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Autopilot gegen Drivepilot

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  1. Autopilot gegen Drivepilot

    Autor: Paul86 14.10.16 - 13:38

    Ich verstehe nicht warum Tesla seine Bezeichnung ändern soll. Mercedes seine Bezeichnung "Drivepilot" vermiedet genauso den Eindruck das die E-Klasse voll Automatisch fahren kann. Die Bezeichnung Ausweichassistent von BMW sagt mir das Auto würde Personen auf der Fahrbahn selbstständig ausweichen. Letztes kann ich mir aber beim besten willen nicht vorstellen das BMW so weit ist.
    Tesla selbst konnte ich zumindest selbst einmal probe fahren. Dabei wurde mir genau erklärt was geht und was man nicht. Zumindest war ich von dem aktuellen stand schwer beeindruckt. Ich kann gut Nachvollziehen das sich mache Leute Blind darauf verlassen.
    Bei Mercedes allerdings scheint das System noch erhebliche Probleme zu bereiten.
    Die der Name Drivepilot in den Augen der Politik nicht irreführend weil jeder sofort erkennt das dieses System nicht richtig funktioniert?

    Hier ein Vergleich zwischen Autopilot und Drivepilot:
    http://www.thedrive.com/tech/4591/the-war-for-autonomous-driving-2017-mercedes-benz-e-class-vs-2017-tesla-model-s?xid=the-drive_socialflow_twitter

    Bei Gelegenheit werde ich wohl auch mal eine Probefahrt mit der E-Klasse anfragen.
    Auf jeden Fall ein spannendes Thema wo die Entwicklung hin geht. Aktuell halte ich den Autopilot von Tesla für das bessere System.

  2. Re: Autopilot gegen Drivepilot

    Autor: energieingenieur 14.10.16 - 16:26

    Die Bezeichnung Autopilot ist völlig in Ordnung. Ich halte den Autopilot im Tesla Model S sogar für komplexer und leistungsfähiger, als den eines Verkehrsflugzeuges.

    Der Autopilot im Flugzeug beherrscht Grundlagenfunktionen, wie Kurs, Höhe und Geschwindigkeit halten. Das ist ungefähr genauso so komplex, wie ein stumpfer Fahrzeug-Tempomat bzw. eine Arretierung des Lenkrades auf Mittelstellung. Bei der Kurshaltung wird ein Seitenwindeinfluss vom Flugzeug ignoiert. Ein abdriften ist möglich. Damit der Autopilot einem konkreten Pfad folgt, muss der Autopilot im Flugzeug auf die Haltung des Navigationspfades eingestellt werden. Das ist aber auch noch nicht sonderlich komplex, denn dabei fliegt der Autopilot ziemlich stumpfsinnig eine exakt definierte Linie ab, bzw. auf ein Ziel (Wegmarkierung) zu und ihn interessiert dabei herzlich wenig, was da draußen sonst noch so passiert. Eine (ggf. sogar sehr gefährliche) Schlechtwetterfront wird dabei vom Autopilot weder erkannt, noch aktiv umflogen. Ist diese Wegmarkierung erreicht, kann eine neue Wegmarkierung als Ziel gesetzt werden. Diese Punkte auszuwählen obliegt aber dem Piloten bei der Planung der Route. Und er muss diese manuell dem Bordcomputer vorgeben. Viel mehr Funktionen sind in der Luft auch nicht erforderlich, weil es im Regelfall keine Objekte in der Umgebung gibt, auf die reagiert werden muss. Dafür sorgt die Flugsicherung und der Abstand zwischen den Flugzeugen.

    Beim Fahrzeug ist das anders. Da wir keine konkrete Wegmarkierung im Sinne von "Zielen" im Straßenverkehr haben und auch nicht geradlinig darauf zufahren können, muss sich das Fahrzeug in völlig unbekannten Terrain orientieren. Dazu muss es Straßenmarkierungen unterschiedlicher Qualität, Anordnung (usw.) erkennen und interpretieren. Wäre das Fahrzeug alleine auf der Straße bzw. die anderen mit ausreichend Abstand unterwegs, würde das schon heute größtenteils ohne Zwischenfälle funktionieren. Nun sind die Straßen aber randvoll mit Verkehrsteilnehmern. Daher muss der Autopilot ständig die Umgebung beobachten und auf andere Objekte (Fahrzeuge, etc.) reagieren und sich daran orientieren. Auf einer Straße muss ich im Gegensatz zum Himmel ständig mit anderen Objekten rechnen. Und das System muss unterscheiden, ob es bewegte oder stehende Objekte sind. Was erstmal einfach klingt ist technisch sehr komplex.

    Auch das Flugzeug kann mit dem TCAS-Warnsystem andere Flugzeuge erkennen. Es weicht aber nicht automatisch aus. Es gibt den Piloten lediglich eine konkrete Ausweichempfehlung. Das Manöver muss er manuell ausführen. Lediglich Airbus hat für den A380 ein System vorgestellt, was eine Kopplung von TCAS mit dem Autopiloten zulässt. Inwieweit dies bereits in Serie ist, ist mir allerdings nicht bekannt. Der Autopilot von Tesla hält von selbst Abstand zu anderen Fahrzeugen und bremst ggf. auch stärker ab, um einen Kollision von vorneherein zu vermeiden. Bis hin zu einem Notbremsassistenten, welcher im Falle eines unvermeidbaren Crash dennoch kurz davor durch eine Vollbremsung Energie abbaut, um das Verletzungsrisiko für alle Beteiligten zu senken.

    Auch eine automatische Landung mit dem Autopiloten ist nicht ganz so komplex, wie vll. viele annehmen. Diese funktioniert nämlich bei weitem nicht überall, sondern nur an Flughäfen mit ILS-System. In der Regel haben das alle großen Verkehrsflughäfen. Kleine Flughäfen verfügen darüber nicht. Für die Technik macht es die ganze Sache aber insofern einfach, als dass ein ganz konkreter und nicht verwechselbarer Leitpfad an das Flugzeug gesendet wird. Dieses muss also "lediglich" einer vorher exakt definierten Position folgen und kann jederzeit 100%ig sicher überprüfen, ob es auf dem richtigen Pfad ist. Das funktioniert auch bei null Sicht. Das wäre für ein Auto so, als ob wir es in eine Waschstraße stellen und es automatisch der Fahrrinne folgt. Die Spur ist klar definiert. Eine individuelle Abweichung davon ist nicht vorgesehen.

    Der Autopilot kann also bei der Landung sehr gut unterstützen, aber dennoch sind die Piloten im Cockpit erforderlich. Nämlich für alles, was von der Normalsituation abweicht. Mit technischen Defekten oder plötzlich auftretende "Sondersituation" kann der Autopilot nicht umgehen und schaltet ab oder reagiert falsch. Kein Pilot der Welt wird den Autopilot landen lassen und währenddessen Zeitung lesen. Beim Autopilot von Tesla ist das sehr ähnlich. Solange alle Informationen der vorhersehbaren Normalität entsprechen, funktioniert das System hervorragend. Sogar bei Störungen durch andere Fahrzeuge funktioniert das Systemim Regelfall sehr gut. Bei nicht vorhersehbaren Störungen oder unklaren/widersprüchlichen Sensorinformationen, schaltet das System ab und der Fahrer muss unverzüglich übernehmen.

    Fällt beim Flugzeug während der Landung aus technischen Gründen der Leitpfad aus, kann sich das Flugzeug nicht mehr orientieren und der Pilot muss sofort übernehmen. Genauso bei Tesla: Fällt plötzlich die Orientierungssensorik weg (z.B. weil die weiße Straßenmarkierung nicht mehr vorhanden ist und auch sonst keine Orientierungspunkte, wie das voraussfahrende Fahrzeug zur Verfügung stehen), muss der Fahrer sofort übernehmen.

    D.h. weder im Flugzeug, noch im Fahrzeug bedeutet "Autopilot" ein Selbstständiges Fahren ohne verantwortlichen Fahrer. Die Autopilotsysteme ähneln sich sogar recht stark. Nur, dass Tesla mit deutlich mehr Störgrößen umgehen können muss, als ein Verkehrsflugzeug, um ein ähnliches Ergebnis zu erzielen. In beiden Fällen trägt aber der Mensch die Verantwortung und in beiden Fällen ist der Mensch zur Überwachung zwingend erforderlich. Wer also die Funktionen eines Flugzeugautopiloten tatsächlich kennt, kann bei dem Begriff "Autopilot" bei einem Fahrzeug eigentlich auch kein autonomes Fahren erwarten.

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