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Erster Schrittt: Diesel Subvention streichen

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  1. Erster Schrittt: Diesel Subvention streichen

    Autor: kayozz 26.06.20 - 14:43

    > Dann aber ist der synthetische Kraftstoff, der laut Sunfire in der Anfangszeit noch 3,50 Euro pro Liter kosten wird, nicht konkurrenzfähig.

    Nehmen wir mal an, die aktuell 22 ct. Dieselsubvention flößen in die Förderung von synthetischen Kraftstoff.
    Nehmen wir weiter an, der Anteil synthetischer Kraftstoffe würde bei 10% liegen und nur langsam steigen.
    Der Anteil von Diesel am Kraftstoffabsatz liegt bei ca. 2/3. (https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Zahl-der-Woche/2017/PD17_32_p002.html)
    Dann könnte man den Kraftstoff mit 1,45 pro Liter fördern.

    Wenn man davon ausgeht, dass Steigerungen der Produktion auch den Preis verringern, und die Abhängigkeit von Ölproduzenten verringert, ein interessantes Gedankenspiel.

  2. Re: Erster Schrittt: Diesel Subvention streichen

    Autor: Eheran 26.06.20 - 22:16

    >Der Anteil von Diesel am Kraftstoffabsatz liegt bei ca. 2/3.
    Komisch, ich kenne es genau andersrum. Also mal nachlesen:

    Die Raffinerien stellen mehr Benzin her, als Diesel.
    Das Umweltbundesamt sieht es auch so:
    >Der Kraftstoffverbrauch im Pkw-Verkehr verschiebt sich seit 1995 kontinuierlich von Benzin zu Diesel. Während der Anteil von Benzin 1995 noch 84 % betrug, sind es mittlerweile 56 %. Der Benzinverbrauch ist von 1995 bis 2018 um 34 % gesunken und der Dieselverbrauch um 177 % gestiegen (siehe Abb. „Kraftstoffverbrauch von Pkw und Kombi“).

    Hingegen statista hat ganz andere Zahlen, wo Benzin etwa 40% und Diesel 60% macht. Da stimmt irgendwas vorne und hinten nicht, denn:

    Für mehr Benzin spricht auch, dass PKW den größten Anteil am Verbrauch haben (nicht LKW). Siehe CO2-Emissionen:
    LKW 2017: 41 mio t CO2
    PKW 2017: 115 mio t CO2 (= 2,8x mehr als LKW)
    Der Anteil Diesel-PKW ist jedoch nur 32%. Macht dann zusammen 50% Anteil am CO2, wenn man die LKW und den Anteil PKW zusammenrechnet. Mit dem niedrigeren Verbrauch bei Diesel ist die Verteilung von 56% Benzin vs. 44% Diesel vom Umweltbundesamt bzw. was die Raffinerie herstellt damit deckungsgleich.

  3. Re: Erster Schrittt: Diesel Subvention streichen

    Autor: Bonarewitz 27.06.20 - 02:51

    Die Erklärung ist einfach:
    Aus Erdöl lässt sich ein definierter Anteil an Produkten raffinieren. Das ist chemisch klar vorgegeben.

    Da wir in Deutschland eine Dieselnation sind, passt das Verhältnis von Produktion und Verbrauch nicht.
    In den USA gibt es fast keine Diesel. Da ist es andersrum.
    Wir exportieren also Benzin und importieren Diesel, in den USA genau umgekehrt.

    Also wirst du einmal Zahlen zur Produktion finden und einmal zum Konsum.
    Und die stimmen nicht überein.

    Ich hoffe, dass es verständlich genug geschrieben ist.

  4. Re: Erster Schrittt: Diesel Subvention streichen

    Autor: tomatentee 27.06.20 - 09:46

    Hängst du dich grade wirklich daran auf, dass dein VP zwei drittel statt 60/40 geschrieben hat? Oo

  5. Re: Erster Schrittt: Diesel Subvention streichen

    Autor: kayozz 27.06.20 - 10:02

    Eheran schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > >Der Anteil von Diesel am Kraftstoffabsatz liegt bei ca. 2/3.
    > Komisch, ich kenne es genau andersrum. Also mal nachlesen:

    In dem verlinkten Artikel https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Zahl-der-Woche/2017/PD17_32_p002.html

    > Durch diese Entwicklung hat sich der Anteil von Diesel am Kraftstoffabsatz insgesamt zwischen 1999 und 2016 von 45 % auf den neuen Rekordwert von 65 % erhöht.

    Darauf hatte ich mich bezogen

    > Der Anteil Diesel-PKW ist jedoch nur 32%.

    Mag sein, aber Diesel fahren im Schnitt mehr Kilometer als PKW.

    Unabhängig davon: Fakt ist, dass die Bundesregierung auf Steuereinnahmen von aktuell 9,5 Mrd. Euro pro Jahr verzichtet. Dieser Betrag wäre in der Förderung umweltfreundlicher Technologien besser angelegt. Zumindest wäre mal eine Ansage: Diesel Subventionen laufen stückweise bis 20xx aus, angebracht.

  6. Re: Erster Schrittt: Diesel Subvention streichen

    Autor: Bonarewitz 27.06.20 - 10:36

    kayozz schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Zumindest wäre
    > mal eine Ansage: Diesel Subventionen laufen stückweise bis 20xx aus,
    > angebracht.

    Ich würde sogar soweit gehen, die Subventionen für alle fossilen Brennstoffe einzustellen.
    Das wären 46Mrd.¤ weniger Ausgaben/Jahr.
    Gleichzeitig werden Kraftstoffe teurer, Kohlestrom (und seine fossilen Geschwister) unwirtschaftlich.
    Das senkt die EEG-Umlage (Wind und PV werden seltener abgeschaltet).

    Mit gut 1/3 der Ersparnis lässt sich der ÖPNV fahrscheinfrei realisieren (Einkünfte aus Ticketverkäufen in Deutschland pro Jahr).

    Mit einem weiteren Teil kann der Fernverkehr der Bahn unterstützt (oder ausgebaut werden).

    Mit dem Rest lassen ich Erneuerbare Energien Projekte finanzieren.

  7. Re: Erster Schrittt: Diesel Subvention streichen

    Autor: GajusTempus 27.06.20 - 19:58

    Bonarewitz schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Ich würde sogar soweit gehen, die Subventionen für alle fossilen
    > Brennstoffe einzustellen.
    > Das wären 46Mrd.¤ weniger Ausgaben/Jahr.

    Ich würde sogar noch eine Ecke und noch eine Dezimalstelle höher gehen und SÄMTLICHE Steuererleichterungen, indirekte Subventionen und Co. für Kohle, Öl und alle Wirtschaftszweige, die "schmutzig" sind, schrittweise auf 0 runterfahren.

    Wenn das dann erreicht ist, DANN kann man in der Tat, nach guter alter FDPler-Manier, den Markt entscheiden lassen, was denn nun gemacht werden soll:

    Möchtest du einen Liter Benzin haben? Preis = 1/40*Preis pro Barrel Öl (rechnen wir mal 100 Dollar. Also 2,5 Dollar bzw. 2 Euro) + Notwendige Energie für Transport, Umwandlung, Speicherung, Tankstelle und das Pumpen in den Tank (7 Kilowattstunden je Liter * unsubventionierter Strompreis (rechnen wir mal mit 30 Cent) + 15% Selbstkostenpauschbetrag + 20% Gewinnpauschbetrag + 19% Mehrwertsteuer = 2 + 2,1 + 0,615 + 0,82 + 0,779 = 6,81 Euro pro Liter. Und nein, da ist weder Mineralölsteuer noch CO2-Abgabe oder Ökosteuer drin. Das ist wirklich genau der Betrag, den es kosten würde, wenn die Subventionen bei 0 lägen.

    Magst lieber einen Liter Diesel? Dann machen wir die Rechnung statt mit 1/40 eben mit 1/35*Preis pro Barrel. Schöner wird es dadurch aber nicht. Im Gegenteil...

    Man sieht: Wenn man mal diese ganzen umweltschädlichen Subventionen wegnehmen würde - KEINER wäre so dämlich und würde den Mist kaufen.

  8. Re: Erster Schrittt: Diesel Subvention streichen

    Autor: Bonarewitz 27.06.20 - 20:20

    Kann ich gut mit leben, setze aber voraus, dass deine Rechnung stimmt.
    Ich habe mir ehrlich gesagt nicht die Mühe gemacht, deine Rechnung komplett Nachvollziehen und prüfen. zu versuchen.

  9. Re: Erster Schrittt: Diesel Subvention streichen

    Autor: Eheran 27.06.20 - 22:25

    Das erklärt die Diskrepanz nicht, da jeweils konkret von Verbrauch gesprochen wird. Export ist kein Verbrauch.

    Vermutlich rechnet statista einfach das Heizöl mit rein. Dann kommt das hin.

  10. Re: Erster Schrittt: Diesel Subvention streichen

    Autor: Eheran 27.06.20 - 22:29

    Oder aber: Ich interessiere mich dafür, wundere mich daher über die Abweichung zu meiner Erwartung, recherchiere selbst nach, finde widersprüchliche Aussagen renomierter Quellen und will dann wissen, was da los ist?

    Ich meine woher nimmst du denn, dass ich mich da dran aufhänge? Wo steht das? Wie muss ich deiner Meinung nach eine mir unschlüssige Zahl, welche nach Recherche weiterhin besteht, ansprechen? Oder darf ich das, was ich bei der Recherche finde, nicht schreiben?

  11. Re: Erster Schrittt: Diesel Subvention streichen

    Autor: Eheran 27.06.20 - 22:39

    >Das ist wirklich genau der Betrag, den es kosten würde, wenn die Subventionen bei 0 lägen.

    So wenig ich von solchen Subventionen habe, aber wie kommst du denn bitte darauf?

    Aktuell kostet ein Barrel Öl 40 $. Da subventioniert keiner, wie oder warum auch? Das ist ein gigantischer, internationaler Markt. Also 40 $ bzw. 36 ¤ für 160 Liter und damit 0.225 ¤/L


    >Notwendige Energie für Transport [...], Speicherung, Tankstelle und das Pumpen in den Tank
    Sind alle fast irrelevant. Einzig die Umwandlung in der Raffinerie, die im "[...]" stand verursacht richtige Verluste. Dazu kommt, dass der Großteil der nötigen 7 kWh pro Liter eben nicht Strom sind, sondern Rohöl-Nebenprodukte, die zu Heizzwecken in der Raffinerie z.B. für die Rektifikation, Cracken usw. verwendet werden. Die kosten also ebenso 0.225 ¤/L bzw. wenn wir sagen, dass ein Liter davon (nur) 7 kWh enthält, eben 0.225 ¤.

    Also mit deinen Zuschlägen:
    (0.225 ¤/L + 0.225 ¤/L) * (1+0.15+0.2+0.19) = 0.7 ¤/L

  12. Re: Erster Schrittt: Diesel Subvention streichen

    Autor: theojk 28.06.20 - 10:36

    Zu beachten in den ganzen Zahlen spielen ist aber auch das 1l Rohöl nicht 1l Benzin oder Diesel ergibt

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Erd%C3%B6lraffinerie

    Ca 24% Benzin, 21% Diesel und viele andere Produkte wie Kerosin und Flüssiggase. Es ist also immer eine Mischkalkulation.

    Und auf der anderen Seite finde ich den Begriff Subvention recht irreführend. Die Steuern für Diesel sind geringer als für Benzin. Subvention klingt aber nach Zuschuss von Geldern, was nicht der Fall ist.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 28.06.20 10:37 durch theojk.

  13. Re: Erster Schrittt: Diesel Subvention streichen

    Autor: Flyns 28.06.20 - 12:51

    GajusTempus schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bonarewitz schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Ich würde sogar soweit gehen, die Subventionen für alle fossilen
    > > Brennstoffe einzustellen.
    > > Das wären 46Mrd.¤ weniger Ausgaben/Jahr.
    >
    > Ich würde sogar noch eine Ecke und noch eine Dezimalstelle höher gehen und
    > SÄMTLICHE Steuererleichterungen, indirekte Subventionen und Co. für Kohle,
    > Öl und alle Wirtschaftszweige, die "schmutzig" sind, schrittweise auf 0
    > runterfahren.
    >
    > Wenn das dann erreicht ist, DANN kann man in der Tat, nach guter alter
    > FDPler-Manier, den Markt entscheiden lassen, was denn nun gemacht werden
    > soll:
    >
    > Möchtest du einen Liter Benzin haben? Preis = 1/40*Preis pro Barrel Öl
    > (rechnen wir mal 100 Dollar. Also 2,5 Dollar bzw. 2 Euro) + Notwendige
    > Energie für Transport, Umwandlung, Speicherung, Tankstelle und das Pumpen
    > in den Tank (7 Kilowattstunden je Liter * unsubventionierter Strompreis
    > (rechnen wir mal mit 30 Cent) + 15% Selbstkostenpauschbetrag + 20%
    > Gewinnpauschbetrag + 19% Mehrwertsteuer = 2 + 2,1 + 0,615 + 0,82 + 0,779 =
    > 6,81 Euro pro Liter. Und nein, da ist weder Mineralölsteuer noch CO2-Abgabe
    > oder Ökosteuer drin. Das ist wirklich genau der Betrag, den es kosten
    > würde, wenn die Subventionen bei 0 lägen.
    >
    > Magst lieber einen Liter Diesel? Dann machen wir die Rechnung statt mit
    > 1/40 eben mit 1/35*Preis pro Barrel. Schöner wird es dadurch aber nicht. Im
    > Gegenteil...
    >
    > Man sieht: Wenn man mal diese ganzen umweltschädlichen Subventionen
    > wegnehmen würde - KEINER wäre so dämlich und würde den Mist kaufen.

    Wenn man in Berlin-Mitte wohnt, den Ökoladen und den Arbeitsplatz um die Ecke hat (oder leicht mit dem Fahrrad oder den Öffis erreichen kann), kann man sicherlich so von oben herab herumschwadronieren.

    Da ich dir aber nicht unterstellen möchte, dass du ein heilloser Egozentriker bist und dich die Nöte anderer Menschen einen Dreck interessieren, werte ich deinen Beitrag mal als interessantes Gedankenspiel =)

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