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Nein zu einer Förderung!
Autor: AllDayPiano 29.04.20 - 09:27
Ich persönlich sehe eigentlich überhaupt keinen Grund, warum ausgerechnet die Autoindustrie jetzt gefördert werden sollte.
Ja, es ist eine Schlüsselindustrie, aber wenn man sich verdeutlicht, dass man von einer Insolvenz von 50.000 Einzelhandelsgeschäften ausgeht, die für sich genommen nur ein bis zwei Angestellte haben, dann werden darauf folgend mindestens 50.000 Menschen arbeitslos (im besten Fall), eher aber 100-150k Menschen.
Wieviel nochmal sind es im Autobereich?
In erster Linie mal sollten jetzt staatliche Mittel aufgewendet werden, um Insolvenzen abzufedern. Und nicht dazu, damit Konzerne, die nach wie vor eine milliardenschwere Kapitalisierung haben, und nach wie vor Boni und Dividenden ausschütten, weiter subventioniert werden.
Darüber hinaus sollte - wenn überhaupt die Autobranche gestüzt wird - ausschließlich Elektrofahrzeuge bezuschusst werden. Dass die Deutschen Hersteller nichts haben, ist alleinig ihre eigene Schuld und damit ist es auch absolut und ausschließlich deren Problem, wenn die Förderung für sie ins Leere läuft. Ich kann doch keinen Anspruch auf etwas geltend machen, das ich nicht liefere!
Und wenn die Autobranche gestüzt wird, dann sollten ausschließlich deutsche PKW und in Deutschland gefertigte PKW subventioniert werden, denn nur die bringen der deutschen Wirtschaft (den Zulieferketten) überhaupt etwas.
Aber das wird mit EU-recht nicht vereinbar sein!
Entsprechend lehne ich so eine Förderung vollumfänglich ab! -
Re: Nein zu einer Förderung!
Autor: Sharra 29.04.20 - 10:04
Der kleine Laden um die Ecke hat vielleicht Rücklagen, um 1 oder 2 Wochen zu überbrücken, und danach geht er vor die Hunde.
VW und Co haben in den letzten Jahren Milliarden Gewinne eingefahren, und stehen auch jetzt immer noch gut da. Klar hat die Krise dort auch Kerben ins Konto geschlagen.
Aber wer trotz massivstem, vorsätzlichem Betruges so glimpflich davongekommen ist, der sollte seinen Blechgöttern auf Knien danken, und ansonsten brav den Mund halten, statt nach unnötiger Unterstützung zu schreien. -
Re: Nein zu einer Förderung!
Autor: A4tW 29.04.20 - 10:06
AllDayPiano schrieb:
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> Ich persönlich sehe eigentlich überhaupt keinen Grund, warum ausgerechnet
> die Autoindustrie jetzt gefördert werden sollte.
>
> Ja, es ist eine Schlüsselindustrie, aber wenn man sich verdeutlicht, dass
> man von einer Insolvenz von 50.000 Einzelhandelsgeschäften ausgeht, die für
> sich genommen nur ein bis zwei Angestellte haben, dann werden darauf
> folgend mindestens 50.000 Menschen arbeitslos (im besten Fall), eher aber
> 100-150k Menschen.
>
> Wieviel nochmal sind es im Autobereich?
>
> In erster Linie mal sollten jetzt staatliche Mittel aufgewendet werden, um
> Insolvenzen abzufedern. Und nicht dazu, damit Konzerne, die nach wie vor
> eine milliardenschwere Kapitalisierung haben, und nach wie vor Boni und
> Dividenden ausschütten, weiter subventioniert werden.
>
+1
Besser kann man es nicht beschreiben. -
Re: Nein zu einer Förderung!
Autor: sogos 29.04.20 - 10:10
AllDayPiano schrieb:
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> Ja, es ist eine Schlüsselindustrie, aber wenn man sich verdeutlicht, dass
> man von einer Insolvenz von 50.000 Einzelhandelsgeschäften ausgeht, die für
> sich genommen nur ein bis zwei Angestellte haben, dann werden darauf
> folgend mindestens 50.000 Menschen arbeitslos (im besten Fall), eher aber
> 100-150k Menschen.
>
> Wieviel nochmal sind es im Autobereich?
Ich weiß jetzt nicht, ob das eine rhetorische Frage war, aber auf jeden Fall: direkt ca. 800.000, Quelle Statista (kann Link nicht posten)
Indirekt natürlich mehr, aber über die Zahlen kann man drüber streiten. -
Re: Nein zu einer Förderung!
Autor: AllDayPiano 29.04.20 - 10:55
Es geht ja nicht um die Zahl der Beschäftigten, sondern um die Zahl, die durch die Krise *OHNE HILFE* dann nicht mehr beschäftigt wären. Und ich bezweifle ganz stark, dass sich das aufwiegt.
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Re: Nein zu einer Förderung!
Autor: Inori-Senpai 29.04.20 - 13:42
Die Autoindustrie hat das gebaut was nachgefragt wurde. Es kann nicht jeder jahrelang Verluste machen und nur durch Reddit und Twitter likes überleben.
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Re: Nein zu einer Förderung!
Autor: AllDayPiano 29.04.20 - 14:22
Wer rechtzeitig investiert, macht zur rechten Zeit sein Geld.
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Re: Nein zu einer Förderung!
Autor: sogos 29.04.20 - 14:24
Als jemand, der bei einem großen Autobauer gearbeitet hat: Die meisten sind so oder so in einer tiefen Kriese (unter anderem, aber nicht nur wegen dem Wechsel zu alternativen Antrieben). Die COVID19 Kriese kommt nur oben drauf.
Firmen wie Daimler oder Volkswagen sind zu fett geworden und haben einen unglaublichen bürokratischen Überbau. Nur China und USA haben die Scheintoten noch am Leben erhalten.
Der Umbau zum Elektroauto braucht nur ein Siebtel (-85%!) an Arbeitern. Nur deswegen würden die am liebsten sich von 100k Mitarbeitern in den nächsten 10 Jahren trennen... -
Re: Nein zu einer Förderung!
Autor: thinksimple 29.04.20 - 14:47
sogos schrieb:
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> Als jemand, der bei einem großen Autobauer gearbeitet hat: Die meisten sind
> so oder so in einer tiefen Kriese (unter anderem, aber nicht nur wegen dem
> Wechsel zu alternativen Antrieben). Die COVID19 Kriese kommt nur oben
> drauf.
> Firmen wie Daimler oder Volkswagen sind zu fett geworden und haben einen
> unglaublichen bürokratischen Überbau. Nur China und USA haben die
> Scheintoten noch am Leben erhalten.
> Der Umbau zum Elektroauto braucht nur ein Siebtel (-85%!) an Arbeitern. Nur
> deswegen würden die am liebsten sich von 100k Mitarbeitern in den nächsten
> 10 Jahren trennen...
Wie kommst du auf ein Siebtel? Das Auto bleibt weiterhin ein Auto. Der Antrieb ändert sich etwas aber ansonsten sehe ich da keine Änderungen die auf ein Siebtel schließen lassen.
Mit Vision only hört man ja nix mehr.... -
Re: Nein zu einer Förderung!
Autor: sogos 29.04.20 - 15:46
thinksimple schrieb:
> Wie kommst du auf ein Siebtel? Das Auto bleibt weiterhin ein Auto. Der
> Antrieb ändert sich etwas aber ansonsten sehe ich da keine Änderungen die
> auf ein Siebtel schließen lassen.
Der Antriebsstrang wird echt in Komplexitaet unterschaetzt - ein Verbrennungsmotor hat ca 1000-1500 Teile, ein Elektromotor in Groessenordnungen kleiner (lt. BMW 17 Teile). Und bei ersterem kommt noch Getriebe,Anlasser, Einspritzsystem, Kurbelgehäuse, Auspuff etc. hinzu...
Und da geht es um unglaubliche Praezision und Erfahrung. Ein Grossteil der IP der Autobauer ist in Motoren und Getriebe. Blech falten kann jeder und den Rest kann man bei Bosch oder Continental einkaufen. Deswegen gibts auch so viele Elektroauto Startups.
Der Wert 1-7 kam von der IG Metall, kann dies gerade nciht finden - gibt aber beim Googlen genuegend Alternativrechnungen, die alle aehnlich sind.
Sorry, kann immer noch keine Links posten... -
Re: Nein zu einer Förderung!
Autor: PiranhA 29.04.20 - 16:58
Vielleicht ein siebtel das wegfällt. Die meisten Arbeitsplätze beschäftigen sich ja nicht mit dem Antriebsstrang.



