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Ineffizient und teuer...

Am 17. Juli erscheint Ghost of Tsushima; Assassin's Creed Valhalla und Watch Dogs Legions konnten wir auch gerade länger anspielen - Anlass genug, um über Actionspiele, neue Games und die Next-Gen-Konsolen zu sprechen! Unser Chef-Abenteurer Peter Steinlechner stellt sich einer neuen Challenge: euren Fragen.
Er wird sie am 16. Juli von 14 Uhr bis 16 Uhr beantworten.
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  1. Ineffizient und teuer...

    Autor: David64Bit 26.06.20 - 12:33

    Da behauptet Nordic Blue Crude aber was anderes. Die Rechnen in ihrem aktuellen Whitepaper mit ca. 2 Euro pro Liter Diesel, was ich - wenn ich ganz ehrlich bin - mehr als gerne bereit bin auszugeben.

    Und so ineffizient sind sie nicht, denn die Effizienz spielt im Falle von Nordic Blue Curde, wo die gesamte Kette völlig Klimaneutral ist, keine nennenswerte Rolle.

    Man kann das ganze auch einfach in die Wüste verlegen, also dort wo man sogar Meerwasser mit Sonnenenergie "einfach" in H2 umwandeln kann. Wo das CO2 aus der Atmosphäre genommen wird ist auch egal, daher kann man die gesamte Produdktion auch dorthin verlegen. Nicht nur wäre das z.B. ein Wirtschaftliches Standbein für Afrika und andere Länder, die mehr als genug Potential für Sonnenenergie haben - abgesehen vom Bau für eine solche Fabrik - arbeitet diese, inkl. der Tanker und LKWs die diesen Treibstoff dann auf genau den gleichen Wegen transportieren wie jetzt auch schon, CO2 Neutral.

    Die Flexibilität und das Potential die gesamte Welt auf einen schlag CO2 Neutral zu machen, überwiegt jegliche Ineffizienz. Dadurch, dass auch die gesamte, schon vorhandene Infrastruktur inkl Raffinerien und Co weiterbenutzt werden können, behaupte ich auch mal, dass der Kostenfaktor weitaus gerinter ist.

    Dazu kommt: Wir Deutschen/Europäer sind nicht allein auf der Welt. Wenn man sich mal bewusst macht, wie unglaublich viel Erdöl tagtäglich überhaupt genutzt wird, sind Synthetische Kraftstoffe der einzige Weg, die Welt bis 2050 zumindest im Verkehrssektor CO2 Neutral zu bekommen.

    Selbst wenn wir Deutschen und vllt auch Europäer und Nordamerikaner auf Elektroautos umstellen, interessiert das die Welt nicht wirklich. Afrika, der mittlere Osten, Indien, sehr viele Teile von Asien - die wollen auch alle Mobilität. Wenn da ein Verbrenner umgerechnet ~ 4000 Euro kostet ist das für die meisten da schon ein halbes Vermögen. Kostet ein E-Auto mit vergleichbarer Reichweite und Robustheit dann 15.000 Euro ist das für so gut wie alle des genannten Personenkreises unerreichbar. Aber bis ein E-Auto so "günstig" ist, vergehen mit Sicherheit auch noch mal 10-20 Jahre.

    Das ist zu spät, für das Weltklima.

  2. Re: Ineffizient und teuer...

    Autor: ulink 26.06.20 - 12:51

    David64Bit schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und so ineffizient sind sie nicht, denn die Effizienz spielt im Falle von
    > Nordic Blue Curde, wo die gesamte Kette völlig Klimaneutral ist, keine
    > nennenswerte Rolle.

    Das Argument liest man oft: Wenn wir ueberschuessigen Wind- und Solarstrom haben, dann kann man den doch prima ueber diesen Weg lagern und die Effizienz ist egal.

    Das setzt aber leider voraus, DASS dem so ist und zweitens, dass es keinen effizienteren Weg gibt. Den gibt es aber, nennt sich BEV, ca. Faktor 3 beim Wirkungsgrad.

    Aber als intensivmedizinische Betreuung fuer die letzten Verbrenner-PKW kann so ein SynFuel schon herhalten, jedenfalls immer noch besser (weil in der Anwendung VIEL einfacher) als der Wasserstoff-Bloedsinn.

  3. Re: Ineffizient und teuer...

    Autor: David64Bit 26.06.20 - 12:53

    ulink schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > David64Bit schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Und so ineffizient sind sie nicht, denn die Effizienz spielt im Falle
    > von
    > > Nordic Blue Curde, wo die gesamte Kette völlig Klimaneutral ist, keine
    > > nennenswerte Rolle.
    >
    > Das Argument liest man oft: Wenn wir ueberschuessigen Wind- und Solarstrom
    > haben, dann kann man den doch prima ueber diesen Weg lagern und die
    > Effizienz ist egal.
    >
    > Das setzt aber leider voraus, DASS dem so ist und zweitens, dass es keinen
    > effizienteren Weg gibt. Den gibt es aber, nennt sich BEV, ca. Faktor 3 beim
    > Wirkungsgrad.
    >
    > Aber als intensivmedizinische Betreuung fuer die letzten Verbrenner-PKW
    > kann so ein SynFuel schon herhalten, jedenfalls immer noch besser (weil in
    > der Anwendung VIEL einfacher) als der Wasserstoff-Bloedsinn.

    Das ist zu kurz gedacht. Es geht nicht um die Lagerung UND - du hast meinen Beitrag scheinbar nur bis dahin gelesen - überschüssigen Wind- bzw. Solarstrom, sondern ein komplettes Standbein eines Wirtschaftszweiges.

  4. Re: Ineffizient und teuer...

    Autor: kellemann 26.06.20 - 13:00

    Man kann aber auch eigene Windparks bauen, welche nur dem Zwecke der grünen Wasserstoffproduktion dienen. Warum nicht? Wenn es wirtschaftlich ist und sein Strom gekauft wird, kann es dem Windparkbetreiber doch egal sein wer seinen Strom nutzt.

    Nichts desto trotz ist der Faktor des Abschaltens auch ein Punkt, welcher damit ad Acta gelegt werden kann. Je nach Region passiert das noch sehr häufig (Nordseeküste zB).

  5. Re: Ineffizient und teuer...

    Autor: ulink 26.06.20 - 13:04

    David64Bit schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > sondern ein komplettes Standbein eines Wirtschaftszweiges.

    Ja und? IMHO wird dieser Wirtschaftszweig in ein paar Jahren (wenn die "Fabriken" endlich fertig sind LOL) mit fallenden Umsaetzen zu kaempfen haben und vielleicht in 10-20 Jahren kein Hahn mehr danach kraehen. Und ich bin mir nicht sicher, ob sowas ohne massive Foerdermassnahmen ueberhaupt preislich konkurrenzfaehig sein wird.

    Aber bitte, immer besser als Erdoel zu verheizen.

  6. Re: Ineffizient und teuer...

    Autor: David64Bit 26.06.20 - 13:18

    ulink schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > David64Bit schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > sondern ein komplettes Standbein eines Wirtschaftszweiges.
    >
    > Ja und? IMHO wird dieser Wirtschaftszweig in ein paar Jahren (wenn die
    > "Fabriken" endlich fertig sind LOL) mit fallenden Umsaetzen zu kaempfen
    > haben und vielleicht in 10-20 Jahren kein Hahn mehr danach kraehen. Und ich
    > bin mir nicht sicher, ob sowas ohne massive Foerdermassnahmen ueberhaupt
    > preislich konkurrenzfaehig sein wird.
    >
    > Aber bitte, immer besser als Erdoel zu verheizen.

    Du hast immer noch nicht verstanden, dass es nicht um uns geht. Deutschland allein braucht pro Tag etwa 300 Millionen Liter Rohöl. Sei es zur industriellen Verarbeitung als Schmierstoff oder komponente in anderen Produkten (Plastik, etc). Davon ist nur ein kleiner Bruchteil zur weiterverarbeitung für den Verkehr gedacht und der Anteil an Autos ist im sehr niedrigen Prozentanteil.

    300 Millionen Liter Rohöl am Tag sind ein feuchter Furz gegen das, was Weltweit gebraucht wird.
    Und selbst an diesen 300 Millionen Liter Rohöl hängen Millionen von Jobs - das Standbein von Deutschland sozusagen. Alleine hier bei mir im Umkreis würden ca. 190.000 Jobs verloren gehen, wenn wir auf Rohöl verzichten.

    BEVs lösen nur ein einziges Problem und das sind Stickoxide in Städten. Alle anderen Probleme lösen sie nicht, weil der Anteil einfach sowas von verschwindent gering ist.

    Weiten wir das jetzt auf die Welt aus, hängen da mit Sicherheit 1-2 Mrd Jobs dran. Pro Tanker eine Besatzung von 30-40 Mann, macht bei knapp 2000 Tankern die so auf den Weltmeeren unterwegs sind schon mal 40.000 Jobs oder mehr.

    Wenn wir jetzt aber der Welt zeigen können "Hey, passt auf, wir können das ohne Rohöl auch alles! Wir können sogar Flugzeuge und Autos damit betanken!", dann ist das ein Aushängeschild sondergleichen.
    Autos sind zwar der geringste Teil der ganzen Gleichung, aber der "Wirksamste", weil damit fast jeder in Kontakt kommt - auch in 3. Welt Ländern.

    Mal davon abgesehen - ich wiederhole es gerne noch mal - man die Menschen nicht dazu bekommt auf den Wohlstand, den wir seit Jahrzehnten vormachen, zu verzichten. Was sie müssten, denn in 20 Jahren wird es auch kein BEV geben, was 600 km durch irgendwelche völlig verlassenen Gegenden fährt, das auch noch für die Leute bezahlbar ist.

  7. Re: Ineffizient und teuer...

    Autor: David64Bit 26.06.20 - 13:19

    Eben. Ausserdem fehlt für viele Dinge noch die Infrastruktur - da muss erst Investiert werden, was auch nicht morgen geht.
    Das dauert noch 20 Jahre - und dann ist es zu spät. Bis 2030 ist Deadline und die schaffen wir nur mit Synthetischen Treibstoffen.

  8. Re: Ineffizient und teuer...

    Autor: schap23 26.06.20 - 14:10

    Solange die real existierend BEVs auf 20 bis 30 kWh pro 100 km kommen, kannst Du Dir Deinen Wirkungsgrad sonstwo hinstecken. Und das Problem der Entkoppelung von Angebot und Nachfrage von Energie lösen sie auch nicht wirklich. Von dem Umstand, daß eine Versorgung aller Fahrzeuge mit Lademöglichkeiten nicht machbar ist - weder technisch noch finanziell.

  9. Re: Ineffizient und teuer...

    Autor: Netzweltler 26.06.20 - 14:54

    schap23 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Solange die real existierend BEVs auf 20 bis 30 kWh pro 100 km kommen,
    > kannst Du Dir Deinen Wirkungsgrad sonstwo hinstecken. Und das Problem der
    > Entkoppelung von Angebot und Nachfrage von Energie lösen sie auch nicht
    > wirklich. Von dem Umstand, daß eine Versorgung aller Fahrzeuge mit
    > Lademöglichkeiten nicht machbar ist - weder technisch noch finanziell.
    +1

  10. Re: Ineffizient und teuer...

    Autor: mke2fs 26.06.20 - 15:04

    Warum?
    Die schaffen wir mit mehr HomeOffice, mehr lokaler Produktion und BEVs.
    Synthetische Kraftstoffe brauchen wir maximal für Fahrzeuge die lange Strecken fahren müssen und für die die Akkus zu schwer wären - Flugzeuge, Schiffe, LKW.

    PKW können mit Akkus fahren.

  11. Re: Ineffizient und teuer...

    Autor: mke2fs 26.06.20 - 15:07

    OMG. Welches real existierende BEV verbraucht denn solche Mengen Energie im Schnitt?

    Wir haben eine Zoe, wir verbrauchen zwischen 12 und 13 kWh im Schnitt - gut wir fahren sparsam.
    Aber selbst wenn du sportlicher fahren solltest kommst du real nicht über 16 kWh.

    30 kWh? Was soll das sein, was für einen Akku soll so ein Fahrzeug haben, nen Model 3 wäre bei dem Verbrauch nach knapp 250 Kilometern leer (mit dem großen Akku).

    Und selbst wenn, wäre es immer noch effizienter als Diesel oder Benzin.

  12. Re: Ineffizient und teuer...

    Autor: BlindSeer 26.06.20 - 15:09

    Ich glaube an der Stelle kommen die PlugIns ins Spiel. Die haben zum Teil wohl astronomische Verbräuche bei Strom.

  13. Re: Ineffizient und teuer...

    Autor: Peter V. 26.06.20 - 20:06

    ulink schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Argument liest man oft: Wenn wir ueberschuessigen Wind- und Solarstrom
    > haben, dann kann man den doch prima ueber diesen Weg lagern und die
    > Effizienz ist egal.
    >
    > Das setzt aber leider voraus, DASS dem so ist und zweitens, dass es keinen
    > effizienteren Weg gibt. Den gibt es aber, nennt sich BEV, ca. Faktor 3 beim
    > Wirkungsgrad.
    Genau daran scheitert unserer Energiewende gerade. Wir müssen wegen der ganzen Idiotie bei den Erneuerbaren und der AKW Hysterie aktuell ganz schön viel mit Kohle arbeiten. Eine Lösung ist auch noch nicht in Sicht. Da helfen BEV auch überhaupt nicht.

    > Aber als intensivmedizinische Betreuung fuer die letzten Verbrenner-PKW
    > kann so ein SynFuel schon herhalten, jedenfalls immer noch besser (weil in
    > der Anwendung VIEL einfacher) als der Wasserstoff-Bloedsinn.
    Welcher Wasserstoff-Blödsinn? Besser als BEV ist es allemal.

  14. Re: Ineffizient und teuer...

    Autor: Bonarewitz 26.06.20 - 20:19

    ulink schrieb:
    -------------------------------------------------------------------------------
    > Das Argument liest man oft: Wenn wir ueberschuessigen Wind- und Solarstrom
    > haben, dann kann man den doch prima ueber diesen Weg lagern und die
    > Effizienz ist egal.
    >
    > Das setzt aber leider voraus, DASS dem so ist und zweitens, dass es keinen
    > effizienteren Weg gibt. Den gibt es aber, nennt sich BEV, ca. Faktor 3 beim
    > Wirkungsgrad.
    Dem IST aber so...
    Da "überschüssiger" Strom das Netz instabil macht (Produktion und Verbrauch müssen sich die Waage halten), werden regelmäßig Windräder und Pv-Anlagen abgeschaltet.
    Das ist übrigens ein Grund für die steigende EEG-Umlage.

    Wenn wir also statt die Anlagen abzuschalten, lieber SynFuel-Anlagen in Betrieb nehmen, haben wir zum Einen keine potenziell frei produzierbare Energie "ausgelassen", sondern im Gegenteil quasi "für Nüsse" SynFuel produziert.

    Wenn wir 100% Ökostrom haben wollen, müssen wir eh viel zu viel Kapazität bauen (und im Frühjahr bis Herbst massig zu viel haben), damit wir auch gut durch den Winter kommen.

    > Aber als intensivmedizinische Betreuung fuer die letzten Verbrenner-PKW
    > kann so ein SynFuel schon herhalten, jedenfalls immer noch besser (weil in
    > der Anwendung VIEL einfacher) als der Wasserstoff-Bloedsinn.

    Genau genommen ist ein (klimaneutral hergestellter) SynFuel bei einem bereits bestehenden Verbrenner sicherlich drastisch umweltfreundlicher, als sich ein neues BEV bauen zu lassen.
    Bei Neuwagen sind natürlich direkt BEVs zu wählen.

  15. Re: Ineffizient und teuer...

    Autor: David64Bit 26.06.20 - 21:08

    Äh - nö. Mein E300de liegt jetzt seit knapp 3000 km bei ca. 13,7 kWh. Und ich Fahre und Lade jeden Tag zwei mal, tatsächlich.

  16. Re: Ineffizient und teuer...

    Autor: David64Bit 26.06.20 - 21:20

    Bonarewitz schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn wir 100% Ökostrom haben wollen, müssen wir eh viel zu viel Kapazität
    > bauen (und im Frühjahr bis Herbst massig zu viel haben), damit wir auch gut
    > durch den Winter kommen.

    Das geht gar nicht. Zumindest nicht hier in Deutschland. Und Strom aus der Wüste hierher zu Transportieren...durch so Länder wie Libyen, Algerien oder den Sudan...na viel Spaß. Dann lieber die Namibische Wirtschaft fördern, den Namibiern die Möglichkeit geben unabhängiger zu werden. Kalahari vollpflastern mit Solarkraftwerken, Wasser entsalzen (gibt dann noch gutes Trinkwasser für die) und daraus Synthetische Kraftstoffe machen - und das dann per Schiff dahin verteilen, wo es gebraucht wird. Klingt kompliziert und ineffizient, ist es wahrscheinlich auch, aber die Flexibilität ist genau das, warum Öl überhaupt so allgegenwärtig ist.

    Wasserstoff können wir zum Teil wahrscheinlich mit Geothermalenergie aus den weiter nördlichen Ländern bekommen und daraus wird dann eben Wasserstoff gemacht, was in Gaskraftwerken als Grundlast verbrannt wird - mit angeschlossenem CO2 Scubber. Das CO2 kommt also gar nicht mehr in die Atmosphäre...

    > Genau genommen ist ein (klimaneutral hergestellter) SynFuel bei einem
    > bereits bestehenden Verbrenner sicherlich drastisch umweltfreundlicher, als
    > sich ein neues BEV bauen zu lassen.
    > Bei Neuwagen sind natürlich direkt BEVs zu wählen.

    Aber nur dann, wenn Kobalt, Lithium und andere Batteriebauteile nicht dazu führen, dass Kinder leiden oder die Umwelt an anderer Stelle kaputt gemacht wird.

  17. Re: Ineffizient und teuer...

    Autor: Eheran 26.06.20 - 22:02

    >Davon ist nur ein kleiner Bruchteil zur weiterverarbeitung für den Verkehr gedacht und der Anteil an Autos ist im sehr niedrigen Prozentanteil.
    Wie bitte kommt man zu solchen Behauptungen? Warum guckt man nicht mal nach?
    Hier beispielsweise:

    Benzin (Otto-Kraftstoff) ~24 %
    Flugturbinenkraftstoff (Kerosin) ~4 %
    Dieselkraftstoff, leichtes Heizöl (EL, L) <21 %

    Macht zusammen ~50%. Kleiner Bruchteil? Sehr niedriger Prozentanteil? Oh man ey.


    >Und selbst an diesen 300 Millionen Liter Rohöl hängen Millionen von Jobs - das Standbein von Deutschland sozusagen.
    Es arbeiten insgesammt 460'000 Menschen in der chemischen Industrie in Deutschland. Wir reden hier quasi nur von Raffinerien und das sollen Millionen sein? Wo sind all die Millionen hier bei mir um die Ecke bei der Total Raffinerie Mitteldeutschland? Warum gibts da nur Parkplätze für ~~1000 Personen und warum ist die Kantine so klein?
    Laut Quelle arbeiten bei Raffinerien direkt 26'000 Personen. Mit allem drum und dran, also den Zulieferern, Tankwarte, TKW-Fahrer usw. usf. sind es 240'000.

    >BEVs lösen nur ein einziges Problem und das sind Stickoxide in Städten. Alle anderen Probleme lösen sie nicht, weil der Anteil einfach sowas von verschwindent gering ist.
    Wie unglaublich absurd diese Argumentation ist muss ich hoffentlich nicht mehr als mit einem kleinen Beispiel verdeutlichen:
    Synthetische Kraftstoffe lösen kein Problem, weil deren Anteil einfach sowas von verschwindent gering ist.

    >Weiten wir das jetzt auf die Welt aus, hängen da mit Sicherheit 1-2 Mrd Jobs dran.
    Warum nicht gleich 5 Milliarden wenn man sich schon sachen aus dem Hut zaubert?

    >Was sie müssten, denn in 20 Jahren wird es auch kein BEV geben, was 600 km durch irgendwelche völlig verlassenen Gegenden fährt, das auch noch für die Leute bezahlbar ist.
    Was willst du damit sagen? Woher nimmst du für SynFuels die 5-fache aktuelle Energieproduktion? So ineffizienz wie die sind kommt man halt nicht weit, anders als mit einem BEV. Da stehen dann >100kWh/100km gegenüber ~25kWh/100km nötiger Primärenergie. 70% Effizienz Elektrolyse, 70% Umwandlung in Treibstoff, im Motor nur 30%... woher soll das alles kommen?

  18. Re: Ineffizient und teuer...

    Autor: David64Bit 27.06.20 - 00:13

    Eheran schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wie bitte kommt man zu solchen Behauptungen? Warum guckt man nicht mal
    > nach?
    > Hier beispielsweise:
    >
    > Benzin (Otto-Kraftstoff) ~24 %
    > Flugturbinenkraftstoff (Kerosin) ~4 %
    > Dieselkraftstoff, leichtes Heizöl (EL, L) <21 %
    >
    > Macht zusammen ~50%. Kleiner Bruchteil? Sehr niedriger Prozentanteil? Oh
    > man ey.

    Zum einen ist das die Prodkuktionskapazität und das, was im Schnitt aus einem Barrel Öl geholt wird bzw. welcher Treibstoff wie viel Anteil an einer Barrel Öl hat.

    Die Zahlen, was Verbraucht wurde, sehen im Jahr 2018 anders aus. Aus 127.328 Tonnen Rohöl wurden 47671 Tonnen Diesel und 24968 Tonnen Ottokraftstoffe gewonnen/"benutzt". Also knapp 57%. ( https://ag-energiebilanzen.de/7-0-Bilanzen-1990-2017.html )
    Sprich, ca. 65% an der Kraftstofferzeugung fällt auf Diesel. (Übrigens, wie aus der Tabelle oben zu entnehmen, wurden 21915 Tonnen Diesel importiert)

    ( Auch hier zu sehen: https://mediathek.fnr.de/biokraftstoffe-in-deutschland.html )

    So - von den 65% Diesel müssen Züge, LKWs und alles andere, was Diesel braucht (also z.B. auch Schiffe in einigen Deutschen Häfen) abgezogen werden.
    https://de.statista.com/themen/2564/dieselfahrzeuge/

    2017 hatten wir 15,1 Millionen Dieselfahrzeuge und 2,97 Millionen LKWs. Ein LKW braucht im Durchschnitt zwischen 30 und 45 Liter, viele LKWs die in Deutschland Tanken, sind aber gar nicht Deutsch - die tauchen also gar nicht in der Statistik auf.

    Rechnen wir mal die Anzahl der LKWs mit einem Durchschnittsverbrauch von 35 Litern (was für die meisten 40t schon ein sehr guter Wert ist), hätten wir nur für unsere Deutschen LKWs 103,9 Millionen Liter Diesel. Die Tanken allerdings auch nicht nur in Deutschland - die folgenden Zahlen passen also nicht zu der Gewinnung/Einfuhr von Treibstoff. Aber, für den Vergleich tut das jetzt erstmal nichts zur Sache (Autos/LKWs die nur sehr wenig Bewegt werden, sind da auch nicht mit drin).
    Diesel hat bei 21°C ca. 820 kg/m². Summa sumarum macht das 126.768 Tonnen Diesel. Für LKWs.

    Rechnen wir mal genau so großzügig für Diesel mit ~ 6 Liter Verbrauch sind wir bei 110.487 Tonnen Diesel für Autos.

    Rechnen wir das mal zusammen und nehmen dann den jeweiligen Prozentanteil, kommen wir auf ca. 46% vom gesamten Dieselanteil, der Autos und Kleintransporter betrifft. Das ganze könnte man jetzt natürlich weiter spielen, in dem man jetzt noch die Zulassungszahlen für das jeweilige Jahr für Transporter abzieht...das führt aber dann doch zu weit.

    Wenn man jetzt aber den theoretischen Anteil von den 47.671t rausrechnet (46% von 47.671 sind 21.928), dann passt das mit den Daten vom KBA pi mal Daumen zusammen und wir können das zusammenrechnen. ( https://www.kba.de/DE/Statistik/Fahrzeuge/Bestand/b_jahresbilanz.html )

    Macht unterm Strich für Autos bzw. Straßenverkehr: 36% des Einfuhrs/der Produktion.

    Man könnte (und sollte) natürlich jetzt noch abziehen, dass wir erheblich mehr Ottokrafstoffe exportieren, als wir für unseren Straßenverkehr benutzen und das wir von den 21.915t auch wieder knapp 11.000 tonnen exportieren...und so weiter.

    Wahrscheinlich hab ich mich irgendwo auch verrechnet und zahlendreher drin - die tun aber nicht viel zur Sache, weil unterm Strich wahrscheinlich wengier als 30% übrig bleiben, die wir wirklich "Verbrauchen" bzw. in CO2 und andere Abgase umwandeln.

    > Es arbeiten insgesammt 460'000 Menschen in der chemischen Industrie in
    > Deutschland. Wir reden hier quasi nur von Raffinerien und das sollen
    > Millionen sein? Wo sind all die Millionen hier bei mir um die Ecke bei der
    > Total Raffinerie Mitteldeutschland? Warum gibts da nur Parkplätze für
    > ~~1000 Personen und warum ist die Kantine so klein?
    > Laut Quelle arbeiten bei Raffinerien direkt 26'000 Personen. Mit allem drum
    > und dran, also den Zulieferern, Tankwarte, TKW-Fahrer usw. usf. sind es
    > 240'000.

    Einzelhandel, Produktion von Autos (inkl. Zulieferern, die alle z.B. Plastik benutzen), Schiffe...kann man beliebig ergänzen, am Ende ist jeder von den Jobs vom Erdöl bzw. einem ähnlichen Rohstoff abhängig.

    Selbst meiner als IT-Admin ist in gewisser weise sogar davon Abhängig.

    > Wie unglaublich absurd diese Argumentation ist muss ich hoffentlich nicht
    > mehr als mit einem kleinen Beispiel verdeutlichen:
    > Synthetische Kraftstoffe lösen kein Problem, weil deren Anteil einfach
    > sowas von verschwindent gering ist.

    Die Argumentation ist genau so Absurd. Der Anteil an BEVs ist genau so verschwindend gering. Und selbst wenn man das extrapoliert, lösen BEVs keins von den oben genannten Job Problemen.

  19. Re: Ineffizient und teuer...

    Autor: Bonarewitz 27.06.20 - 02:43

    David64Bit schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bonarewitz schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Wenn wir 100% Ökostrom haben wollen, müssen wir eh viel zu viel
    > Kapazität
    > > bauen (und im Frühjahr bis Herbst massig zu viel haben), damit wir auch
    > gut
    > > durch den Winter kommen.
    >
    > Das geht gar nicht. Zumindest nicht hier in Deutschland.
    Ich bin mir grad nicht sicher, ob du mich nicht verstanden hast oder ich dich nicht.

    Ich meine:
    Wenn wir zu 100% Ökostrom selbst produzieren wollen, müssen wir das so ausbauen, dass wir in Flautezeiten genügend Kapazität haben, was in den "guten Zeiten" automatisch zu einer massiven Überproduktion führt.

    > > Genau genommen ist ein (klimaneutral hergestellter) SynFuel bei einem
    > > bereits bestehenden Verbrenner sicherlich drastisch umweltfreundlicher,
    > als
    > > sich ein neues BEV bauen zu lassen.
    > > Bei Neuwagen sind natürlich direkt BEVs zu wählen.
    >
    > Aber nur dann, wenn Kobalt, Lithium und andere Batteriebauteile nicht dazu
    > führen, dass Kinder leiden oder die Umwelt an anderer Stelle kaputt gemacht
    > wird.

    Keine Frage. Ganz wichtiger Punkt! Das ist in fast allen mir bekannten Fällen aber heute schon so.
    Und denk dran: Die Alternative fossiler Treibstoff lässt die Umwelt massiv leiden. Die Arbeiter haben auch kein gesundes Arbeitsumfeld.

    Und eine Frage sei mir noch erlaubt:
    Ist dir das Thema mit leidenden Kindern *Wirklich* ein Thema, das dir am Herzen liegt?
    So wirklich?

    Dann isst du hoffentlich ausschließlich Schokolade von "Tony's Chocolonely"? Das ist die einzige mir bekannte garantiert Sklavenfreie Schokolade auf dem Weltmarkt (Fair Trade reicht da nicht) - ich tue das.
    Verzichtest Du auf Kaffee? Den gibt es maximal Fairtrade. - Ich tue das.
    Kaufst du ausschließlich Kleidung, die nicht in Bangladesch und Co produziert wird? - oder soweit bin ich noch nicht, plane aber den Umstieg.

    Soll heißen:
    Beim BEV ist die Sorge der "Kobalt-Kinder" schnell ausgesprochen.
    Wirklich ernst meinen es die meisten mit dem Thema aber nicht.
    Muss halt in die Argumentation passen, nicht wahr?

  20. Re: Ineffizient und teuer...

    Autor: Eheran 27.06.20 - 20:09

    >Aus 127.328 Tonnen Rohöl wurden 47671 Tonnen Diesel und 24968 Tonnen Ottokraftstoffe gewonnen/"benutzt". Also knapp 57%. ( https://ag-energiebilanzen.de/7-0-Bilanzen-1990-2017.html )
    >Sprich, ca. 65% an der Kraftstofferzeugung fällt auf Diesel.

    Diesel wird grob zur Hälfte in Heizungen verbrannt. Die Menge fällt für Fahrzeuge also weg. Dann passt alles.

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