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Recycling von Lithiumbatterien?

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  1. Recycling von Lithiumbatterien?

    Autor: amie 14.11.17 - 13:20

    Ich wurde mal belehrt, dass das wohl nach derzeitigem Stand sehr schwer ist und eigentlich nicht gemacht wird. Aber wenn man Gestein mit 2% Lithium sinnvoll verwerten kann, sollte das doch wohl auch mit gebrauchten Batterien gehen, oder? Im Extremfall zermahlt man sie und behandelt sie wie Erz, oder sehe ich das falsch?

  2. Re: Recycling von Lithiumbatterien?

    Autor: EWCH 14.11.17 - 13:35

    > Batterien gehen, oder? Im Extremfall zermahlt man sie und behandelt sie wie
    > Erz, oder sehe ich das falsch?

    Ja, gefoerdert wird Lithiumkarbonat (ein Salz) was loeslich ist und sich gut verarbeiten laesst. Im Akku binden sich einzelne Lithium Ionen an die Anoden und Kathodenmaterialien (z.B. Kobalt) oder an eindringende Luft (Lithiumnitrid).

  3. Re: Recycling von Lithiumbatterien?

    Autor: Komischer_Phreak 14.11.17 - 13:46

    amie schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich wurde mal belehrt, dass das wohl nach derzeitigem Stand sehr schwer ist
    > und eigentlich nicht gemacht wird. Aber wenn man Gestein mit 2% Lithium
    > sinnvoll verwerten kann, sollte das doch wohl auch mit gebrauchten
    > Batterien gehen, oder? Im Extremfall zermahlt man sie und behandelt sie wie
    > Erz, oder sehe ich das falsch?

    Das ist so nicht ganz richtig. Selbstverständlich kann das Lithium aus Akkus recycled werden. Das Problem war nur, das der Lithiumpreis so niedrig war, das sich Recycling nicht gelohnt hat. Das dürfte mittlerweile anders sein. Teslas Gigafactory soll bspw. imstande sein, die Akkus zu recyclen.

  4. Re: Recycling von Lithiumbatterien?

    Autor: amie 14.11.17 - 14:23

    Interessant, hast Du dazu Quellen?

  5. Re: Recycling von Lithiumbatterien?

    Autor: EWCH 14.11.17 - 14:45

    > Das ist so nicht ganz richtig. Selbstverständlich kann das Lithium aus
    > Akkus recycled werden. Das Problem war nur, das der Lithiumpreis so niedrig
    > war, das sich Recycling nicht gelohnt hat. Das dürfte mittlerweile anders
    > sein. Teslas Gigafactory soll bspw. imstande sein, die Akkus zu recyclen.

    Ich find den Artikel auf die Schnelle nicht, aber vor 2 Jahren waren Forscher ganz stolz darauf ein Verfahren entwickelt zu haben was ca. 50% des Lithiums eines alten Akkus extrahieren kann. Damit wuerden aus den 30 Millionen Autos in der naechsten Akkugeneration 15, dann 7,5 ...

  6. Re: Recycling von Lithiumbatterien?

    Autor: amie 14.11.17 - 15:34

    trotzdem Danke :)

  7. Re: Recycling von Lithiumbatterien?

    Autor: gadthrawn 14.11.17 - 15:40

    Komischer_Phreak schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > amie schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ich wurde mal belehrt, dass das wohl nach derzeitigem Stand sehr schwer
    > ist
    > > und eigentlich nicht gemacht wird. Aber wenn man Gestein mit 2% Lithium
    > > sinnvoll verwerten kann, sollte das doch wohl auch mit gebrauchten
    > > Batterien gehen, oder? Im Extremfall zermahlt man sie und behandelt sie
    > wie
    > > Erz, oder sehe ich das falsch?
    >
    > Das ist so nicht ganz richtig. Selbstverständlich kann das Lithium aus
    > Akkus recycled werden. Das Problem war nur, das der Lithiumpreis so niedrig
    > war, das sich Recycling nicht gelohnt hat. Das dürfte mittlerweile anders
    > sein. Teslas Gigafactory soll bspw. imstande sein, die Akkus zu recyclen.

    Tesla recycelt das zu Lithumschlacke - als Dämmmaterial. Aber nicht wieder für den eigentlichen Nutzweck im Akku.

  8. Re: Recycling von Lithiumbatterien?

    Autor: Nogul 14.11.17 - 16:44

    Sind Alternativen zu Li gar nicht denkbar?

    Bleiakkus werden wohl ihre Nische behalten aber die zwischenzeitlich beliebte Ni-Cd sind so gut wie tot?

    Nicht, dass man da die Li Produktion hochfährt und es dann heisst, wir haben was besseres gefunden...

  9. Re: Recycling von Lithiumbatterien?

    Autor: EWCH 14.11.17 - 18:20

    > Bleiakkus werden wohl ihre Nische behalten aber die zwischenzeitlich
    > beliebte Ni-Cd sind so gut wie tot?

    die hat die EU verboten

  10. Re: Recycling von Lithiumbatterien?

    Autor: PearNotApple 15.11.17 - 09:48

    amie schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich wurde mal belehrt, dass das wohl nach derzeitigem Stand sehr schwer ist
    > und eigentlich nicht gemacht wird. Aber wenn man Gestein mit 2% Lithium
    > sinnvoll verwerten kann, sollte das doch wohl auch mit gebrauchten
    > Batterien gehen, oder? Im Extremfall zermahlt man sie und behandelt sie wie
    > Erz, oder sehe ich das falsch?

    Das kommt daher, weil die Medien kaum darüber berichten bzw. falsch berichten. Lithium-Akkus werden jetzt schon recycelt um wertvolle Metalle wie Kobalt, Nickel und Mangan zu recyceln.

    Das südkoreanische Unternehmen Posco hat erste Recyclinganlage aufgebaut, wo auch Lithium recycelt wird. Posco hat ein patentiertes Verfahren, mit dem man sehr schnell und effizient Lithium durch ein Elektrodialyseverfahren aus Laugen herausholen kann. Das Verfahren wird auch dazu benutzt um Lithium direkt aus Lithiumlagerstätten herauszuholen.
    Da in Südkorea viele Lithium-Akkus hergestellt werden, aber keine eigenen Lagerstätte von Lithium hat, war stets darauf angewiesen, die Lithiumquellen zu sichern und Technologien zu entwickeln, die diese günstig zu erschließen.

  11. Re: Recycling von Lithiumbatterien?

    Autor: chefin 15.11.17 - 10:10

    An Lithium geht physikalisch nichts vorbei.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Elektrochemische_Spannungsreihe

    Man kann zwar noch höhere Spannungen erzeugen, indem man zb Lithium mit Fluor kombiniert, bekommt aber entweder die Kapazität pro Masse nicht hin oder hat negative Randerscheinungen, die nicht mehr beherrschbar sind. Fluor ist zB extrem toxisch.

    Man hat also nicht sehr viele Möglichkeiten, da es nur 92 verschiedenen Atome gibt. Moleküle haben in jedemfalls kleinere Bindungsenergien, weil sie ja schon Bindungen eingegangen sind.

    Die Leistung wird durch Kapazität und Spannung erzeugt, da die Kapazität am gewicht bzw Volumen festgemacht wird, kann man nur die Spannung erhöhen. Und da Lithium am negativen Punkt das Maximum bestimmt, muss man sich an den positiven Spannungsreihen halten.

    Und nein, Sauerstoff ist extrem ungeeignet, da es sich kaum mehr trennen lässt vom Lithium. Und auch die Oxidation kaum beherrschbar ist. Sauerstoff und Lithium reagieren extrem heftig aufeinander. Lithium kann sogar Wasser spalten um an Sauerstoff zu kommen(brennt unter Wasser weiter).

    Ist also nicht ganz einfach, dem Lithium auszuweichen. Zu Kapazität pro Masse und Spannungsdifferenz kommt eben noch Verfügbarkeit, Toxizität, Reversionsfähigkeit(als das Laden, das spalten des Entladeprodukts um wieder Energie zu speichern).

  12. Re: Recycling von Lithiumbatterien?

    Autor: Stimmy 15.11.17 - 12:49

    Das mit der Spannung ist richtig, vermutlich wird kein Akku eine höhere Zellenspannung als ein lithium-basierter liefern.
    Allerdings hat ein Lithium-Atom nur ein Valenzelektron, Aluminium hat z.B. 3. Damit kann ein Aluminium-Ionen-Akku bei gleicher Anzahl an Alu-Atomen dreimal so viel Kapazität wie ein Lithium-Akku haben.

    Trotz weniger Spannung könnte er damit eine höhere Energiedichte erreichen. Und Alu ist eins der häufigsten Elemente der Erde.

  13. Re: Recycling von Lithiumbatterien?

    Autor: Azzuro 15.11.17 - 18:05

    > Bleiakkus werden wohl ihre Nische behalten aber die zwischenzeitlich
    > beliebte Ni-Cd sind so gut wie tot?

    Eine zwischenzeitliche Nische waren NiMH-Akkus bzw. sind die in Klein durchaus verbreitet (NiCd dagegen sind mittelrweile verboten). Und es hat recht perfide Gründe, dass sie sich in Autos nicht durchgesetzt haben. Aus der Wikipedia:

    Als Traktionsbatterie wurden NiMH-Akkus erstmals beim EV1 von General Motors eingesetzt. Später verkaufte GM die Mehrheitsanteile von Ovonics, die die Produktion der NiMH-Akkus mittels Patenten kontrollierten, an den Ölkonzern Texaco. Dadurch wurden Weiterentwicklung und Verwendung stark eingeschränkt. Der Toyota Prius verwendet zum Beispiel 228 in Reihe geschaltete 6,5-Ah-NiMH-Akkus mit einer Gesamtspannung über 200 V zur Versorgung eines 60-kW-Elektromotors. Die patentrechtlich erlaubte Obergrenze für die Zellenkapazität ist 10 Ah.

  14. Re: Recycling von Lithiumbatterien?

    Autor: Nogul 16.11.17 - 09:30

    Greift da nicht FRAND?

    Soweit ich verstanden habe müssen Schlüsseltechnologien zu "fairen Bedingungen" an alle Interessenten lizensiert werden. Daher der Eindruck, Samsung müsse ihre wirklichen Erfindungen für ein Apfel und Ei verschleudern während Apple mit Rundungen Unsummen rauspressen darf.

    Natürlich liegt Blockade als Motivation nahe aber andererseits könnte man die Situation ja auch als "Diversifikation" verstehen. HDD Industrie investiert in SSD, Tabakindustrie in was weiss ich und Ölkonzerne sichern sich Technik nach Erdöl-Ära?

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