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Wer kommt für die Fahrer auf? (Taxi, Bus, Fernkraftfahrer) ...

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  1. Wer kommt für die Fahrer auf? (Taxi, Bus, Fernkraftfahrer) ...

    Autor: Hakuro 05.02.18 - 08:39

    Ernsthafte Frage:

    Sollte man vielleicht darüber nachdenken die Wirtschaftsunternehmen, die solche Entwicklungen tätigen, mit in die gesellschaftliche Verantwortung zu ziehen?

    Es ist ja irgendwie schon so, dass hier nicht einzelne Tätigkeiten weg automatisiert werden (und dadurch mal die eine oder andere Stelle wegfällt), sondern hier wird ja systematisch ein ganzer Berufsstand wegrationalisiert. Taxi Fahrer, Busfahrer, Fernkraftfahrer, . . .

    Irgendwie geht es nicht in meinen Kopf, dass bei etwas so offensichtlichen, später die Gesellschaft für die armen Leute aufkommen soll und die einzige Profiteure eine handvoll Produktionsunternehmen sind. Will man das wirklichs so?

    Man könnte für so etwas einen "Pensionstopf" einrichten womit die Leute bei ihrer späteren Rente dann die Differenz ausgezahlt kriegen, die sie eigentlich bei vollen Berufsjahren hätten kriegen müssen. Dazu eine Entschädigung bei Kündigung, damit zumindest die Zeit da ist in Ruhe umzuschulen ohne auf hartz4 Niveau zu versauern. Für alle die nur noch 5-10 Jahre bis zum Renteneintritt hätten, könnten es eine Sofort-Rente geben (die dürfen dann aber auch nicht mehr arbeiten wenn die angenommen wird).
    Die Unternehmen dazu zu bringen (selbst ausländische) dürfte kein echtes Problem sein: Entweder es wird eingezahlt, oder die Fahrzeuge bekommen keine Betriebszulassung.

    Ich hätte nicht gedacht das ich soetwas mal schreibe, denn ich bin ein absoluter Befürworter des autonomen Straßenverkehrs. Aber ich sehe die Aufgabe schon in der Politik dafür zu sorgen, dass diese Entwicklungen nicht für die schwachen in der Gesellschaft zu einer Existenzfrage wird.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.02.18 08:41 durch Hakuro.

  2. Re: Wer kommt für die Fahrer auf? (Taxi, Bus, Fernkraftfahrer) ...

    Autor: Denker 05.02.18 - 09:07

    Es ist zwar richtig, das viele Jobs wegfallen, allerdings ist und war es schon immer so, das durch Innovation Jobs wegfallen. Wieviele Jobs sind durch PC`s, Roboter und Internet weggefallen. Ein Roboterhersteller entschädigt auch keine Arbeiter, die wegen ihrer Roboter ihre Arbeit verlieren.

    Desweiteren dauert bis Stufe 5 erreicht wird und die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden, (Wer haftet bei Unfällen?).

  3. Re: Wer kommt für die Fahrer auf? (Taxi, Bus, Fernkraftfahrer) ...

    Autor: chuck 05.02.18 - 09:15

    Auch wenn die Argumentation nachvollziehbar ist: Berufe wurden seit jeher automatisiert. Früher liefen z.B. noch "Wecker" morgens durch die Strassen und warfen Steine an die Fenster oder benutzten einen langen Stock für's Klopfen, bis sie obsolet wurden. In Telefonzentralen sorgten Menschen dafür, dass Verbindungen durch Umstecken zustande kamen.

    Was bleibt vom Anreiz für die innovativen Unternehmen, wenn diese bei Erfolg derart in die Verantwortung gezogen werden? Geht die Rechnung auf, nimmt man Forschungskosten, Wartung und Rentenauszahlung zusammen? Und gilt dies auch für staatliche Institutionen, etwa Forschungsabteilungen von Hochschulen?

    Niemand gibt dir eine Garantie, dass deine Ausbildung niemals obsolet werden könnte. Künstliche Intelligenz bedroht etwa gar die Bestände an Softwareentwicklern, also jenen Treibern der derzeit noch dominierenden Form der Automatisierung durch IT. Habe mal gelesen, dass die zukunftssicheren Jobs jene mit hohem Grad an zwischenmenschlichen Kontakt seien, da Empathie niemals automatisiert werden könne. Doch Pflegeroboter stehen dem entgegen.

    Gerne wird in diesem Zusammenhang das bedingungslose Grundeinkommen gepriesen, doch auch das wird die Fahrer nicht davor bewahren, auf ein Existenzminimum zu fallen, vielleicht sogar auf Stufe Hartz 4.

  4. Re: Wer kommt für die Fahrer auf? (Taxi, Bus, Fernkraftfahrer) ...

    Autor: mess-with-the-best 05.02.18 - 09:16

    Man kann den technischen Fortschritt durch einen Niedriglohnsektor verzögern (wie in den USA) aber nicht aufhalten.
    Die gesellschaftliche Verantwortung hat in diesem Fall die Gesellschaft selbst. Diese muss neue Rahmenbedienungen schaffen und das Wirtschaftssystem anpassen. Diese Anpassung ist nach jeder technischen/industriellen Revolution nötig geworden.

  5. Re: Wer kommt für die Fahrer auf? (Taxi, Bus, Fernkraftfahrer) ...

    Autor: soulflare 05.02.18 - 09:23

    Ich finde auch, dass diese Thematik in der Gesellschaft bislang noch viel zu wenig diskutiert wird. Wenn wir erst anfangen, darüber zu reden, wenn das Szenario eingetreten ist, wird es schon zu spät sein. Aber wir haben halt seit 12 Jahren Regierungen, die nur auf Sicht fahren. Vorausschauendes Planen ist da nicht angesagt...

    Es gibt ja diverse Vorschläge, wie man an die Thematik herangehen könnte: Bedingungsloses Grundeinkommen, Maschinen-/Robotersteuer, etc. Ich weiß nicht, ob das die Lösung ist, aber das sind Dinge die man ausprobieren kann. Aber dafür müssen halt mal die Weichen gestellt werden. In den Koalitionsverhandlungen scheint das aber kein Thema zu sein, obwohl das doch eigentlich ein arbeitspoltisches Thema sein sollte, das wie gerufen für die SPD kommt.

    Aber immerhin hat Volker Kaufer jetzt auch mal erkannt, dass die "Digitalisierung das Megathema der kommenden Jahre" sein wird. Ist ja nicht so, dass das schon seit zehn Jahren ein Megathema ist...

  6. Re: Wer kommt für die Fahrer auf? (Taxi, Bus, Fernkraftfahrer) ...

    Autor: ChrisMS 05.02.18 - 11:01

    Hakuro schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ernsthafte Frage:
    >
    > Sollte man vielleicht darüber nachdenken die Wirtschaftsunternehmen, die
    > solche Entwicklungen tätigen, mit in die gesellschaftliche Verantwortung zu
    > ziehen?

    Das wird ja wirklich eine umkämpfte Diskussion in den nächsten Jahren werden. Das bedingungslose Grundeinkommen ist ja genau hierfür ein Lösungsansatz. Refinanziert durch eine Robotersteuer wie du es ja auch schon vorgeschlagen hast.
    Es ist einfach davon auszugehen, dass viele Jobs wegfallen (z.B. Lieferdienst -> Drohne) die nicht alle in anderen Sektoren (z.B. Dienstleistung) wieder aufgebaut werden können. Ich bin gespannt ob wir den Punkt der Singularität wirklich mal erreichen (wo die KIs "intelligenter" sind, als wir Menschen) und damit sogar höhere Berufe wie Anwalt, Steuerberater oder Banker wegfallen könnten. Der Mensch brauch ja nicht nur ein Gehalt, sondern auch einen Lebenssinn um glücklich zu sein. Da sehe ich im Grundeinkommen auch nur einen Teil gelöst.

    Ich habe gerade das Buch von Ranga Yogeshwar (Nächste Ausfahrt Zukunft) gelesen, wo u.a. auch solche Dinge Thema waren. Man macht sich keine Vorstellung darüber wie stark die Digitalisierung unsere Gesellschaft umformen wird. Das Internet stärkt Monopole (Facebook, Google, Amazon) und zerstört viele lokale Jobs zugunsten einzelner die zu Millardären werden und die Automatisierung leistet den Rest.

    Es wird in der Zukunft einfach nicht mehr genügend Arbeit für alle geben. Das Ergebnis wird daher nur eine Art Grundeinkommen sein können oder ein Kapitalismus wie in Amerika wo man auf der Fahrt vom JFK Flughafen nach NYC an dutzenden Obdachlosen vorbei kommt.

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