > Bereich zugreifen. Dadurch verschlechtert sich halt die Haltbarkeit,
    > > weshalb man das nur macht, wenn es sein muss. Aber das ist ja genau wie
    > > beim Schnellladen. Ist genauso schlecht für den Akku, aber muss eben ab
    > und
    > > dann mal sein.
    >
    > Nun umsonst heißt, die ersten 20 % nutze ich nicht, weil der Akku nicht zu
    > tief entladen werden darf, um keinen Schaden zu nehmen. Die letzten 20%
    > nutze ich dann freiwillig lieber nicht, da der Akku sonst auch "Schaden"
    > nimmt und wahrscheinlich nicht so lange hält, als wenn ich ihn nur bis 80 %
    > auflade. Das heißt in Summe kann ich 40 % eigentlich nicht nutzen, um den
    > Akku zu schonen und schleppe das Gewicht mit mir rum, weil ohne diese
    > zweimal 20 % geht es ja auch nicht.
    > Wenn der 50 kWh Akku 190 kg wiegt, wie Du sagst, dann sind das für mich 76
    > kg, die ich unnötig durch die Gegend fahre. Und das bei jedem Auto mit
    > einem 50 kWh großen Akku! Das finde ich schon richtig heftig. Wieviel Strom
    > braucht man in etwa im Schnitt, um diese 76 kg 100 km weit zu bewegen?

    Bestimmt ein paar hundert Wh? Vieleicht auch unter hundert Wh? Auf jeden Fall unter 6-7c. Anders ausgedrueckt, duerfte man das durch verbesserte Aerodynamic ausgleichen. Geht im Rauschen unter. Wir haben im Model S einen Durchschnitts Verbrauch von 18,9kWh/100km ueber die letzten 240000km, egal ob mit 1 oder 4 Personen besetzt. Der Wagen wiegt 2,2t. Ob man da nun 76kg spart, dafuer aber Batterie Leben aufgibt, ist keinen Gedanken wert. Batterie Health liegt bei 97%. Das passt schon.

  15. Re: Warum immer 80 Prozent?

    Autor: PiranhA 19.07.18 - 16:26

    Naja, das würde ich mal nicht überbewerten. Da kannst du ja auch sagen, wenn du mit dem vollgetankten Diesel eine Strecke von 20 km fährst, schleppst du unnötigerweise 40 kg Treibstoff mit rum, obwohl du nur 1,2 kg benötigst.
    Ein Akku hat eben immer das gleiche Gewicht, ob der voll oder leer ist. Das kann man gleichermaßen als Nachteil oder Vorteil sehen. Im Gegenzug sparst du ja auch Gewicht bei Motor und Getriebe ein. Wenn ein 100 kWh Akku nur noch 380 kg wiegt, kräht da kein Hahn mehr nach. Die Klimaanlage bauste im Winter ja auch nicht aus, weil du sie gerade nicht brauchst ;)
    Und was du bergauf an Mehrverbrauch hast, bekommst du bergab durch Rekuperation größtenteils zurück. Lediglich bei der Reibung musst du halt mit den Verlusten leben.

  16. Re: Warum immer 80 Prozent?

    Autor: PiranhA 19.07.18 - 16:31

    Das stimmt natürlich, wobei das für die allermeisten eben auch kein Problem ist. Wenn du nicht darauf angewiesen bist extra zum Tanken zu fahren, sondern das nebenher machst (zu Hause, an der Arbeit oder beim Einkaufen). Unterwegs macht man normalerweise eh alle 300-400 km ne kleine Pause. Aktuell eben nicht immer zum Tanken.
    Und spätestens wenn das autonome Auto dann selbständig zum Laden fährt, interessiert das keinen mehr ;)

  17. Re: Warum immer 80 Prozent?

    Autor: Harddrive 19.07.18 - 16:31

    picaschaf schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Schau dir einfach mal die Ladekurve eines Akkus an...
    >
    > Oder anschaulich an meinem Model S:
    > 0-30% 10-15 Minuten
    > 30-70% 40 Minuten
    > 70-100% 1 Stunde
    >
    > Spielt aber eigentlich alles keine Rolle im Alltag. Alle 2-3 Stunden gibt
    > es sowieso eine kurze Pinkel/Ess/Trink-Pause da wird das Auto eben
    > angesteckt beim Aussteigen. Wo das dann ist erledigt das Navi.
    >
    > Wer es aber wirklich eilig hat und sich unbedingt stressen will kann
    > Supercharger Hopping betreiben und eben die Ladekurve ausnutzen. Mit 100%
    > losfahren, mit 0% am ersten SuC ankommen und dort nur so viel laden bis zum
    > nächsten oder übernächsten SuC. Und dazwischen so schnell wie es der
    > Verkehr hergibt. Ein SuC lädt schneller als man verbrauchen kann während
    > der Fahrt.

    Ich gehe mal davon aus, dass diese Ladekurve die Supercharger betrifft. Wenn ich also nun meinen Akku auf 20 % herunter gefahren habe (drunter sollte man ja nicht) und diesen wieder auf 70 % aufladen möchte, um meine 250 km an Reichweite haben will (50% aufladen), dann bräuchte ich laut Deiner Übersicht 45 Minuten zum Laden (5 Minuten für die ersten 10 % und danach die 40 Minuten). Das wäre aber dann definitiv nichts für Menschen, die es sehr eilig haben und noch diese 250 km zu fahren haben.

  18. Re: Warum immer 80 Prozent?

    Autor: Harddrive 19.07.18 - 16:48

    PiranhA schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Naja, das würde ich mal nicht überbewerten. Da kannst du ja auch sagen,
    > wenn du mit dem vollgetankten Diesel eine Strecke von 20 km fährst,
    > schleppst du unnötigerweise 40 kg Treibstoff mit rum, obwohl du nur 1,2 kg
    > benötigst.
    > Ein Akku hat eben immer das gleiche Gewicht, ob der voll oder leer ist. Das
    > kann man gleichermaßen als Nachteil oder Vorteil sehen. Im Gegenzug sparst
    > du ja auch Gewicht bei Motor und Getriebe ein. Wenn ein 100 kWh Akku nur
    > noch 380 kg wiegt, kräht da kein Hahn mehr nach. Die Klimaanlage bauste im
    > Winter ja auch nicht aus, weil du sie gerade nicht brauchst ;)
    > Und was du bergauf an Mehrverbrauch hast, bekommst du bergab durch
    > Rekuperation größtenteils zurück. Lediglich bei der Reibung musst du halt
    > mit den Verlusten leben.


    Nun ja, das stimmt nur zum Teil, denn mein Tank ist ja halt nicht die ganze Zeit voll, sondern wird immer leichter je mehr ich fahre. Beim E-Auto bleibt das Gewicht schon gleich.
    Mit der Klimaanlage hast Du recht, aber um effizienter zu fahren müsste man die im Winter durchaus ausbauen ;-)
    Die Rekuperation muss ich mir unbedingt mal genauer ansehen, da habe ich leider noch keinen Plan von, wie effizient die wirklich ist.
    Aber ist beim Vergleich E-Auto zum Verbrenner bei vergleichbarer Leistung (Größe, Ladevolumen, Reichweite, etc...) das E-Auto wirklich leichter? Würde mich mal interessieren. Denn der Akku macht ja schon einiges an Gewicht aus.

  19. Re: Warum immer 80 Prozent?

    Autor: PiranhA 19.07.18 - 17:02

    Harddrive schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Rekuperation muss ich mir unbedingt mal genauer ansehen, da habe ich
    > leider noch keinen Plan von, wie effizient die wirklich ist.

    Grobe Faustregel ist, dass man 60% der nötigen Energie beim Beschleunigung damit beim Bremsen wieder bekommt. Gilt natürlich mit Einschränkungen auch für Hybride.

    > Aber ist beim Vergleich E-Auto zum Verbrenner bei vergleichbarer Leistung
    > (Größe, Ladevolumen, Reichweite, etc...) das E-Auto wirklich leichter?
    > Würde mich mal interessieren. Denn der Akku macht ja schon einiges an
    > Gewicht aus.

    Aktuell definitiv nicht und langfristig würde ich auch nicht damit rechnen, weil immer mehr Sensoren und Komfort-Features dazu kommen. Aber der 60 kWh Akku des Chevy Bolt wiegt aktuell 435 kg. In Zukunft wird man die gleiche Kapazität auch in 250 kg packen und da ist man dann im Bereich was Motor und Getriebe eines vergleichbaren Verbrenners wiegen. Nimmt man ein Automatikgetriebe, was der Elektroantrieb ja automatisch mit bringt, wird die Differenz noch kleiner.
    Heute interessiert es doch auch keine Sau, dass die Autos 500 kg mehr wiegen als noch vor 20 Jahren. Die 100-200 kg Unterschied fallen da gar nicht auf.

  20. Re: Warum immer 80 Prozent?

    Autor: Harddrive 19.07.18 - 17:07

    ChMu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Bestimmt ein paar hundert Wh? Vieleicht auch unter hundert Wh? Auf jeden
    > Fall unter 6-7c. Anders ausgedrueckt, duerfte man das durch verbesserte
    > Aerodynamic ausgleichen. Geht im Rauschen unter. Wir haben im Model S einen
    > Durchschnitts Verbrauch von 18,9kWh/100km ueber die letzten 240000km, egal
    > ob mit 1 oder 4 Personen besetzt. Der Wagen wiegt 2,2t. Ob man da nun 76kg
    > spart, dafuer aber Batterie Leben aufgibt, ist keinen Gedanken wert.
    > Batterie Health liegt bei 97%. Das passt schon.

    Ich gehe mal davon aus, Du meinst die Wh pro 100 Kilometer. Sagen wir also mal es wären 100 Wh pro 100 km der Einfachheit halber. Sagen wir mal im Durchschnitt fährt jeder ca 10.000 km im Jahr, dann sind das 10.000 Wh im Jahr oder halt 10 kWh. Hört sich auch nicht viel an, da gebe ich Dir durchaus recht und ist immer noch ein Rauschen. Aber bei über 46 Millionen Pkw in Deutschland sind das schon 460 Millionen kWh, also 460 GWh. Das empfinde ich schon als ein ziemlich lautes Rauschen.

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