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Warum der anti-chinesische Protektionismus?
Autor: macgoryeo 19.12.23 - 08:34
Alle andere wird doch auch China kommend dankend angenommen, warum sperrt man sich bei den Fahrzeugen so dagegen? Sind die eigenen einfach nicht wettbewerbsfähig genug?
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Re: Warum der anti-chinesische Protektionismus?
Autor: Onkel Ho 19.12.23 - 08:46
Wenn man schon Steuergeld für die E Mobilität ausgibt, macht's doch durchaus Sinn gleichzeitig auch noch inländische Arbeitsplätze zu fördern. Letztlich kommt der Großteil der Fördersumme eben auch nicht aus China.
China macht das auch nicht anders im Inland, dass deren E autos günstiger sind liegt eben auch mit genau an deinem kritisierten Protektionismus.
Meiner Meinung nach geht das Programm genau in die richtige Richtung, während in DE eben quasi nur gut Verdienenende gefördert werden/wurden.
Bin daher auch nicht unbedingt traurig, dass die Förderung in der existierenden Form hier abgeschafft wurde, wenn man sich anschaut wer am Ende E-Autos gekauft hat. Die meisten hätten sich das Auto auch ohne Förderung leisten können.
2 mal bearbeitet, zuletzt am 19.12.23 08:50 durch Onkel Ho. -
Re: Warum der anti-chinesische Protektionismus?
Autor: gomos 19.12.23 - 10:58
Vermutlich weil "EU präzisiert Vorwürfe zu Subventionen chinesischer E-Autos" und "Vor allem Frankreich, dessen Autoindustrie kaum mit der chinesischen verbunden ist, hatte auf ein härteres Auftreten gegenüber den chinesischen Wettbewerbern gedrungen"
Problem ist dabei "Die deutsche Autoindustrie, die auf dem chinesischen Markt noch sehr präsent ist, sieht die EU-Initiative hingegen kritisch und befürchtet Repressalien"
Der Vorwurf lautet "Insbesondere gebe es Beweise dafür, dass chinesischen Unternehmen "Darlehen, Exportkredite und Kreditlinien staatlicher Banken gewährt wurden","
Schwieriges Thema finde ich. Halte es für den Wettbewerb eher für kontraproduktiv wenn jetzt alle anfangen nur Prämien für die eigenen Hersteller zu zahlen. Das führt eher zum Handelskrieg mit Strafzöllen auf alles mögliche und da sitzt auch China am längeren Hebel, das kann nicht die Lösung sein
1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.12.23 10:59 durch gomos. -
Re: Warum der anti-chinesische Protektionismus?
Autor: luzipha 19.12.23 - 11:08
Diese Prämien werden aus Steuergeldern bezahlt. Teilnehmer aus anderen Handelsregionen zu subventionieren ergibt monetär wenig Sinn. Wenn jedoch heimische Produkte gefördert werden, so ist der steuerliche Rücklauf sehr viel höher und die staatlichen Ausgaben für die Prämien werden mit einer hohen Rate kompensiert.
Allein dieser kurzfristige Effekt rechtfertigt das Vorgehen bereits.
Und wenn du Sorgen um einen Handelskrieg hast, dann kann ich dich beruhigen. Bereits jetzt ist China darauf bedacht möglichst viel Einfluss auf allen Märkten zu generieren. Dies geschieht nicht um die Preise dauerhaft zu senken und die Lebensqualität der Menschheit generell zu verbessern. Was meinst du denn was Kapitalismus ist? Das ist ein ständiger und anhaltender Handelskrieg. -
Re: Warum der anti-chinesische Protektionismus?
Autor: dummzeuch 19.12.23 - 11:13
macgoryeo schrieb:
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> Alle andere wird doch auch China kommend dankend angenommen, warum sperrt
> man sich bei den Fahrzeugen so dagegen? Sind die eigenen einfach nicht
> wettbewerbsfähig genug?
Man subventioniert Autos für eigene Bürger und die eigene (oder zumindest europäische) Industrie. Win-Win. -
Re: Warum der anti-chinesische Protektionismus?
Autor: gomos 19.12.23 - 13:06
"Diese Prämien werden aus Steuergeldern bezahlt. Teilnehmer aus anderen Handelsregionen zu subventionieren ergibt monetär wenig Sinn."
So einfach ist es halt nicht und so funktioniert die Weltwirtschaft auch langfristig nicht, schon gar nicht zu unseren Vorteil. Dir ist schon klar, wie winzig unser eigener heimischer Markt im Vergleich zu China und USA ist und welcher wichtiger für unserer Hersteller ist?
Der Grund dafür, dass Die EU klagt sind wettbewerbsverzerrende Subventionen und dafür gibt es international anerkannte Regulierungen. Ziel muss sein diese durchsetzen aber nicht selbst so zu handeln. Das geht sich nicht gut aus für uns.
Selbst wenn du nur deutsche Hersteller aus deutschen Steuergeldern subventionierst, gehen die deutschen Hersteller unter, wenn unserer Handelspartner genauso agieren.
Kann man alles machen, nur dann lebe auch mit den Konsequenzen wenn China entsprechend reagiert. Um bei Autos zu bleiben, stell dir vor die deutschen Hersteller verkaufen in China (gar) nichts mehr und auch nicht in den USA dafür haben wir den europäischen Markt für uns. Glaubst du dass sich das unterm Strich für uns lohnt? Dann schau dir mal an woher das Wachstum unserer Hersteller in den letzten 15 Jahre herkam. -
Re: Warum der anti-chinesische Protektionismus?
Autor: Spiritogre 19.12.23 - 17:13
Es ist aber ein Unterschied ob Waren mit "Strafzöllen" belegt sind oder ob ein Land seine eigene Industrie fördert ohne ausländische Produkte zu blockieren. Die EU hat auf Autos 10 Prozent Zoll, die muss jeder zahlen, der außerhalb der EU produziert. Also Tesla z.B. für Model 3, S und X.
Aktuell gibt es keine Zölle für Großbritannien, die sind aber für 2026 angedacht.
Um Autos nach China zu importieren wurden bis vor kurzem 25 Prozent fällig, seit einigen Jahren sind es 15 Prozent. Immer noch fünf Prozent mehr als bei uns.
Die USA hingegen verlangen 27 Prozent Zoll.
Genau deswegen produzieren deutsche Autohersteller direkt in den USA und China. Weil das auch einfach ein Ungleichgewicht zu uns ist.
In den USA gibt es ja auch nur auf bestimmte dort komplett hergestellte Elektroautos "Förderung" (in Form eines Nachlasses auf die Einkommenssteuer).
Deswegen sehe ich keinerlei Probleme damit, wenn in einem Land Pseudo-Protektionismus herrscht, indem nur der Kauf (Leasing) von eigenen Autoherstellern gefördert wird. Machen alle anderen ja genauso.
Ich habe das nie verstanden, wieso Deutschland da immer ausländische Firmen beschenkt, während deren Länder das andersrum eben nicht auch so machen. -
Re: Warum der anti-chinesische Protektionismus?
Autor: gomos 19.12.23 - 21:14
"Es ist aber ein Unterschied ob Waren mit "Strafzöllen" belegt sind oder ob ein Land seine eigene Industrie fördert ohne ausländische Produkte zu blockieren"
Genau das tut Frankreich doch aber, sie grenzen Chinesische Hersteller aus. Nicht etwa weil die nicht in Frankreich produzieren, sondern weil es Chinesische Fahrzeuge sind. Das Thema Zoll ist ein anderes darum geht es nicht.
Auch beim Infrastrukturpaket der USA wird niemand ausgeschlossen, es ist ein Förderprogramm für die Industrie, aber nicht allein für Ford, Tesla oder Generell Motors. Jeder der die Bedingungen erfüllt erhält entsprechende Subventionen. Das man Subventionen an Bedingungen knüpft ist legitim, das machen viele, wenn die Bedingung aber lautet, dein Produkt kommt vom falschen Hersteller dann ist es problematisch und kein fairer Wettbewerb mehr.
Frankreich schließt Chinesische Hersteller grundsätzlich aus, das ist Problematisch und nicht vergleichbar mit der der Forderung nach lokaler Produktion um die eigene Wirtschaft u fördern. -
Re: Warum der anti-chinesische Protektionismus?
Autor: Spiritogre 19.12.23 - 21:28
Frankreich schließt chinesische Hersteller (und andere) von französischen FÖRDERUNGEN aus. Aber nicht vom Handel in Frankreich.
Das ist ein MASSIVER Unterschied.
Erkläre noch einmal, warum französische Steuergelder OHNE Gegenleistung an chinesische Firmen gehen soll? -
Re: Warum der anti-chinesische Protektionismus?
Autor: bplhkp 19.12.23 - 21:54
Es geht doch gar nicht gegen chinesische Autos, der Golem-Artikel stellt das verkürzt dar.
Bei der Förderung wird der CO2-Fußabdruck bei der Rohstoffproduktion, bei der Fertigung des Autos und der Batterie und beim Transport berücksichtigt.
Den chinesischen Hersteller steht es natürlich auch frei in der EU-Werke zu eröffnen um den CO2-Fußabdruck zu verbessern. -
Re: Warum der anti-chinesische Protektionismus?
Autor: gomos 20.12.23 - 01:51
"Erkläre noch einmal, warum französische Steuergelder OHNE Gegenleistung an chinesische Firmen gehen soll?"
Weil es dafür eine WTO gibt die einen fairen Wettbewerb regeln soll auf die sich Länder verständigt haben? Weil auch chinesische Hersteller Autos verkaufen. Das China selbst nicht mit fairen mitteln agiert ändert nichts daran, die Reaktion von Frankreich ist genauso falsch.
"China zahlt ab sofort eine "Umweltprämie", alle BEV erhalten 10000¤ staatliche Förderung, außer Mercedes. Warum, weil, sind ja ihre Steuergelder.
Raffst du echt nicht warum das ein Problem wäre?
Gegen was klagt noch mal die EU bezüglich unerlaubten Subventionen der heimischen Hersteller in China? Sind doch ihre Steuergelder... -
Re: Warum der anti-chinesische Protektionismus?
Autor: Spiritogre 20.12.23 - 12:44
Ja, so funktioniert eine schöne, heile Welt. Die Realität ist aber eine andere, gerade wenn du die WTO ins Spiel bringst.



