-
10% Reichweitensteigerung durch den Motor?! :O
Autor: Eheran 24.04.19 - 08:00
>Der neue Antriebsstrang soll beim 100-kWh-Akku eine Reichweite von 610 km (Model S) und 505 km (Model X) nach WLTP-Zyklus erreichen. Die Reichweite soll sich um etwa zehn Prozent erhöht haben.
610 km mit 100 kWh macht 16.4 kWh auf 100 km. 10% mehr Reichweite macht dann
671 km mit 100 kWh macht 14.9 kWh auf 100 km.
Wie ineffizient soll der Motor denn vorher gewesen sein, dass solche Steigerungen möglich sind?
WLTP-Zyklus sagt leider nicht, welcher der 3 es denn sein soll.
Klasse 1 geht von 0...60 km/h (Durchschnitt 36 km/h)
Klasse 2 geht von 0...80 km/h (Durchschnitt 42 km/h)
Klasse 3 geht kurzzeitig bis 130km/h (3,3min von 30min Testzeit sind >100km/h) (Durchschnitt 53 km/h)
Bei Klasse 1 sind der Motor bzw. generell sämtliche Reibungsverluste die größten Punkte, vielleicht hat man auch die Rekuperation verbessert? -
Re: 10% Reichweitensteigerung durch den Motor?! :O
Autor: norbertgriese 24.04.19 - 08:16
Es werden vermutlich vergleichbare Motore wie im Model 3 werden, die tatsächlich effektiver sind.
Und ein bisschen bergab sollte die Teststrecke auch gehen.
Und Verlautbarungen, was es für tolle neue Features gibt, sind am Tage der Quartalsbilanz mit großer Vorsicht zu genießen.
Norbert
1 mal bearbeitet, zuletzt am 24.04.19 08:18 durch norbertgriese. -
Re: 10% Reichweitensteigerung durch den Motor?! :O
Autor: Josia 24.04.19 - 08:21
Eheran schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> >Der neue Antriebsstrang soll beim 100-kWh-Akku eine Reichweite von 610 km
> (Model S) und 505 km (Model X) nach WLTP-Zyklus erreichen. Die Reichweite
> soll sich um etwa zehn Prozent erhöht haben.
>
> 610 km mit 100 kWh macht 16.4 kWh auf 100 km. 10% mehr Reichweite macht
> dann
> 671 km mit 100 kWh macht 14.9 kWh auf 100 km.
>
610km nach der 10% Anhebung, also wie kommst du auf 671km?
> Wie ineffizient soll der Motor denn vorher gewesen sein, dass solche
> Steigerungen möglich sind?
> WLTP-Zyklus sagt leider nicht, welcher der 3 es denn sein soll.
> Klasse 1 geht von 0...60 km/h (Durchschnitt 36 km/h)
> Klasse 2 geht von 0...80 km/h (Durchschnitt 42 km/h)
> Klasse 3 geht kurzzeitig bis 130km/h (3,3min von 30min Testzeit sind
> >100km/h) (Durchschnitt 53 km/h)
>
> Bei Klasse 1 sind der Motor bzw. generell sämtliche Reibungsverluste die
> größten Punkte, vielleicht hat man auch die Rekuperation verbessert?
Die Motoren aus dem Model 3 sind gerade bei hohen Geschwindigkeiten deutlich effizienter.
Übrigens wiegt das Model 3 Long Range mit knapp 2T auch nicht so viel weniger als ein Model S. -
Re: 10% Reichweitensteigerung durch den Motor?! :O
Autor: CHU 24.04.19 - 08:21
norbertgriese schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Es werden vermutlich vergleichbare Motore wie im Model 3 werden, die
> tatsächlich effektiver sind.
Model 3 hat einen Synchron-Motor, Model S einen Asynchron-Motor.
Letzterer soll agiler auf Leistungsanforderungen reagieren.
Vielleicht kann man da viel mit Software machen, aber ob das wirklich reicht, um den Unterschied auszugleichen (oder sogar umzukehren), das kann ich leider nicht beurteilen.
Ich halte es aber für schwer bis unmöglich. -
Re: 10% Reichweitensteigerung durch den Motor?! :O
Autor: mgutt 24.04.19 - 08:25
Hast du den Artikel nicht gelesen? Nicht der Motor alleine sorgt für die 10%. Die Änderungen am Motor machen nur einen (kleinen?) Teil davon aus.
-
Re: 10% Reichweitensteigerung durch den Motor?! :O
Autor: tommihommi1 24.04.19 - 08:28
Der neue Motor müsste eine Reluktanzsynchronmaschine mit unterstützenden Permanentmagneten sein, wie sie auch im Modell 3 verwendet wird. Das ist der effizienteste Motortyp für diese Anwendung, und deutlich effizienter als die davor verwendete Drehstrom-Induktionsmaschine, insbesondere beim häufigen Anlaufen und Abbremsen, wie es bei Autos passiert.
-
Re: 10% Reichweitensteigerung durch den Motor?! :O
Autor: Flexor 24.04.19 - 08:29
Im Model 3 ist ein Permanentmagnetmotor und ein Asynchronmotor verbaut, die Permanentmagnetmotoren brauchen weniger Strom, sind aber teurer in der Herstellung.
Diese müssen nur den äußeren Ring mit Strom versorgen, wogegen die Asynchronmotoren induktiv Strom in den Kern schicken müssen.
Im Model S und X waren bisher nur (2) Asynchronmotoren verbaut und jetzt bei der Änderung soll nur noch der Vordere Motor ein solcher sein, damit er abgeschaltet werden kann und nur dazugeschaltet wird wenn er gebraucht wird, wie beim beschleunigen oder rutschiger Fahrbahn.
Edit: Okay ich war zu langsam, die Vorredner haben es besser erklärt.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 24.04.19 08:30 durch Flexor. -
Re: 10% Reichweitensteigerung durch den Motor?! :O
Autor: Eheran 24.04.19 - 09:01
>Hast du den Artikel nicht gelesen? Nicht der Motor alleine sorgt für die 10%. Die Änderungen am Motor machen nur einen (kleinen?) Teil davon aus.
Die Überschrift und die ersten 3 Absätze haben nunmal genau das Bild gegeben: Es sind die Motoren. Wenn sich jetzt herausstellt, dass das Unsinn ist, dann ist der Artikel einfach schlecht geschrieben. Aber Fehlerlos bin ich auch nicht: Die angegebenen Reichweiten sind schon die neuen.
Beim nächsten Absatz "Tesla entwickelte ein Softwareupdate für sein adaptives Luftfedersystem..." hab ich dann nicht weiter gelesen, da es nicht mehr um die Motoren und die Reichweitensteigerung geht. Wo sich jetzt natürlich herausstellt, dass das nicht stimmt, und das tatsächlich wohl der Hauptgrund ist. So ist das halt, wenn man "in die Irre geleitet" wird.
Genau aus dem grund hasse ich schlechte Überschriften. -
Re: 10% Reichweitensteigerung durch den Motor?! :O
Autor: captain_spaulding 24.04.19 - 09:17
Der Artikel sagt nichts davon dass der Motor durch den gleichen wie beim Model 3 ersetzt wurde.
Wäre auch eine ziemlich krasse Änderung, aber bei Tesla weiß man nie. -
Re: 10% Reichweitensteigerung durch den Motor?! :O
Autor: madejackson 24.04.19 - 09:28
Eheran schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> > Wie ineffizient soll der Motor denn vorher gewesen sein, dass solche
> Steigerungen möglich sind?
Bleifrei 95 hat eine Energiedichte von ca. 9,7 kWh/L gemäss Wikipedia. Bei einem Durchschnittlichen Verbrauch von 7.2L/100km entpricht das etwa 70 kWh/100km. (7.2l/100km ist aktuell der Median-Benzinverbrauch aller Verbrenner im Verkehr).
Ein durchschnittlicher Benziner braucht somit >4x soviel Energie für dieselbe Strecke. Selbst beim bisherigen Tesla-Motor. Soviel zur Ineffizienz von Elektroautos.
Wenn man beim Tesla allerdings so richtig auf das Gaspedal drückt, so schmilzt diese Effizienz zusammen, und zwar ungefähr in die Nähe eines Benziners. -
Re: 10% Reichweitensteigerung durch den Motor?! :O
Autor: AllDayPiano 24.04.19 - 09:38
Schau Dir mal die Kurven im Link an:
http://sanjiv-valsan.com/hev-bev-calibration-and-simulations/
Man sieht deutlich, dass der Motor entsprechende Wirkungsgrade anhand Last und Drehzahl hat (Wirkungsgradfeld):
Es ist also Auslegungssache, bei welchem Last-Drehzahl-Bereich er die größtmögliche Effizienz haben soll. Wenn das Fahrzeug nach dem alten Zulassungsstandard (z.B. NEFZ) entwickelt wurde, dann wurde für die Effizienzsteigerung versucht, das Fahrzeug für diesen Bereich hin zu optimieren. Der neue Zulassungsstandard setzt allerdings neue Zyklen voraus, für die ein anders gearteter Motor besser geeignet ist.
Oder Tesla hat die unzähligen Telemetriedaten ausgewertet, und daraus das ideale Wirkungsgradfeld abgeleitet und den Motor nach Maßgabe dieses überarbeitet.
Auch in der Leistungselektronik gibt es rasante Entwicklungen. Die Halbleiter in den Frequenzumrichtern werden sicherlich schon 5-10 Jahre alt sein. Ein Redesign kann da natürlich enorme Effizienzsteigerungen bringen. Ob hier angefasst wurde, weiß ich nicht. Ich hab den Artikel nicht gelesen. -
Re: 10% Reichweitensteigerung durch den Motor?! :O
Autor: AllDayPiano 24.04.19 - 09:41
Hier ein Bild aus dem Datenblatt des TC78B016FTG. Per Software lässt sich viel erreichen. Nur zur Verdeutlichung. -
Re: 10% Reichweitensteigerung durch den Motor?! :O
Autor: ChMu 24.04.19 - 09:41
madejackson schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Eheran schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
> -----
> > > Wie ineffizient soll der Motor denn vorher gewesen sein, dass solche
> > Steigerungen möglich sind?
>
> Bleifrei 95 hat eine Energiedichte von ca. 9,7 kWh/L gemäss Wikipedia. Bei
> einem Durchschnittlichen Verbrauch von 7.2L/100km entpricht das etwa 70
> kWh/100km. (7.2l/100km ist aktuell der Median-Benzinverbrauch aller
> Verbrenner im Verkehr).
>
> Ein durchschnittlicher Benziner braucht somit >4x soviel Energie für
> dieselbe Strecke. Selbst beim bisherigen Tesla-Motor. Soviel zur
> Ineffizienz von Elektroautos.
>
> Wenn man beim Tesla allerdings so richtig auf das Gaspedal drückt, so
> schmilzt diese Effizienz zusammen, und zwar ungefähr in die Nähe eines
> Benziners.
Ach, bei einem Benziner kann man richtig aufs Gas Pedal druecken und er verbraucht immer noch 7,2l? Der Verbrauch aendert sich gar nicht? Das ist natuerlich eine Ansage. Hat man meinem Verbrenner noch nicht gesagt. Der verhaellt sich eher so, wenn man ihn vorsichtig faehrt, laufen etwa 14l durch den Vergaser aber wenn man ihn tritt, sind auch 40l drin. Wenn auch nur kurzfristig aber auf einer deutschen Autobahn jenseits der 180 sind 30-35l normal. Ist auch schon aelter der Wagen.
Bei den neuen nun gibts einen konstanten Verbrauch von 7,2l?
Dann ist der Stromer tatsaechlich benachteiligt. Meinem M3 kann ich laut Anzeige zwischen 8kWh bis zu 26kWh entziehen. Je nach Druck aufs Spass Pedal. -
Re: 10% Reichweitensteigerung durch den Motor?! :O
Autor: AllDayPiano 24.04.19 - 09:43
Die Rechnung ist komplett für die Katz.
Das wurde hier doch schon oft genug durchgekaut, dass der von Dir angestellte Vergleich nicht nur hinkt, sondern keine Beine mehr hat.
Stichworte: Strom kommt nicht aus der Steckdose und Benzin nicht aus der Zapfsäule. -
Re: 10% Reichweitensteigerung durch den Motor?! :O
Autor: pumok 24.04.19 - 09:59
Eheran schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Wenn sich jetzt herausstellt, dass das Unsinn ist, dann ist der Artikel einfach schlecht
> geschrieben.
> hab ich dann nicht weiter gelesen, da es nicht mehr um die Motoren...
Du bist ja ein Lustiger ;-) -
Re: 10% Reichweitensteigerung durch den Motor?! :O
Autor: AndyMt 24.04.19 - 10:23
AllDayPiano schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
>...
> Es ist also Auslegungssache, bei welchem Last-Drehzahl-Bereich er die
> größtmögliche Effizienz haben soll. Wenn das Fahrzeug nach dem alten
> Zulassungsstandard (z.B. NEFZ) entwickelt wurde, dann wurde für die
> Effizienzsteigerung versucht, das Fahrzeug für diesen Bereich hin zu
> optimieren. Der neue Zulassungsstandard setzt allerdings neue Zyklen
> voraus, für die ein anders gearteter Motor besser geeignet ist.
>...
Wenn überhaupt wurden die Motoren ursprünglich für den EPA Zyklus entwickelt. Der EPA Zyklus hat sich nicht verändert und der ist für Tesla erst mal relevant. Man kann also davon ausgehen, dass nun auch in der Praxis eine höhere Reichweite erzielt wird. -
Re: 10% Reichweitensteigerung durch den Motor?! :O
Autor: Eheran 24.04.19 - 10:43
>Soviel zur Ineffizienz von Elektroautos.
Was für Strohmänner manche fabrizieren können. Enorme Leistung, dagegen sind die paar kW eines Autos nix, sowas schafft nur madejackson. -
Re: 10% Reichweitensteigerung durch den Motor?! :O
Autor: chefin 24.04.19 - 11:06
Die Frage bleibt trotzdem, wie man mit einem Antriebsstrang 10% mehr Wirkungsgrad erreicht. Das heist doch, das er aktuell weit unter 90% liegen muss. Den die 100% erreicht keiner, geschweige den übertrifft sie. Ok, Prozentrechnen ist etwas komplex, aber von 90% Wirkungsgrad 10% mehr wären 99% und das wäre mehr als man physikalisch erreichen könnte.
Also wurden wohl bisher Billigmotoren verbaut, die bestenfalls 80% Wirkungsgrad hatten...und das im teuersten E-Auto der Welt.
Verarsche wenn man mich fragt. Aber besser man fragt mich nicht, mir fallen sonst noch Dutzende weitere Ungereimtheiten ein. -
Re: 10% Reichweitensteigerung durch den Motor?! :O
Autor: Ach 24.04.19 - 11:13
tommihommi1 schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Der neue Motor müsste eine Reluktanzsynchronmaschine mit unterstützenden
> Permanentmagneten sein, wie sie auch im Modell 3 verwendet wird. Das ist
> der effizienteste Motortyp für diese Anwendung, und deutlich effizienter
> als die davor verwendete Drehstrom-Induktionsmaschine, insbesondere beim
> häufigen Anlaufen und Abbremsen, wie es bei Autos passiert.
Die bisher konkreteste Antwort, und eine ziemlich interessante Konsequenzen die sich daraus ergibt : Der Induktionsmotor war bis dato für den Wärmestau verantwortlich, wegen dem das Model S schon nach ein paar Beschleunigungen leistungstechnisch heruntergeregelt werden musste. Es waren genau diese Prozente in der Effizienz, die sich durch Wirbelströme im Rotor in Wärme umwandelten und dann nicht mehr schnell genug das Motorgehäuse verlassen konnten.
Genau dieses Problem sollte sich jetzt erledigt haben. Das Model S sollte ab sofort beliebig oft hintereinander stark beschleunigt werden können und nun auch endlich auf der Rennstrecke bei voller Leistung seine Runden drehen, jedenfalls ist das theoretisch so, und ich bin mal gespannt wie sich das in der Realität auswirkt. -
Re: 10% Reichweitensteigerung durch den Motor?! :O
Autor: katze_sonne 24.04.19 - 11:15
chefin schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Die Frage bleibt trotzdem, wie man mit einem Antriebsstrang 10% mehr
> Wirkungsgrad erreicht. Das heist doch, das er aktuell weit unter 90% liegen
> muss. Den die 100% erreicht keiner, geschweige den übertrifft sie. Ok,
> Prozentrechnen ist etwas komplex, aber von 90% Wirkungsgrad 10% mehr wären
> 99% und das wäre mehr als man physikalisch erreichen könnte.
>
> Also wurden wohl bisher Billigmotoren verbaut, die bestenfalls 80%
> Wirkungsgrad hatten...und das im teuersten E-Auto der Welt.
>
> Verarsche wenn man mich fragt. Aber besser man fragt mich nicht, mir fallen
> sonst noch Dutzende weitere Ungereimtheiten ein.
Lustigerweise sind das Model S und X trotzdem effizienter als viele der anderen E-Autos. Gab schon genug Vergleiche z. B. vom Audi E-Tron und dem Model X. Letzteres liegt hier weit vorne. Ist wohl doch nicht so einfach, E-Motoren zu bauen?
(es gibt aber auch positive Beispiele: Der Hyundai Ioniq hat zum Beispiel einen extrem effizienten Antriebsstrang)



