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  5. › ÖPNV: Ganz schön abgefahren!

Deutschlands Straßendesign ist einfach ein Fiasko

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  1. Deutschlands Straßendesign ist einfach ein Fiasko

    Autor: McWiesel 21.12.16 - 19:59

    Ich will nicht sagen es ist die Ursache des Verkehrschaos von deutschen Städten, aber es trägt massiv dazu bei:

    Warum muss (selbst inkl. einiger Autobahnen) jede Fernstraße grundsätzlich mitten durch die Stadt bzw. Dorf führen? In quasi allen Städten immer das selbe Bild: Bestenfalls sogar ne 4spurige Bundesstraße, die dann an der Stadtgrenze einspurig wird und mitten durch die Großstadt führt, alle 50m eine Ampel. Der 4spurige Ausbau (sofern überhaupt) ist damit komplett sinnlos, er macht den Rückstau nur breiter statt länger. Der Großteil der Leute will meist gar nicht in die Innenstadt, aber muss notgedrungen halt durchfahren, weil das eigentliche Ziel 2 Käfter weiter und eine Umfahrung mangels Straßen unmöglich ist. Die 5km Bundesstraße neu um die Stadt herum zu bauen ist aber fast immer eine jahrzehntelange Ringerei um Finanzierung, Umweltschutz und hirnrissige Besitzfragen, schlimmer als wenn man ein Atomkraftwerk bauen wollte. Anscheinend muss der stinkende, verstopfende Durchgangsverkehr (inkl. schwerer LKW) in den Innenstädten einfach nur magisch sein. Statt dass man diesen Verkehr auf das wirklich lokal nötige beschränkt und die Innenstädte damit attraktiv für leichte Verkehrsmittel (E-Bikes, Kleinwagen, etc.) macht. Aber nein, ein Sattelschlepper nach dem anderen mitten durch die Stadt, weil er einfach nirgendwo anders fahren KANN.

    Mir ist es bis heute ein Rätsel, wie man (vor meiner Zeit) in den 50er-70er Jahren ein tausende kilometer langes Autobahnnetz bauen konnte, während man heute auf jede 10km neue Straße 10 Jahre und länger warten muss. Peinlich.

    Würde man es endlich mal verbieten die Bundesstraßen mitten durch eine Ortschaft legen zu dürfen und stattdessen ein leistungsfähiges, nadelörfreies Fernstraßennetz aufbauen, würde dies die Autobahen (erstrecht bei Sperrungen) massiv entlasten und die Innenstädte endlich frei von Überlandverkehr machen - und damit bestehende ÖPNV-Struktur (Bus, Fahrrad, ...) wesentlich leistungsfähiger machen. Stattdessen vergrößert man die Verstopfung in den Städten durch Tempo 30, Busspuren, rückgebaute Busbuchten, Radwegen auf Fahrstraßen und sonstigen Verkehrshindernissen immer noch mehr und der Durchgangsverkehr, der da garantiert auch nicht aus Spaß durchfährt, soll durch "Rausekeln" aus der Stadt draußen bleiben (oder sich ja am besten in Luft auflösen). Ganz nach grüner Ideologie "Wer Straßen baut wird Verkehr ernten"...



    4 mal bearbeitet, zuletzt am 21.12.16 20:07 durch McWiesel.

  2. Re: Deutschlands Straßendesign ist einfach ein Fiasko

    Autor: Moe479 22.12.16 - 03:51

    wot - wall of text.

    um das zumindest für den güterverkehr auf schiene und wasser zu beantworten, die umsetzung um mit dem lkw in punkto flexibilität zu konkuririen (das hat die bahn sehr weitreichend erprobt und in teilen geschafft) bedarf es ein schienennetz überall hin, und sonst ist sie an an der übergabe auf den lokalen lkw am detail gescheitert, denn der kommt nicht immer pünktlich und fährt nicht immer pünktlich ab ... der dafür nötige flow konnte bisher nicht realisiert werden, egal wie ausgepfeilt die technologie dazu war, sie scheiterte am faktor mensch bisher, z.b. dass übergabe listen nicht in dafür nötiger zeit von fahrern quitiert wurden ... die sache muss ja auch rechtlich belastbar bleiben ... es währe ggf. punktuell nicht so gut wenn schaumwein statt orangen im supermarkt ankommt, weil keiner genau hingesehen hat ...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.12.16 03:53 durch Moe479.

  3. Re: Deutschlands Straßendesign ist einfach ein Fiasko

    Autor: Moe479 22.12.16 - 20:10

    um deine letzten punkt mal aufzugreifen, was denkst du, was passiert, wenn du zu einem für dich interessanten ort nur noch 1 stunde anstatt 3 stunden benötigst? bist du dann nicht öfter mal geneigt den weg dorthin zu bestreiten? du kannst die ganze republik mit straße zubetonieren und es wird immer noch nicht reichen, im gegenteil du beförderst damit nur noch mehr verkehr!

    selbst wenn wir uns umherteleportieren könnten, müssten wir schauen ob dafür auch genügen energie gerade bereitsteht, das system käme, bei zurhilfenahme einer dann doch wieder endlichen ressource, bei übernutzung genauso zum erliegen.

    selbiges -wir befinden uns ja in einem it-forum- gilt für die nutzung von rechnersystemen, wenn jeder nach seinem gutdünken zugriff den neusten supercomputer der republik hätte wäre der ziemlich schnell am ende seiner leistungsfähigkeit, und da die aufgaben ja nicht unkomplexer werden, würden sehr bald auch millionen bessere supercomputer nicht reichen ... das schiebt das eigentliche problem nur auf, löst es jedoch nicht.

    also ist das verknappen der möglickeiten des einzelnen -das was du als "rausekeln" empfindest- die einzige lösung die dauerhaft bestand haben kann und zu keiner andauernden aufrüstung/belastung mit all ihren negativen auswirkungen führt, wenn wir gerecht das was da ist teilen und uns damit wenigstens zeitweilig einmal zufrieden geben können ...

    wer meint z.b. seinen hintern 3x die woche quer durch die lande in die immer gleiche richtung zu bemühen, der kann ja auch mal übers umziehen sinnieren ...

    läden können auch lokal geförderte und produzierte güter verkaufen, bayern braucht keine milch aus meklenburg und andersherum genau so, berlin keinen schinken aus dem schwarzwald, wenn man sich um den fichtenwuchs hier kümmert ...

    sachen aus der ferne sollten immer teurer bleiben als die von hier.

    wer sich gern kostengünstig von emmentaler käse ernährt nur weil er mit dem namen eine qualität verbindet, der soll gefälligst ins emmental ziehen und sich den käse dort selbst bereiten und mehr für das zeug von mischau dort bezahlen!



    4 mal bearbeitet, zuletzt am 22.12.16 20:28 durch Moe479.

  4. Bitte?

    Autor: Berner Rösti 23.12.16 - 07:02

    McWiesel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Warum muss (selbst inkl. einiger Autobahnen) jede Fernstraße grundsätzlich
    > mitten durch die Stadt bzw. Dorf führen?

    Wovon redest du? Selbst wenn die Autobahn durch eine Stadt hindurch führt, so ist sie immer noch mehrspurig und kreuzungsfrei.

    > Würde man es endlich mal verbieten die Bundesstraßen mitten durch eine
    > Ortschaft legen zu dürfen und stattdessen ein leistungsfähiges,
    > nadelörfreies Fernstraßennetz aufbauen, würde dies die Autobahen (erstrecht
    > bei Sperrungen) massiv entlasten und die Innenstädte endlich frei von
    > Überlandverkehr machen -

    Man "legt" keine Bundesstraßen durch Ortschaften – was ein Schwachsinn. Die Straßen waren schon da, als man noch mit Fuhrwerken unterwegs war. Im Gegenteil: Es werden überall seit Jahrzehnten Stück für Stück Ortsumgehungen gebaut.

    Um schnell von A nach B zu kommen, ohne durch die Ortschaften zu müssen, gibt es Autobahnen.

  5. Re: Bitte?

    Autor: McWiesel 25.12.16 - 13:12

    > Wovon redest du? Selbst wenn die Autobahn durch eine Stadt hindurch führt, so ist sie > immer noch mehrspurig und kreuzungsfrei.

    München A8, A94, A96 ..
    Stuttgart A831
    Berlin A103

    Alle mitten rein und lösen sich dann in Wohlgefallen auf bzw. enden in einer Abfolge von Ampeln, die jeden morgen für kilometerlange Rückstaus sorgen. Gut Berlin und München hat ja wenigstens ein Ring, während Stuttgart halt als Stauhauptstadt gänzlich versagt.

    Aber das ist nicht mein Hauptproblem, das sind eben städtische Fehlplanungen der letzten Jahrzehnte, die man jetzt nicht mehr korrigieren kann. Da meinte man halt, jeder will immer in die Stadt und letztendlich ist die darin endete Autobahn ja nur ein weiterer Zubringer.

    >Man "legt" keine Bundesstraßen durch Ortschaften – was ein Schwachsinn. Die Straßen waren schon da, als man noch mit Fuhrwerken unterwegs war.

    Eben und zu 50% danach nie wieder was verändert. Eine Bundesstraße könnte man als ideale als "Schnellstraße" sehen, die besonders die Regionen verbindet, wo es keine nahe Autobahn gibt. Aber nein, da hat man 5km 4 spurig ausgebaut, sogar ohne Tempolimit und danach geht's mit Tempo 30 und "Pförtnerampeln" durch ein Kaft nach dem anderen. Ich quäle mich jeden Tag durch sowas. Umgehungsstraße nicht in Sicht, u.a. weil zu größer ökologischer Eingriff. Dass jeden Morgen und Abend eine kilometerlange Blechlawine im Schritttempo Sprit verheizt, ist wohl ökologisch unbedenklich.

    Schaut man sich die Straßenkarte an, ist Deutschland voll von Ausbaulücken, Stummel-Autobahnen und Nadelöhren. Vergleicht man jedoch die Kilometer von bereits gebauten Autostraßen und eben den Nadelöhren, dann fragt man sich echt, warum es an den letzten 10% so derbe bereits seit 40 Jahren und mehr scheitert. Beispiel Bodensee: Die A98 löst sich in Wohlgefallen auf, die Lücke nördlich des Sees zur A96 ist einfach nicht geschlossen, da reicht ein einfacher Blick auf die Karte um zu sehen, dass da eben eine Seite des "Rechtecks" fehlt. Weißt Du was da zu jeder Tages und Nachtzeit an Schwerverkehr mitten durch Friedrichshafen & Co rollt? In einem potentiellen Urlaubs- und Erholungsgebiet? Weil man seit Jahrzehnten unfähig ist 30km Autobahn zu bauen. Aber dann "Umweltzonen" in Städten einrichten bishin zum blödsinnigem "Feinstaubalarm" ausrufen, weil man in den Abgasen des Durchgangsverkehrs erstickt.

    Genau das sind die Punkte, warum wir in fast allen Innenstädten so ein Verkehrsproblem haben. Locker ein Drittel bis weit über die Hälfte müsste da nicht durchfahren, wenn man endlich die Überlandstraßen daran vorbei bauen würde.



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 25.12.16 13:16 durch McWiesel.

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