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Generell ist ein Förderung von Autos nicht sinnvoll
Autor: Harddrive 29.04.20 - 09:09
Unter dem ökologischen Aspekt macht es eigentlich gar keinen Sinn, überhaupt Individualverkehr sprich PKW's zu fördern. Und wenn man sich das ökologische "Paradebeispiel" das E-Auto einmal heraus pickt, so sieht man, dass auch eine Förderung nicht den riesen Hype auf das E-Auto ausgelöst hat.
Warum setzt man also das Geld nicht direkt sinnvoll ein? Der weitere Ausbau von Photovoltaik sollte da lieber gefördert werden, um mehr Ökostrom zu bekommen. Auch eine Förderung von Batteriespeichern für die Photovoltaik sollte gefördet werden, um die Netze besser zu entlasten und die Stromversorgung dezentraler zu gestalten. Ebenso sollte das marode Netz der Bahn modernisiert und weiter ausgebaut werden.
Das alles und noch vieles mehr wäre sinnvoller, als PKW's egal welchen Antriebes zu fördern. Denn wenn die Autos sich nicht ohne Förderung verkaufen lassen, dann sind sie entweder schlichtweg zu teuer oder die Kunden mögen diese Art PKW nicht.
Ach ja, wie wäre es, wenn unsere ach so arme Autoindustrie mal ein Rabattsystem für ihre überteuerten Autos macht, dass sie auch selber trägt und nicht, wie sonst immer, der Steuerzahler! -
Re: Generell ist ein Förderung von Autos nicht sinnvoll
Autor: bplhkp 29.04.20 - 09:17
Harddrive schrieb:
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> Unter dem ökologischen Aspekt macht es eigentlich gar keinen Sinn,
Momentan geht es primär darum, die Wirtschaft anzukurbeln. Der ökologische Effekt ist ein möglicher Nebennutzen.
> Der weitere Ausbau
> von Photovoltaik sollte da lieber gefördert werden, um mehr Ökostrom zu
> bekommen.
Unter dem Ziel des wirtschaftlichen Aspekts bringt genau das nur leider wenig, da sie Wertschöpfung hier fast vollständig in Rot-China erfolgt. Und dann haben wir gar nichts gekonnt.
Eine sinnvolle Förderung von Photovoltaik betrifft nur den Aufbau von lokalen Produktionskapazitäten inkl. Lieferkette.
Gleiches trifft bei den immer wieder geforderten Förderungen von Fahrrädern zu. -
Re: Generell ist ein Förderung von Autos nicht sinnvoll
Autor: fhelling 29.04.20 - 09:27
bplhkp schrieb:
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> Harddrive schrieb:
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> > Unter dem ökologischen Aspekt macht es eigentlich gar keinen Sinn,
>
> Momentan geht es primär darum, die Wirtschaft anzukurbeln. Der ökologische
> Effekt ist ein möglicher Nebennutzen.
Der Ausbau von Eisenbahn und Radwegen kurbelt auch die Wirtschaft an. -
Re: Generell ist ein Förderung von Autos nicht sinnvoll
Autor: Harddrive 29.04.20 - 09:40
Wenn es nur um den wirtschaftlichen Aspekt geht, dann wäre es auch besser jetzt unsere Schulen zu sanieren und modernisieren. In diesem Falle hätten viele deutsche Handwerker was davon. Der deutsche Mittelstand ist von der Krise doch deutlich schlimmer getroffen, als die ach so arme Autoindustrie. Zudem hätten nicht nur ein paar große Firmen was davon, sondern sehr viele kleine Unternehmen.
Ganz netter Nebeneffekt bei der Sache: Die Schüler könnten besser unterrichtet werden und erhalten somit eine insgesamt bessere Ausbildung => sie können später in Berufen mit Anforderungen an höhere Qualifikationen arbeiten => der Fachkräftemangel wird verringert => sie verdienen später mehr und zahlen mehr Steuern. -
Re: Generell ist ein Förderung von Autos nicht sinnvoll
Autor: Sharra 29.04.20 - 09:45
fhelling schrieb:
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> bplhkp schrieb:
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> > Harddrive schrieb:
> >
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> > > Unter dem ökologischen Aspekt macht es eigentlich gar keinen Sinn,
> >
> > Momentan geht es primär darum, die Wirtschaft anzukurbeln. Der
> ökologische
> > Effekt ist ein möglicher Nebennutzen.
>
> Der Ausbau von Eisenbahn und Radwegen kurbelt auch die Wirtschaft an.
Wenn du dabei aber in Betracht ziehst, dass es Jahre dauert, bis sich bei der Bahn überhaupt was tut, kann man es gleich sein lassen. Denn wenn man dann mal alle Planungen, Genehmigungen und Bauten durch hat, bekommt es die Bahn immer noch nicht gebacken, darauf auch was zu betreiben. -
Re: Generell ist ein Förderung von Autos nicht sinnvoll
Autor: PiranhA 29.04.20 - 10:10
Die Handwerker sind doch alle die nächsten 1-2 Jahre ausgebucht. Da sollte auch Corona nichts daran geändert haben. Ich dachte das Problem ist immer den Nachwuchs zu finden. Aufträge gibt es genug.
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Re: Generell ist ein Förderung von Autos nicht sinnvoll
Autor: Harddrive 29.04.20 - 11:07
Sicherlich haben die Handwerker noch einige Aufträge in der Warteschlange. Aber ich kenne ein paar Leute, die ihre Aufträge erstmal auf Eis gelegt haben, weil sie entweder aus Angst vor Corona keinen im Haus haben wollen, oder weil sie aufgrund von Kurzarbeit eher ihr Erspartes als Sicherheitspolter behalten wollen. Und dabei handelt es sich nicht um kleine Aufträge, sondern um große wie einen kompletten Badumbau. Ich denke schon, dass das auf Dauer dem einen oder anderen Handwerker an die Substanz gehen wird.
Und auch um nochmal auf den Solarausbau zurück zu kommen. Ja, die Module werden in China gefertigt, aber die Installation übernehmen doch deutsche Firmen. So kann man den deutschen Solateuren unter die Arme greifen und tut noch nebenbei was für die Umwelt.
Zudem könnte man beim Umbau der Schulen auch einen Schwerpunkt auf praktisches Lernen legen. So würden sicherlich mehr Kinder einen handwerklichen Beruf in Erwägung ziehen, wenn sie bereits in der Schule ihre ersten Erfahrungen darin bekommen und Spaß beim Lernen haben. Das würde dann später auch wieder dem Handwerk zugute kommen. Und natürlich auch dem Staat, denn Elektriker oder Schlosser verdient sicherlich mehr als ein Angestellter im Supermarkt und zahlt somit mehr Steuern. (Und bevor sich jetzt manche aufregen: Ja, die Angestellten im Supermarkt müssten besser bezahlt werden.) -
Re: Generell ist ein Förderung von Autos nicht sinnvoll
Autor: robinx999 29.04.20 - 11:36
> Das alles und noch vieles mehr wäre sinnvoller, als PKW's egal welchen
> Antriebes zu fördern. Denn wenn die Autos sich nicht ohne Förderung
> verkaufen lassen, dann sind sie entweder schlichtweg zu teuer oder die
> Kunden mögen diese Art PKW nicht.
In den meisten Fällen wird es der Preis sein, sehr schön vergleichbar beim Ioniq vor der Förderung (also dem staatlichen Teil) liegt der Plug In Hybride ca. 4500¤ über dem Hybriden. Die Elektro Variante kostetet vor der staatlichen förderung glaube ich auch noch mal 4000 mehr (wie der Plugin Hybride) wenn ich mich nicht irre (Straßenpreise nicht Listenpreise)
Da kommt man natürlich ins Rechnen nehme ich den einfachen Hybriden bin ich 4500 in der Anschaffung günstiger zum PlugIn Hbyriden und 8500 zum E-Auto. Der PlugIn Hybride spart hauptsächlich beim Sprit, wenn er korrekt gefahren wird. Der E-Wagen spart noch Steuer (32¤ / Jahr) und die Inspektionen kosten ca. die Hälfte und natürlich auch günstigeres Fahren in der Praxis sehr nahe am Plug In Hybriden in den meisten fällen. Ohne die Förderung wird sich dies wohl einfach nicht rechnen ich hoffe die Preise stimmen noch in etwa. Nach der Förderung kann dies dann schon wieder etwas umschwenken -
Re: Generell ist ein Förderung von Autos nicht sinnvoll
Autor: PiranhA 29.04.20 - 11:53
Ich bin ja nicht dagegen, nur hatten Privatpersonen in den letzten Jahren Probleme überhaupt an Handwerker aus der Region zu kommen. So etwas wie ein Badumbau sehe ich eigentlich auch eher als kleinen Auftrag an. Ein Nachbarhaus wird gerade komplett renoviert (neues Dach, Fenster und Fassade mit Dämmung). Der andere hat letzte Woche Solarpanels installiert und macht jetzt die Fassade. Der nächste will in den nächsten Wochen anfangen. Natürlich sind solche Sachen schon länger geplant, aber die werden wegen Corona ja jetzt nicht aufgeschoben.
Ich würde solch eine Förderung eher im Sinne des Klimaschutzes allgemein sehen, wie es da schon mehrere Förderpakete in den letzten Jahren gab. Auch die Sanierung von Schulen finde ich gut, aber das hat imho nicht wirklich was mit Corona zu tun.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 29.04.20 11:54 durch PiranhA. -
Re: Generell ist ein Förderung von Autos nicht sinnvoll
Autor: Harddrive 29.04.20 - 16:35
Natürlich ist das eine Sache des Blickwinkels. Im Vergleich zu einer Dachsanierung mit Aufdachdämmung ist eine Badsanierung mit Kosten von 10.000 bis 20.000 natürlich weniger. Für eine Sanitärfirma können das aber durchaus große Aufträge sein.
Die Sanierung von Schulen hat natürlich nichts mit Corona zu tun. Sie müssen aber gemacht werden und könnten jetzt im Zuge von Schulausfällen durch Corona relativ gut durchgeführt werden, ohne allzu sehr zu stören. Und da das Immobilien vom Land sind, könnte man hier die Wirtschaft weiterhin ankurbeln ohne Geld verschenken zu müssen. Im Gegenteil, es würde den Wert der Immobilien steigern und je nach Art der Sanierungsmaßnahme später sogar noch Energiekosten einsparen.



