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Hoffentlich übernimmt sich Tesla nicht
Autor: Kacktus 14.05.16 - 14:10
Ich wünsche der Firma, dass sie erfolgreich sein wird mit ihren ambitionierten Plänen. Ich denke dass die etablierte Auto-Industrie ihren Arsch erst dann in Bewegung setzen wird, wenn ein Underdog endlich erfolgreich mit der "neuen" Technik geworden ist.
Für VW und co gibt es gar keinen Grund so massiv wie Tesla in Batterie-Werke etc zu investieren, wenn man mit der alten Technik noch so viel Geld verdienen kann, frei nach dem Motto: "Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen".
Wenn 2017 alles glatt gehen sollte bei Tesla, wäre ich auch bereit, mir das Model 3 zu kaufen, ansonsten kann es auch ein hoffentlich etwas praktikablerer i3 werden. -
Re: Hoffentlich übernimmt sich Tesla nicht
Autor: s.bona 14.05.16 - 14:30
Erfolgreich sind sie eigentlich schon. Man muss halt bedenken, dass sich Tesla von nichts zu dem entwickelt hat was es heute ist. Ein Konzern der eine Giga Factory baut und gerade erst sein 4. Model angekündigt hat. Sie haben einfach keine so großen Produktionsressourcen wie BMW, VW oder die anderen etablierten Hersteller. Und genau das ist ihr Problem, aber auch gleichzeitig Ihre Chance. Schaffen sie es schnell genug zu wachsen und ihre Modele gut zu verkaufen, dann können sie wirklich eine große Nummer werden. Tesla denkt ja bereits auch schon über eine Produktion in Europa nach um den Markt hier besser bedienen zu können.
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Re: Hoffentlich übernimmt sich Tesla nicht
Autor: nicoledos 14.05.16 - 20:10
Die etablierte Autoindustrie lagert doch nicht nur die Produktion, sondern große Teile der Entwicklung gleich mit aus. Natürlich muss aus dem einzelnen Teilen immer noch ein funktionierendes Auto gebaut werden. Nur das eigentliche Knowhow hinter denen Komponenten liegt dann Conti, Bosch, Getrag, ZF und wie diese alle heißen. Bei alternativen Antrieben versuchte man das auch, nur hat es nicht funktioniert.
Die kleinen wie Tesla müssen ihren Kram überwiegend selbst entwickeln und branchenfremde Partner einbinden. Es gibt nichts auf dem Markt. Das entwickeln lassen bei den "alten" Zulieferern wäre auch zu teuer und riskant. Das bringt am Anfang gewisse Vorteile. Sobald die Zulieferer entsprechendes Knowhow aufgebaut haben ist die alte Industrie auch wieder im Spiel. -
Re: Hoffentlich übernimmt sich Tesla nicht
Autor: gadthrawn 14.05.16 - 20:33
nicoledos schrieb:
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> Die etablierte Autoindustrie lagert doch nicht nur die Produktion, sondern
> große Teile der Entwicklung gleich mit aus. Natürlich muss aus dem
> einzelnen Teilen immer noch ein funktionierendes Auto gebaut werden. Nur
> das eigentliche Knowhow hinter denen Komponenten liegt dann Conti, Bosch,
> Getrag, ZF und wie diese alle heißen. Bei alternativen Antrieben versuchte
> man das auch, nur hat es nicht funktioniert.
>
Dir ist nicht klar, das Tesla bei Bosch,zf & Co kauft?
> Die kleinen wie Tesla müssen ihren Kram überwiegend selbst entwickeln und
> branchenfremde Partner einbinden. Es gibt nichts auf dem Markt. Das
> entwickeln lassen bei den "alten" Zulieferern wäre auch zu teuer und
> riskant. Das bringt am Anfang gewisse Vorteile. Sobald die Zulieferer
> entsprechendes Knowhow aufgebaut haben ist die alte Industrie auch wieder
> im Spiel. -
Re: Hoffentlich übernimmt sich Tesla nicht
Autor: WonderGoal 15.05.16 - 04:47
gadthrawn schrieb:
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> Dir ist nicht klar, das Tesla bei Bosch,zf & Co kauft?
Ja, Teile die auf Grund ihres ausgereiften Entwicklungsstandes wohl kaum noch Sinn machen, diese selbst zu entwickeln und zu bauen. Wie z.b. Lenksysteme von Bosch bzw. ZF. Aber bezüglich Batterietechnik bekommt man in Dtl. nichts Bedeutendes mehr. -
Re: Hoffentlich übernimmt sich Tesla nicht
Autor: Anonymer Nutzer 15.05.16 - 09:22
> Ja, Teile die auf Grund ihres ausgereiften Entwicklungsstandes wohl kaum
> noch Sinn machen, diese selbst zu entwickeln und zu bauen. Wie z.b.
> Lenksysteme von Bosch bzw. ZF. Aber bezüglich Batterietechnik bekommt man
> in Dtl. nichts Bedeutendes mehr.
Ansichtssache. Ich finde nicht, dass die E-Auto-Aktivitäten der deutschen Hersteller Tesla sehr weit hinterher hinken.
Was man bedenken sollte ist, dass Tesla noch kein Geld verdient hat. Sie müssen aber Autos verkaufen, um Erfahrung zu sammeln und als Autohersteller wahrgenommen zu werden. Sonst würden sie auch kein Kapital bekommen.
Die deutschen Hersteller können im Prinzip ganz bequem im Hinterkämmerchen E-Autos entwickeln und warten, bis man sie rentabel verkaufen kann. Dann sprießen die Elektromodelle wie Pilze aus dem Boden. Der Punkt ist jetzt erst so langsam erreicht.
Bis Tesla sein Model 3 ausliefern kann, wird die Konkurrenz vermutlich nicht weit hinten dran sein, oder vielleicht sogar einen Schritt voraus sein. -
Re: Hoffentlich übernimmt sich Tesla nicht
Autor: pre3 15.05.16 - 11:57
Stefan99 schrieb:
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> > Ja, Teile die auf Grund ihres ausgereiften Entwicklungsstandes wohl kaum
> > noch Sinn machen, diese selbst zu entwickeln und zu bauen. Wie z.b.
> > Lenksysteme von Bosch bzw. ZF. Aber bezüglich Batterietechnik bekommt
> man
> > in Dtl. nichts Bedeutendes mehr.
> Ansichtssache. Ich finde nicht, dass die E-Auto-Aktivitäten der deutschen
> Hersteller Tesla sehr weit hinterher hinken.
>
> Was man bedenken sollte ist, dass Tesla noch kein Geld verdient hat. Sie
> müssen aber Autos verkaufen, um Erfahrung zu sammeln und als Autohersteller
> wahrgenommen zu werden. Sonst würden sie auch kein Kapital bekommen.
>
> Die deutschen Hersteller können im Prinzip ganz bequem im Hinterkämmerchen
> E-Autos entwickeln und warten, bis man sie rentabel verkaufen kann. Dann
> sprießen die Elektromodelle wie Pilze aus dem Boden. Der Punkt ist jetzt
> erst so langsam erreicht.
>
> Bis Tesla sein Model 3 ausliefern kann, wird die Konkurrenz vermutlich
> nicht weit hinten dran sein, oder vielleicht sogar einen Schritt voraus
> sein.
Tesla hat genügend Barreserven um die benötigten Kapazitäten aufzubauen und weitere kluge Köpfe einzukaufen die die vorbestellten Fahrzeuge auch auf die Straße bringen.
Eine ökologisch positiv besetzte Marke ist in ihrem Wert nicht zu unterschätzen. Tesla ist hipp und in, währenddessen VW wie aus der Zeit gefallen wirkt. Habe das selbst bei einer VW-Promotionaktion in unserer Stadt unlängst beobachten können. VW war mit allen aktuellen E-Modellen zum Anfassen und Probefahren vertreten. Aber die Interessenten fragten nur nach dem Stand der Dieselumrüstung des Schmutz-TDI's.
Bis VW das verdaut hat macht Tesla schon fette Gewinne.
Der einzige ernstzunehmende deutsche Konkurrent ist derzeit BMW. -
Re: Hoffentlich übernimmt sich Tesla nicht
Autor: Anonymer Nutzer 15.05.16 - 14:52
Ich glaube auch nicht, dass Tesla so schnell das Geld ausgeht. Aber es kann noch eine ganze Weile dauern, bis sie in die Gewinnzone rücken. Der springende Punkt ist, dass sich Elektroautos noch nicht lohnen und das wahrscheinlich auch lange dauern wird. Und es ist sehr wahrscheinlich, dass sich die deutschen Hersteller deshalb noch mit einer Produktoffensive zurück halten, weil sie ja an konventionellen Autos richtig viel Geld verdienen. Das heißt aber nicht, dass sie die Technik nicht beherrschen.
Anhand der aktuellen Produkte sehe ich BMW auch an der Spitze. Über das technologische Potential sagt das aber wie gesagt wenig aus. Ich denke schon, dass VW bis zur Serienreife des Model 3 (wenn nicht sogar früher) einen e-Golf mit vergleichbaren Daten bringen kann. -
Re: Hoffentlich übernimmt sich Tesla nicht
Autor: WonderGoal 15.05.16 - 18:38
Stefan99 schrieb:
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> Der springende Punkt ist, dass sich Elektroautos noch nicht lohnen und das
> wahrscheinlich auch lange dauern wird.
Was soll sich daran nicht lohnen? Die durchschnittlich zurückgelegte Strecke in Dtl. liegt bei 40km am Tag und überwiegend nur im Stadtbereich. Das kann man mit Elektroautos sehr gut abgdecken und genau dafür sind die Fahrzeuge der dt. Hersteller ausgelegt. Langstrecke wird sich so lange auch bei dt. Hersteller nicht etablieren, bis man sich auf ein Ladenetz verständigen kann. Wobei man anmerken muss, dass Tesla die Mitbenutzung der der Supercharger BMW und Mercedes angeboten hat. Aber das hat man abgelehnt.
Ansonsten muss man einfach nur mal vergleichen, was man selbst mit einem Elektrofahrzeug im Stadtverkehr einsparen kann. Angefangen von niedrigerer Steuer- und Versicherungseinstufung, als auch den geringeren Wartungskosten. Elektroautos sind ja nahezu wartungsfrei.
Bei mir fährt die Post z.B. schon komplett mit ihren neuen Elektro-Scootern die Briefe aus. Vorher hat man jeden Tag den röhrenden Polo wahrgenommen, der in 10m Schritten die Straße rauf und runter fährt. Jetzt hingegen hört man nur noch ein leises Summen vorbeiziehen. Die Post hat das Potential für ihre Fahrzeugflotte erkannt und andere Spediteure wollen jetzt auch nachziehen.
> Und es ist sehr wahrscheinlich, dass
> sich die deutschen Hersteller deshalb noch mit einer Produktoffensive
> zurück halten, weil sie ja an konventionellen Autos richtig viel Geld
> verdienen. Das heißt aber nicht, dass sie die Technik nicht beherrschen.
Das meiste Geld verdienen die Hersteller heute nicht mehr über den Gewinn bei Verkauf, sondern über die verpflichtenden Wartungsintervalle. Denn die Kunden wollen ja natürlich nicht ihre Garantie verlieren. Immer wenn was bei mir kaputt ging, war es natürlich nicht in den Teilen gelistet, die unter die Garantie fallen. Da kann man sich den Unsinn auch sparen.
> Anhand der aktuellen Produkte sehe ich BMW auch an der Spitze. Über das
> technologische Potential sagt das aber wie gesagt wenig aus. Ich denke
> schon, dass VW bis zur Serienreife des Model 3 (wenn nicht sogar früher)
> einen e-Golf mit vergleichbaren Daten bringen kann.
Die Fahrzeuge bezüglich eMobilität am dt. Markt sind alleinig als Hybride, um den Durchschnittsverbrauch senken zu können, als auch für den reinen Stadtverkehr ausgelegt. Und das können sie auch hervorragend bedienen. -
Re: Hoffentlich übernimmt sich Tesla nicht
Autor: Anonymer Nutzer 15.05.16 - 19:44
> Was soll sich daran nicht lohnen? Die durchschnittlich zurückgelegte
> Strecke in Dtl. liegt bei 40km am Tag und überwiegend nur im Stadtbereich.
> Das kann man mit Elektroautos sehr gut abgdecken und genau dafür sind die
> Fahrzeuge der dt. Hersteller ausgelegt.
Da stimme ich dir prinzipiell zu. Für die Hersteller lohnt es sich aber erst, wenn das Verhältnis von Stückzahl, Kosten und Preis passt, damit man die Entwicklungskosten herein holt. Und das dauert noch ein paar (vielleicht wenige) Jahre.
Im Moment ist aber wegen fehlender Infrastruktur in den Städten nicht der Stadtbewohner die Zielgruppe Nummer 1, sondern der Berufspendler, der regelmäßig relativ kurze Strecken zurücklegt, aber eben nicht nur im reinen Stadtverkehr, sondern auch mit Überland- und Autobahnanteil.
> Langstrecke wird sich so lange auch
> bei dt. Hersteller nicht etablieren, bis man sich auf ein Ladenetz
> verständigen kann. Wobei man anmerken muss, dass Tesla die Mitbenutzung der
> der Supercharger BMW und Mercedes angeboten hat. Aber das hat man
> abgelehnt.
Die Infrastruktur wird schon kommen, da bin ich mir sicher. Wobei Langstreckenfahrer für Elektro sicherlich eines der letzten Zielgruppen ist. Wichtiger wäre die Infrastruktur in Städten, damit auch Mieter/"Laternenparker" ein Elektroauto vernünftig nutzen können.
> Ansonsten muss man einfach nur mal vergleichen, was man selbst mit einem
> Elektrofahrzeug im Stadtverkehr einsparen kann. Angefangen von niedrigerer
> Steuer- und Versicherungseinstufung, als auch den geringeren
> Wartungskosten. Elektroautos sind ja nahezu wartungsfrei.
Auch hier stimme ich zu. Elektroautos sind aus meiner Sicht in vielen Belangen dem Verbrenner überlegen. Aber die Nachteile überwiegen heute noch vielmals. Aber nicht mehr lange.
> Bei mir fährt die Post z.B. schon komplett mit ihren neuen Elektro-Scootern
> die Briefe aus. Vorher hat man jeden Tag den röhrenden Polo wahrgenommen,
> der in 10m Schritten die Straße rauf und runter fährt. Jetzt hingegen hört
> man nur noch ein leises Summen vorbeiziehen. Die Post hat das Potential für
> ihre Fahrzeugflotte erkannt und andere Spediteure wollen jetzt auch
> nachziehen.
Mich wundert es fast, dass die Post so lange gebraucht hat. Dafür haben sie aber sogar eine (quasi) Eigenentwicklung im Haus, was ich sehr positiv finde.
> Das meiste Geld verdienen die Hersteller heute nicht mehr über den Gewinn
> bei Verkauf, sondern über die verpflichtenden Wartungsintervalle. Denn die
> Kunden wollen ja natürlich nicht ihre Garantie verlieren. Immer wenn was
> bei mir kaputt ging, war es natürlich nicht in den Teilen gelistet, die
> unter die Garantie fallen. Da kann man sich den Unsinn auch sparen.
Das sagt man immer so daher, aber ist das wirklich so? Sicherlich wird da gut verdient, aber am Verkauf des Autos wird auch noch kräftig verdient. Davon abgesehen sind die Hersteller ja schon kräftig dabei, Dienstleistungen rund ums Auto zu entwickeln, um neue Einnahmequellen zu erschließen.



