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"mit Lastenfahrrädern und E-Scootern ausfahren ..."

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  1. "mit Lastenfahrrädern und E-Scootern ausfahren ..."

    Autor: klick mich 25.10.20 - 16:15

    Liegt es daran, dass ich der typische deutsche Bedenkenträger und Fortschrittsverweigerer bin, oder daran, dass ich einfach zu alt bin, um sich mit dem Konzept der letzten Meile (1,60934 km) anzufreunden?
    Vielleicht fehlt mir auch nur die Vorstellungskraft, um mir vorzustellen, wie jeden Morgen mehrere Dutzend Lastenräder am Liefereingang auf Abnahme ihrer Lieferung warten. Wie soll das bei Tiefkühlware aussehen? Strampelt da der Lastenradfahrer noch zusätzlich fürs Kühlaggregat? Die Belieferung meines Baumarktes mit ein paar Paletten Betonpflaster und Zementsäcken mit Lastenrad? Zumindest sparen sich die Lastenstrampler die Jahresgebühr fürs Fitnessstudio.
    Mensch, es geht doch nicht nur um mein Päckchen mit ein paar Elektronikkomponenten oder ein paar Tütchen Kakteensamen oder die Belieferung des dm mit Wattestäbchen.
    Ich sehe bei solchen Ideen nur vollgestopfte Innenstädte mit Ameisenhaufen von kleinteiligen Lastenfahrern. Viel Spaß!

  2. Re: "mit Lastenfahrrädern und E-Scootern ausfahren ..."

    Autor: LH 25.10.20 - 17:37

    Das Video zeigt auch weiterhin Lastwagen, aber diese fahren eben von Hub-zum-Ziel, und nicht von außerhalb in die Stadt zum Ziel. Das würde tatsächlich sehr helfen, da die Fahrzeuge weniger Kilometer von einem außenliegenden Hub zurücklegen müssten, sondern nur die kurzen "Sprünge" vom nahen City-Hub zum Ziel ausführen müssten.

  3. Re: "mit Lastenfahrrädern und E-Scootern ausfahren ..."

    Autor: schnitzel3000 26.10.20 - 10:03

    Kleinteile könnten vielleicht direkt mit dem Fahrrad ausgeliefert werden, oder mit autonomen Robotern ähnlich wie bereits beim Pizzalieferdienst ausprobiert wird (siehe starship-technologies-domino-s-liefert-in-hamburg-pizza-per-roboter-aus bei Golem). Fragt sich, ob so ein Verteilerzentrum direkt am Hub geplant ist. Sonst gibt es eben einen weiteren Zwischenschritt, mit einem kleineren LKW zur Zwischenbasis.

    Paletten könnten z.B. auf elektrische Lieferwagen, da bieten die Hersteller mitterweile auch immer mehr Auswahl in verschiedenen Größen an.

    Anders läuft es doch heute auch nicht, der 40 Tonner fährt doch nicht die Endkunden an sondern das Verteilerzentrum am Stadtrand. Genau dieses Verteilzentrum könnte nun näher ans Zentrum wandern. Mit modernen Warensystemen ist doch eine Palettenverteilung (im besten Fall ebenfalls automatisiert) bis zur Rampe kein Problem mehr.

  4. Re: "mit Lastenfahrrädern und E-Scootern ausfahren ..."

    Autor: chefin 26.10.20 - 11:19

    klick mich schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Liegt es daran, dass ich der typische deutsche Bedenkenträger und
    > Fortschrittsverweigerer bin, oder daran, dass ich einfach zu alt bin, um
    > sich mit dem Konzept der letzten Meile (1,60934 km) anzufreunden?
    > Vielleicht fehlt mir auch nur die Vorstellungskraft, um mir vorzustellen,
    > wie jeden Morgen mehrere Dutzend Lastenräder am Liefereingang auf Abnahme
    > ihrer Lieferung warten. Wie soll das bei Tiefkühlware aussehen? Strampelt
    > da der Lastenradfahrer noch zusätzlich fürs Kühlaggregat? Die Belieferung
    > meines Baumarktes mit ein paar Paletten Betonpflaster und Zementsäcken mit
    > Lastenrad? Zumindest sparen sich die Lastenstrampler die Jahresgebühr fürs
    > Fitnessstudio.
    > Mensch, es geht doch nicht nur um mein Päckchen mit ein paar
    > Elektronikkomponenten oder ein paar Tütchen Kakteensamen oder die
    > Belieferung des dm mit Wattestäbchen.
    > Ich sehe bei solchen Ideen nur vollgestopfte Innenstädte mit Ameisenhaufen
    > von kleinteiligen Lastenfahrern. Viel Spaß!

    Ja, es mag am Alter liegen, das du immer den für einen Fahrzeugtyp unwirtschaftlichen oder unmöglichen Transportanteil zugrunde legst.

    Räder werden das transportieren, was wenig wiegt, wenig Volumen hat. E-Scooter dann die schweren Sachen oder Kühltransporte. Und man darf nicht vergessen, das diese Röhre kein Ausschliesslichkeitsding ist. Es wird weiterhin LKWs geben. Bis hin zum 40tonner der Betonteile anliefert oder schwere Schüttgüter. Aber statt 1000LKWs dann eben nur 10.

    Es kann eben nicht sein, das wir weiterhin in diesem Mass den Verkehr steigern. Früher war das dahingehend anders, das wir es waren die irgendwo hingefahren sind im einzukaufen. Dann wurde monatelang geplant, was man braucht und will, bevor man zum Möbelgeschäft gefahren ist. Elektrogeräte ebenfalls zusammenfassend gekauft. Heute bestellen wir 10 Miniaturbirnchen in 10 Minuten einfach mal so. Weil es auch keine Geschäfte mehr gibt, die diese Birnchen verkaufen. Aktuell bei mir gerade der Fall, 25 Jahre altes Moped, 2 Std Geschäfte abgeklappert.

    Die Welt hat sich nunmal verändert. Und wir haben uns von 20 Millionen Autos in meiner Jugend für 65 Millionen Menschen zu 47 Millionen Fahrzeugen für 82 Millionen Menschen hinentwickelt. Man muss sich einfach nur mal eines vorstellen: Pro Auto 5m, ergibt also 235.000km wenn man alle aneinander parkt. Das Streckennetz in Deutschland umfasst aktuell ca 600.000km Autostrassen. Alle 15m im Schnitt ein Fahrzeug. Faktisch ist es garnichtmehr möglich, Sicherheitsabstand einzuhalten, wenn alle unterwegs wären.

    Da kommen wir nicht mehr weiter, entweder müssen wir den Komfort runter drehen oder alternative Lösungen finden, die weniger Platz benötigen.

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