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Expertenmeinung zum Thema

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  1. Expertenmeinung zum Thema

    Autor: slashwalker 26.04.18 - 10:06

    http://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Dresdner-Professor-fordert-ideologiefreie-Debatte-ueber-Schadstoffe-durch-Autoverkehr

  2. Re: Expertenmeinung zum Thema

    Autor: FrankM 26.04.18 - 10:30

    Danke, toller Artikel, der auch Sinn macht. Ganz im Gegenteil zu dem, was die Politik, aber vor allem die Umweltverbaende, da momentan treiben.

  3. Re: Expertenmeinung zum Thema

    Autor: b.mey 26.04.18 - 10:53

    Ja, der Herr wird häufiger zitiert. Ich teile ja seine Ansicht generell rationaler und ideologiefrei dieses Thema zu besprechen, aber warum jetzt ausgerechnet ein Informatik Professor eine Experte in Umwelttechnik und Pneumologie sein soll, das bleibt für mich Schleierhaft.

    Mit Verkehrsleittechnik und Verkersflussoptimierung kennt er sich definitiv aus. Und ja ich sehe diesbezüglich auch großes Potential für die Verbesserung der Luft. Nur hat das eben auch klare Grenzen. Denn am Ende muss die direkte Verkehrssicherheit vorrang vor der Optmierung der Effizienz von Verbrennungsmotoren haben. Aus seinen Vorschlägen generell keine oder viel weniger 30er Zonen auszuweisen weil Motoren eben auf 50km/h und 120km/h optimiert werden kann man aber schon den Fokus seiner Gegenvorschläge erkennen.

    Dabei wird nämlich nicht berücksichtigt, dass die Anzahl tödlicher Verletzungen bzw. Anzahl Unfälle generell, besonders bei Senioren und Kindern, die im Straßenverkehr angefahren werden, rapide sinkt, wenn sie mit durchschnittlich 30 km/h angefahren werden, statt mit 50 km/h. So sollte es nicht das Ziel sein, den Verkehr so zu gestalten, dass Verbrennungsmotoren möglichst im idealen Lastbereich laufen um den Schadstoffausstoß möglichst einfach zu minimieren, sondern viel eher müssen Fahrzeuge so entwickelt werden, dass sie in der Stadt zu jeder Geschwindkgeit und Lastbereich, welcher die Verkehrssicherheit von allen Verkehrsteilnehmern (ganz besonders Fußgängern in der Stadt) eben erfordern, möglichst minimale Schadstoffe ausstoßen. Ist dies technisch durch Verbrenner nicht sicherzsutellen, muss eben (wie aktuell auch getan) der Verbrennungsmotor, ganz besonders der Diesel als Standard für den Stadterkehr gänzlich in Frage gestellt werden dürfen. Denn auch diese Betrachtungsweise und Überlegung ist rational und vollkommen ideologiefrei.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 26.04.18 10:56 durch b.mey.

  4. Re: Expertenmeinung zum Thema

    Autor: Jthessel 26.04.18 - 11:22

    b.mey schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ja, der Herr wird häufiger zitiert. Ich teile ja seine Ansicht generell
    > rationaler und ideologiefrei dieses Thema zu besprechen, aber warum jetzt
    > ausgerechnet ein Informatik Professor eine Experte in Umwelttechnik und
    > Pneumologie sein soll, das bleibt für mich Schleierhaft.
    >
    > Mit Verkehrsleittechnik und Verkersflussoptimierung kennt er sich definitiv
    > aus. Und ja ich sehe diesbezüglich auch großes Potential für die
    > Verbesserung der Luft. Nur hat das eben auch klare Grenzen. Denn am Ende
    > muss die direkte Verkehrssicherheit vorrang vor der Optmierung der
    > Effizienz von Verbrennungsmotoren haben. Aus seinen Vorschlägen generell
    > keine oder viel weniger 30er Zonen auszuweisen weil Motoren eben auf 50km/h
    > und 120km/h optimiert werden kann man aber schon den Fokus seiner
    > Gegenvorschläge erkennen.
    >
    > Dabei wird nämlich nicht berücksichtigt, dass die Anzahl tödlicher
    > Verletzungen bzw. Anzahl Unfälle generell, besonders bei Senioren und
    > Kindern, die im Straßenverkehr angefahren werden, rapide sinkt, wenn sie
    > mit durchschnittlich 30 km/h angefahren werden, statt mit 50 km/h. So
    > sollte es nicht das Ziel sein, den Verkehr so zu gestalten, dass
    > Verbrennungsmotoren möglichst im idealen Lastbereich laufen um den
    > Schadstoffausstoß möglichst einfach zu minimieren, sondern viel eher müssen
    > Fahrzeuge so entwickelt werden, dass sie in der Stadt zu jeder
    > Geschwindkgeit und Lastbereich, welcher die Verkehrssicherheit von allen
    > Verkehrsteilnehmern (ganz besonders Fußgängern in der Stadt) eben
    > erfordern, möglichst minimale Schadstoffe ausstoßen. Ist dies technisch
    > durch Verbrenner nicht sicherzsutellen, muss eben (wie aktuell auch getan)
    > der Verbrennungsmotor, ganz besonders der Diesel als Standard für den
    > Stadterkehr gänzlich in Frage gestellt werden dürfen. Denn auch diese
    > Betrachtungsweise und Überlegung ist rational und vollkommen ideologiefrei.

    Danke, das ist ein sehr schönes Beispiel für eine Überlegung, welche ebenfalls rational und ideologiefrei ist.
    Natürlich ist die Debatte, gerade wenn sie in der Politik angekommen ist, kaum mehr als ein Schlagabtausch ideologischer und wirtschaftlicher Interessen. Deshalb ist es wichtig, dass man sich intensiv und tiefgreifend mit der Thematik auseinander setzen muss, da es nicht DIE Ideallösung geben kann. Bestimmte Interessen werden immer höher oder weniger berücksichtigt. Jetzt da die Diskussion in Gange ist, ist es wichtig die Interessen sinnvoll und zukunftsweisend zu priorisieren. Da bin ich sehr gespannt, wie sich das entwickeln wird.

  5. Re: Expertenmeinung zum Thema

    Autor: FrankM 26.04.18 - 11:23

    Lustig wie du ein komplett anderes Thema (Verkehrssicherheit) rein bringst um irgendwie doch wieder gegen den Diesel zu wettern ohne auf den Artikel einzugehen und ohne die Argumente auch nur Ansatzweise zu entkraeften, du redest einfach komplett am Thema vorbei um dann einen fadenscheinigen Schluss zu ziehen.

    Aber sei es drum. Dass 30er Zonen Sinn machen koennen, streitet niemand ab, auch nicht Herr Klingner.
    Was aber laut ihm fachlich falsch ist, sind Tempolimits die nicht wegen der Verkehrssicherheit, sondern wegen der Umwelt eingefuehrt werden. Er hat nie behauptet, dass nun in Ortschaften die 30er Zonen abgeschafft werden sollen, damit die Autos effizienter unterwegs sein koennen. Es gibt aber mehrspurige Strassen in Innenstaedten, da ist kein Fussgaenger unterwegs, da ist es hinderlich 30 km/h zu fahren, da die Motoren dann ineffizienter arbeiten, als wenn die Strasse mit 50 km/h befahren wird. Es ist Bloedsinn auf Autobahnen Tempo 100 einzufuehren, unter dem Aspekt Umweltschutz. Auch ein Unfall mit 30 km/h kann toedlich enden. Es gibt weitaus bessere Moeglichkeiten solche Unfaelle zu vermeiden, als generelle 30 km/h Tempolimits (wichitg: Das Wort generell)

    Auch muss man eben hinterfragen, wie viel Einfluss die PKWs haben. Beim Feinstaub so gut wie gar keinen, da sollte die Sonne und ueberhaupt die Natur und der Winter abgeschafft werden, denn sie sind die Hautpveranwortlichen fuer das Feinstaubproblem.
    Beim Stickoxid und CO2 sieht es anders aus, aber auch hier darf man nicht vergessen, dass die Hauptverursacher nicht die PKWs sind. Warum geht man also nicht die Hauptverursacher an?

    Und zu guter letzt, die potentiellen Gesundheitsgefahren in den Studien basieren auf Null realen Messwerten. Sie basieren auf Statistiken und hypothetischen Hochrechnungen, oder gar einer stark stelektierten Metaanalyse alter Statistiken, mit der ich alles aussagen lassen kann. Wie absurd das ist, macht er am Feinstaub der Zigaretten deutlich, bei der mit einer halben Zigarette der Grenzwert schon ueberschritten wird. D.h. ein Raucher ueberschreitet den Grenzwert taeglich und dennoch: " aber an der großen Gruppe der Raucher statistisch nachgewiesen sind gesundheitliche Folgen erst nach einem sehr, sehr viel höherem Zigarettenkonsum."

  6. Re: Expertenmeinung zum Thema

    Autor: b.mey 26.04.18 - 11:57

    Tempolimits unter 50km/h wegen der Umweltbelastung sind natürlich totaler Blödsinn. Ich weiß aber von keinen Städten in denen 30er Zonen wegen der Luftverschmutzungswerte ausgewiesen wurden. Im Straßenverkehrsrecht sind Verkehrsregulierungen dieser Art ja eigentlich nur zum Lärmschutz vorgesehen. Und auch da wären 30er Zonen wenig hilfreich.

    Die Debatte zu generell Tempo 30 innerhalb geschlossener Ortschaften ist wegen der Verkehrssicherheit aufgekommen, nicht wegen der Luftverschmutzung. Ist zumindest mein Kenntnisstand. Sollte irgendwo ein Politiker auf die Idee kommen nur zur Luftverbesserung Tempo 30 vorzuschlagen stimme ich uneingeschränkt zu: Das ist Schwachsinn! Da das aber eigentlich (mein Kenntnisstand) nirgendwo ersnthaft länger zur Debatte stand, sondern höchstens mal von vereinzelt Uninformierten ohne konkrete Pläne als Idee in irgendein Mikro gelabert wurde, was wenig Relevanz hat, scheint mir das eher eine Scheindebatte und ein Strohmannargument zu sein.

    Ich bashe nicht über den Diesel, ich stelle nur Probleme des Diesels fest. Ich schreibe nicht vor, dass wir morgen alle Elektroautos fahren müssen, ich stelle nur fest, dass wenn die erforderlichen technischen Vorausssetzungen bzgl. der lokalen Emissionsgrenzwerte von Diesel-Verbrennern technisch nicht erreicht werden können sollten, man darüber reden muss, ob der Diesel-Verbrenner als Standard Antrieb in Städten wirklich weiter sinnvoll ist, oder nicht gänzlich Alternativen angestrebt werden sollten.

    Und das Rauchen hinlänglich ungefährlich ist, is ja nun wirklich mehrfach nachgewiesen worden... *hust* (Achtung das war Ironie) Was bei diesen Vergleichen wie z.B. dem Raucher oder auch den abweichenden Feinstaubwerten in Büroräumen oder Werkstätten immer vergessen wird zu erähnen, ist dass diese Werte und Erkennnisse bzgl. Grenzwerten ab wann eine nachweisbare Schädigung mittelbar festzustellen ist, ist der Bezug auf erwachsene gesunde Menschen. Wenn wir von Stadtluft sprechen müssen wir aber von Kindern, Senioren sowie an den Atemwegen vorerkrankte Menschen und vor allem Kinder ausgehen, bei der Betrachtung. Und das aktuele Thema sind zudem Stickoxide und nicht Feinstaubpartikel. Der Dieselmotor hat die Feinstaubbelastung mittlerweile (dank damals ebenso hart umstrittenen Rußpartikelfilter) längst im Griff. Der direkteinsprizende Turbo Benziner ist hier im Moment die Dreckschleuder. Das wird sich aber auch ab Mitte 2018 erledigt haben.

    Die extrem erhöhten NOx Werte, die direkt neben der Straße an Messpunkten gemessen werden sind primär und nachweislich durch schlechte Turbodiesel verursacht. Deshalb haben auch Länder mit Städten in denen deutlich weniger Turbodiesel fahren schnell weniger Probleme mit den Stickoxidwerten. Und in den USA, Kalifornien ganz besonders, achtet man noch viel krasser auf die Stickoxid Grenzwerte, weil man sich der besonderen Gefährdung von Kindern und an den Atemwegen Vorerkrankten sehr bewusst ist. Dabei sind Feinstaubpartikel eher auf lange Zeit schädlich, während Stickoxide direkte Effekte besonders bei an den Atemwegen erkrankte Menschen und eben auch Kindern verursachen können.

    Jetzt ist es so, dass Menschen komplett individuell unterschiedlich auf Stickoxide reagieren. Aber Kinder und chronisch Erkrankte reagieren sehr früh, bei sehr geringen Mengen Stickoxid, erwachsene gesunde Menschen erst sehr spät bis gar nicht feststellbar. Die Grenzwerte gehen daher, auf Grund der Erfahrungen und medizinischen Langzeitstudien (und nicht wie von Kritikern oft erwähnten wenig aussagenden Meta-Studien und Hochrechnungen) zu Auswirkungen von Stickoxidbelastungen auf Kinder und chronisch erkrankte Menschen, nach dem Prinzip: So niedrig wie technisch nur irgendwie möglich. Und nicht nach dem Prinzip: Ab Wert X, ist es ungefährlich. Denn einen solchen allgemeinen Wert X kann man bei Stickstoff Reaktionen bei Menschen auf Grund der hohen individuellen Reaktion gar nicht festlegen.

    Deshalb auch mein Hinweis, dass ein Experte in Verkehrsleittechnik und -Logistik und promovierter Informatiker, sicher kein Experte für Atemwegserkrankungen und Auswirkungen von Stickoxiden und Feinstaub auf Menschen sein kann.

    Es gibt in der Stadt nicht viel andere Quellen für hohe Stickoxid-Spitzen in Straßennähe als Dieselmotoren. Zumindest sind mir hier keine empirischen Daten dazu bekannt. Das ein Großteil der Feinstaubentwicklung moderner Diesel gar nicht aus dem Auspuff kommt ist mir dagegen bewusst. Auch das häufig Kaminöfen und Heizungen den größten Anteil am Feinstaub in der Stadt verursachen. Besonders in solchen Tallagen wie z.B. stuttgart. Und das natürlich kalte Temperaturen und eine niedrige relative Luftfeuchtigkeit Feinstaubentwicklung begünstigen ist auch kein Geheimnis. Aber nochmal: Bei der aktuellen Dieseldebatte geht es um Stickoxide. Und die kommen bei Euro 2-5 Dieseln in ziehmlich hässlich hohen Konzentrationen aus dem Auspuff.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 26.04.18 12:01 durch b.mey.

  7. Re: Expertenmeinung zum Thema

    Autor: schily 26.04.18 - 12:27

    Doch: Berlin hat sowas gerade in der Leipziger Str. eingeführt.

  8. Re: Expertenmeinung zum Thema

    Autor: FrankM 26.04.18 - 12:43

    Danke fuer die weiterhin sachliche Antwort :)

    b.mey schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was bei diesen
    > Vergleichen wie z.B. dem Raucher oder auch den abweichenden Feinstaubwerten
    > in Büroräumen oder Werkstätten immer vergessen wird zu erähnen, ist dass
    > diese Werte und Erkennnisse bzgl. Grenzwerten ab wann eine nachweisbare
    > Schädigung mittelbar festzustellen ist, ist der Bezug auf erwachsene
    > gesunde Menschen. Wenn wir von Stadtluft sprechen müssen wir aber von
    > Kindern, Senioren sowie an den Atemwegen vorerkrankte Menschen und vor
    > allem Kinder ausgehen, bei der Betrachtung.
    [...]
    > Die extrem erhöhten NOx Werte, die direkt neben der Straße an Messpunkten
    > gemessen werden sind primär und nachweislich durch schlechte Turbodiesel
    > verursacht.
    [..]
    > Jetzt ist es so, dass Menschen komplett individuell unterschiedlich auf
    > Stickoxide reagieren. Aber Kinder und chronisch Erkrankte reagieren sehr
    > früh, bei sehr geringen Mengen Stickoxid, erwachsene gesunde Menschen erst
    > sehr spät bis gar nicht feststellbar.
    [..]
    > Es gibt in der Stadt nicht viel andere Quellen für hohe Stickoxid-Spitzen
    > in Straßennähe als Dieselmotoren.

    Was versteht man unter Straßennähe?

    Das ist wichtig, denn wenn ich Straßennähe betrachte, komme ich zum Schluss, dass der Verkehr der Verursacher ist, wenn nicht, komme ich zum Schluss, dass der Verkehr nicht mehr so entscheidend ist:
    https://www.swr.de/abgasalarm/luftschadstoffe-stickoxide-welchen-anteil-hat-der-verkehr/-/id=18988100/did=20682692/nid=18988100/ai23qt/index.html

    Auch in Anlehnung an die Kinder ... Wie lange halten sich Kinder in Straßennähe auf, und was versteht man eigentlich unter Straßennähe? Direkt neben der B10 in Stuttgart am Neckartor? Oder doch eher direkt neben der Landstrasse in "Am Arsch der Welt"?
    https://www.umweltbundesamt.de/themen/unterschied-zwischen-aussenluft

    Und wie kann ich Messungen in "Straßennähe" auf Stadtluft verallgemeinern? Auf Grundlage dieser Verallgemeinerung basiert ja das ganze. Weil eine Messstation in Straßennähe die Grenzwerte ueberschreitet folgere ich, dass die Aussenluft belastet ist und somit Menschen deswegen sterben.

    Auch sollte man sich fragen: warum ist es nicht in Ordnung 5 Minuten an einer stark belasteten Strasse entlang zu laufen (was ich persoenlich eh fast nie mache), aber es ist voll in Ordnung 8 Stunden lang in einem toxisch bedenklichen Zimmer zu arbeiten?

    Daher was ist "Straßennähe". Wenn Straßennähe natuerlich einen Bereich von 1km um die Strasse einfasst in dem die Grenzwerte weiterhin ueberschritten werden, dann habe ich Probleme, da ich dann 24h belastet bin. Wenn Straßennähe aber in 5m Abstand dieser vielbefahrenen Problemstrasse nicht mehr gilt, dann ist die ganze Argumentation mit der Gesundheit hinfaellig, denn in 5m Abstand von so einer Strasse lebt niemand.

  9. Re: Expertenmeinung zum Thema

    Autor: Clown 26.04.18 - 13:28

    Der Artikel und das Interview ist eine willkommene Meinung zu dem Thema.

    Was ich aber nicht verstehe ist der Punkt, dass die Sonne als Hauptverursacher für Feinstaub gelten soll. Letztlich ist ja sein Argument, dass die Sonne durch Aufheizen Feinstaub aufwirbelt. Daneben erklärt er ja noch ein paar weitere Aspekte, die aber an der Stelle unwichtig sind. Viel wichtiger ist für mich die Frage: Woher kommt denn dieser aufgewirbelte Feinstaub? Ist das Feinstaub, der durch Jahzehntelange Befahrung einer Straße entstanden sind und damit letztlich doch wieder ein Problem des (Individual-)Verkehrs? Oder ist das etwas Naturgegebenes? Wenn ja, inwiefern?

    Ich hab auch mal gelesen, dass Bremsen durch Abrieb enorm zur Feinstaubbelastung beiträgt. Vlt ist es viel nötiger hier eine bessere Technik einzusetzen als über Abgasprobleme zu diskutieren.

    (Zumal ich des Professors Kritik an der Batterie als Energieträger nur teilweise teile, da er hier - völlig zurecht - den gesamten Herstellungsprozess berücksichtigr, das bei Verbrennern aber auszublenden scheint; dazu geht das Interview aber nicht genug in die Tiefe).

    http://www.heise.de/ct/ausgabe/2015-17-Editorial-Nichts-zu-verbergen-2755486.html
    http://www.commitstrip.com/en/2016/06/02/thank-god-for-commenters/

  10. Re: Expertenmeinung zum Thema

    Autor: Clown 26.04.18 - 13:35

    b.mey schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Im Straßenverkehrsrecht sind
    > Verkehrsregulierungen dieser Art ja eigentlich nur zum Lärmschutz
    > vorgesehen. Und auch da wären 30er Zonen wenig hilfreich.

    Na, da hat aber jemand noch nie an einer Hauptverkehrsstraße gewohnt ;)
    Als jemand, der an einer 50er Hauptverkehrsstraße wohnt: Eine Zeit lang war hier Baustelle und per Schild auf 30 runter.. Das war DEUTLICH hörbar.
    Was allerdings viel nerviger ist, ist das periodische Anfahrgeräusch aufgrund einer Ampel. Hier war vor der Tür auch schon mal eine Baustellenampel aufgestellt. Und das war noch mal unangenehmer als die durchgängigen 50km/h.

    > Das wird sich aber auch ab Mitte 2018 erledigt haben.

    Inwiefern?

    http://www.heise.de/ct/ausgabe/2015-17-Editorial-Nichts-zu-verbergen-2755486.html
    http://www.commitstrip.com/en/2016/06/02/thank-god-for-commenters/

  11. Re: Expertenmeinung zum Thema

    Autor: Marvin-42 26.04.18 - 14:21

    b.mey schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Tempolimits unter 50km/h wegen der Umweltbelastung sind natürlich totaler
    > Blödsinn. Ich weiß aber von keinen Städten in denen 30er Zonen wegen der
    > Luftverschmutzungswerte ausgewiesen wurden. Im Straßenverkehrsrecht sind
    > Verkehrsregulierungen dieser Art ja eigentlich nur zum Lärmschutz
    > vorgesehen.

    Gegenbeispiel Hagen Enneperstr: Tempo 30 wegen Luftreinhaltung. Auf einer Hauptstr im Industriegebiet.
    Foto und Artikel dazu:
    https://www.wp.de/staedte/hagen/tempo-30-sorgt-fuer-kopfschuetteln-id334599.html

  12. Re: Expertenmeinung zum Thema

    Autor: PiranhA 26.04.18 - 14:52

    Clown schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was ich aber nicht verstehe ist der Punkt, dass die Sonne als
    > Hauptverursacher für Feinstaub gelten soll. Letztlich ist ja sein Argument,
    > dass die Sonne durch Aufheizen Feinstaub aufwirbelt. Daneben erklärt er ja
    > noch ein paar weitere Aspekte, die aber an der Stelle unwichtig sind. Viel
    > wichtiger ist für mich die Frage: Woher kommt denn dieser aufgewirbelte
    > Feinstaub? Ist das Feinstaub, der durch Jahzehntelange Befahrung einer
    > Straße entstanden sind und damit letztlich doch wieder ein Problem des
    > (Individual-)Verkehrs? Oder ist das etwas Naturgegebenes? Wenn ja,
    > inwiefern?
    >
    > Ich hab auch mal gelesen, dass Bremsen durch Abrieb enorm zur
    > Feinstaubbelastung beiträgt. Vlt ist es viel nötiger hier eine bessere
    > Technik einzusetzen als über Abgasprobleme zu diskutieren.

    Also die Sonne da als Verursacher zu nennen ist natürlich Humbug. Gemessen wird aber wirklich nur der Anteil in der Luft, weil wir ja nur den Teil einatmen. Was am Boden liegt, ist da wirklich irrelevant.
    In Stuttgart hat man auch tatsächlich schon unterschiedliche Versuche gemacht, das Aufwirbeln zu verhindern. Eine klebrige Oberfläche hat wohl nicht so viel gebracht. Der letzte Versuch, die Straßen nachts mit speziellen Fahrzeugen zu reinigen, war wohl erfolgreicher.
    Maßgeblicher Faktor für eine hohe Belastung ist dort aber auch das Wetter. Im Winter drückt die Luft nach unten und im Talkessel sammelt sich der Feinstaub. Erst bei Regen oder wenn mal wieder frischer Wind kommt, entspannt sich die Lage.
    Und ja, Bremsen, Kupplung, Reifenabrieb erzeugen alle Feinstaub. Gerade wenn man sich die PM10 Partikel anschaut, spielt der Motor bzw. dessen Abgas, eine untergeordnete Rolle. Und auch andere Quellen, wie Industrie, Kamine oder Heizungen tragen ordentlich dazu bei.
    Bei noch feineren Partikeln oder NOx sieht das dann schon wieder ein wenig anders aus.

  13. Re: Expertenmeinung zum Thema

    Autor: Abdiel 26.04.18 - 14:57

    Die Umweltverbände haben die Feinstaubdebatte nicht auf den Diesel abgewälzt, das war ein Dienst der Politik an den Autokonzernen. Es würde ja schon ausreichen, einmal pro Woche die Straße zu spülen um die Feinstaubbelastung signifikant zu senken. Hat früher auch wunderbar geklappt...

  14. Re: Expertenmeinung zum Thema

    Autor: b.mey 26.04.18 - 16:13

    OK, erstmal danke für die Hinweise zu 30er Zonen wegen Luftverschmutzung. Mir war nicht klar, dass das wirklich schon in Städten gemacht wird. Das halte ich in der Tat für großen Schwachsinn. Zumal die meisten Autos mit 50km/h konstant auch noch weniger verbrauchen als mit 30 km/h konstant. Hier würde ich als Anwohner versuchen mit anderen dagegen vorzugehen. Btw. ich hab schon an der Hauptstraße gewohnt, im Erdgeschoss. Und es war mehr die Anzahl Fahrzeuge, als deren Geschwindigkeit. Die Baustellensituation hatte ich auch. Aber dadurch war der Verkehr durch die einseitige Sperrung vor allem reduziert, was für mich den Lärmunterschied ausgemacht hat. Zwischen 30km/h und 50km/h sind eigentlich nicht viel unterschied in der Lautstärke. Besonders wenn die Leute die 50km/h im entsprechend (heute eigentlich normal) gut übersetzten 5. Gang fahren. Dann ist ein Auto schon ziehmlich leise. Laut ist vor allem starkes Beschleunigen. Ist zumindest meine Erfahrung.

    Straßennah ist für mich der Raum zwischen befahrener Straße und Gebäude. Also der Bürgersteig und ggf. Vorgargen von Gebäuden. Die Fußgängerbereiche eben. Wer direkt an der Straße das Fenster auf macht, der befindet sich auch straßennah. Hinter dem Haus (sofern dort keine Straße) ist für mich nicht mehr Straßennah. Ab dem 5. Stock würde ich auch nicht mehr von straßennah sprechen. Aber die unteren Stockwerke direkt an der Straße, die gezwungen sind an der Straße mit offenen Fenstern zu lüften, die würde ich durchaus noch als Straßennah sehen.

    Relevant ist die Luft in Straßennähe deshalb, weil es sehr häufig ist, dass Fußgänger und Radfahrer direkt neben den Fahrzeugen auf den Fußwegen entlanglaufen und dann eben der vollen Belastung aller Schadstoffe im dann auch noch häufigen Stop & Go ausgesetzt sind. Schulhöre liegen auch immer wieder direkt an viel befahrenen Straßen. Schulkinder gehen oft an vielbefahrenen Straßen entlang zur Schule. Deshalb bin ich ja auch klar für technisch unterstützte optimierung des Verkehrsflusses als eine Maßnahme zur Schadstoffreduktion. Aber ich fürchte, dass dies allein nicht reicht um die Stickoxid Ausstöße deutlich zu reduzieren.

    Aber auch andere Verkehrsteilnehmer sind den Werten stark ausgesetzt. Zumindest wenn die Lüftung der Fahrzeuge keine guten Filter hat. Die meisten Fahrer innerhalb der Stadt schalten auch nicht auf Umluftbetrieb, bevor sie in die Stadt fahren. Und dauerhafter Umluftbetrieb ist zu dem bei reinen Stadtpendlern auch keine Lösung. Im Straßenverkehr im Auto mit zu fahren kann daher auch zu deutlich erhöhten Stickstoffbelastungen für die Atemwege führen. Messpunkte direkt neben der Straße ergeben für mich durchaus Sinn und sollten erhöhte Relevanz für die Grenzwertüberprüfung haben.

  15. Re: Expertenmeinung zum Thema

    Autor: 486dx4-160 26.04.18 - 19:46

    In einem anderen Interview war er der Meinung, dass Tempo-30-Zonen nichts brächten, weil die Motoren für 50km/h optimiert wären. Sein Vorschlag zur Verringerung der Schadstoffbelastung war: Die Anwohner sollten eben ihre Wohnungsfenster nicht öffnen.

    Mir kommt es so vor als betrachte Herr Klinger Autofahren als Menschenrecht.

  16. Re: Expertenmeinung zum Thema

    Autor: derdiedas 27.04.18 - 10:09

    Vorsicht bei solchen Honarprofessoren - denn genau das ist Prof. Matthias Klingner. Der Mann macht seit Jahren Lobby für Verbrennungsmotoren.

    Dabei ist die Mathematik in der Realität eine ganz andere.

    Ein Benzintank hat ca. 600kWh Energie, diese wird in Wärme und Fortbewegung umgesetzt. Ein Elektroauto hat im besten Fall aktuell ca. 100kWh Energie kommt damit aber vergleichbar weit. Sprich ein Elektroauto ist um den Faktor 5-6 effizienter. Dann kommen noch Gigatonnen Motoröl und sonstige Schmierstoffe hinzu die ebenfalls ein gewaltiges Problem darstellen.

    Oder anders ausgedrückt - 500kWh der Energie werden in Wärme umgewandelt.

    Das bei der Argumentation der Umweltverbände auch "Lobby" betrieben wurde, und das gerade die von Toyota gesponserte Umwelthilfe kein Leuchtfeuer für den Umweltschutz ist ändert nichts an der simplen Tatsache das der Verbrenner ein Problem darstellt.

    Die eigentliche Diskussion aber führen wir in Deutschland gar nicht - und zwar was hat das Auto überhaupt in der Stadt zu suchen? Autos sind dazu da einen von a nach b zu transportieren. Aber nicht dazu da im Stau in der Stadt herumzutuckern - und dort schlagen alle Berechnungen von Herrn Prof. Matthias Klingner fehlt - denn im Stop&Go betrieb ist jeder Verbrenner unerträglich ineffizient.

    Es wird Zeit das Auto aus den Städten zu verbannen - denn es verbraucht zu viel Fläche, es belastet in mehrfacher Hinsicht und es ist schlichtweg unnötig.

    Gruß ddd

  17. Re: Expertenmeinung zum Thema

    Autor: a user 27.04.18 - 15:35

    +1

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