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"Permanenterregte Synchronmaschine (PSM)"

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  1. Re: "Permanenterregte Synchronmaschine (PSM)"

    Autor: Luke321 11.10.18 - 22:43

    Ach schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > So wie ich deinen Link interpretiere und auch deine im anderen Ast
    > verlinkte Skizze, stellt "dein" Rotor einen Rotor wie den von mir aus der
    > Wicky verlinkten dar, mit den Unterschieden von mehr Armen, davon, dass die
    > Arme über den Rotorumfang miteinander verbunden sind und mit dem Merkmal
    > der im Rotor "begrabenen" Magnete.

    Auf die Skizzen solltest du nicht zu viel geben, in der Realität gibts da verschiedene Formen. Das ist auch kein Hexenwerk, das wird durch FEM Simulationen in die gewünschte Richtung optimiert. Gerade BMW wird da in die Werbepräsentation keinen Querschnitt ihres mühsam optimierten Rotors packen. ;-)

    > Wahrscheinlichkeit nach auch gar nicht funktionieren, da sich die
    > Feldlinien dann den direktesten Weg über den Umfang herauspicken würden,
    > wodurch sich im Rotorinnern kein Drehmoment mehr entwickeln könnte.

    Das ist ja der Punkt. Solange es einen Reluktanzunterschied in irgendeiner Form über den Drehwinkel des Rotors gibt kann man damit ein Moment erzeugen. Und eben weil die Feldlinien danach streben schön an den gebogenen Blechen entlang zu laufen folgen sie dem Erregerfeld. Und das eben nicht ruckartig durch plötzliches eingreifen anderer Feldlinien von der Seite, sondern schön gleichmäßig.

    > die Magnete zwingen die Feldlinien zu einem Weg durch die inneren Bahnen
    > des Rotors, analog zum Weg der Feldlinien durch einen Reluktanzmotor mit
    > purem Stahlkern.

    Pemanentmagnet haben eine ähnliche Permeabilität wie Luft. Das ist der Kern des Prinzips. Man kann die Hohlräume von Reluktanzmotoren ohne Probleme mit Magneten füllen, weil die sich aus Relultanz-sicht genauso verhalten wie die Hohlräume.

    > "Hybrid" stammt. "Weicher" verstehe ich ja, warum aber das Drehfeld solch
    > einer Maschine wirklich zu 100% linear verlaufen sollte, erschließt sich
    > mir nicht

    100% habe ich nicht gesagt. Eben so wie bei Synchronmaschinen. Eine leichte Restwelligkeit bleibt immer.

    > Also dann mal schauen, was Tesla dazu erfunden hat/erfunden haben will,
    > wessen dem sie ihrem Motor einen neuen Nahmen gegönnt haben.

    Den neuen Namen hat ihm BMW schon gegönnt. Als Hybrid Synchronmotoren bezeichnet man in der Technik eigentlich stromerregte Synchronmotoren.
    Es wird ziemlich sicher, auch wenn das enttäuschend sein mag, darauf hinaus laufen, dass der neue Namen bei Tesla den gleichen Grund hat wie bei BMW: Marketing. ;-)

  2. Re: "Permanenterregte Synchronmaschine (PSM)"

    Autor: Ach 11.10.18 - 23:25

    Tja, schauen wir mal :]. Das mit der mit Luft vergleichbaren Permeabilität ist, wie ich finde, dabei ne wertvolle Information.

    Übrigens setze ich mich gerade selber mit einer FEM Simulation auseinander(EMWorks via Solidworks) aus unstillbarer Neugierde, aus kreativer Verspieltheit und einem pisackendem Ideenwasserfall der einfach nicht anhalten will. Gerade im Moment lege ich mir auch alles mögliche an Material und Werkzeug zu, um mir all die Fragen zu beantworten, die mir bisher leider auch kein YT Video beantworten konnte. Eisen, Magnete, Kupfer, Netzteil Lötstation Spannungsmesser, (Mini-)Oszilloskop, Federwaage, etc. + meinem 3D Drucker natürlich, was man halt so braucht für sein privates Motorenlabor :], bin auch schon ganz kribbelig, mal schauen wie lange ich mich noch vor der Mathe drücken kann, wahrscheinlich bis zu dem Moment, ab dem ich meine ersten Messergebnisse bewerten muss...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.10.18 23:34 durch Ach.

  3. Re: "Permanenterregte Synchronmaschine (PSM)"

    Autor: Eheran 12.10.18 - 01:27

    Was für Versuche willst du denn damit machen?

  4. Re: "Permanenterregte Synchronmaschine (PSM)"

    Autor: acl 12.10.18 - 07:51

    Bei dem was man hier teilweise liest könnte man meinen, dass der ein oder andere User ein Motorentwickler ist. Aus meiner Sicht wird hier von einigen viel richtiges Fachwissen verbreitet. Das gefällt mir.

    Ich bin selbst Motor-Entwickler, allerdings für sehr kleine Leistungsklassen unter 2kw. Bei uns sind die Maschinen unter einen hohen Kostendruck, Sollen aber ,wenn es nach den Sales-Leuten geht am liebsten 200% Wirkungsgrad haben.

    Ich habe mich auch mal mit Synchronreluktanz - Maschinen beschäftigt, die ich als Ersatz zu Psm einführen wollte.

    Die Reluktanzmaschine hat im vergleich zu der PSM Vorteile auf Kostenseite. (Keine Magnete, einfachere Produktion, lässt sich einfacher Kühlen). Allerdings kann der Rotor recht aufwändig sein, und die höheren Ströme erzeugen Kosten im Umrichter.
    Im vergleich zur Asynchronmaschine ist sie günstiger und effizienter.
    Im Vergleich zu einer permanenterregten Synchronmaschine (also mit Magneten) ist sie lediglich günstiger. Aus meiner Sicht kann sie Prinzipbedingt nicht die gleichen Wirkungsgrade erzielen wie eine PSM, da man die Magnetisierung, die sonst die Magnete erzeugen, über einen Statorstrom aufbringen muss (-> Verluste im Stator und Umrichter).

    Im System betrachtet hat die PSM für mich das beste Kosten/Wirkungsgrad Verhältnis, Da man in unserer Leistungsklasse selbst PSM Motoren mit Ferriten einen Besseren Wirkungsgrad haben (mag bei Teslas Leistungsklasse anders sein). Man kann Synchrone-Reluktanzmaschinen nur mit eingezogenen Wicklungen betreiben (Mehr Kupfer -> schlechterer Wirkungsgrad , höhere Kosten) und kann (zu dem damaligen Zeitpunkt) die synchrone Reluktanzmaschine nur mit FOC oder dergleichen Betreiben, statt mit nen einfachen Sixstep Bldc Controll , was wiederum Kosten auf der Umrichter Seite erzeugt.

    Es kommt drauf an welches Optimierungsziel Tesla gesetzt hat? Kosten? Dann könnte die SyncRel im Vorteil (gegenüber ASM und PSM) sein (es sei den die höheren Ströme der SynRel erfordern so viel mehr Silizium, dass der Kostenvorteil im Umrichter aufgefressen werden). Wenn der Wirkungsgrad das Ziel war (-> Reichweite) dann ist die PSM eindeutig und ohne Zweifel im Vorteil .

    Wie seht ihr das?



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 12.10.18 08:04 durch acl.

  5. Re: "Permanenterregte Synchronmaschine (PSM)"

    Autor: Eheran 12.10.18 - 09:51

    Könntest du vielleicht ein paar Effizienzen in den Raum werfen? Was hat welcher Motor etwa?

  6. Re: "Permanenterregte Synchronmaschine (PSM)"

    Autor: M.P. 12.10.18 - 10:02

    Selbst Golem schrieb - die UPS Elektrofahrzeuge haben auch einen Reluktanzmotor...

    Aber wahrscheinlich ist die von Musk geadelte Tesla - Reluktanz eine ganz andere.

    Walzer ist ja auch ein ganz anderer Tanz als Tango ;-)

  7. Re: "Permanenterregte Synchronmaschine (PSM)"

    Autor: Onkel Ho 12.10.18 - 11:01

    Hi,
    ich hab das mal ne frage an euch wegen des Wirkungsgrades. Ist diese Angabe von 90% und mehr nicht völlig nichtssagend, da die Effizienz abhängig davon ist, was man da ranhängt?

    ich weiß nicht, ob das Vergleichbar ist, aber im Modellbaubereich sind die BL-Motoren meistens mit höherer Drehzahl und an höherer Belastung meistens ineffizienter, wobei der Grund dafür nicht der Motor selbst ist, sondern mehr die bewegte Masse. Also wenn wir von der gleichen Schubkraft ausgehen, ist bei Flugzeugen ein größerer aber langsamer Prop immer effizienter als ein kleiner schneller für die gleiche Schubkraft.
    Dazu kommt, dass die Effizienz sinkt, je mehr der Motor an sein Amp-Limit kommt bis zu dem Punkt, wo der Wirkungsgrad 0 ist, weil die Drähte durchgeschmort sind... :D

    Will sagen - ist die Effizienz am Ende nicht vor allem abhängig vom Gesamtsystem? Also mag ja sein, dass der Motor ohne irgendwas drann einen Wirkungsgrad von 90% hat. Sobald der aber irgendwas bewegen muss, haste doch immer mehr Verluste. Daher wird im Modellbau die Effizienz immer an verschiedenen Props angegeben und nicht im Leerlauf.

    Könnte daher ein Motor X mit sagen wir 90% Wirkungsgrad im Leerlauf unter einer Last von 100 Amps nicht ineffizienter laufen als ein Motor Y mit einem Wirkungsgrad im Leerlauf von 85% unter der gleichen Belastung von 100 Amp?

    Daher verstehe ich nicht ganz wie man das bei E-Autos macht? Ist 90% der Wirkungsgrad vom Gesamtsystem oder nur vom Motor ohne irgendeine Belastung? Oder bei einer vorher genormten Belastung von Schub an X Watt?



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 12.10.18 11:08 durch Onkel Ho.

  8. Re: "Permanenterregte Synchronmaschine (PSM)"

    Autor: acl 12.10.18 - 11:13

    Eheran schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Könntest du vielleicht ein paar Effizienzen in den Raum werfen? Was hat
    > welcher Motor etwa?

    Das kann man so pauschal nicht beantworten. Viel zu viele Faktoren bestimmen den maximalen Wirkungsgrad eines Motors.


    Man könnte vielleicht sagen, dass der maximalen Wirkungsgrad (in "meiner Leistungsklasse" bei 2KW ) bei etwa 96% liegt, mehr wäre möglich, wird vom Kunden aber nicht bezahlt (weil zu teuer).
    Unser bester Motor (etwa 200W) hat knapp 94-95%. Das ist kein Geheimnis, der ist am Markt verfügbar, kann gekauft werden, und mit den richtigen Mitteln auf einen Prüfstand vermessen werden. Von daher verrate ich da keine Geheimnisse.

    Ein anderer Motor hat deutlich weniger Power mit einen kleineren wirkungsgrad im 80er Bereich, dort hat man aber die Baugröße wichtiger Bewertet, sodass weniger Platz vorhanden war um einen guten Wirkungsgrad zu erzielen.

    Generell würde ich sagen die permanent erregten Synchronmaschinen können den höchsten Wirkungsgrad erzielen. Danach komm die synchron(!) Reluktanzmaschinen (bitte nicht mit geschalteten Reluktanzmaschinen verwechseln), und danach die Asynchronmaschinen.

    Mit einer PSM als Antriebsmotor im KFZ sollte man ohne Probleme 97-98% erzielen (wobei man auf der Kosten / Wirkungsgrad Pareto-Front noch nicht in dem Steilen Teil nach dem Knick ist, umgangssprachlich gesprochen.)

    Nebenbei, mir fällt immer wieder auf, dass im Automotive Sektor Techniken als der Neuste Sche..iß verkauft werden, die bei Leuten mit Fachwissen bereits min. ein Jahrzehnt bekannt sind.


    Schöne Grüße

  9. Re: "Permanenterregte Synchronmaschine (PSM)"

    Autor: acl 12.10.18 - 11:26

    Onkel Ho schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    Bitte beschäftige dich mal mit dem Begriff Wirkungsgrad.

    Der Wirkungsgrad ist definiert als Verhätlnis von Ausgangsleistung zu Eingangsleistung.
    Im Leerlauf hast du immer einen sehr niedrigen Wirkungsgrad, da du keine Ausgangsleistung hast, und nur die Leerlaufverluste (bei BLDC die Eisenverluste) als Eingangsleistung.

    Sprechen wir mal von einen Motor bei fester Drehzahl:
    Im Leerlauf ist der Wirkungsgrad schlecht. bei Steigender Belastung (Drehmoment) steigt auch der Wirkungsgrad auf einen vom Design abhängigen Wert. Mit der steigenden Last steigen auch die Kupferverluste während die Eisenverluste nahezu konstant bleiben).
    Das ist auch der Grund warum der Wirkungsgrad mit steigender Belastung schlechter wird , man drückt immer mehr Strom in den Motor (was quadratisch die Kupferverluste steigen lässt), das Drehmoment steigt aber nur linear mit dem Strom. Daher sinkt mit steigendem Drehmoment der Wirkungsgrad.

    Bringt man dann noch die Drehzahl ein wird es noch komplizierter, und läst sich vermutlich nicht pauschal Beantworten. Aus meiner Erfahrung steigt der Wirkungsgrad (bei gleichen Drehmoment, aber steigender Drehzahl) bis zu einen bestimmten Punkt, an dem dann die Eisenverluste Dominieren. Dann fällt der Wirkungsgrad wieder ab. Das ist aber sehr Design Abhänging.


    Wie die Wirkungsgrade im Automotive Sektor definiert sind weiß ich nicht, Kann sein, dass die auf ein bestimmten Nennpunkt(Temperatur, Drehzahl / Drehmoment) definiert sind oder aber für einen gewissen Testzyklus.

  10. Re: "Permanenterregte Synchronmaschine (PSM)"

    Autor: Onkel Ho 12.10.18 - 11:49

    Hallo,
    Danke für die Erklärung - beschäftigen werde ich mich nicht damit, dafür fehlt mir die Zeit und die Lust.
    Mir ging es nur um eine grobe Erklärung - danke dir daher.
    Wäre ja dann Mal interessant zu wissen, wie das im Autobereich gemessen wird.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 12.10.18 11:51 durch Onkel Ho.

  11. Re: "Permanenterregte Synchronmaschine (PSM)"

    Autor: Luke321 12.10.18 - 11:50

    acl schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich bin selbst Motor-Entwickler, allerdings für sehr kleine

    Sehr cool. Ich bin mittlerweile eher in der Antriebsregelung zuhause.

    > Leistungsklassen unter 2kw. Bei uns sind die Maschinen unter einen hohen
    > Kostendruck, Sollen aber ,wenn es nach den Sales-Leuten geht am liebsten
    > 200% Wirkungsgrad haben.

    Klassiker. Und am besten soll man bei der Produktion noch Geld raus bekommen. ;-)

    > Kühlen). Allerdings kann der Rotor recht aufwändig sein, und die höheren
    > Ströme erzeugen Kosten im Umrichter.

    Da bin ich bei den Model 3/BMW Motoren auch skeptisch. Ich bin mir nicht sicher ob das dort investierte Geld, gerade beim Auto, nicht in Leichtbau o.ä. besser aufgehoben wäre.

    > Magneten) ist sie lediglich günstiger. Aus meiner Sicht kann sie
    > Prinzipbedingt nicht die gleichen Wirkungsgrade erzielen wie eine PSM, da
    > man die Magnetisierung, die sonst die Magnete erzeugen, über einen
    > Statorstrom aufbringen muss

    Ja das stimmt, aber soweit ich das richtig in Erinnerung habe kann die Kombination von Permanentmagneten und Reluktanz bei höheren Drehzahlen effizienter sein, da die Feldschwächung durch den Reluktanzanteil am Drehmoment höher ausfallen kann, als wenn man nur die Magnete hätte.



    > Im System betrachtet hat die PSM für mich das beste Kosten/Wirkungsgrad
    > Verhältnis [...]
    > Man kann Synchrone-Reluktanzmaschinen nur mit eingezogenen [...]

    Würde ich unterschreiben.

    > Wie seht ihr das?

    Nun ich habe es schon angedeutet, aber ich glaube man tut sich da beim Auto keinen Gefallen, wenn man sich zu stark auf den Antriebsstrang fokussiert. Ich halte es durchaus für möglich, dass man mit Umrichtern und ASM von der Stange bessere Ergebnisse erzielen kann, wenn man das dort gesparte Geld in Gewichtsreduktion und Aerodynamik des Fahrzeugs steckt. So genau wissen tut das aber wahrscheinlich keiner. ;-)

  12. Re: "Permanenterregte Synchronmaschine (PSM)"

    Autor: apedev 12.10.18 - 12:08

    Hier noch ein Artikel, der sicher tiefer mit dem Motor des Model 3 und der Wissenschaft dahinter beschäftigt.

    https://cleantechnica.com/2018/03/11/tesla-model-3-motor-in-depth/

    Have fun!

  13. Re: "Permanenterregte Synchronmaschine (PSM)"

    Autor: Ach 12.10.18 - 12:29

    Eheran schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Was für Versuche willst du denn damit machen?

    Also an vorderster Front interessiert mich das kontraintuitive Wechselspiel zwischen Strom in der Spule und magnetischer Wirkung, der magnetisch-elektrisch-mechanische Energieaustausch mit Eisenelementen, die man durch eine Spule bewegt oder an ihr vorbei, die Eigenschaften von Luftspulen und die Energie-, bzw. Energieimpulsübertragung von Spule zu Spule. Die Elektromagnetische "Federung" oder auch "Waage" oder "Wippe", wenn man eine Spule mit ihren zwei Enden mit einem Kondensator verbindet, ist auch interessant, und die Streuung, der Energieabfall, die Effizienzen und die Steuerbarkeit in und von diesen ganzen Konstruktionen.

    Vielleicht später einmal die Antwort auf die Frage, ob Mathematica recht behält und sich ein Reluktanzmotor via einer Ansteuerung mit 6 Phasen im Abstand von dann 60° tatsächlich merklich beruhigen lässt. Aber da mache ich mit nix vor, das wäre dann tatsächliche eine sehr, sehr ordentliche bauliche wie auch elektrotechnische Herausforderung, vor allem auch zeitliche, selbst wenn man nicht mehr als einen Versuchsaufbau nur zum herausfinden der Effekte von sechs Wechselstromphasen Phasen realisieren wollte. Wobei, wenn es baulich zu hart wird, ja immer die Möglichkeit besteht, sich Metallprofile lasern zu lassen für eigentlich sehr moderates Geld...

    So in die Richtung :].

  14. Re: "Permanenterregte Synchronmaschine (PSM)"

    Autor: M.P. 12.10.18 - 12:55

    Die Permanenterregten Motoren haben natürlich den Nachteil, dass die Magnet-Rohstoffe knapp sind, und es in vielen Bereichen neben reinen Elektrofahrzeugen eine immer stärkere Nachfrage gibt: Windkraftanlagen, Hybrid-Antriebstechnik, Schiffsantriebe, Unterhaltungseletronik usw. Selbst im Schienenverkehr möchte man Motoren mit optimalem Wirkungsgrad ...

    Und wenn man dann auf weniger gute permanentmagnetische Legierungen mit günstigeren Rohstoffen geht, sinkt die Feldstärke und der erzielbare Wirkungsgrad.

    Ich zweifele, ob es möglich ist, den ganzen Verbrennungssmotor-PKW-Bestand der Welt sukzessive mit Elektroautos mit permanenterregten Motoren zu substituieren ...
    Da sind einige Rohstoffe deutlich kritischer, als das Lithium für die Akkus ...

  15. Re: "Permanenterregte Synchronmaschine (PSM)"

    Autor: acl 12.10.18 - 13:05

    Das gilt nur für die Selten-Erd-Magnete (NdFeB, so genannte Neodym-Magnete und die SmCo, Samarium Cobalt Magnete).

    Ferritmagnete sind in unmengen vorhanden, haben aber wie du schon richtig gesagt hast, eine kleinere Feldstärke (eigentlich gespeicherte Energie).

    Ich bin aber der Meinung, dass man auch mit Ferrit-Magneten Motoren/Generatoren mit hohem Wirkungsgrad bauen kann.

    Darüberhinaus sind die Chinesen damit beschäftigt, Materialien zu entwickeln, die weniger NdFeB nutzen und trotzdem noch gute Werte im Vergleich zu reinen NdFeB Magnete haben.

    Besonders spannend finde ich in diesem Zusammenhang so genannte Variable Flux Machines.
    Da nimmt man Magnete mit einer geringen Koerzivitätfeldstärke (also einer geringen Widerstandskraft gegen Entmagnetisieren) und magnetisiert die Magnete je nach Bedarf Auf oder Ab , und das Ganze Online im Betrieb der Maschine. Ich glaube da werden AlNiCo Magnete (billig) genutzt)

    DAS ist aktuell heißer Schei..ß, den die Fahrzeugbranche vermutlich in 15 Jahren als neuen Trend entdecken wird.


    Edit: Zum Thema Magnete, Selbst die Seltenen Erd Magnete sind eigentlich nicht selten, Es gibt nur aktuell wenige Mienen dafür, da sich der Abbau aktuell nicht lohnt. Es gibt Mienen in Australien und Südafrika die aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen wurden.



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 12.10.18 13:21 durch acl.

  16. Re: "Permanenterregte Synchronmaschine (PSM)"

    Autor: Luke321 12.10.18 - 13:18

    M.P. schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Permanenterregten Motoren haben natürlich den Nachteil, dass die
    > Magnet-Rohstoffe knapp sind,

    Zusätzlich zu dem was was acl geschrieben hat, würde ich das zunächst erstmal nicht überbewerten.
    Wenn man von irgendeinem Rohstoff mehr braucht heißt es erstmal immer, dass er knapp wird. Ausgegangen ist uns bisher aber eigentlich noch nichts.
    Wenn man jemandem vor 100 Jahren gesagt hätte wie viel Öl wir mal verbrauchen, hätte der das auch nicht für möglich gehalten.

  17. Re: "Permanenterregte Synchronmaschine (PSM)"

    Autor: Ach 12.10.18 - 14:04

    Ja woher sollte man auch die ganzen Wale nehmen? :]

  18. Re: "Permanenterregte Synchronmaschine (PSM)"

    Autor: Kay_Ahnung 12.10.18 - 14:14

    Ach schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ja woher sollte man auch die ganzen Wale nehmen? :]

    +1 :D:D:D

  19. Re: "Permanenterregte Synchronmaschine (PSM)"

    Autor: Ach 12.10.18 - 15:02

    Tja, und ich bin mir auch ziemlich sicher, dass wenn man das mit dem Öl aus der Tiefe damals übersehen hätte, die internationale Einheit zur Angabe der Verbraucheffizienz von PKWs aktuell in Meilen pro Fisch festgehalten würde, dass die Benutzung von Automobilen nach wie vor eine elitäre Angelegenheit wäre, dass man sich aber schon sehr viel früher mit der wissenschaftlichen Effizienzoptimierung von Motoren beschäftigt hätte und entsprechend früher sparsamer unterwegs gewesen wäre, wenn auch viele nach wie vor mit dem Pferd oder Esel, was aber umwelttechnisch so schlecht ja gar nicht wäre!(in London gab es eine Zeit lang sogar mal ein Pferde-betriebenes Trambahnennetz durch die ganze Stadt und bis in die Außenbezierke).

  20. Re: "Permanenterregte Synchronmaschine (PSM)"

    Autor: Ach 13.10.18 - 01:10

    Ich wollte mal noch danke schön sagen. So Storys wie mit der steuerbaren Magnetisierung oder dass man aus mathematischer Sicht statt Luft genauso gut Magnet nehmen kann u. Ä. Dinge, sowas fasziniert mich so sehr, dass ich es wohl ein leben lange nicht mehr aus meinem Kopf bekommen werde. Diesen Geschichten könnte ich stundenlang zuhören ohne dass mir jemals langweilig würde.

    Eine praktische Frage hab ich noch. BLDC Controller findet man ja überall in so ziemlich allen vorstellbaren Formen und Größen, aber bei Drehstrom Controllern wird die Luft plötzlich sehr dünn, gerade bei Controllern für kleine Motoren unter 500 Watt. Da führt wohl kein Weg vorbei am Selber Machen? Schaltpläne für sowas findet man ja. Was ich mir dabei schon abgeschminkt habe ist, so etwas mit einem Arduino umzusetzen, weil der dann wohl doch an seine Geschwindigkeitsgrenzen kommen würde bei der Singnalaufbereitung. Zwar findet man schnellere Alternativen, alle auf Linuxbasis, aber dann frage ich mich, warum man nicht gleich seinen PC nehmen sollte um mit diesem die drei PWM Signale zu erzeugen und an die Moßfet Treiberstufe(n) auszugeben, zumindest solange man den Motor noch entwickelt. Geht das? Vielleicht auch in der Form, dass man die Signale via USB ausgibt an einen Arduino aber diesen Arduino dann nur das Signal durchschleifen lässt oder geht das auch direkt via USB an die Treiberstufe?

    Und gestern hab ich mich mal nach Tesla Metern umgeschaut, mit denen man Magnetfelder ja direkt messen kann. Unter 120¤ war da eigentlich nix, so dass was Brauchbares vielleicht erst bei 150/200¤ beginnt? Musste ich halt schon mal schlucken, weil ich nicht weiß wie oft ich so ein Teil einsetzen würde, interessant ist das natürlich allemal. Werd mir dann aber mal in jedem Fall solche in-Öl-schwimmende-Eisenspäne-zwischen-zwei-Glasscheibenchen kaufen, wo ich gerade dran denke. Ich will mir einfach ein Bild davon machen, was wo wie wann passiert.

    Mein Face-Palm Erlebnis hatte ich dann gestern gleich auch. Hatte ich mich schon gewundert, warum meine 20 kleinen Scheibenmagnete denn so billig waren. Das war, weil ich den Durchmesser mit der Dicke vertauschte, jetzt habe ich 20 kleine Stabmagnetchen(da sich das aber im Kostenrahmen von unter 10¤ abspielte, sind die nun eben Teil meiner Sammlung).

    Ok, so long, friemle ich mich zur Abwechslung mal etwas durch den nicht magnetischen Rest meines Daseins...

    Viel Erfolg und Spaß noch mit euren Motoren, LG und alles Gute :]

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