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Wenn man Ideologien zum Geschäftsmodell macht
Autor: Anonymer Nutzer 02.07.20 - 09:35
Ja, in der Zukunft der Umweltideologen fahren nur noch elektrische Kleinstwägen rum und der Großteil der Bevölkerung quetscht sich in öffentliche Verkehrsmittel.
Die Realisten dagegen sehen ein, dass Kleinstwägen nur eine Notlösung bei extrem begrenztem Budget sind und jeder, der es sich leisten kann, eher zu einem sicheren, praktischen Auto greift (der SUV Trend lässt grüßen). Und bezüglich der öffentlichen Verkehrsmittel hat uns COVID-19 nun auch wieder vor die Realität geführt: Freiwillig steigt da keiner mehr ein, zumindest nicht zu den Stoßzeiten.
e.Go ignoriert komplett die Realität: Wer so ein Papp-Auto fährt, hat ein kleines Budget und will nicht mehr als ein paar tausend Euro bezahlen. Und in dieser Nische sitzen längst viele andere, und das sind zu 99% Verbrennerfahzeuge).
Die Lösung für das generelle CO2 Problem ist noch nicht gefunden. Eventuell könnte eine bessere Infrastruktur für Fahrräder samt konsequenter Bevorzugung dieser Fortbewegungsart helfen. Aber elektrische Kleinstwägen, die sich die typischen Käufer von Kleinstwägen nicht leisten können, lösen sicherlich keine Probleme. -
Re: Wenn man Ideologien zum Geschäftsmodell macht
Autor: tovi 02.07.20 - 10:29
Auch Kleinstwägen werden elektrisch werden.
Die Entwicklung geht halt von oben nach unten.
Im Moment sind sie noch zu teuer, aber das wird zwangsläufig anders.
Die Battereipreise sinken weiter, die Technik ist einfacher.
Weniger Komponenten, fallende Rohstoffpreise...
in ein paar Jahren werden Verbrenner unverkäuflich sein. -
Re: Wenn man Ideologien zum Geschäftsmodell macht
Autor: Anonymer Nutzer 02.07.20 - 10:40
tovi schrieb:
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> Auch Kleinstwägen werden elektrisch werden.
> Die Entwicklung geht halt von oben nach unten.
> Im Moment sind sie noch zu teuer, aber das wird zwangsläufig anders.
> Die Battereipreise sinken weiter, die Technik ist einfacher.
> Weniger Komponenten, fallende Rohstoffpreise...
> in ein paar Jahren werden Verbrenner unverkäuflich sein.
Ich habe ja überhaupt nichts gegen E-Autos. Im Gegenteil.
Die Wette, dass die in ein paar Jahren erschwinglich werden, würde ich aber nicht (mehr) eingehen. Man darf sich nicht von den auf den ersten Blick gut aussehenden Listenpreisen blenden lassen. Denn bei den Verbrennern liegt der Neuwagenrabatt mittlerweile bei durchgängig 25-35%. Bei E-Autos ist der Rabatt exakt 0%. Und das Problem, das ich generell sehe, ist, dass der Markt für Akkus wenig elastisch ist. D.h., eine minimal größere Nachfrage führt sofort zu deutlich steigenden Preisen. Die Margen sind für Verbrenner ungleich höher (und werden es noch lange bleiben). Der Effekt der E-Auto Förderung wird sein – und das ist auch jetzt schon erkennbar – dass die Preise für die E-Autos insgesamt steigen (nicht zu 100% um das, was die Förderung ausmacht, aber zum wesentlichen Teil mit Sicherheit), und die für Verbrenner sinken.
Die größten Profiteure der E-Auto Förderung werden die sein, die sich einen Verbrenner kaufen. Das mag unlogisch klingen, ist aber eine marktwirtschaftliche Notwendigkeit.
Deshalb ist die E-Autoförderung derzeit noch ziemlicher Unsinn. Zuerst müsste man jetzt wirklich die Knappheit der Akkus aus der Welt schaffen, und dann kann man an Anreize für den Kauf solcher Autos nachdenken.
Ich kann jedem nur empfehlen, sich mal die Leasingkonditionen bei verschiedenen Herstellern anzusehen: Wie berechnet sich der Preis des Leasings?
- Tatsächlicher Kaufpreis nach Rabatt
- angesetzter Restwert
- Zinssatz der Bankfinanzierung
Ich habe Angebote verglichen und dabei ist mir beim E-Auto Leasing folgendes aufgefallen.
- Rabatt = 0%
- Restwert ganz erheblich unter dem, was für Verbrenner angesetzt wird.
- Ergebnis: Leasing ist doppelt so teuer wie bei einem Verbrenner mit dem selben Listenpreis
Verwunderlich wirken zuerst die extrem schlechten Restwerte, die die Hersteller ansetzen. Aber auch hierfür gibt es eine Erklärung: Die gebrauchten E-Autos werden mit im Preis massiv gefallenen, gebrauchten Verbrenner konkurrieren müssen.
4 mal bearbeitet, zuletzt am 02.07.20 10:49 durch Gurli1. -
Re: Wenn man Ideologien zum Geschäftsmodell macht
Autor: goto10 02.07.20 - 11:58
Gurli1 schrieb:
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> Die Lösung für das generelle CO2 Problem ist noch nicht gefunden. Eventuell
> könnte eine bessere Infrastruktur für Fahrräder samt konsequenter
Wie oft muss man mit dem Fahrradanhänger für den Wochenendkauf der fünfköpfigen Familie die Strecke zum 25km entfernten Supermarkt fahren?
Irgendwie habe ich den Eindruck unsere Verkehrs"konzepte" kommen ausschließlich von Menschen die nur ihre eigene momentane Situation im Kopf habe und nicht mal im Ansatz andere Perspektiven in Erwägung ziehen. ;-) -
Re: Wenn man Ideologien zum Geschäftsmodell macht
Autor: MrAndersenson 02.07.20 - 12:45
goto10 schrieb:
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> Gurli1 schrieb:
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> > Die Lösung für das generelle CO2 Problem ist noch nicht gefunden.
> Eventuell
> > könnte eine bessere Infrastruktur für Fahrräder samt konsequenter
>
> Wie oft muss man mit dem Fahrradanhänger für den Wochenendkauf der
> fünfköpfigen Familie die Strecke zum 25km entfernten Supermarkt fahren?
>
> Irgendwie habe ich den Eindruck unsere Verkehrs"konzepte" kommen
> ausschließlich von Menschen die nur ihre eigene momentane Situation im Kopf
> habe und nicht mal im Ansatz andere Perspektiven in Erwägung ziehen. ;-)
Kommt drauf an wieviel Fahrräder mit Fahrradanhängern einkaufen fahren und wie gross Motivationen sind dies zu tun. -
Re: Wenn man Ideologien zum Geschäftsmodell macht
Autor: FutureEnergy 02.07.20 - 15:32
Gurli1 schrieb:
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> Die Realisten dagegen sehen ein, dass Kleinstwägen nur eine Notlösung bei
> extrem begrenztem Budget sind und jeder, der es sich leisten kann, eher zu
> einem sicheren, praktischen Auto greift (der SUV Trend lässt grüßen). Und
> bezüglich der öffentlichen Verkehrsmittel hat uns COVID-19 nun auch wieder
> vor die Realität geführt: Freiwillig steigt da keiner mehr ein, zumindest
> nicht zu den Stoßzeiten.
@Gurli1: Vorab eine blöde Frage: Du bist der Jair KSK Gurli1, richtig?
Neulich vor dem LIDL einen BMX X6 gesehen. Der Stand da mindestens 15min (Länge meines Einkaufs) mit laufendem Motor und spielte auf dem Handy rum. Sonst hätte ihm ja warm werden können. Dann stieg eine sehr herausgeputzt (um nicht abgespachtelt zu sagen), junge Dame ein und unter lauten Getöse fuhr die Kombi davon
...
Was schon sehr auffällt: SUV Fahrer sind in der Regel tatsächlich dümmer, dreister und asozialer als andere.
Klar, viele sind auch "erfolgreich". Aber das schließt sich eben nicht aus, sondern auch das korreliert ebenfalls häufig: Dumm, dreist, asozial und erfolgreich! Aber wer würde sonst die Welt und die Gesellschaft zerstören, wenn es nicht diese Leute tun? Muss ja auch schließlich jemand machen. Sonst wäre es ja zu einfach. Aber die Welt wäre ein wenig besser. Oder gleich viel besser... und netter... -
Re: Wenn man Ideologien zum Geschäftsmodell macht
Autor: Anonymer Nutzer 02.07.20 - 17:13
FutureEnergy schrieb:
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> Gurli1 schrieb:
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> ----
> > Die Realisten dagegen sehen ein, dass Kleinstwägen nur eine Notlösung
> bei
> > extrem begrenztem Budget sind und jeder, der es sich leisten kann, eher
> zu
> > einem sicheren, praktischen Auto greift (der SUV Trend lässt grüßen).
> Und
> > bezüglich der öffentlichen Verkehrsmittel hat uns COVID-19 nun auch
> wieder
> > vor die Realität geführt: Freiwillig steigt da keiner mehr ein,
> zumindest
> > nicht zu den Stoßzeiten.
>
> @Gurli1: Vorab eine blöde Frage: Du bist der Jair KSK Gurli1, richtig?
>
> Neulich vor dem LIDL einen BMX X6 gesehen. Der Stand da mindestens 15min
> (Länge meines Einkaufs) mit laufendem Motor und spielte auf dem Handy rum.
> Sonst hätte ihm ja warm werden können. Dann stieg eine sehr herausgeputzt
> (um nicht abgespachtelt zu sagen), junge Dame ein und unter lauten Getöse
> fuhr die Kombi davon
> ...
>
> Was schon sehr auffällt: SUV Fahrer sind in der Regel tatsächlich dümmer,
> dreister und asozialer als andere.
>
> Klar, viele sind auch "erfolgreich". Aber das schließt sich eben nicht aus,
> sondern auch das korreliert ebenfalls häufig: Dumm, dreist, asozial und
> erfolgreich! Aber wer würde sonst die Welt und die Gesellschaft zerstören,
> wenn es nicht diese Leute tun? Muss ja auch schließlich jemand machen.
> Sonst wäre es ja zu einfach. Aber die Welt wäre ein wenig besser. Oder
> gleich viel besser... und netter...
Ich muss meinen SUV nicht laufen lassen, denn der hat Standheizung. Außerdem kaufe ich nicht bei Lidl ein. Da sind mir die Parkplätze zu klein.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 02.07.20 17:15 durch Gurli1. -
Re: Wenn man Ideologien zum Geschäftsmodell macht
Autor: marcometer 02.07.20 - 18:19
Hast du dich mal mit Angeboten von E-Autos beschäftigt oder woher kommen die vielen Aussagen zu Rabatten und co.?
Kein Mensch zahlt bei einem E-Auto den Listenpreis (Rabatt 0%), schon alleine durch den Herstelleranteil der Förderung gehen ~3.500¤ davon an "Rabatt" weg.
Dazu kommt der BAFA-Anteil von mittlerweile 6.100¤ und darüberhinaus geben etliche Hersteller und Händler noch weitere Rabatte für ihre E-Autos.
Das mag dir entgangen sein, oder du hast es einfach absichtlich nicht hingeschrieben.
Ich zum Beispiel zahle für meine laufende Bestellung eines Corsa-e im Endeffekt dann 13.591¤ weniger als den Listenpreis - und das schon inkl. Überführung (790¤) eingerechnet.
Somit ist der Gesamt"rabatt" aus meiner Kundensicht 14.381¤
Selbst wenn du also sagen willst die 6.100¤ vom Staat kann man nicht zählen, weil ja, das wäre jetzt sowieso gekommen, dann sind es immer noch 8.281¤ Rabatt vom Hersteller bzw. Händler.
Kommt mir mehr als 0% vor -
Re: Wenn man Ideologien zum Geschäftsmodell macht
Autor: I-karus 02.07.20 - 21:00
Hahahaha welche Preise hast du denn angeschaut??? Die größten profitierte der aktuellen Prämie sind Leute die sich Elektro Autos leasen oder noch besser mit Variofinazierung kaufen. Dann hat man wirklich jede Option und kein zusätzliches Risiko falls es doch irgend welche Entwicklungssprünge gibt.



