1. Foren
  2. Kommentare
  3. Automobil
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Ladestationen: Wie kommt der Strom…

Anschlussleistung Mehrfamilienhaus

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Anschlussleistung Mehrfamilienhaus

    Autor: Juge 18.04.17 - 22:17

    Ich kenne gepflegte und moderne Näuser, in denen 60 Wohneinheiten existieren. Jede Einheit verfügt über jeweils zwei Durchlauferhitzer, je mit einer Leistungsaufnahme von 22.000 Watt. Wenn also jeder Warmwasser aufdreht, dann entsteht ein Leistungsbedarf von 2,5 Megawatt. Und dann hat noch niemand den Herd an oder föhnt sich die Haare. In dem Moment würden also vierzig dieser Häuser die Stromleistung eines mittleren Kernkraftwerks benötigen ...

    Wie kann denn das sein? Da erscheint mir das Problem mit ein paar E-Autos in der Garage irgendwie lächerlich zu sein. Wo ist mein Denkfehler?

  2. Re: Anschlussleistung Mehrfamilienhaus

    Autor: DeeMike 18.04.17 - 22:31

    Etwas größer sind Kernkraftwerke schon. Du bräuchtest 500 solcher Häuser mit angedrehtem Durchlauferhitzer, um die Leistung eines Kernkraftwerks zu erhalten.

    Ansonsten hast Du recht. Für die meisten Elektroautos reicht ein Anschluss, der 3 kW liefert, völlig aus, da man ja jeden Tag völlig leer nach Hause kommt und dann am nächsten Morgen der Akku nicht wieder völlig voll sein muss - in 10 Stunden wird ja dann selbst bei einer solch langsamen Ladung eine Reichweite von mindestens 150 km geladen. Mit Lastmanagement kann man das auch temporär auf 1 kW herunterregeln, wenn ansonsten größerer Bedarf besteht, oder eben auf 7 kW hochregeln - das entspricht einphasig 32 A.

    Durchschnittlich fährt ein Auto 40 km pro Tag, bei einem hohen angenommenen Verbrauch von 200 Wh/km und 12 Stunden Ladezeit entspricht dies einer durchschnittlichen Ladeleistung von lächerlichen 700 Watt. In der Realität noch weniger, da ja teilweise auch auswärts geladen wird.

    Es wird nur wenige Wohnhäuser geben, wo dies wirklich ein Problem wäre. Neben Durchlauferhitzern wurden die Netze oft auch für Nachtspeicheröfen dimensioniert, die aber kaum mehr genutzt werden.

  3. Re: Anschlussleistung Mehrfamilienhaus

    Autor: bofhl 19.04.17 - 09:35

    DeeMike schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Etwas größer sind Kernkraftwerke schon. Du bräuchtest 500 solcher Häuser
    > mit angedrehtem Durchlauferhitzer, um die Leistung eines Kernkraftwerks zu
    > erhalten.
    >
    > Ansonsten hast Du recht. Für die meisten Elektroautos reicht ein
    > Anschluss, der 3 kW liefert, völlig aus, da man ja jeden Tag völlig leer
    > nach Hause kommt und dann am nächsten Morgen der Akku nicht wieder völlig
    > voll sein muss - in 10 Stunden wird ja dann selbst bei einer solch
    > langsamen Ladung eine Reichweite von mindestens 150 km geladen. Mit
    > Lastmanagement kann man das auch temporär auf 1 kW herunterregeln, wenn
    > ansonsten größerer Bedarf besteht, oder eben auf 7 kW hochregeln - das
    > entspricht einphasig 32 A.

    32 A hätte ich gerne - das ganze Haus hängt an 25A-Hauptsicherungen! eAuto laden würde da niemals funktionieren, denn bereits jetzt darf niemals Waschmaschine, Geschirrwaschmaschine, Herd oder andere Großverbraucher (PC!) gleichzeitig genutzt werden!

    >
    > Durchschnittlich fährt ein Auto 40 km pro Tag, bei einem hohen angenommenen
    > Verbrauch von 200 Wh/km und 12 Stunden Ladezeit entspricht dies einer
    > durchschnittlichen Ladeleistung von lächerlichen 700 Watt. In der Realität
    > noch weniger, da ja teilweise auch auswärts geladen wird.
    >
    > Es wird nur wenige Wohnhäuser geben, wo dies wirklich ein Problem wäre.
    > Neben Durchlauferhitzern wurden die Netze oft auch für Nachtspeicheröfen
    > dimensioniert, die aber kaum mehr genutzt werden.

    Das mag vielleicht für einige Gegenden gelten, z.B. bei uns im Norden von Wien in Österreich wurden die Netze kurz nach dem 2.Weltkrieg geplant und gebaut! Und an der Grunddimensionierung hat sich bis heute nichts geändert - blos gibt es aktuell gut 200x mehr Leute die dort leben! Auf der Fläche, auf der früher ein kleines Einfamilienhaus stand, stehen heute bis zu 5 Mehrfamilienhäuser! Das selbe Problem existiert nicht nur beim Strom - auch das Abwasser macht Probleme! Übergehende Kanäle z.B. bei Starkregen ist inzwischen fast normal - genauso wie das damit zusammenhängende volllaufen der Keller.

  4. Re: Anschlussleistung Mehrfamilienhaus

    Autor: KingTobi 19.04.17 - 10:02

    bofhl schrieb:
    > 32 A hätte ich gerne - das ganze Haus hängt an 25A-Hauptsicherungen! eAuto
    > laden würde da niemals funktionieren, denn bereits jetzt darf niemals
    > Waschmaschine, Geschirrwaschmaschine, Herd oder andere Großverbraucher
    > (PC!) gleichzeitig genutzt werden!

    Eine Waschmaschine oder Geschirrspüler brauchen im max lt. meinen Messungen gerade mal 11-12A (Einphasig). Ein Herd kann natürlich inkl. Backofen mehr brauchen, da meist 3 Phasig angeschlossen (meist 1-1,5kw je Herdplatte und größe, ca, 5 kw gesammt plus backofen 2,5kw, also etwa 12A je Phase).
    Ein PC braucht meist unter vollast selten mehr als 500W (ausgenommen natürlich Hardcore Gaming PC's).
    Jetzt kommen natürlich noch Grundverbraucher hinzu (Kühlschrank, Gefriertruhe, Heizung...) und natürlich Licht und Fernseher. Moderne Heizungen werden etwa 50 W benötigen, meine alte mit der alten Pumpe braucht ca. 150W. Kühlschrank und Gefriertruhe etwa 100 W zusammen. Der Fernseher ist da schlimmer, läuft aber nicht die ganze Zeit.
    Meine Messungen zeigen, daas wenn ich am PC sitze, meine Frau den Fernseher laufen hat, Licht im Haus an ist (meist LED, manchmal noch Energiesparlampen), dann benötigen wir so ca. 600-700 W im gesammten Haus.
    Der Leaf lädt mit 2,3 KW (10A), der Kia Soul am Schukostecker sogar nur mit 1,8KW (8A).
    Mal ehrlich: Du hast 3x 25A, 75A Gesammt. Du solltest mehrere Großverbraucher benutzen und ein Elektroauto laden können ohne ein Problem zu erhalten. Falls nicht, hast Du ein anderes Problem.

  5. Re: Anschlussleistung Mehrfamilienhaus

    Autor: DavidKniprath 19.04.17 - 12:50

    Das nennt sich Gleichzeitigkeitsfaktor. Man kann davon ausgehen dass nicht alle Bewohner gleichzeitig ihre Durchlauferhitzer in Betrieb haben. Sonst müsste man Zuleitungen von 240 oder mehr Quadrat legen, vieeeel zu teuer und aufwändig. Versuch das mal gescheit zu verlegen, du brichst dir die Hände.

    Genau das gleiche gilt auch für DSLAMs/MSANs von Internetprovidern. Bei der Telekom sind diese fast immer mit 1Gbit angebunden. Trotzdem können locker 100-150 Kunden ihre Bandbreiten von 50-100Mbits zu fast jeder Tageszeit nutzen



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 19.04.17 12:57 durch DavidKniprath.

  6. Re: Anschlussleistung Mehrfamilienhaus

    Autor: SJ 19.04.17 - 15:49

    Und dasselbe gilt auch bei Autos... nicht alles müssen gleichzeitig und die ganze Nacht hindurch mit Starkstorm geladen werden.

    --
    Wer all meine Fehler findet und die richtig zusammensetzt, erhält die geheime Formel wie man Eisen in Gold umwandeln kann.

  7. Re: Anschlussleistung Mehrfamilienhaus

    Autor: Paule 19.04.17 - 16:10

    SJ schrieb:
    -------------------------------------------------
    > Und dasselbe gilt auch bei Autos... nicht alles müssen
    > gleichzeitig und die ganze Nacht hindurch mit
    > Starkstrom geladen werden.

    Eigentlich richtig.

    Aber bei ca. 10 h nötiger Ladezeit, über eine 230V Steckdose, hängen spätestens abends um 22 Uhr wohl alle Autos des Hauses an ihrer Ladesteckdose, damit sie morgens um 8 fertig sind. Und die frühen Heimkommer (zB 16 Uhr) haben dann noch 4 h übrig.

    d.h. zwischen 22 und 02 Uhr wird volle Last benötigt.

    Es sei denn natürlich, dass es eine intelligente Ladesteuerung über alle Ladestationen an der Stromzuführung gibt, die den verfügbaren Strom gleichmäßig verteilt. Was natürlich die Kosten deutlich hochtreibt, da eine Steckdose für 3,50 ¤ dann nicht mehr ausreicht.

  8. Re: Anschlussleistung Mehrfamilienhaus

    Autor: SJ 19.04.17 - 16:16

    Je nachdem, wie leer die sind müssen die dann mehr oder weniger laden. Und je voller der Akku ist, umso langsamer wird geladen. Zumindest bei Tesla zur Batterieschonung.

    --
    Wer all meine Fehler findet und die richtig zusammensetzt, erhält die geheime Formel wie man Eisen in Gold umwandeln kann.

  9. Re: Anschlussleistung Mehrfamilienhaus

    Autor: Its_Me 20.04.17 - 08:55

    Ja, bei Tesla wird bei den Superchargern dann von vielleicht 120kW auf 70kW reduziert. Aber bei einer 2,1kW Steckdose? Was willst Du da noch reduzieren. Da dauert das Laden ja eh schon ewig.

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. über duerenhoff GmbH, Münster
  2. Vodafone GmbH, Unterföhring
  3. Zentrum Bayern Familie und Soziales Dienststelle Zentrale Personalmanagement, Team IX 2, München, Bayreuth
  4. Dürkopp Adler AG, Bielefeld

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-53%) 27,99€
  2. 10,99€
  3. (-85%) 12,50€
  4. 4,19€


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de