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Bahn hat nichts mit Umweltschutz zu tun

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  1. Bahn hat nichts mit Umweltschutz zu tun

    Autor: McWiesel 16.01.19 - 21:47

    Wenn man die Schiene so ausbauen würde, dass sie den LKW großflächig ersetzen kann, dann würde man Deutschland landschaftlich kaum wiedererkennen. Es ist die Bahn, die ein ziemliches Problem mit Steigungen, engen Kurvenradien, Alternativrouten und verschiedenen Geschwindigkeiten hat.
    Während eine normale Straße im Landschaftsbild nicht weiter auffällt, sind es viel mehr die Eisenbahnlinien, die möglichst geradlinig die Landschaft zerschneiden und schlimmere Schneißen als Flüsse oder Autobahnen hinterlassen, die oft auf dutzende Kilometer nicht überschritten werden können und gigantische Brücken- und Tunnelbauwerke erfordern, die man für eine Straße niemals bauen müsste. Auch nicht für eine Oberleitungs-Straße.

    Die mangelnde Flexibilität kann man allenfalls nur mit hohen Geschwindigkeiten aufwiegen, also braucht man diese Schnellbahnstrecken, irgendeine unauffällige, eingleisige Schlangenlinienbahn bis ins letzte Eck der Walachei wird niemals zeitmäßig ein LKW oder gar ein Auto sinnvoll ersetzen können. Daher sind das auch die Strecken, die bald wieder stillgelegt wurden.

    Die Bahn ist im engen Deutschland letztlich obsolet. In Frankreich oder anderen Ländern, wo man relativ einfach Schienen auf flaches Land bauen kann, sieht das noch anders aus. Aber hier ist für ein leistungsfähiges, oberirdisches Schienennetz schlichtweg kein Platz. Das kann sich nur auf ein paar wenigen Strecken zwischen Großregionen beschränken.

    Also muss man Alternativen finden, die flexibel und leistungsfähig genug sind, um den klassischen Diesel-LKW zu modernisieren. Und neben elektrischen Oberleitungen ist die autonome Kolonnenfahrt wohl die Möglichkeit die Leistungsfähigkeit bei besserer Umweltbilanz zu steigern.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 16.01.19 21:49 durch McWiesel.

  2. Re: Bahn hat nichts mit Umweltschutz zu tun

    Autor: M.P. 16.01.19 - 23:14

    Steile Thesen, die Du da vertrittst ...

    Da die Schweiz ja noch kleiner und bergiger, als Deutschland ist, hätten die statt dem Gotthard-Basistunnel ein paar Autobahnen mehr über den Alpenhauptkamm legen sollen?

    Zum Glück gibt es in der Schweiz viel mehr direkte Demokratie, als hier in Deutschland ...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 16.01.19 23:17 durch M.P..

  3. Re: Bahn hat nichts mit Umweltschutz zu tun

    Autor: grumbazor 17.01.19 - 06:52

    mal die Kapazitäten verglichen? Eine Bahnstrecke hat bei geringerem Platzbedarf eine deutlich höhere Kapazität als eine Straße. Offensichtlich hat die verfehlte Verkehrspolitik aber bereits dazu geführt, dass zugestaute Straßen und vielbefahrene Autobahnen als völlig normal und alternativlos wahrgenommen werden, während Bahnstrecken das Landschaftsbild verschandeln.

  4. Re: Bahn hat nichts mit Umweltschutz zu tun

    Autor: McWiesel 17.01.19 - 07:17

    Die Landschaftseingriffe in der Schweiz kann man schon als beträchtlich bezeichnen. Obwohl da gleich die richtige Lösung statt irgendein fauler Sparkompromiss gebaut wird. Ein Entwicklungsland wie Deutschland kann sich so viele Tunnels und Brücken auf engem Raum auch gar nicht leisten, da ist die Straße (die engere Kurven und höhere Steigungen erlaubt) tatsächlich deutlich billiger als ein Eisenbahntunnel.
    Außerdem sind viele Verkehrswege in der Schweiz dafür ausgelegt den Verkehr möglichst schnell durchzuleiten. In Deutschland funktioniert das Netz leider doch etwas anders. Daher machen hier auch Hochgeschwindigkeitszuege weniger Sinn als in Frankreich oder Japan, da das Aufladen auf einen Zug und die Ladung oder Passagiere 600km weit schnell zu transportieren gar nicht möglich ist. Viel zu viele Engstellen, seien es Städte oder Berge, da kann der Zug kaum seine Geschwindigkeit ausspielen.
    Selbst der lokale S-Bahnverkehr braucht im Vergleich zum Auto viel zu lange, u. a. weil viel zu oft gehalten werden muss und man dann dennoch nicht nah genug am Ziel ankommt (oft also doch für die letzten 5km ein Auto/Fahrrad/Bus braucht), während das Auto den direkten Weg nimmt. Und genau das ist der größte Nachteil der Bahn, der nur durch hohe Geschwindigkeiten ausgeglichen werden könnte, die aber auch nicht gefahren werden können. Da beißt sich die Katze innen Schwanz.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.01.19 07:23 durch McWiesel.

  5. Re: Bahn hat nichts mit Umweltschutz zu tun

    Autor: DAASSI 17.01.19 - 07:50

    Kopfschüttel…. die S-Bahn ist langsamer als das Auto... Bei meinem täglichen Arbeitsweg (ca. 40km) ist es nicht möglich mit dem Auto schneller zu sein. Für 2 Stationen (ca 11km) braucht die Bahn auf der Strecke 6min, mit dem Auto müsste man da mit ca. 150km/h über die (exakt parallel verlaufende) Landstraße heizen. Über die komplette Strecke (Bahn 25min) kann man sich gerne auf die (parallel verlaufende) A5 stürzen, viel Spaß. Mit dem Motorrad und einer Bleihand habe ich es mal auf 35min geschafft...

    Mal abgesehen davon ist die Kapazität einer 2 gleisigen Schienenstrecke höher als die einer 4 spurigen Autobahn (maximaler Zugtakt sind etwa alle 5min, theoretisch kann man also alle 5min einen 1000t-Nutzlast-Zug fahren lassen, ergibt 24.000t pro Stunde insgesamt - viel Spaß mit den 40t-LKW)

  6. Re: Bahn hat nichts mit Umweltschutz zu tun

    Autor: McWiesel 17.01.19 - 08:11

    Rechne bitte bei der S-Bahn mit Tür zu Tür und nicht nur die reine Fahrzeit, die die Bahn tatsächlich fährt. Also Fußweg, Fahrt zum PR Platz, Wartezeit, Umsteigezeit, Weg vom Zielbahnhof zum Zielort, da ist man ganz schnell mal bei 1,5h für 30km. Wenn man verdammt viel Glück hat oder direkt in der Innenstadt arbeitet bringt die Bahn ein Zeitvorteil, aber sehr oft wäre selbst ein unterbrechungssfrei und direkt zum Ziel fahrendes E-Fahrrad mit 25km/h schneller, weil man durch die Unflexibilitaet der S-Bahn so viel Zeit kaputt macht. Da hilft es dann auch nichts, wenn sie mal 2 Minuten 80 km/h fährt. Die letzte Meile zum Ziel macht dann auch bei Fernverkehr jeden Zeitvorteil, den ein Schnellzug rausgefahren hat, kaputt.
    Sofern man kein Parkplatz oder ein richtiges Verkehrsproblem hat, gewinnt das Auto.



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 17.01.19 08:20 durch McWiesel.

  7. Re: Bahn hat nichts mit Umweltschutz zu tun

    Autor: M.P. 17.01.19 - 08:41

    Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass eine leistungsfähige Güterbahnstrecke zur Entlastung der "Warschauer Allee" A2 ein Segen wäre.... Aber die Niederländer haben bzgl. der Betuwe-Linie geliefert .... in Deutschland zieht es sich, wie Kaugummi ...

    In 10...20 Jahren bauen die Chinesen womöglich die fehlenden Strecken ohne groß zu fragen ...

  8. Re: Bahn hat nichts mit Umweltschutz zu tun

    Autor: M.P. 17.01.19 - 08:55

    Wenn Du beim Auto die Kurverei durch die Nebenstraßen um Deinen Arbeitsplatzes zur Suche eines Parkplatzes und den anschließenden Fußweg zum Arbeitsplatz mit einrechnest.

    Bevor ich mir auf einem Parkplatz für teures Geld einen Stellplatz gemietet habe, und stattdessen herumgekurvt bin, hat es von "bin vor der Haustür" bist "Sitze am Schreibtisch" häufig auch 15 ... 20 Minuten gedauert ...

    Heute sind es reproduzierbar 6 ... 8 Minuten, weil es 600 Meter Fußweg mit ein paar sehr autofreundlichen Ampeln auf dem Weg gibt. Da muss man, wenn man Pech hat zwei Grünphasen für die den Fußgängerüberweg querenden Autos abwarten, bevor die Ampel für die Fußgänger erstmalig grün zeigt.
    Trotzdem bin ich mit dem Auto schneller, als mit dem ÖPNV.

  9. Re: Bahn hat nichts mit Umweltschutz zu tun

    Autor: Railfriend 17.01.19 - 09:32

    Nun ja, der Fahrwiderstand des Rad-Schienesystems ist über 4 mal geringer als beim Gummirad auf Asphalt, D.d. der Energiebedarf ist um die Faktor geringer. Da Bahnfahrzeuge viel größeren Längskräften standhalten müssen als Straßenfahrzeuge, ist der Energiebedarf real je nach Personen- oder Güterverkehr immer noch um den Faktor 3 geringer. Eine gewisse Ausnahme ist hier der vollbesetzte Fernbus, der zum einen durch sein geringes Sitzplatz-Gewicht weniger CO2 als ein normal besetzter ICE ausstößt - aber auch dessen höhere Geschwindigkeit hat ihren Preis.
    Allerdings kommt es auch auf die eingesetzten Energieträger an: Nichtelektrische Antriebe kommen ohne derzeitigen Kohle- und Atomstromanteil im Strommix aus und sind auch nicht grundsätzlich an fossile Kraftstoffe gebunden. Gefördert wird allerdings primär die E-Mobilität, wodurch der Antriebs-Systemwettbewerb im Straßen- und Schienenverkehr gezielt verzerrt wird.

  10. Re: Bahn hat nichts mit Umweltschutz zu tun

    Autor: Railfriend 17.01.19 - 10:08

    Selbstverständlich ist eine Bahnstrecke leistungsfähiger als eine vergleichbar breite Straße, Allerdings benötigt el. Bahnverkehr auch eigene Stromtrassen, deren Länge in D etwa 40 % der el. Bahnstrecken beträgt (8000 km Stromtrasse/ 20.000 km Strecke). Auch die benötigte Fahrwegbreite einschließlich benötiger Schutzstreifen ist bei el. Bahnstrecken größer als bei oberleitungsfreien, deren nutzbare Höhe zudem häufig größer ist.
    Der Güterbahnverkehr ist u.a. daher in den USA viel leistungsfähiger als auf den vermeintlich technologisch überlegenen europäischen Bahnen.

  11. Re: Bahn hat nichts mit Umweltschutz zu tun

    Autor: mfeldt 17.01.19 - 11:03

    McWiesel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Während eine normale Straße im Landschaftsbild nicht weiter auffällt, sind
    > es viel mehr die Eisenbahnlinien, die möglichst geradlinig die Landschaft
    > zerschneiden und schlimmere Schneißen als Flüsse oder Autobahnen
    > hinterlassen, die oft auf dutzende Kilometer nicht überschritten werden
    > können und gigantische Brücken- und Tunnelbauwerke erfordern, die man für
    > eine Straße niemals bauen müsste. Auch nicht für eine Oberleitungs-Straße.
    >
    Die Bermekung ist ja nun wirklich absolut daneben. Selbst hochgeschwindigkeits-Bahnlinien fallen im Vergleich zu einer Autobahn kaum auf:

    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/c/cf/Werratalbr%C3%BCcke_Jun08.jpg/220px-Werratalbr%C3%BCcke_Jun08.jpg

    http://www.montabaur.de/montabaur/de/WIRTSCHAFT%20&%20WOHNEN/Wirtschaft/ICE-Park%20Montabaur/Das%20Projekt/Sonstiges/ICE-Strecke%20K%C3%B6ln-Frankfurt/luftbild%20ice-strecke.JPG

    Und auch "normale Straßen" sind heute weit zerstörerischer als Bahnlinien:

    http://www.eisenbahnwelten.de/ds_online/425_rb_rzw_26sep09.jpg

  12. Re: Bahn hat nichts mit Umweltschutz zu tun

    Autor: mfeldt 17.01.19 - 11:11

    McWiesel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Rechne bitte bei der S-Bahn mit Tür zu Tür und nicht nur die reine
    > Fahrzeit, die die Bahn tatsächlich fährt. Also Fußweg, Fahrt zum PR Platz,
    > Wartezeit, Umsteigezeit, Weg vom Zielbahnhof zum Zielort, da ist man ganz
    > schnell mal bei 1,5h für 30km.

    Tür-zu-Tür inklusive Parkplatzsuche? Keine Chance für das Auto!

    S-Bahnen fahren nicht von Tür zu Tür, aber mit dem Auto zur S-Bahn Station und dann bis zur Zieltür in der Stadt - probier's einfach mal aus. Ich hab' einmal versucht einen in Mannheim knapp verpaßten Zug mit dem Auto über die A6 in Kaiserslautern noch zu kriegen - trotz 170Km/h keine Chance, dabei fahren die Züge dort nichtmal besonders schnell.

    Tür-zu-Tür ist nämlich auch mit dem Auto nicht schnell wenn man erstmal in städtisches Gebiet kommt.

    In Berlin ist das einzige Verkehrsmittel, welches es Geschwindigkeitsmäßig mit U- und S-Bahn aufnehmen kann das Fahrrad! Autofahrer brauchen in der Regel länger für die Parkplatzsuche als Radfahrer für die ganze Strecke.

  13. Re: Bahn hat nichts mit Umweltschutz zu tun

    Autor: Railfriend 17.01.19 - 11:34

    Das ist nur teilweise richtig.
    Im überwiegend elektrischen Bahnverkehr kommen laut EBA etwa 10 mal mehr Vögel und 4 mal mehr Hirsche je Streckenkm um als auf der Straße.

  14. Re: Bahn hat nichts mit Umweltschutz zu tun

    Autor: M.P. 18.01.19 - 07:44

    Dafür hätte ich gerne eine Quelle

  15. Re: Bahn hat nichts mit Umweltschutz zu tun

    Autor: Railfriend 18.01.19 - 08:57

    Gerne, Google findet unter: Roll, EBA, Wirkungsprognose,
    Herr Roll, EBA, empfiehlt desweiteren die Entwicklung oberleitungsfreier Antriebe, da elektrischer Bahnbetrieb klimawandelbedingt immer häufiger gestört wird. Quelle ETR 11/2009, S. 606 ff
    Für Obrleitungsausfälle sind aber auch Vögel, Kinderballons, Vandalismus, Instandhaltungsmängel, Kupferdiebstahl usw. verantwortlich.
    Ein weiteres Thema wären Bahnstromunfallrisiken. Durchschnittlich alle 2 Wochen passiert in D ein Bahnstrompersonenunfall. Hinzu kommen Brand- und Explosionsrisken, wobei strombedingt zusätzliche Lösch- und Evakuierungsgefahren bestehen. Der letzte ICE-Brand verlief nur durch günstige Umstände glimpflich.

  16. Re: Bahn hat nichts mit Umweltschutz zu tun

    Autor: M.P. 18.01.19 - 15:07

    Traue keiner Statistik, die du nicht selber zurechtgeschustert hast:
    Alleine, dass das Straßennetz der Schweiz mit ca 70000 km deutlich länger ist, als das Schienennetz mit 5100 km sagt ja schon einiges aus.
    Wenn man die Streckenbezogenen Wildunfälle auf Schweizer Autobahnen und Straßen der darunterliegenden Kategorie mit denen auf Schweizer Bahnstrecken vergleicht, wird man wahrscheinlich zu dem Ergebnis kommen zuerst die Autobahnen und überregionalen Straßen zu entschärfen.

    Und Taigatrommeln anzuschaffen, weil dank Lärmarmut auf elektrifizierten Strecken zu viele Wild-Unfälle passieren, könnte bei den Anwohnern auf wenig Gegenliebe stoßen ...

  17. Re: Bahn hat nichts mit Umweltschutz zu tun

    Autor: Railfriend 18.01.19 - 16:11

    Falls Sie es übersehen haben: Meine Antwort und Quelle bezieht sich auf D.
    Wenn Sie die Quelle lesen, werden Sie auch feststellen, dass die Vogelopfer sowohl durch Stromschlag und durch Kollision verursacht werden. Oberleitungsfreier Bahnverkehr tötet schwerlich durch Stromschlag und auch Vogelkollisionen mit Zügen passieren hier weitaus seltener. Denn Oberleitungsanlagen ziehen Vögel bei der Nahrungssuche an (Sitzgelegenheit Fahrleitungsmasten, Aas aus vorangegangenen Vogelunfällen) und bei herannahenden Zügen behindert die Oberleitung dann die Flucht.
    Ihre Argumente gehen daher ins Leere.

  18. Re: Bahn hat nichts mit Umweltschutz zu tun

    Autor: sebastilahn 25.01.19 - 19:09

    McWiesel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Und neben
    > elektrischen Oberleitungen ist die autonome Kolonnenfahrt wohl die
    > Möglichkeit die Leistungsfähigkeit bei besserer Umweltbilanz zu steigern.

    Mitbekommen?:
    https://www.dvz.de/rubriken/test-technik/detail/news/daimler-trucks-tschuess-platooning.html

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