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Warnen vor etwas, wofür es keine Alternative gibt?

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  1. Warnen vor etwas, wofür es keine Alternative gibt?

    Autor: prosumer 15.01.22 - 18:18

    Use Case: ich habe ein Eigenheim mit Wallbox und brauche das Auto nur für Kurzstrecken und will damit nicht in den Urlaub fahren. Kann nicht der Standard sein, wofür eine Empfehlung für die breite Masse ausgesprochen wird.

    Im Sommer 2021 wollte ich ein e-Auto kaufen, was aber nicht möglich war. Ich wohne zur Miete und habe keine Lademöglichkeit, im Umkreis 2km 3 Ladesäulen öffentlich. In der Stadt… Ich fahre gerne 3-4 mal im Jahr Strecken von 300-600km als Wochenend/Urlaubstrip, was bei den Akkukapazitäten und Ladezeiten inakzeptabel ist. Kaufpreis eines solchen Mobils ist im Preis-Leistungs-Vergleich zu Verbrennern (abgesehen von der teilweise „harmonisierenden“ Prämie/Subvention bei einem eSmart beispielsweise) nicht erschwinglich. Außerdem in Sachen Umweltfreundlichkeit bin ich noch nicht überzeugt davon. Abbau der seltenen Erden, Recycling, erhöhte Gefahr bei Brand - all das frisst weitere Ressourcen.

    Ich warte ab, wie es so ab 2030 aussieht, vielleicht gibt es ja bis dahin so etwas wie günstige Einstiegspreise und eine nutzbare Infrastruktur.

  2. Re: Warnen vor etwas, wofür es keine Alternative gibt?

    Autor: Wakarimasen 15.01.22 - 19:30

    prosumer schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Use Case: ich habe ein Eigenheim mit Wallbox und brauche das Auto nur für
    > Kurzstrecken und will damit nicht in den Urlaub fahren. Kann nicht der
    > Standard sein, wofür eine Empfehlung für die breite Masse ausgesprochen
    > wird.

    heutzutage ist es fast normal wenn in der Familie jeder ein Auto hat. Bei meinen Eltern auf dem Dorf sind die Straßen deswegen oft einseitig zugeparkt. Es ist also vollkommen möglich statt 3 verbrenner pro kopf 1 verbrenner (wenn man lange strecken fahren will und sich dafür nicht die teuren EVs mit 500-1000km reichweite leisten kann) und 1 EV zu haben

    > Im Sommer 2021 wollte ich ein e-Auto kaufen, was aber nicht möglich war.
    > Ich wohne zur Miete und habe keine Lademöglichkeit, im Umkreis 2km 3
    > Ladesäulen öffentlich. In der Stadt…

    Wieso war das nicht möglich? Seit glaub schon 2020 kann man bei seinem Mieter verlangen eine Wallbox zu installieren. Wenn dein Miethaus keine eigene Tiefgarage oder Parkplatz hat, kannst du zur Stadt gehen und dir einen beantragen und du bekommst das ding. Bis letztes Jahr wurde das von der KFW sogar großzügig gefördert sodass man oft gar nichts zahlen musste.

    > Ich fahre gerne 3-4 mal im Jahr
    > Strecken von 300-600km als Wochenend/Urlaubstrip, was bei den
    > Akkukapazitäten und Ladezeiten inakzeptabel ist.

    Es ist grundsätzlich sinnvoll alle paar Stunden bei längeren Fahrten ne Pause zu machen, und die meisten (aktuellen) EVs sollten in ner halben bis einer stunde voll aufgeladen sein.

    > Kaufpreis eines solchen
    > Mobils ist im Preis-Leistungs-Vergleich zu Verbrennern (abgesehen von der
    > teilweise „harmonisierenden“ Prämie/Subvention bei einem eSmart
    > beispielsweise) nicht erschwinglich.

    Inwiefern ist das nicht erschwinglich? Ein verdammter Smart oder Golf fängt doch auch bereits bei 20k an, so wie viele EVs auch.

    > Außerdem in Sachen
    > Umweltfreundlichkeit bin ich noch nicht überzeugt davon. Abbau der seltenen
    > Erden, Recycling, erhöhte Gefahr bei Brand - all das frisst weitere
    > Ressourcen.

    Seltene Erden sind nicht selten, die heißen nur so. Lithium ist eines der am häufigsten vorkommenden stoffe der Welt, es wurd halt nur an hoch konzentrierten Orten abgebaut, aber es kommt fast überall vor.

    Recycling der Akkus ist in ein paar kleinen Unternehmen bereits zu 95% oder so möglich, aber auch alte Akkus können noch als Stromspeicher Jahrzente weitergenutzt werden. Zur Überraschung der Hersteller halten die Batterien auch sehr viel länger und besser als erwartet. Urpsünglich dachte man das Akkus nach 10 auf 70% kapazitätsverlust kommen, wie sich heruasstellt sind alle Fahrzeuge in dem Zeitrahmen noch bei über 90%.

    Brand.. Frag mal einen Feuerwehrmann wie er das sieht. Bisher hat jeder Feuerwehrmann den ich gesehen habe gesagt das EVs weit seltener brennen als verbrenner, aber dafür eben schwerer zu löschen sind. EVs. fangen abseits von problemen in der Elektronik auch schwerer an zu brennen, da die Fahrzeuge zudem schwerer sind und stabiler gebaut schützen sie zudem stärker bei Unfällen.

    > Ich warte ab, wie es so ab 2030 aussieht, vielleicht gibt es ja bis dahin
    > so etwas wie günstige Einstiegspreise und eine nutzbare Infrastruktur.

    ja, aber möglicherweise keine Förderung, falls ein Zulassungsverbot für verbrenner kommen sollte (wovon ich ausgehe).

  3. Re: Warnen vor etwas, wofür es keine Alternative gibt?

    Autor: plutoniumsulfat 15.01.22 - 20:17

    Deine Kinder werden mal darüber lachen, dass die Zerstörung der Lebensgrundlage als alternativlos angesehen wurde.

  4. Re: Warnen vor etwas, wofür es keine Alternative gibt?

    Autor: count 16.01.22 - 13:00

    Wakarimasen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wieso war das nicht möglich? Seit glaub schon 2020 kann man bei seinem
    > Mieter verlangen eine Wallbox zu installieren. Wenn dein Miethaus keine
    > eigene Tiefgarage oder Parkplatz hat, kannst du zur Stadt gehen und dir
    > einen beantragen und du bekommst das ding. Bis letztes Jahr wurde das von
    > der KFW sogar großzügig gefördert sodass man oft gar nichts zahlen musste.

    Sorry, nur zum besseren Verständnis,was kann ich bitte bei der Stadt beantragen, wenn zu meiner Mietwohnung weder ein Parkplatz noch eine Tiefgarage gehört?

  5. Re: Warnen vor etwas, wofür es keine Alternative gibt?

    Autor: altuser 16.01.22 - 13:34

    Ich habe Zweifel, dass die lachen werden. Er sucht aber auch verzweifelt nach Problemen, an denen er sich festbeißen kann. Ich bezweifle noch nicht mal, dass Elektroautos noch nicht jeden Use-Case und jeden Herzenswunsch erfüllen und aktuell nicht für jeden sinnvoll in der Anschaffung sind. Aber
    - "Ich fahre gerne 3-4 mal im Jahr Strecken von 300-600km als Wochenend/Urlaubstrip, was bei den Akkukapazitäten und Ladezeiten inakzeptabel ist"
    - "im Preis-Leistungs-Vergleich zu Verbrennern nicht erschwinglich"
    - "Umweltfreundlichkeit bin ich noch nicht überzeugt davon. Abbau der seltenen Erden, Recycling, erhöhte Gefahr bei Brand"
    deutet darauf hin, dass hier jemand gar nicht erst offen und lösungsorientiert an die Sache herangeht, sondern am Altbewährten festhalten möchte, ohne Rücksicht auf Verluste.

  6. Re: Warnen vor etwas, wofür es keine Alternative gibt?

    Autor: prosumer 16.01.22 - 20:01

    altuser schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich habe Zweifel, dass die lachen werden. Er sucht aber auch verzweifelt
    > nach Problemen, an denen er sich festbeißen kann. Ich bezweifle noch nicht
    > mal, dass Elektroautos noch nicht jeden Use-Case und jeden Herzenswunsch
    > erfüllen und aktuell nicht für jeden sinnvoll in der Anschaffung sind.
    > Aber
    > - "Ich fahre gerne 3-4 mal im Jahr Strecken von 300-600km als
    > Wochenend/Urlaubstrip, was bei den Akkukapazitäten und Ladezeiten
    > inakzeptabel ist"
    > - "im Preis-Leistungs-Vergleich zu Verbrennern nicht erschwinglich"
    > - "Umweltfreundlichkeit bin ich noch nicht überzeugt davon. Abbau der
    > seltenen Erden, Recycling, erhöhte Gefahr bei Brand"
    > deutet darauf hin, dass hier jemand gar nicht erst offen und
    > lösungsorientiert an die Sache herangeht, sondern am Altbewährten
    > festhalten möchte, ohne Rücksicht auf Verluste.

    Es ist wirklich bemerkenswert, wie man als jemand, der für eAutos offen ist und Grün wählt, sich im Alltag sehr bemüht umweltfreundlich zu sein (jetzt nicht unbedingt nur in diesem Thread) abgestempelt wird als Ewiggestriger, als Problemsucher, als Verzweifelter, als Antidemokrat, als Abfu.k-D-Wähler.
    Golem ist neben heise - wieso auch immer - das toxischste Forum was ich kenne. Es wird null versucht die Perspektive zu verstehen - abwerten und verurteilen ist im Netz ja sehr einfach… An dieser Stelle etwas hart formuliert, lässt sich aber super in die anderen Threads übertragen.

    Es ist einfach so, dass kein Auto „umweltfreundlich“ ist. Im Sinne von Harald Weltzer: Wieso sollte man alten Mist durch neuen Mist ersetzen?

    Ich bin stark dafür, dass alles was der Umwelt besser tut, auch nach allen Möglichkeiten umgesetzt wird. Da spreche ich nicht nur für mich, auch für viele: Man braucht für die neue Zwischenlösung eAuto einfach die passenden finanziellen Mittel, am besten mit Eigenheim oder in einer Gegend, die realistisch dafür ist. Wo ich lebe, gibt es diese Infrastruktur einfach nicht (Stadt wohlgemerkt). Und es gibt auch keine Möglichkeit, das selbst zu ändern vorerst, das wird - davon bin ich überzeugt - an diesem Standort noch sehr viele Jahre dauern. Und ich glaube, dass das hier kein Einzelfall ist.

    Frage: Wer würde, sofern man sich überhaupt ein durchschnittliches eAuto leisten kann, seinen Wohnsitz ändern, den Job wechseln, sein gesamtes Leben umkrämpeln, inkl. das gleiche eventuellen Familienmitgliedern aufzwängen, Kindern den Freundeskreis entreißen durch Schulwechsel usw., nur um irgendwo anders zu wohnen, nur damit man die passende Infrastruktur um sich rum hat, um dann zu sagen: Hey, ich bin vorbildlich? Sorry, das ist Stuss. Genau das wäre aber eine Wurst-Case Folge von „ich mache alles möglich und bin nicht Ewiggestrig“.

    Letztes Jahr beobachtet: Raste mit Ladestation. Paar steht daneben und wartet, bis der eSUV geladen ist. Losgefahren, und schnell noch die Kippen auf den Fußboden geschnippst und die Einweg-Plastikkaffeebecher daneben stehen gelassen. Was soll man davon halten. E fahren um sich besser zu fühlen, und dann der gleiche Umweltsünder sein wie zuvor. Kann man nicht verallgemeinern, aber ein Bild im Kopf was bleibt. Konsequent ist das nicht.

    Wenn alles passt und es möglich ist E zu fahren, ohne dass das Leben stark verändert werden muss, ist es ja gut. Wir alle müssen, um den Klimawandel zu verlangsamen Opfer bringen. Konsumverzicht, Verzicht von bisheriger Bequemlichkeit. Weniger Fleisch essen, keine Fast Fashion kaufen, Strom und Heizenergie reduzieren, halt Kurztrips mit der Bahn unternehmen, insgesamt weniger von allem. Das ist nötig. Es gibt viele Probleme die da zusammenlaufen.

    Am Ende bleibt der dreckige Verbrenner leider so lange, wie es für viele am erschwinglichsten ist bzw. bis es umsetzbar ist für die, die drauf angewiesen sind. Da können sich jetzt sonst wieviele auf den Kopf stellen und missionieren. Nicht toll, aber einfach mal realistisch bleiben und nicht immer alles direkt in eine Schublade stecken wollen.

  7. Re: Warnen vor etwas, wofür es keine Alternative gibt?

    Autor: plutoniumsulfat 16.01.22 - 20:05

    prosumer schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn alles passt und es möglich ist E zu fahren, ohne dass das Leben stark
    > verändert werden muss, ist es ja gut. Wir alle müssen, um den Klimawandel
    > zu verlangsamen Opfer bringen. Konsumverzicht, Verzicht von bisheriger
    > Bequemlichkeit. Weniger Fleisch essen, keine Fast Fashion kaufen, Strom und
    > Heizenergie reduzieren, halt Kurztrips mit der Bahn unternehmen, insgesamt
    > weniger von allem. Das ist nötig. Es gibt viele Probleme die da
    > zusammenlaufen.
    >
    > Am Ende bleibt der dreckige Verbrenner leider so lange, wie es für viele am
    > erschwinglichsten ist bzw. bis es umsetzbar ist für die, die drauf
    > angewiesen sind. Da können sich jetzt sonst wieviele auf den Kopf stellen
    > und missionieren. Nicht toll, aber einfach mal realistisch bleiben und
    > nicht immer alles direkt in eine Schublade stecken wollen.

    Und genau das ist das Problem: Niemand will wahrhaben, dass wir in Zukunft auf eine Menge verzichten müssen und zwar umso mehr, je später wir damit anfangen. Deswegen wird aber nichts passieren, weil genug Menschen dagegen sind und sich das politisch ausdrückt.

  8. Re: Warnen vor etwas, wofür es keine Alternative gibt?

    Autor: ratti 16.01.22 - 20:19

    Ich kann den OP sehr gut verstehen. Ich lebe in Hamburg, und hier fährt jeder am Abend 'ne halbe Stunde um den Block, um überhaupt einen Parkplatz zu finden. Wie soll man denn als Mieter sein Auto laden? Ich wüsste hier nichtmal EINE Ladestation um die Ecke.

    Dann eben auch die Use Cases: zwei Urlaube im Jahr, irgendwas in der Art Nordsee, Ostsee, Heide, Harz. Wenn wir da sind, werden jeden Tag erhebliche Strecken zu abgelegenen Plätzen gefahren, um zu wandern. Mit E-Auto nach Duhnen oder Clausthal klingt echt gruselig — wir hatten mal einen CNG-Antrieb, selbst das war ein Elend.

    An einem Wochenend-Tag fahre ich durchschnittlich 50-100 km. Klingt erstmal sehr viel, aber Hamburg-Nordheide und zurück sind 60km, und am Wochenende sind wir „draussen“. 4-5 mal im Jahr zu „Oma und Opa“ hinter Hannover, 1-2x im Monat Baumarkt, das Schränkchen von IKEA oder der Stapel Osterfeuerholz… Ich sehe keine erträglölichen Alternativen zu „mein Auto“. Die jungen Kollegen fahren mit dem Bus zum Saufen und morgens mit dem Uber zurück, 2 x monatlich irgendwas mit Car2Go — die wollen/können (noch) so leben, aber ab 35 Jahren…? Windelkartons, Kinderwagen im Kofferraum und das Kind-braucht-heute-Elterntaxi-wegen-Sturmwarnung?

    …und auf das Auto als „Einkaufswagen“ würde ich auch nicht verzichten wollen — mit dem Lastenrad zum LIDL im Herbstregen, bei aller Liebe zum Fortschritt: Nein.

    Was ich massiv vermisse, ist eine Möglichkeit, Verkehrsmittel zu kombinieren, so dass es sinnvoll UND finanziell attraktiv ist.

    Also, wie gesagt, ich habe und will ein Auto. Das ist ein uralter gebraucht-Opel-Irgendwas, Fahrspaß und Design gehen mir am Popo vorbei, für mich ist das ein Gebrauchsgegenstand. Der Wagen hat 5000 Euro gekostet, ich würde für Reparaturen ca 800 Euro jährlich rechnen, bis der wegkommt.

    Jetzt sind wir 3 Personen im Haushalt. Ich bin nicht bereit, monatlich irgendwo zwischen 200-300 Euro für die Öffis zu berappen, so sehr liebe ich den Regenwald auch nicht. Oder, auf Einzelfahrten runtergebrochen: 5,40 pro Tag, nur um zur Arbeit oder zum Hausarzt zu kommen, und selbst das ist bloß Kurzstrecke-hin-zurück und noch kein Familienausflug nach „Zone-7-Waldrand“.

    Ich bin jetzt im Prinzip finanziell gezwungen, mit dem Auto zum Arzt zu fahren. Ist zwar nervig und hilft keinem, aber Öffis nicht für den Preis.

    Ich fände es sinnvoll, dass ein PKW auf eine Familienkarte der Öffis irgendwie „angerechnet“ wird. Da würden wir mit Sicherheit öfter mal Bus fahren.

    Derzeit geistern aber so komische Vorschläge durch die Diskussion wie das „1 Euro Ticket“ — das findet irgendein Grüner eine tolle Idee, Öffi nutzen für 1 Euro — pro Tag, pro Person. Sprich: Haushalt mit Kind = 1.095 Euro pro Jahr. WHAT? Da hat einfach wieder mal jemand keine Ahnung, wie hoch so ein mittleres Haushaltseinkommen in Deutschland ist. Ich helfe gern: Laut Wikipedia in Deutschland 24,152 Euro , Miete in Hamburg in “normaler Wohnlage“ laut Mietenspiegel ~14 Euro (kalt!), da fragt man sich schon, wo der zusätzliche Tausender herkommen soll.

  9. Re: Warnen vor etwas, wofür es keine Alternative gibt?

    Autor: plutoniumsulfat 16.01.22 - 20:32

    Das ist aber doch kein Grund, daran festzuhalten.

  10. Re: Warnen vor etwas, wofür es keine Alternative gibt?

    Autor: altuser 16.01.22 - 22:10

    Du schreibst es ja selbst: Du willst nicht verzichten. Du willst Deine Ansprüche nicht überdenken und möchtest Deine Ansichten nicht verändern. Das ist das Grundproblem. Nichts an dem von Dir Geschilderten würde gegen ein E-Auto sprechen, wenn man es denn wirklich möchte (was ich aber nicht als Lösung sehe). Und wenn bei Dir genug Geld für Autoanschaffungen und Betrieb da ist, mangelt es alternativ nicht an Geld für den ÖPN/FV. Du hast es sogar selbst vorgerechnet. Du hältst einfach am Altbewährten fest und an Deiner Bequemlichkeit.

    PS: Das monatliche Durchschnittsgehalt eines vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers in Deutschland lag im Jahr 2020 bei ca. 3.975 Euro brutto (de.statista.com/themen/293/durchschnittseinkommen/)
    PPS: Warum es womöglich für Dein mehrfach angeführtes Kind ganz gut sein könnte, Deinen Lebensstil zu überdenken (natürlich nicht nur Du allein) nur zwei Lektüreempfehlungen aus zahlreichen: www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Was-bedeutet-der-Klimawandel-fuer-Hamburg,klimawandel406.html, link.springer.com/content/pdf/10.1007%2F978-3-662-55379-4.pdf



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 16.01.22 22:12 durch altuser.

  11. Re: Warnen vor etwas, wofür es keine Alternative gibt?

    Autor: prosumer 16.01.22 - 23:37

    ratti schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------.
    > Alternativen zu „mein Auto“. Die jungen Kollegen fahren mit dem
    > Bus zum Saufen und morgens mit dem Uber zurück, 2 x monatlich irgendwas mit
    > Car2Go — die wollen/können (noch) so leben, aber ab 35 Jahren…?
    > Windelkartons, Kinderwagen im Kofferraum und das
    > Kind-braucht-heute-Elterntaxi-wegen-Sturmwarnung?
    >
    > …und auf das Auto als „Einkaufswagen“ würde ich auch
    > nicht verzichten wollen — mit dem Lastenrad zum LIDL im Herbstregen,
    > bei aller Liebe zum Fortschritt: Nein.
    >
    > Was ich massiv vermisse, ist eine Möglichkeit, Verkehrsmittel zu
    > kombinieren, so dass es sinnvoll UND finanziell attraktiv ist.
    >

    Sie sagen es. Nun die Lidl-Herbstregen-Geschichte kann ich gut nachvollziehen. Wir machen einmal die Woche einen Einkauf mit dem Auto (10 Minuten) Es gäbe aber die Alternative, den Tageseinkauf zu Fuß zu erledigen (20 Minuten). Das wäre etwas, was ich dauerhaft opfern könnte. Bedeutet aber, dass ich mir möglichst jeden Abend freihalten müsste, zusammen 100-120 Minuten pro Woche weniger Zeit. Könnte man opfern, aber ist eine starke Einschränkung. Und: in dem zu-Fuß-Markt sind einfach alle Einkäufe pauschal 50-100% teurer… Alternative: 35 Minuten mit dem Auto zum unverpackt-Laden fahren. Macht auch keinen Sinn.

    Die jungen Leute, uber, Carsharing und co: ja, mit 35 und Elterntaxi keine Option, finde ich auch. Habe Carsharing mal durchgerechnet- war sogar im Vergleich Öffis sehr viel teurer hier.

    Ich weiß übrigens gar nicht, wieso es diese eRoller noch gibt. Ersetzen nachgewiesen zum größten Teil Öffi-Verkehr und keine Autofahrten wie ursprünglich gedacht, werden vandaliert und haben eine Halbwertzeit von weniger als einem Monat. Sie sind somit also noch weniger eine nachhaltige Fortbewegungsart als ein Verbrenner. (Außerdem steht der Driss überall im Weg.)

    Öffis allgemein habe ich neben Bahn mir auch versucht schön zu rechnen. Ich habs nicht hinbekommen. Ja, es wäre die beste Wahl im Sachen Nachhaltigkeit. Neben dem finanziellen Aspekt (wäre für mich übrigens auch teurer als Sprit, aber günstiger als ein Auto auf seine Lebenszeit), gibt es ja noch den Faktor Zuverlässigkeit und Netzabdeckung. Die Trams und Busse würden hier für die selben zwei Fahrten, die ich regelmäßig mache, für die ich mit dem Auto je 10 Minuten brauche, einmal 40 und einmal 55 Minuten brauchen. Die Strecken GEHE ich schneller. Also neben eAuto sind die Öffis hier für mich überhaupt nicht praxistauglich. Schade, aber es ist so. Also bin ich zu 70% zu Fuß unterwegs, Rest Auto (ca. 30L/ Sprit Monat, Einkauf, Familien- und Freundesbesuch auf dem Land, etc.)

    Achso und Opel-irgendwas: Ja völlig legitim, es ist ein Gebrauchsobjekt. Die Menschen, für die das Auto Hobby ist, der Liebling, Schnellfahren, Posen, Ansehen, Status usw. - sowas finde ich persönlich unnötig. Hoffe aber, dass die Zahl dieser Menschen möglichst gering ist. Auch Jahreswagen, alles ständig neu- nicht meins. Einmal kaufen und fahren bis es nicht mehr wirtschaftlich ist. Meinen letzten bin ich 13,5 Jahre gefahren.

    Einschnitte und Opfer für besseres Klima ja, unbedingt, aber es muss wenigstens ein bisschen zum Leben passen. Sonst könnte man auch einfach aufhören zu Leben, wäre am nachhaltigsten.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 16.01.22 23:43 durch prosumer.

  12. Re: Warnen vor etwas, wofür es keine Alternative gibt?

    Autor: scr00ge 16.01.22 - 23:47

    altuser schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > PS: Das monatliche Durchschnittsgehalt eines vollzeitbeschäftigten
    > Arbeitnehmers in Deutschland lag im Jahr 2020 bei ca. 3.975 Euro brutto

    Und wenn drei Brüder 30k auf dem Konto haben und einer eine Million, haben die vier im Durchschnitt 272.500 ¤.

  13. Re: Warnen vor etwas, wofür es keine Alternative gibt?

    Autor: prosumer 16.01.22 - 23:48

    ;D
    ++++1
    Danke

  14. Re: Warnen vor etwas, wofür es keine Alternative gibt?

    Autor: crazypsycho 17.01.22 - 00:05

    > > Im Sommer 2021 wollte ich ein e-Auto kaufen, was aber nicht möglich war.
    > > Ich wohne zur Miete und habe keine Lademöglichkeit, im Umkreis 2km 3
    > > Ladesäulen öffentlich. In der Stadt…
    >
    > Wieso war das nicht möglich? Seit glaub schon 2020 kann man bei seinem
    > Mieter verlangen eine Wallbox zu installieren. Wenn dein Miethaus keine
    > eigene Tiefgarage oder Parkplatz hat, kannst du zur Stadt gehen und dir
    > einen beantragen und du bekommst das ding. Bis letztes Jahr wurde das von
    > der KFW sogar großzügig gefördert sodass man oft gar nichts zahlen musste.

    Wovon träumst du denn? Die Stadt wird mir nicht mal einen Parkplatz fest vermieten, geschweige denn zusätzlich noch eine Ladesäule hinstellen.
    Mit sehr viel Glück bauen die nach Monaten bis Jahren vielleicht eine öffentliche Säule für die gesamte Straße hin.

  15. Re: Warnen vor etwas, wofür es keine Alternative gibt?

    Autor: altuser 17.01.22 - 00:25

    Stimmt, ich habe einen Fehler gemacht, ich bedaure das. Er sprach von Haushaltseinkommen und ich habe Durchschnittseinkommen gelesen.

    Das durchschnittlich verfügbare Hamburger Haushaltseinkommen lag 2019 bei 25808¤ [1] (inkludiert sind dabei natürlich Menschen ohne Erwerbseinkommen, Leistungsempfänger etc.). Zur Relation: Hamburg hatte 2019 1.847.253 Einwohner [2] in 1.041.948 Haushalten [3]. Er ist Ü35, hat 1 Kind, Partnerin vermute ich mal als auch arbeitend, er kann sich ein Auto leisten, tingelt gerne durch die Läden - vielleicht keine "Top-Verdiener"-Familie, arm ist er aber auch nicht.

    [1] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/255172/umfrage/verfuegbares-einkommen-privater-haushalte-je-einwohner-in-hamburg/
    [2] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/155147/umfrage/entwicklung-der-bevoelkerung-von-hamburg-seit-1961/
    [3]: https://www.statistik-nord.de/fileadmin/Dokumente/Statistische_Berichte/bevoelkerung/A_I_11_j_H/A_I_11_j19_HH_korr.pdf



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.01.22 00:39 durch altuser.

  16. Re: Warnen vor etwas, wofür es keine Alternative gibt?

    Autor: LordNelson 17.01.22 - 07:20

    Das Thema Verzicht ist interessant. Die BEV sind ja alles andere als klimaneutral oder gar umweltfreundlich. Die Herstellung und Infrastruktur sind in ihren Produktökobilanzen tief im Minus. Insofern ist der Wunsch nach Verzicht genauso bei BEV angebracht.

  17. Re: Warnen vor etwas, wofür es keine Alternative gibt?

    Autor: prosumer 17.01.22 - 09:03

    LordNelson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Thema Verzicht ist interessant. Die BEV sind ja alles andere als
    > klimaneutral oder gar umweltfreundlich. Die Herstellung und Infrastruktur
    > sind in ihren Produktökobilanzen tief im Minus. Insofern ist der Wunsch
    > nach Verzicht genauso bei BEV angebracht.

    Denke auch das wäre die sauberste Option. Es ist ja wieder nur ein ressourcenfressendes Objekt des Individualverkehrs, was andere Ressourcen frisst und so indirekt Emissionen produziert, und davon nicht wenig. Bevor das alles wirklich über die kommenden Jahre umgesetzt wird, sollten Entscheider, Politiker, Lobbyisten, Menschen, … sich bewusst machen, was es verursacht, alles was Sie nennen, und wie es im Verhältnis steht, stattdessen direkt folgendes anzugehen:

    Die Lösung wäre es, keine weiten Strecken mehr zu haben. Mehr Quartiere, mehr kleine Stellen des Lebens in kleineren Arealen. Dazu müssten Städte sinvoll umgebaut werden. Ein großer Aufwand. Oder man behilft sich vorab und ergänzend mit autonomen, öffentlichen, individuellen Shuttles, die eine gute Verbreitung haben, damit die vollgeparkten Flächen den Platz fürs Leben wieder freigeben.

  18. Re: Warnen vor etwas, wofür es keine Alternative gibt?

    Autor: MrSand 17.01.22 - 09:09

    Kann deine Punkte voll nachvollziehen.

    Wir fahren einen sehr alten Skoda Fabia Kombi, den wir damals für knapp 10.000 EUR gekauft haben und für 2 Kinder + regelmäßig Gepäck ganz gut passt.

    Auf dem Land, ohne ÖPNV Anbindung und einem Arbeitsweg von ~150km einfach haben wir auch ein entsprechend hohes Jahres-km Profil.

    Da unser Auto langsam ausgetauscht werden muss sind wir auf der Suche nach einem vergleichbar großen Auto das aber in ähnlichem Preissegment (maximal 15.000 EUR) liegen darf, genügend Platz für 2 große Kindersitze + Gepäck / Kinderwagen bietet.

    Größtes Problem sehe ich eher das aktuell hohe Preisniveau, den schlechten Gebrauchtwagenmarkt (meist Autos mit VIEL ZU GERINGER Reichweite für unser Profil) und/oder die viel zu kleinen Automodelle in unserem Budget.

    Leider wird es, sofern es sich nicht zeitnah bessert wieder auf einen gebrauchten Verbrenner rauslaufen.

    Und ich denke so wird es vielen gehen!

  19. Re: Warnen vor etwas, wofür es keine Alternative gibt?

    Autor: plutoniumsulfat 18.01.22 - 19:34

    prosumer schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > LordNelson schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Das Thema Verzicht ist interessant. Die BEV sind ja alles andere als
    > > klimaneutral oder gar umweltfreundlich. Die Herstellung und
    > Infrastruktur
    > > sind in ihren Produktökobilanzen tief im Minus. Insofern ist der Wunsch
    > > nach Verzicht genauso bei BEV angebracht.
    >
    > Denke auch das wäre die sauberste Option. Es ist ja wieder nur ein
    > ressourcenfressendes Objekt des Individualverkehrs, was andere Ressourcen
    > frisst und so indirekt Emissionen produziert, und davon nicht wenig. Bevor
    > das alles wirklich über die kommenden Jahre umgesetzt wird, sollten
    > Entscheider, Politiker, Lobbyisten, Menschen, … sich bewusst machen,
    > was es verursacht, alles was Sie nennen, und wie es im Verhältnis steht,
    > stattdessen direkt folgendes anzugehen:
    >
    > Die Lösung wäre es, keine weiten Strecken mehr zu haben. Mehr Quartiere,
    > mehr kleine Stellen des Lebens in kleineren Arealen. Dazu müssten Städte
    > sinvoll umgebaut werden. Ein großer Aufwand. Oder man behilft sich vorab
    > und ergänzend mit autonomen, öffentlichen, individuellen Shuttles, die eine
    > gute Verbreitung haben, damit die vollgeparkten Flächen den Platz fürs
    > Leben wieder freigeben.

    Oder man blockiert sinnvolle Lösungen und geilt sich weiter an seinem Auto auf, in dem man dann jeden Tag eine Stunde Zeit verbringt. Bonus: Man kann sich weiter über die Regierung/die anderen Autofahrer/etc. aufregen, kann die Zeit also sinnvoll nutzen!

  20. Re: Warnen vor etwas, wofür es keine Alternative gibt?

    Autor: ratti 19.01.22 - 10:37

    > Durchschnittsgehalt

    Wir rechnen solche Sachen nicht mit dem DURCHSCHNITTSgehalt, sondern mit dem MTTLEREN Gehalt. Das Durchschnittsgehalt ist aufgrund der sozialen Schere unrealistisch hoch, weil „ein paar Chefs“ dermaßen viel Kohle machen, dass im Durchschnitt alle reich sind. Leider nur im Durchschnitt.

    Darüber hinaus, wieder der gleiche Blödsinn „es geht doch“, nach dem ich detailliert beschrieben habe, dass es nicht geht. „Schraub mal an deinen Ansprüchen“ — nein, genau das wird niemand tun, entweder bedient die neue Technologie meine Ansprüche, oder ich ziehe nicht mit.

    Wieder so'n Kram aus dem Elfenbeintrum eines In-Viertels, in dem Lastenfahrräder funktionieren — jedenfalls, bis man mehr vom Leben erwartet als shopen, saufen, Single-sein und plötzlich auch mal Windelkartons und Mineralwasserkisten braucht.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.01.22 10:41 durch ratti.

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