-
Wieso Dienstwagen nicht einfach abschaffen?
Autor: softwareentwickler 05.11.21 - 11:08
Noch mehr könnten SAP und andere Firmen für den Umweltschutz tun, wenn sie gar keine Dienstwagen mehr bereitstellen würde und die Mitarbeiter belohnen, wenn sie Fahrgemeinschaften bilden, die Öffis benutzen oder mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen. Oder direkt Homeoffice wo immer möglich erlauben.
Aber das würde bestimmt in der Belegschaft einen Riesenaufstand geben, der Dienstwagen ist schließlich heilig, wie auch den Deutschen ihr Auto.
Bloß so wird das nichts mit Umwelt retten... -
Re: Wieso Dienstwagen nicht einfach abschaffen?
Autor: M.P. 05.11.21 - 11:14
Das was Du hier schilderst, ist zwar das, was in den vergangenen Jahren aus dem "Dienstwagen" geworden ist: Ein Incentive für Mitarbeiter, die ihn hauptsächlich privat und für Fahrten zwischen ihrer Wohnung und dem Büro verwenden ...
"Richtige" Dienstwagen für Außendienstler werden schon mal 30 ... 50000 km pro Jahr beim Abklappern von Außeneinsätzen bewegt ... -
Re: Wieso Dienstwagen nicht einfach abschaffen?
Autor: softwareentwickler 05.11.21 - 11:19
Klar, für manche Tätigkeiten im Außendienst ist ein Auto zwingend notwendig. Vielleicht ließe sich die Anzahl an Tätigkeiten, die im Außendienst durchgeführt werden, ja weiter reduzieren. Um eine Runde mit dem Kunden zu quatschen muss man den ja nicht unbedingt besuchen, eine Videokonferenz reicht vielleicht auch, Corona hat da ja vorher undenkbares plötzlich denkbar gemacht.
-
Re: Wieso Dienstwagen nicht einfach abschaffen?
Autor: uschatko 05.11.21 - 11:27
softwareentwickler schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Aber das würde bestimmt in der Belegschaft einen Riesenaufstand geben, der
> Dienstwagen ist schließlich heilig, wie auch den Deutschen ihr Auto.
>
Was Blödsinn ist, der Dienstwagen bei SAP ist ein Teil der Vergütung des Mitarbeiters und hat sehr wenig mit heiligen Blechle zu tun.
Wenn das in Geld ausgezahlt würde, dann freut sich nur der Staat. Stichwort progessive Einkommenssteuer. Der Umwelt ist aber gar nicht geholfen weil dann im Zweifel von den Mitarbeitern ältere und schmutzigere Autos angeschafft und gefahren werden.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.11.21 11:29 durch uschatko. -
Re: Wieso Dienstwagen nicht einfach abschaffen?
Autor: mj 05.11.21 - 11:33
Auch im IT Bereich hat man oft Fälle wo man was nicht Remote erledigen kann.
Die Sichtweise hier ist immer sehr eng. -
Re: Wieso Dienstwagen nicht einfach abschaffen?
Autor: softwareentwickler 05.11.21 - 11:43
uschatko schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Was Blödsinn ist, der Dienstwagen bei SAP ist ein Teil der Vergütung des
> Mitarbeiters und hat sehr wenig mit heiligen Blechle zu tun.
> Wenn das in Geld ausgezahlt würde, dann freut sich nur der Staat. Stichwort
> progessive Einkommenssteuer. Der Umwelt ist aber gar nicht geholfen weil
> dann im Zweifel von den Mitarbeitern ältere und schmutzigere Autos
> angeschafft und gefahren werden.
Das ist doch genau der Punkt. Das Dienstwagenprivileg gehört abgeschafft. Die zusätzlichen Steuereinnahmen werden ja gerade für Klimaschutz benötigt. Es sollte keinen Grund mehr geben mit einem Auto Steuern zu sparen. -
Re: Wieso Dienstwagen nicht einfach abschaffen?
Autor: M.P. 05.11.21 - 11:44
Wobei die Fälle, wo man wirklich vor Ort gebraucht wird bei meinen Szenarien durchaus um Größenordnungen weniger geworden sind...
Es gab noch Zeiten, da hatte ich viele technisch notwendige Kundentermine, Programmiergeräte für die EPROMs in Embedded Controllern und Single-Board-Computern dabei.
Jetzt kann man häufig komplett von zu Hause arbeiten ...
Gelegentlich braucht man einen Ansprechpartner vor Ort zum Kabel stecken und Knöpfe drücken zwischendurch ... -
Re: Wieso Dienstwagen nicht einfach abschaffen?
Autor: M.P. 05.11.21 - 11:53
Ein Verbrenner wird mit 1% vom Listenpreis monatlich als geldwertem Vorteil angerechnet ...
Für einen Passat Variant für 40000 ¤ Liste muss man also 400 ¤ monatlich an geldwertem Vorteil versteuern ... Macht vielleicht 120 ... 150 ¤. Daneben keine Sozialabgaben auf den virtuellen Lohnanteil, und gewisse Vorteile in einer steuerlichen Grauzone (Firmen-Tankkarte, die man IMMER benutzt)
Wenn man auf den Dienstwagen verzichtet, wird der Arbeitgeber in der Regel maximal seine Leasingkosten für das Fahrzeug dem Bruttogehalt zuschlagen. Fiskalisch ein Griff ins Klo für den Staat ...
1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.11.21 12:00 durch M.P.. -
Re: Wieso Dienstwagen nicht einfach abschaffen?
Autor: mj 05.11.21 - 12:19
ein großteil meiner arbeit macht die programmierung aus, allerdings bin ich im industriellen umfeld unterwegs.
abgesehen davon das aus sicherheitsgründen viele anlagen nicht im internet sind, findet der abschließende teil praktisch immer beim kunden statt. kleine änderungen sind auch mal von der ferne möglich.
trozdem glaub ich das viele die hier gegen firmenwagen schießen einfach voller mißgunst sind. so schwer sind stellen mit firmenwagen nicht. aber es sind eben nicht die 100% homeoffice oder bürostellen -
Re: Wieso Dienstwagen nicht einfach abschaffen?
Autor: mj 05.11.21 - 12:19
wo spar ich denn mit meinem dienstwagen steuern ?
-
Re: Wieso Dienstwagen nicht einfach abschaffen?
Autor: derdiedas 05.11.21 - 12:58
>Wo spar ich denn mit meinem dienstwagen steuern ?
Ernsthaft jetzt?
Umgebungsvariablen:
- Wert des Autos 60.000 Euro
- 100000 Euro Gehalt
- Steuerklasse 3
Steuern pro Monate für das Auto: rund 190 Euro*
Leasingrate für so ein Auto rund 700 Euro bei 20.000km im Jahr)
Delta im Gehalt 8400 Euro im Jahr was bei Klasse 3 im Jahr mit 3080 Euro bestuert würde.
So aber hast Du nur 2280 Euro gezahlt was schon mal 800 Euro auf der Haben seite macht.
Bekomsmt Du wie die meißten eine Tankkarte sind das bei 20.000km im Jahr und 5 Liter verbrauch eines Hybrid derzeit weitere 1700Euro Steuerfrei.
In Summe sparst Du also im Jahr 2500Euro Netto durch den Firmenwagen (Im Vergleich dazu wenn Du das Auto so auch gekauft hättest). Bei Steuerklasse 1 wird Die Summe übrigens größer nicht kleiner. Und bei einigen Gältern erspart es auch einen Wechsel in die nächste Progressionsstufe.
Noch Fragen?
Gruß DDD
*https://www.nettolohn.de/rechner/firmenwagenrechner/ -
Re: Wieso Dienstwagen nicht einfach abschaffen?
Autor: mj 05.11.21 - 13:09
ach du meinst da werden keine steuern bezahlt ?
falsch, die zahlt jemand anderes. und nebenbei zahl der fahrer eben auch nochmal mehr lohnsteuer -
Re: Wieso Dienstwagen nicht einfach abschaffen?
Autor: M.P. 05.11.21 - 13:13
Du hast Dir nicht einmal die Rechnung angeschaut?
-
Re: Wieso Dienstwagen nicht einfach abschaffen?
Autor: mj 05.11.21 - 13:16
ich glaub er meint das wenn ich das auto nicht nehme, das ich dann die leasingrate auf mein gehalt aufgeschlagen bekommen würde ?
den betrieb möchte ich sehen.
nebenbei ist die leasingrate recht hoch angesetzt. ich fahr ein auto in dem preisbereich, allerdings für 30tkm/a.
die rate liegt unter 500¤....
1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.11.21 13:18 durch mj. -
Re: Wieso Dienstwagen nicht einfach abschaffen?
Autor: mungo24601 05.11.21 - 13:19
Wart ihr mal in Waldorf und habt euch die Frage gestellt, wieso SAP soviele Dienstwagen an Mitarbeiter ausgibt?
-
Du hast noch eine Sache vergessen
Autor: M.P. 05.11.21 - 13:20
Auf den geldwerten Vorteil durch den Dienstwagen fallen keine Sozialabgaben an ...
Bei 100 000 ¤ Jahresgehalt wird man aber bei den relevanten Versicherungen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze sein ...
Für die Chefsekretärin mit monatlich 4500 ¤ ist das der relevantere Batzen Ersparnis. -
Re: Wieso Dienstwagen nicht einfach abschaffen?
Autor: M.P. 05.11.21 - 13:26
Wobei ich damals die meisten Termine mit der Bahn und selten mit dem Flieger gemacht habe.
Alubox 50x35x30 für den Technikkram (gelegentlich per DHL vorgeschickt) und dann noch ein Rucksack mit dem pers. Kram falls Übernachtungen anstehen, und die Umhängetasche mit dem Notebook ...
Bei manchen Projekten bin ich echt auch ärgerlich, dass es keine Vor-Ort-Termine mehr gibt: Vor ein paar Jahren hatten wir ein Projekt in Island .... -
Re: Du hast noch eine Sache vergessen
Autor: mj 05.11.21 - 13:28
M.P. schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Auf den geldwerten Vorteil durch den Dienstwagen fallen keine Sozialabgaben
> an ...
doch. probier mal die brutto netto rechner mit 60t¤ im jahr aus...
ich zahl jedenfalls mehr rentenversicherung, krankenversicherung und arbeitslosenversicherung seitdem ich den firmenwagen habe
> Bei 100 000 ¤ Jahresgehalt wird man aber bei den relevanten Versicherungen
> oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze sein ...
aber auch ohne firmenwagen
> Für die Chefsekretärin mit monatlich 4500 ¤ ist das der relevantere Batzen
> Ersparnis.
wo genau spart die jetzt ? und hat die wirklich anspruch auf die 1% regel ? also mehr als 50% betriebliche nutzung ?
und vor allem welche firma hat sekretärinen für 54k¤/a ? suchen die auch männliche ? wenn ja wieveil stunden in der woche ?
1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.11.21 13:29 durch mj. -
Re: Wieso Dienstwagen nicht einfach abschaffen?
Autor: M.P. 05.11.21 - 13:30
Bei uns in der Firma war es umgekehrt, als ich letztmalig gefragt habe: Wer keinen Dienstwagen BRAUCHT, muss keinen nehmen.
Wer trotzdem einen haben will, kriegt die Leasingrate vom Gehalt abgezogen ...
Wenn man gerade im nächsten Vorgesetzten-Gespräch bzgl. Gehalt / Zielvereinbarungen steckt, kann da aber ggfs. vorteilhaft verhandeln ...
Trotzdem haben viele Kollegen das gemacht. -
Re: Wieso Dienstwagen nicht einfach abschaffen?
Autor: mj 05.11.21 - 13:31
wenn die kunden eine gute anbidung haben, fahr ich auch ab und an bahn.
also bei einen kunden von >>50
meine anlagen stehen meißt sehr abseits und die zeiten sind schlecht planbar, wenn fertig dann fertig.
oft sind die anreisen auch recht spontan, teils 1 tag vorlauf



