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Ganz neue Möglichkeiten und Fragen...

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  1. Ganz neue Möglichkeiten und Fragen...

    Autor: southy 30.09.15 - 11:22

    Wieder liest man hier viele Fragen zum Thema "Wer zahlt eigentlich, wenn ein "automatisches Auto" einen Unfall verursacht. Was passiert, wenn ich als Insasse einschlafe etc.?

    In meinen Augen gehen diese Bedenken aber an der Realität vorbei:
    Es ist ja nun bereits im jetzigen Entwicklungsstadium offensichtlich, dass auch schon die jetzt existierenden Prototypen wesentlich, und ich meine _WESENTLICH_ weniger Unfälle verursachen als ein Durchschnittsfahrer - siehe die Statistiken der google-Autos: alle Unfälle in die sie bisher verwickelt waren, wurden von anderen verursacht, kein einiger von den Testfahrzeugen selbst, trotzm zig millionen km Fahrleistung.

    Demzufolge:
    Wenn man ein solches Fahrzeug also eines Tages kaufen kann, wäre es doch für jede Versicherung ein prima Geschäft zu sagen: so lange Du im Automatik-Modus fährst, bist Du trotzdem versichert, wir übernehmen den Schaden. Denn schließlich zeigt die Statistik, dass ein Schadensereignis sehr viel seltener eintreten wird als bei einem menschlichen Fahrer. Es ist also für die Versicherung viel billiger, alle "automatik-Schäden" einfach abzudecken. Je mehr der Mensch die Hände vom Steuer weg hat, desto billiger für die Versicherung.

    [Das gilt natürlich nur, wenn nicht ein "Fabrikationsfehler" vorliegt, dann müsste sich die Versicherung mit dem Hersteller streiten. Das dürfte sich aber ja anhand der Datejn aus dem Fahrzeug unterscheiden lassen.]

    Interessanterweise ergeben sich hier spannende Synergien und Business Cases:
    Nur mal angenommen, ein Hersteller fusioniert mit einer Versicherung.
    Nachdem der Hersteller durch die Daten aus seinen Autos am besten weiss, wo und wie man das System verbessern kann, kann er den optimalen Ratio zwischen "Weiterentwicklung" und "Restrisiko" ermitteln und abdecken ("gebe ich das Geld für die Entwicklung aus oder lohnt sich das nicht; die restlichen 3 Fälle pro Jahr decken wir mit der Versicherung").
    Interessanterweise passt das ja sehr gut zur Tendenz, dass Leute ein Auto nicht mehr selbst besitzen möchten/müssen, sondern "pro Fahrt" bezahlen (car2go etc) - denn in einem solchen Modell ist es natürlich sehr einfach, sich Hersteller & Versicherung gleich zusammen zu denken.


    Spannend wird die Frage vom Anfang ("wer ist Schuld / zahlt") aber auch noch andersherum:
    Wenn die Technologie eines Tages in (fast) allen Autos eingebaut ist, dann wird sich die Frage stellen, wieso bei einem Unfall, den ein menschlicher Fahrer verursacht hat, dieser eigentlich nicht der Automatik das Steuer überlassen hatte.

    Stell Dir vor, Dein Kind springt zwischen zwei Autos auf die Strasse und wird angefahren. Die Daten zeigen, dass die (eingebaute, aber nicht genutzte) Automatik es schon allein durch die schnellere Reaktionszeit noch geschafft hätte, rechtzeitig zu bremsen; der Fahrer hat es aber nicht.
    Hätte der Fahrer [grob] fahrlässig gehandelt, weil er die Automatik eben _nicht_ genutzt hat?

  2. Re: Ganz neue Möglichkeiten und Fragen...

    Autor: Sharkuu 30.09.15 - 13:27

    ich finde die technik super und kann die fertigstellung gar nicht erwarten.

    mmn ist es in der rechtlichen frage auch ganz einfach. der menschliche fahrer hat schuld. wenn wir das beispiel aus dem artikel nehmen ist es ja ganz eindeutig. sicherheitsabstand gibt es nicht umsonst. es muss ja nicht mal ein google auto sein, es kann ja auch ein unsicherer fahranfänger sein. aus irgendwelchen gründen bremst er sehr stark ab, wenn er um die kurve fahren will und der hinterman ist dadurch überrascht und fährt rauf. mit genug aufmerksamkeit und abstand könnte er locker bremsen, weil er aber den abstand nicht einhält, kann er noch so aufmerksam sein, er kann das auto nicht mehr zum stehen bringen.

    auch könnte dann der öpnv günstiger sein. natürlich wäre es schade um die stellen, aber auch eine große entlastung für den geldbeutel. dann wären taxen auch mal bezahlbar :D

    natürlich ist dadrin technik die auch mal defekt sein kann, softwarefehler haben kann oder sonstetwas. bedeutet also, zu 100% kann man den menschen nicht für schuldig erklären. aber die fälle, wo der mensch unschuldig ist, werden den minimalwert ausmachen. also, schon alleine aufgrund der geringeren unfälle bevorzuge ich diese technik. für diejenigen, die selber fahren wollen, kann man ja öffentliche strecken machen. dann kann man sich da austoben und wenn man wieder nach hause fährt, ist die automatik wieder an.

  3. Re: Ganz neue Möglichkeiten und Fragen...

    Autor: Micha123456 30.09.15 - 14:17

    Sharkuu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ich finde die technik super und kann die fertigstellung gar nicht erwarten.

    Geht mir auch so :)

    > mmn ist es in der rechtlichen frage auch ganz einfach. der menschliche
    > fahrer hat schuld. wenn wir das beispiel aus dem artikel nehmen ist es ja
    > ganz eindeutig.

    Ich glaube, an der Schuldfrage wird sich gegenüber Jetzt gar nichts ändern.
    Nur die Anzahl der Unfälle wird deutlich sinken.

  4. Re: Ganz neue Möglichkeiten und Fragen...

    Autor: AndyMt 30.09.15 - 14:28

    southy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wieder liest man hier viele Fragen zum Thema "Wer zahlt eigentlich, wenn
    > ein "automatisches Auto" einen Unfall verursacht. Was passiert, wenn ich
    > als Insasse einschlafe etc.?
    >
    > In meinen Augen gehen diese Bedenken aber an der Realität vorbei:
    > Es ist ja nun bereits im jetzigen Entwicklungsstadium offensichtlich, dass
    > auch schon die jetzt existierenden Prototypen wesentlich, und ich meine
    > _WESENTLICH_ weniger Unfälle verursachen als ein Durchschnittsfahrer -
    > siehe die Statistiken der google-Autos: alle Unfälle in die sie bisher
    > verwickelt waren, wurden von anderen verursacht, kein einiger von den
    > Testfahrzeugen selbst, trotzm zig millionen km Fahrleistung.
    Und ob diese Fahrzeuge bisher wirklich auffällig häufig in Auffahrunfälle verwickelt wurden muss noch abschliessend geklärt werden. Schliesslich erfasst Google auch die ganz kleinen Fälle, die sonst direkt vor Ort ohne Polizei etc. geregelt werden.
    > Demzufolge:
    > Wenn man ein solches Fahrzeug also eines Tages kaufen kann, wäre es doch
    > für jede Versicherung ein prima Geschäft zu sagen: so lange Du im
    > Automatik-Modus fährst, bist Du trotzdem versichert, wir übernehmen den
    > Schaden. Denn schließlich zeigt die Statistik, dass ein Schadensereignis
    > sehr viel seltener eintreten wird als bei einem menschlichen Fahrer. Es ist
    > also für die Versicherung viel billiger, alle "automatik-Schäden" einfach
    > abzudecken. Je mehr der Mensch die Hände vom Steuer weg hat, desto billiger
    > für die Versicherung.
    Ganz genau. Einen Teil dieser Einsparung wird man an die Kunden weiter geben. Nicht zu viel, denn man muss ja noch was verdienen...
    >
    >
    > Interessanterweise ergeben sich hier spannende Synergien und Business
    > Cases:
    > Nur mal angenommen, ein Hersteller fusioniert mit einer Versicherung.
    > Nachdem der Hersteller durch die Daten aus seinen Autos am besten weiss, wo
    > und wie man das System verbessern kann, kann er den optimalen Ratio
    > zwischen "Weiterentwicklung" und "Restrisiko" ermitteln und abdecken ("gebe
    > ich das Geld für die Entwicklung aus oder lohnt sich das nicht; die
    > restlichen 3 Fälle pro Jahr decken wir mit der Versicherung").
    > Interessanterweise passt das ja sehr gut zur Tendenz, dass Leute ein Auto
    > nicht mehr selbst besitzen möchten/müssen, sondern "pro Fahrt" bezahlen
    > (car2go etc) - denn in einem solchen Modell ist es natürlich sehr einfach,
    > sich Hersteller & Versicherung gleich zusammen zu denken.
    Oder Auto, Taxi- und Carsharing und ÖPNV Firmen schliessen sich zusammen. Gerade der Unterschied zwischen ÖPNV, Carsharing und Taxi wird fliessend und mehr oder weniger verschwinden. Es wird mehr und mehr die Frage sein: Bezahl ich den Luxus die ganze Fahrt alleine in einer Kabine sitzen zu können oder nutze ich den klassischen ÖPNV?
    Kauf ich mir überhaupt noch ein eigenes Auto? Wozu, wenn ich mir jederzeit ein passendes per App innerhalb von 5 Minuten rufen kann?
    >
    > Spannend wird die Frage vom Anfang ("wer ist Schuld / zahlt") aber auch
    > noch andersherum:
    > Wenn die Technologie eines Tages in (fast) allen Autos eingebaut ist, dann
    > wird sich die Frage stellen, wieso bei einem Unfall, den ein menschlicher
    > Fahrer verursacht hat, dieser eigentlich nicht der Automatik das Steuer
    > überlassen hatte.
    >
    > Stell Dir vor, Dein Kind springt zwischen zwei Autos auf die Strasse und
    > wird angefahren. Die Daten zeigen, dass die (eingebaute, aber nicht
    > genutzte) Automatik es schon allein durch die schnellere Reaktionszeit
    > noch geschafft hätte, rechtzeitig zu bremsen; der Fahrer hat es aber nicht.
    >
    > Hätte der Fahrer fahrlässig gehandelt, weil er die Automatik eben _nicht_
    > genutzt hat?
    Meiner Meinung nach: ganz klar Ja! Und irgendwann wird das durch die Versicherung nicht mehr gedeckt sein. Oder eine Versicherung bei der man das noch darf wird 5x so viel kosten wie heute.

  5. Re: Ganz neue Möglichkeiten und Fragen...

    Autor: Abseus 30.09.15 - 19:40

    Sharkuu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ich finde die technik super und kann die fertigstellung gar nicht erwarten.
    >
    > mmn ist es in der rechtlichen frage auch ganz einfach. der menschliche
    > fahrer hat schuld. wenn wir das beispiel aus dem artikel nehmen ist es ja
    > ganz eindeutig. sicherheitsabstand gibt es nicht umsonst. es muss ja nicht
    > mal ein google auto sein, es kann ja auch ein unsicherer fahranfänger sein.
    > aus irgendwelchen gründen bremst er sehr stark ab, wenn er um die kurve
    > fahren will und der hinterman ist dadurch überrascht und fährt rauf. mit
    > genug aufmerksamkeit und abstand könnte er locker bremsen, weil er aber den
    > abstand nicht einhält, kann er noch so aufmerksam sein, er kann das auto
    > nicht mehr zum stehen bringen.
    >
    > auch könnte dann der öpnv günstiger sein. natürlich wäre es schade um die
    > stellen, aber auch eine große entlastung für den geldbeutel. dann wären
    > taxen auch mal bezahlbar :D
    >
    > natürlich ist dadrin technik die auch mal defekt sein kann, softwarefehler
    > haben kann oder sonstetwas. bedeutet also, zu 100% kann man den menschen
    > nicht für schuldig erklären. aber die fälle, wo der mensch unschuldig ist,
    > werden den minimalwert ausmachen. also, schon alleine aufgrund der
    > geringeren unfälle bevorzuge ich diese technik. für diejenigen, die selber
    > fahren wollen, kann man ja öffentliche strecken machen. dann kann man sich
    > da austoben und wenn man wieder nach hause fährt, ist die automatik wieder
    > an.

    Hoffentlich wird es nie zu dieser grausigen Vorstellung kommen...

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