1. Foren
  2. Kommentare
  3. Automobil
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Klimaschutzprogramm: Alle…
  6. T…

sehr gut!

  1. Thema
  1. 1
  2. 2

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Re: sehr gut!

    Autor: Ach 10.10.19 - 11:48

    > KW 6/2019 wurden gemäss diesem Chart 12.11 TWh erzeugt. Davon konnten 10.50 TWh
    > eingepeist werden, 1.70 TWh mussten aufgrund der Vorrangeinspeisung von erneuerbaren
    > Energien exportiert werden (sonst hätte man einfach paar Windanlagen auskuppeln können).

    Erneuerbarenvorrang bedeutet, dass nicht die Windenergie, sondern die konventionelle Energie exportiert wird. Die erste Maßnahme dagegen wäre, die Kohlemeiler aus dem Mix heraus zu werfen und endlich auf flexible Gaskraftwerke umzusteigen. Ein "Zuviel" an Erneuerbarenstrom wird es erst bei ü100%er Sättigung unseres Verbrauchs mit den EEs geben, und bis dahin bleibt die Herunterregelung von fossil erzeugtem Strom die effizienteste und klimaneutralste Maßnahme der gesamten Stromerzeugungs- und Verbrauchskette.

    > Mit 1.70 TWh können via "reversible Solid Oxide Cell" (rSOC) 1 TWh Strom als Wasserstoff
    > zwischengespeichert und wieder verstromt werden (Jülich hat im Dezember 2018 einen
    > Gesamtwirkungsgrad von 62% erreicht).

    Schön zusammengelogen. In Jülich wird kein Verbrauchsstrom erzeugt, dort steht ein Versuchslabor, in dem man sich unter Idealbedingungen und abgeschottet vom Stromnetz auf Rekordjagd befindet. Dein "Gesamtwirkungsgrad" beschreibt in Wirklichkeit den einfachen Wirkungsgrad der Laboranordnung beim Umwandeln von Wasserstoff in Strom, Zitat : "Für ihre Anlage ermittelten die Forscher im Testbetrieb einen elektrischen Wirkungsgrad von 62 Prozent.". Der tatsächliche Gesamtwirkungsgrad beziffert sich auf 43% : "Die Jülicher Forscher haben bereits weitere Optimierungen angedacht, mit denen sie den sogenannten „Round-trip“-Wirkungsgrad weiter steigern wollen. Die Kennzahl beschreibt, welcher Wirkungsgrad bei der Wiederverstromung, also nach Herstellung von Wasserstoff und Rückverstromung, übrig bleibt. Die Wissenschaftler wollen den Wert von aktuell 43 Prozent auf über 50 Prozent verbessern." Wie gesagt sind das Laborwerte. Im praktischen Einsatz kann man sich glücklich schätzen, wenn davon vielleicht 35% bis zu dann wirklich rekordverdächtigen 40% übrig bleiben würden. Das muss man sehen, denn erzählt und gemeldet wird wie bei den Batterien viel.

    => https://www.fz-juelich.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/UK/DE/2018/2018-12-18-brennstoffzelle-wirkungsgrad-weltrekord.html?nn=557622

    >Du verwechselst das mit der Schmelzelektrolyse von zB. Aluminium - ein Wasserstoff-
    > Elektrolyseur (selbst die Hochtemperaturelektrolyse) ist recht flexibel.

    Nein, da verwechsle ich garn nichts. Beim Elektrolysebetrieb mit falscher Spannung bricht der Wirkungsgrad ein, wo sich hingegen die kostbaren Platinelektroden umso schneller auflösen. Die Hochtemperaturkatalyse ist in dieser Hinsicht zumindest nicht so kostspielig, weil bei der relativ günstige oxidkeramische Stoffe als Katalysatormaterial eingesetzt werden Allerdings ist dieses Verfahren auf konstante Temperaturen angewiesen.

    Das bedeutet, dass man den Elektrolysestrom besser nicht exklusiv von einem davor hängendem Windrad beziehen wird, sondern puffert. Die Wasserstoff Anlage ist für sich genommen nämlich kein Puffer, sondern ein Verbraucher, und zwar ein recht unflexibler, der selber mit stabilisiertem Strom beschickt werden will. Das geschieht Entweder mit einem Strombezug aus dem Netz oder mit entsprechend dimensionierten Batterien vor Ort, weswegen man die Elektrolyse auch gleich von der direkten Bindung an eine bestimmte Windanlage lösen, und sie mit der Überproduktion des gesamten Netzes betreiben kann, mit günstigeren Hochtemperatur Katalyseverfahren, weil man auf andere Art und Weise den beachtlichen Schwankungen im Netz kaum eine diese abfangen könnende Produktion auf die Beine stellen kann, und die natürlich so weitreichend wie es nur geht mit großen Batteriespeichern gepuffert. Je mehr Speicher, desto früher kann man den Überschussstrom abrufen und desto später kann man die H2 Produktion wieder ausschalten.

    Solange es aber noch fossile Kraftwerke gibt, bleibt, wie gesagt, der effizienteste Weg von allen der, die fossile Anlage runter zu regeln. Wenn wir den eines Tages(je früher desto besser, 2050 ist eine echte Horrorvorstellung) bei den 100% angekommen sind, dann würde man die Wasserstoffproduktion wie deren Rückverstromung vor allem stationär statt finden lassen, weil man stationär den hohen Verlustwärmeanteil schlicht anderswertig nutzen kann, vor allem zur Wärmeversorgung.

    Diese Möglichkeit hätte man PKW Betrieb natürlich nicht. Dafür aber einen nochmals schlechteren Wirkungsgrad, mehr Kosten für die Fahrzeuge, höherer Verschleiß, gestiegene Fehleranfälligkeit, eine miserable Performance, wenig Platz, wie gesagt einfach sehr, sehr dumm. H2 brauchen wir für unser CO2 freies und vollbatteriegepuffertes(Puffern meint Größenordnungen zwischen 30 und 120min) Netz der Zukunft. Da macht das Sinn und ist nach heutigem Wissensstand zu diesem Zeitpunkt auch unverzichtbar.

    @Kleba
    Hoffe in dem Text auch auf deine Ausführungen eingegangen zu sein, Grüße :]

  2. Re: sehr gut!

    Autor: E-Mover 10.10.19 - 17:43

    Allandor schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ...
    > Positiver Nebeneffekt wäre auch nicht zu verachten, man würde sauberes
    > Wasser erzeugen (an den Orten wo man den Wasserstoff wieder reagieren
    > lässt). Ist auch keine Selbstverständlichkeit mehr.

    Jetzt bin doch tatsächlich gerade vor Lachen vom Hocker gefallen, der war echt gut!

  3. Re: sehr gut!

    Autor: E-Mover 10.10.19 - 17:59

    chefin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > marcometer schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ich antworte mal hier, damit es beide Vorposter lesen:
    > > Ihr habt den Artikel aber gelesen, oder?
    > > Dort steht drin, dass für die gleiche Strecke mit E-Fuels zu fahren 5x
    > so
    > > viel STROM eingesetzt werden muss, wie es bei einem batterieelektrischen
    > > Fahrzeug nötig wäre.
    > > Bei Wasserstoff-Brennstoffzellen Elektroautos ist der Faktor bei 3 .
    > > Wo soll denn nun, wenn eurer Meinung nach, schon nicht genug Strom für
    > > batterieelektrische Fahrzeuge vorhanden ist / grün produziert werden
    > kann,
    > > dann die 3 bis 5 fache Menge her kommen um Wasserstoff oder E-Fuels
    > nutzen
    > > zu können?
    >
    > Dann antworte ich mal dir, damit du es auch kapierst.
    >
    > Wir müssen den Faktor Zeit immer in die Formel mit einsetzen. Elektroautos
    > mit Solar oder Windstrom laden bedeutet gewaltige Speichermengen aufbauen.

    Häh???

    > Ich kann dafür Akkus benutzen

    Ich soll also Akkus benutzen, um dann Akkus zu laden?

    > oder es als Wasserstoff oder synthetische
    > Flüssigbrennstoffe speichern. Der Wirkungsgrad ist dabei zwar
    > wirtschaftlich relevant, aber wenn ich mir Speicherakkus vs Stahltank
    > anschaue, muss ich gewaltige Mengen Energie aufwenden bis der Akku mal
    > steht. Der Tank besteht dabei aus der selben Menge Material wie das Gehäuse
    > des Akkus. Und der Akku braucht ein Gebäude, der Tank nicht.
    >

    Unsinn! Schau Dir mal die Batteriespeicherfarmen, die schon in Betrieb sind, an. Da steht keine einzige in einem Gebäude.

    > Wenn ich da den Wirkungsgrad über alles rechne ist selbst ein 20%
    > Wirkungsgrad bei der Speicherung wirtschaftlich und ökologisch noch
    > sinnvoll.
    >
    > Wer aber nur eine einzelnen Prozess betrachtet in der Kette, wird sich
    > naturgemäss den raussuchen der seine eigene Überzeugung stützt.
    > Wissenschaftlich ist das nicht, bestenfalls Stammtischniveau nach 3 Bier.
    >

    Offensichtlich bist Du am hellichten Tag schon so weit!?

    > Da wir also um Energiespeicher nicht rumkommen, wird sich die Frage
    > stellen, welche Form der Speicherung wir ausbauen. Und aktuell ist eine
    > gewaltige Infrastruktur für flüssige Brennstoffe bereits vorhanden, die wir
    > problemlos weiter benutzen könne. Sobald eine Struktur aufgebaut ist und
    > nur noch Wartungsbedarf, wird es deutlich billiger. Sich heute schon auf
    > einen Weg festzulegen und auch noch zu fordern das hier die Allgemeinheit
    > diese Umsetzung finanziern MUSS, wird man kaum durchsetzen können.

    Lass uns doch erst mal die JÄHRLICHE Dieselsubventionierung von 9 Milliarden Euro diskutieren, die wir alle seit vielen Jahren bezahlen MÜSSEN. Das ist ja eigentlich kaum durchzusetzen, oder? Und jetzt MUSST Du auch noch 2,3 Milliarden pro Jahr in Elektromobilität investieren? Beim Diesel stört Dich das doch offensichtlich auch nicht, sonst hättest Du es sicher verhindert!?

    > Hier gehts nach dem Motto: wer bestellt, der bezahlt.

    Leider nicht kann ich da nur sagen (s.o.).

  4. Re: sehr gut!

    Autor: E-Mover 10.10.19 - 18:18

    Nur mal so als Anregung:

    Stromspitzen zur Erzeugung von SynFuels zu nutzen ist sicher sinnvoll, insbesondere für saisonale Speicherung und Spezialanwendungen. Das Stromnetz und unsere Kraftwerksstrukturen passen sich aber hinsichtlich der Peaks dem Bedarf an, so dass der Individualverkehr insgesamt sicher auch in 50 Jahren noch nicht ganzheitlich auf SynFuels umgestellt werden kann. Wer also hofft, kurzfristig seinen Diesel einfach mit synthetischem Diesel zum gleichen Preis wird betanken können der wird enttäuscht sein.

    Neben PKWs (für die gibt‘s schon bessere Lösungen, Ihr wisst schon ;-)) gibt es aber noch andere Anwendungen, bei denen man (noch) nicht so leicht substituieren kann (Flugverkehr) und auch welche, die für Verbrennungsprozesse besser geeignet sind (Wärmeerzeugung, die schließlich klima- und lufttechnisch auch problematisch ist).

    Hier zu proklamieren, wie viel Tonnen Braunkohle für 100 km E-Autobetrieb benötigt werden und dann SynFuels (5 fache Menge der gleichen Braunkohle?) zu fordern ist wirklich extrem albern, sorry. Noch dazu, wenn die Rechnung gar nicht stimmt. Genauso albern ist es, vorhandene Infrastruktur als Vorteil anzuführen. Ein Stromnetz gibt es meines Wissens auch schon und es würde auch für 45 Mio. E-Autos reichen ( https://www.google.de/amp/s/www.zeit.de/amp/mobilitaet/2019-06/verkehrswende-elektromobilitaet-ladeinfrastruktur-elektroautos )

  1. Thema
  1. 1
  2. 2

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), Düsseldorf, Köln
  2. Hays AG, München
  3. dSPACE GmbH, Paderborn
  4. BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau GmbH, Weiherhammer

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Top-Angebote
  1. 999€ (mit Rabattcode "POWERSPRING21" - Bestpreis)
  2. 1.829€ (Bestpreis)
  3. (u. a. WD Elements 10TB für 171,99€, Asus Chromebook C423 14 Zoll für 329€, Lenovo Tab M10...


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de