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Verständnisfrage

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  1. Verständnisfrage

    Autor: Sharra 26.06.20 - 12:49

    Es heisst immer "Klimaneutral", weil Kraftstoff aus Pflanzen oder Recycling von Luft gewonnen, und dann verbrannt wird, und wieder in den Kreislauf gehen soll.

    Das Problem das ist hier aber sehe ist, dass in den Städten, wo eben naturgemäß der meiste CO² Ausstoss (neben der Autobahn) stattfinden dürfte, gar keine Aufnahme des CO² stattfindet. Ein Großteil würde sich also doch eher in die höhere Atmosphäre verflüchtigen, und sich dort weiter anreichern. Und dort oben wird das Zeug ja nicht gesammelt. Es würde also immer mehr werden, und damit das "neutral" einfach verpuffen. Damit wäre dann eigentlich nicht wirklich was gewonnen.

  2. Re: Verständnisfrage

    Autor: kellemann 26.06.20 - 12:56

    Ich kenne den Prozess so, dass für die Herstellung reiner Kohlenstoff, welcher bei Industrieanlagen anfällt genutzt wird. Sprich dieser wäre ja in der Luft gelandet, da man diesen nun für die Treibstoff Herstellung nutzt, spricht man dann von neutral.

    Du hast natürlich vollkommen Recht, dass man dann wieder die Emissionen in die Ballungszentren holt. Aber der Nutzen für solche Treibstoffe wird wohl auch eher für Flugzeuge und Schiffe interessant sein. Wer weiß, in 20 Jahren kann man damit vielleicht seinen Oldtimer tanken, wenn alle Modernen Autos bereits elektrisch fahren.

  3. Re: Verständnisfrage

    Autor: ulink 26.06.20 - 13:06

    kellemann schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sprich dieser wäre ja in
    > der Luft gelandet, da man diesen nun für die Treibstoff Herstellung nutzt,
    > spricht man dann von neutral.

    Verstehe. Aber was ist mit dem Strom? Der muss dann auch aus Wind/Sonne kommen, sonst is nix mit klimaneutral.

    Ich meine nur, DIE sagen ja immer "klimaneutral", dann muss man da schon genau hinschauen. Wenn sie z.B. "viel weniger CO2 Emissionen als Erdoel" wuerde es eher stimmen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 26.06.20 13:08 durch ulink.

  4. Re: Verständnisfrage

    Autor: kellemann 26.06.20 - 13:11

    ulink schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > kellemann schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Sprich dieser wäre ja in
    > > der Luft gelandet, da man diesen nun für die Treibstoff Herstellung
    > nutzt,
    > > spricht man dann von neutral.
    >
    > Verstehe. Aber was ist mit dem Strom? Der muss dann auch aus Wind/Sonne
    > kommen, sonst is nix mit klimaneutral.

    Da hast du natürlich vollkommen Recht, auch der Wasserstoff welcher benötigt wird, sollte natürlich grün sein.
    Was dabei natürlich spannend ist, wie stellt man sicher, dass die Stromversorgung konstant ist? Raffinerien und Co arbeiten 24/7 und verbrauchen eine Menge Energie, Schwankungen führen zu ausfällen und extremen Kosten. Also mir wäre es neu, dass man Industriestandorte nur mit Hilfe von Windenergie betreiben könnte, da muss dann schon eine Art Speicher dazwischengeschaltet sein, der dementsprechend Dimensioniert ist, wir reden halt auch von GW/h Pro Jahr an benötigter Energie.

  5. Re: Verständnisfrage

    Autor: Gastbeitrag 26.06.20 - 14:11

    kellemann schrieb:
    > Da hast du natürlich vollkommen Recht, auch der Wasserstoff welcher benötigt wird, sollte
    > natürlich grün sein.

    Welcher Wasserstoff? Im Artikel ging es um synthetisches (Roh)öl, welches aus Kohlendioxid und Wasser (über Spaltung, hier kommt evtl ! Wasserstoff ins Spiel) gewonnen wird.

    ulink schrieb:
    > Verstehe. Aber was ist mit dem Strom? Der muss dann auch aus Wind/Sonne kommen, sonst is
    > nix mit klimaneutral.

    Vollkommen richtig. "Klimaneutral" bezieht sich hier sicherlich auf den Teilprozess Strom + H2O + CO2 => Öl + O2 => Verbrennungsenergie + CO2 + H2O. Da muss 1. die Vorstrecke auch klimaneutral sein, 2. die Herstellung und Entsorgung der Anlagen/Infrastruktur muss auch beachtet werden.

    kellemann schrieb:
    > Was dabei natürlich spannend ist, wie stellt man sicher, dass die Stromversorgung konstant
    > ist?
    Dazu gibt es viele Ideen, angefangen vom Ausgleich lokaler Dunkelflauten durch überregionale Vernetzung, zu dedizierten Stromspeichern (Pumpspeicher, Batteriespeicher, Wärmespeicher, chemische Speicher), smartere Verwendung vorhandener Batterien (smartes Laden von BEV) und P2Gas und ähnliches und weiteres. Ob das alles sinnvoll ist - wer sollte das heute sagen können? Ob man warten sollte, bis dieses Problem gelöst ist - wohl eher nicht.

  6. Re: Verständnisfrage

    Autor: mke2fs 26.06.20 - 15:46

    Das mit dem Wasserstoff hast du ja schon erfolgreich selbst erkannt…
    Wasserstoff ist ein Zwischenprodukt.

  7. Re: Verständnisfrage

    Autor: Bonarewitz 26.06.20 - 17:22

    Sharra schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es heisst immer "Klimaneutral", weil Kraftstoff aus Pflanzen oder Recycling
    > von Luft gewonnen, und dann verbrannt wird, und wieder in den Kreislauf
    > gehen soll.
    >
    > Das Problem das ist hier aber sehe ist, dass in den Städten, wo eben
    > naturgemäß der meiste CO² Ausstoss (neben der Autobahn) stattfinden dürfte,
    > gar keine Aufnahme des CO² stattfindet. Ein Großteil würde sich also doch
    > eher in die höhere Atmosphäre verflüchtigen, und sich dort weiter
    > anreichern. Und dort oben wird das Zeug ja nicht gesammelt. Es würde also
    > immer mehr werden, und damit das "neutral" einfach verpuffen. Damit wäre
    > dann eigentlich nicht wirklich was gewonnen.

    "Klimaneutral" bedeutet im Grunde, dass beim Verbrauch des Kraftstoffs nicht mehr CO2(-Äquivalent) abgegeben wird, als vorher der Atmosphäre entnommen wurde.

    Für das Klima Relevant ist im Endeffekt die Ungleichheit.
    Solange wir mehr Ausstoßen als Binden (und diese Ungleichheit wächst weiterhin exponentiell), ist das der Klimakiller.
    Wenn wir ein Gleichgewicht hinbekommen, ist das schonmal gut, aber um wirklich etwas zu bewegen, müssen wir weiteres CO2 binden, um die Fehler der Vergangenheit ein Stück weit zu kompensieren.
    Dabei helfen z. B. auch ganz simpel: Bäume.
    Ich verweise hier gerne auf Plant-for-the-Planet.

    Es ist Global betrachtet übrigens vergleichsweise irrelevant, wo CO2 ausgestoßen und wo es gebunden wird.
    Die Gesamtbilanz ist entscheidend.

    Falls noch etwas unklar ist, frag einfach nach. =)

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